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Einleitung

Einsatzmedaillen der Bundeswehr
Auszeichnung für den Auslandseinsatz

 


„Das Ehrenzeichen der Bundeswehr ist der Dank der Demokratie an Demokraten, an Staatsbürger, die durch besonderen Einsatz für unser Land mehr getan haben als ihre Pflicht.“
Bundesminister der Verteidigung Hans Apel am 12. November 1980, bei der Verleihung der ersten 34 Ehrenzeichen an Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr

 

Der 12. November 1980, am 225. Geburtstag des preußischen Militärreformers Gerhard Johann David von Scharnhorst, begründet die Bundesrepublik Deutschland das Ehrenzeichen im militärischen Bezug neu und verleiht die ersten Orden an verdiente Soldaten.

 

Einleitung und Allgemeines

 

Die Bundeswehr hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten einen enormen Wandlungsprozess durchgemacht. Dieser militärische Wandlungs- oder auch Modernisierungsprozess wird in der Fachliteratur als Transformation beschrieben. Dabei wurde nicht nur die gesamte Struktur der Bundeswehr in ein neues Zeitalter bewegt, sondern auch das Auftragsspektrum und Fähigkeitsprofil angepasst. Es stehen zwischen 8000 und 10000 Soldaten der Bundeswehr im Auslandseinsatz, dienen dabei im Rahmen der internationalen Schutz- und Eingreiftruppen. Es hat sich auch ein Wandel in der Ordenskultur und dem Ordensrecht in Deutschland vollzogen. Ein Wandel, der sich nur unwesentlich an alten Traditionen orientiert, sondern eine eigene Linie zu etablieren versucht. Die Ehrungen umfassen neben Dienstauszeichnungen auch Auszeichnungen, die sich an den neuen Einsatzszenarien orientieren und neben dem Einsatz, auch die Tapferkeit und die Auszeichnung im Gefecht belohnen.

 


Von Links: 1) Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold, 2. Ausführung (einteilig geprägt), vergoldet; 2) Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber, 2. Ausführung (einteilig geprägt), versilbert; 3) Einsatzmedaille der Bundeswehr für den Einsatz „KVM“ im Kosovo, mit Bandspange „KVM“; 4) Einsatzmedaille der Bundeswehr für den Einsatz „KFOR“ im Kosovo, mit Bandspange „KFOR“; 5) Einsatzmedaille der Bundeswehr für den Einsatz „SFOR“ in Bosnien-Herzegowina, mit Bandspange „SFOR“; 6) Einsatzmedaille der Bundeswehr für den Einsatz „ISAF“ in Afghanistan, mit Bandspange „ISAF“; 7) Einsatzmedaille der NATO für den Einsatz im ehemaligen Jugoslawien, mit Bandspange „FORMER YUGOSLAVIA“; 8) ) Einsatzmedaille der NATO für den Einsatz im Kosovo, mit Bandspange „KOSOVO“; 9) Einsatzmedaille der NATO für den Einsatz in Afghanistan, mit Bandspange „ISAF“.



Die Bundeswehr und die Bundesregierungen haben sich nach langer Diskussion und Blindheit für die Lage, für neue Richtlinien bei der Bewertung soldatischer Leistung und Würdigung des Einsatzes außerhalb des Staates entschieden. Neben der öffentlichen Aushändigung der Verleihungsurkunde und der Ehrenzeichen im feierlichen Rahmen, sei es bei offiziellen Anlässen oder auch dem zum Bataillonsappell, ist auch eine Ehrung der Toten im Bendlerblock die neue Linie der Bundesrepublik Deutschland. Die Ehrung soll dabei kein materieller Anreizsein, sondern eine herausgehobene Geste mit hohem Symbolcharakter, Adler und Eichenlaub sind sichtbarer Dank des deutschen Staates.

Richtlinien

Artikel 1 Stiftung
Als sichtbares Zeichen für die Teilnahme an Einsätzen oder besonderen Verwendungen außerhalb des deutschen Hoheitsgebietes im Rahmen von humanitären, friedenserhaltenden oder friedensschaffenden Maßnahmen stifte ich für Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr die Einsatzmedaille der Bundeswehr.

