1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 0.00 (0 Votes)

Der Orden

Der Karl-Marx-Orden

 

 

 

Dieser Orden galt als ehrenvollste staatliche Auszeichnung der DDR.

Allgemeines

Allgemein

 

Der Orden wurde anlässlich des Karl-Marx-Jahres am 30. April 1953, dem 135. Geburtstag von Karl Marx, gestiftet. Er wird an Einzelpersonen, Kombinate, Betriebe, Einrichtungen, sozialistische Genossenschaften und gesellschaftliche Organisationen sowie an Verbände, Truppenteile und Einrichtungen der bewaffneten Organe verliehen. Er reiht sich damit in die 4 wichtigsten Orden der DDR ein. Unterstrichen wird dies durch den Umstand, dass auch er an Einzelpersonen anderer Staaten verliehen werden kann.

 

Verliehen für Leistung und Verdienste:

• in der Arbeiterbewegung

• bei der schöpferischen Anwendung des Marxismus-Leninismus

• bei der Gestaltung des entwickelten gesellschaftlichen Systems des Sozialismus mit seinem Kernstück, dem ökonomischen System des Sozialismus

• in Wissenschaft und Technik

• in Kunst, Bildung, Erziehung und Kultur

• im Kampf um die Sicherung des Friedens

• in der Pflege und Förderung echter freundschaftlicher Beziehungen zur Sowjetunion, zu den anderen sozialistischen Staaten und allen friedliebenden Völkern der Welt sowie solcher Beziehungen von Angehörigen und Organisationen dieser Völker zur Deutschen Demokratischen Republik“

 

 

 

(Urkunde des Trägers Wilhelm Pieck)

 

Der "Karl-Marx-Orden" kann in seiner Form mehrmals verliehen werden. Zur Verleihung des Ordens gehören, eine Urkunde und für Einzelpersonen eine Prämie von zuletzt 20.000 Mark.
Die Verleihung erfolgt durch den Vorsitzenden des Staatsrates auf Empfehlung des Ministerrates. Der Verleihungsakt wurde anlässlich des 1. Mai, dem Internationalen Kampf- und Feiertag der Werktätigen, des 7. Oktober, dem Tag der Republik, oder aus besonderem Anlass zelebriert. Wie bei allen wichtigen Orden und Ehrungen in der Geschichte Deutschlands, musste nach dem Tod des Ausgezeichneten der Orden mit allem drum und dran an den Staatsrat zurückgegeben werden.

 

 

 

Verordnung über das Tragen der Ehrenzeichen zu staatlichen Auszeichnungen vom 19. April 1978
Sonderdruck Nr. 952 des Gesetzblattes der DDR
§ 2


(3) Der "Karl-Marx-Orden" und die Medaille "Goldener Stern" zum Ehrentitel "Held der Deutschen Demokratischen Republik" werden in der Mitte über allen Ehrenzeichen oder Interimsspangen getragen.



Der Ehrentitel "Held der Deutschen Demokratischen Republik" (gestiftet 1975) und die dazugehörige Medaille "Goldener Stern", war auch immer mit der gleichzeitigen Verleihung des Karl-Marx-Ordens verbunden. Die Folge dieser Verordnung war, dass diese Auszeichnung dem weit häufiger vergebenen "Karl-Marx-Orden" schließlich den Rang ablief.

Aussehen

Aussehen

 

 

 

Der "Karl-Marx-Orden" ist ein goldener Stern mit fünf Zacken, der auf einem goldenen Eichenblätterkranz liegt (Durchmesser 50 mm). Die rubinroten Zacken des Sterns sind ebenfalls golden umrandet.
In der Mitte des Sterns befindet sich auf einer Kreisplatte ein Porträt von Karl Marx. Die Rückseite ist glatt. Der Orden wird an einer fünfeckigen, mit weinrotem Band bezogenen Spange getragen.
Die Interimsspange ist rechteckig und mit weinrotem Band bezogen. In der Mitte der Spange ist waagerecht ein goldenes Eichenblatt aufgesetzt. Der "Karl-Marx-Orden" wird auf der linken oberen Brustseite getragen und als Ordensspange immer in der ersten, oberen Reihe.

 

 

 

(Ordensspange des Karl-Marx-Ordens)

 

Die Verschieden Ausführungen:

1953-58: Gold (900) mit Verleihungsnummer 1 - 30

1958-65: Gold (900) mit Verleihungsnummer 31

1965-79: Gold (900) ohne Verleihungsnummer

1980-89: Gold (333) ohne Verleihungsnummer

1980-89: Bronze vergoldet, für Kollektive, ohne Verleihungsnummer

 

 

 

(Etui des Karl-Marx-Ordens)

Träger


 

 

 

(Walter Ulbricht mit dem angesteckten Orden nach der Verleihung)

Träger des Ordens (Auswahl):