Artikel 2 Gestaltung
      (1) Die Einsatzmedaille ist rund und aus bronzefarbenem Metall. Sie trägt auf der Vorderseite den Bundesadler, die Rückseite ist glatt. Der Rand der Medaille und der Adler sind erhaben geprägt. Das in den Nationalfarben schwarz-rot-gold gehaltene Band ist mit einer Spange zur Kennzeichnung des Einsatzes oder der besonderen Verwendung versehen. Die Spange ist entsprechend der Medaille aus bronzefarbenem Metall.

      (2) Die Einsatzmedaille kann in verkleinerter Form getragen werden.

    (3) Die Einsatzmedaille kann als Bandsteg in den Farben des Medaillenbandes mit aufgesetzter verkleinerter Spange getragen werden.


Artikel 3 Verleihung
      (1) Voraussetzung für die Verleihung der Einsatzmedaille nach Artikel 1 sind

      mindestens dreißig Tage Dienst; der Dienst muss nicht zusammenhängend geleistet werden.

      (2) Die Verleihung an Personen, die die zeitliche Voraussetzung nach Absatz 1 nicht erfüllen, ist in besonderen Ausnahmefällen und nur im Einvernehmen mit dem Chef des Bundespräsidialamtes möglich.

      (3) Für die Auszeichnung von Personen, die vorbestraft sind, gelten die Vorschriften der Ausführungsbestimmungen zum Statut des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland entsprechend. Bei Pflichtverletzungen während der Einsätze oder besonderen Verwendungen kann die Verleihung ausgeschlossen werden.

      (4) Die Einsatzmedaille geht in das Eigentum des Beliehenen über.

      (5) Der Beliehene erhält eine Verleihungsurkunde mit der Unterschrift des Bundesministers der Verteidigung, die das kleine Bundessiegel trägt.

      (6) Angehörige der Reserve müssen sich zum Zeitpunkt der Verleihung nicht mehr im Soldatenstatus befinden.

      (7) Die Einsatzmedaille kann postum verliehen werden.

    (8) Die aushändigende Stelle für die Verleihung der Einsatzmedaille wird vom Bundesminister der Verteidigung bestimmt.


Erlass über die Genehmigung einer Änderung des Erlasses über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr
Vom 28. Januar 2003



Der Bundesminister der Verteidigung hat am 6. November 2002 den Erlass über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr vom 25. April 1996 geändert. Danach kann die Einsatzmedaille der Bundeswehr in mehrstufiger Form – in Bronze, Silber und Gold, gestaffelt nach der Zeitdauer des Dienstes – und auch an Angehörige ausländischer Streitkräfte verliehen werden.

Nach Artikel 4 des Siebenten Erlasses über die Genehmigung der Stiftung und Verleihung von Orden und Ehrenzeichen vom 2. Mai 1996 (BGBl. I S. 668) genehmige ich diese Änderung.

Der Bundesminister des Innern veröffentlicht den Erlass zur Änderung des Erlasses über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr im Bundesanzeiger.

Berlin, den 28. Januar 2003

Der Bundespräsident Johannes Rau
Der Bundesminister der Verteidigung Peter Struck
Der Bundesminister des Innern Schily
Der Bundesminister des Auswärtigen J. Fischer



Erlaß über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr Vom 25. April 1991
In der Fassung vom 6. November 2002 (VMBl 2003 S. 86)

Artikel 1 – Stiftung

Als sichtbares Zeichen für die Teilnahme an Einsätzen oder besonderen Verwendungen außerhalb des deutschen Hoheitsgebietes im Rahmen von humanitären, friedenserhaltenden oder friedensschaffenden Maßnahmen stifte ich für Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr die Einsatzmedaille der Bundeswehr.

Artikel 2 – Gestaltung

(1) Die Einsatzmedaille ist rund und aus bronze-, silber- oder goldfarbenem Metall. Sie trägt auf der Vorderseite den Bundesadler, die Rückseite ist glatt. Der Rand der Medaille und der Adler sind erhaben geprägt. Das in den Nationalfarben schwarz-rot-gold gehaltene Band ist mit einer Spange zur Kennzeichnung des Einsatzes oder der besonderen Verwendung versehen. Die Spange ist entsprechend der Medaille aus bronze-, silber- oder goldfarbenem Metall.

(2) Die Einsatzmedaille kann in verkleinerter Form getragen werden.