• 1953: Otto Grotewohl, Walter Ulbricht, Hermann Matern, Wilhelm Pieck, Wilhelm Zaisser, Olga Körner, Otto Buchwitz, Hermann Duncker, Helmut Lehmann, Rosa Thälmann, Luise Kähler
• 1954: Freier Deutscher Gewerkschaftsbund
• 1956: Zeitung Neues Deutschland, Antonín Zápotocký, Wilhelm Koenen
• 1958: Josef Orlopp
• 1959: Wilhelmine Schirmer-Pröscher
• 1961: Alfred Kurella
• 1962: Franz Dahlem, Herbert Warnke, Otto Winzer, Friedrich Heilmann
• 1963: Willy Rumpf, Karl Maron
• 1965: Paul Geisler, August Reitz, Anna Seghers, Hans Schaul, Otto Schön, „Einheit“ Berlin, Sammelmappe Arbeitsmaterialien zum Karl-Marx-Orden
• 1966: Helene Berg, Georg Stibi, Richard Stahlmann (eigentlich: Arthur Illner)
• 1967: Karl Mewis, Wilhelm Kling
• 1968: Roman Chwalek, Kurt Seibt, Max Burghardt, Frieda Sternberg
• 1969: Lotte Ulbricht, Erich Honecker, Jürgen Kuczynski, Hermann Matern, Albert Norden, Willi Stoph, Paul Verner, Anna Seghers, Regina Becker
• 1970: Heinz Hoffmann, Erich Mückenberger, Erwin Kramer, Bruno Apitz, Harry Tisch, Otto Braun, Max Burghardt, Iwan Ignatjewitsch Jakubowski
• 1971: Jacques Duclos
• 1972: Klaus Gysi, Kurt Hager, Max Fechner, Erich Honecker, Max Spangenberg
• 1973: Ernst Albert Altenkirch, Friedrich Dickel, Ernst Goldenbaum, Erich Mielke, Fred Oelßner, Gerhard Danelius, Günther Jahn
• 1974: Leonid Breschnew, Nähmaschinenwerk Wittenberge, Tierpark Berlin, Alexander Schalck-Golodkowski, Willi Stoph, Markus Wolf, Walter Arnold, Jurij Brězan, Charlotte Schröder, Rheinmetall Sömmerda, Straßen-, Brücken- und Tiefbaukombinat Halle/Saale, Marta Fischer, Walter Gorrish-Kaiser, Max Herm

• 1975: Horst Sindermann, Paul Wandel, Akademie der Wissenschaften der DDR


• 1976: Alois Bräutigam, Luise Ermisch, Wolfgang Junker, Günter Mittag, Werner Walde, Ernst Scholz, Paul Verner, Erweiterte Oberschule (EOS) „Karl Marx“ Halle-Neustadt
• 1977: Hilde Benjamin, Kurt Hager, Erich Honecker, Margot Honecker, Erich Mielke, Friedel Malter, Ruth Werner, Institut für Lehrerbildung (IfL) Weißenfels, Richard Staimer, Gerónimo Arnedo Álvarez
• 1978: Werner Felfe, Hans Modrow, Joachim Herrmann, Hans-Joachim Hertwig, Elli Schmidt, Werner Krolikowski, Konrad Naumann, Hanna Wolf, Werner Schneidratur, Sigmund Jähn
• 1979: Horst Dohlus, Johannes Chemnitzer, Gerhard Grüneberg, Heinz Keßler, Peter Edel, Grete Groh-Kummerlow
• 1980: Heinz Hoffmann, Alfred Lemmnitz, Siegfried Lorenz, Gerda Sucker, Frieda Krüger, Günther Jahn, Interflug
• 1981: Erwin Geschonneck, Peter Florin, Albert Norden, Gerhard Schürer, Friedrich Karl Kaul, Antonie Wohlgemuth
• 1982: Alexander Schalck-Golodkowski, Kurt Hager, Erich Honecker, Erich Mielke, Paul Scholz, Erich Paterna, Ernst Hoffmann (Philosoph)
• 1983: Lotte Ulbricht, Gerhard Beil, Friedrich Dickel, Egon Krenz, Oskar Fischer, Theo Balden, Gerda Stern, Wilhelm Ehm
• 1984: Alfred Neumann, Willi Stoph, 6. Flottille der Volksmarine, Manfred Wekwerth, Hans Lutter, Charlotte Loebinger, Kurt Diederich
• 1985: Horst Dohlus, Friedrich Dickel, Heinz Hoffmann, Erich Honecker, Bruno Lietz, Erich Mückenberger, Josef Schleifstein, Ilse Thiele, Maria Rentmeister
• 1986: Heinrich Adameck, Gisela Glende, Lea Große, Günter Mittag
• 1987: Hilde Benjamin, Margot Honecker, Werner Jarowinsky,Helmut Koziolek, Erich Mielke, Heinz Wedler, Markus Wolf, Annelie Löblich
• 1988: Manfred Gerlach, Joachim Herrmann, Kurt Seibt, Nicolae Ceauşescu, Karl-Eduard von Schnitzler, Hildegard Gurgeit
• 1989: Günter Schabowski, Willi Stoph, Günther Wyschofsky, Herbert Weiz


Zum Schluss

Schlussbemerkung



Nach den für die DDR sehr erfolgreichen Olympischen Spielen 1976 in Montreal verteilten Staats- und Ministerrat der DDR neben hohen Geldprämien auch hohe staatliche Auszeichnungen. Darunter war 2mal der Karl-Marx-Orden.
Ansonsten wurde der Orden vor allem an hohe und verdiente Parteifunktionäre verliehen. Zu Ruhm kam er aber nur als "Anhängsel" des Ehrentitels "Held der DDR". Seine eigenständige Verleihung ging in der Folgezeit oft unter und so verlor er an Bedeutung und Ansehen. Die Ähnlichkeiten zur Sowjetunion sind dabei immanent. So wird der Lenin-Orden auch immer im Verbund mit dem Titel "Held der Sowjetunion" inkl. des Ordens "mitverliehen".