(3) Die Einsatzmedaille kann als Bandsteg in den Farben des Medaillenbandes mit aufgesetzter verkleinerter Spange getragen werden.



Artikel 3 – Verleihung

(1) Voraussetzung für die Verleihung der Einsatzmedaille in Bronze sind mindestens 30 Tage, in Silber mindestens 360 Tage und in Gold mindestens 690 Tage Dienst. Der Dienst muss nicht zusammenhängend geleistet worden sein.

(2) Die Verleihung an Personen, die die zeitliche Voraussetzung nach Absatz 1 nicht erfüllen, ist in besonderen Ausnahmefällen und nur im Einvernehmen mit dem Chef des Bundespräsidialamtes möglich.

(3) Für die Auszeichnung von Personen, die vorbestraft sind, gelten die Vorschriften der Ausführungsbestimmungen zum Statut des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland entsprechend. Bei Pflichtverletzungen während der Einsätze oder besonderen Verwendungen kann die Verleihung ausgeschlossen werden.

(4) Die Einsatzmedaille geht in das Eigentum des Beliehenen über.

(5) Der Beliehene erhält eine Verleihungsurkunde mit der Unterschrift des Bundesministers der Verteidigung, die das kleine Bundessiegel trägt.

(6) Angehörige der Reserve müssen sich zum Zeitpunkt der Verleihung nicht mehr im Soldatenstatus befinden.

(7) Die Einsatzmedaille kann postum verliehen werden.

(8) Die aushändigende Stelle für die Verleihung der Einsatzmedaille wird vom Bundesminister der Verteidigung bestimmt.




Artikel 4 – Ausnahmeregelung

Die Einsatzmedaille kann in Ausnahmefällen an Angehörige ausländischer Streitkräfte verliehen werden, wenn sie sich im Rahmen der in Artikel 1 genannten Einsätze oder besonderen Verwendungen besondere Verdienste um die Bundeswehr erworben haben. Einzelheiten regeln die Verfahrenshinweise. Die Verleihung ist nur im Einvernehmen mit dem Bundesminister des Auswärtigen zulässig.

Bonn, den 25. April 1996

Der Bundesminister der Verteidigung
Volker Rühe

Weitere Informationen

Die Einsatzmedaille der Bundeswehr ist eine Auszeichnung und Ehrung für deutsche und wie auch ausländische Militärangehörige, die mindestens 30 Tage „an Einsätzen oder besonderen Verwendungen im Ausland, im Rahmen humanitärer, friedenserhaltener oder friedensschaffenen Maßnahmen“ beteiligt waren. Gestiftet worden ist die Medaille am 25. April 1996 vom damaligen Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe gestiftet. Sie trägt der erhöhten Anzahl von deutschen Soldaten im Ausland Rechnung und wurde auch deshalb rückwirkend am 26. Juni 1996 für den Auslandseinsatz im Rahmen des VN-Kontingent der VN-Schutztruppe in Kroatien (UNPF) verliehen. Die Medaille entspricht bei allen Einsätzen bzw. den Verleihungen den gleichen Richtlinien und unterscheidet sich nur durch in der Einsatzbezeichnung auf der gleichfarbigen Spange zur Medaille. Zu ursprünglich gestifteten Ausführung, kam am 28. Januar 2003 die Einteilung in Bronze, Silber oder Gold hinzu. Dazu kann die Medaille im Zusammenhang bzw. parallel mit anderen Medaillen für denselben Einsatz verliehen werden. Dies ist üblicherweise die Regel, weil die UN, NATO und andere übergeordnete Organisationen eine gesonderte Ehrung für Einsätze unter ihrer Zuständigkeit vergeben. So kann für einen Einsatz im Einsatzgebiet der Bundeswehr, in Fällen es bis zu drei Medaillen für den Einsatz geben, die Gefechts- und Tapferkeitsauszeichnungen des Bundes oder anderer Länder nicht mit einberechnet!
 

„Ordensauszeichnungen sind ein einfaches Gebot der Staatsräson“
Bundespräsident Theodor Heuss, als er 1951 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland stiftete

 


EU - Europäische Union Fortführung des Einsatzes ALLIED HARMONY unter EU-Führung
31. März bis 12. Dezember 2003

 


Neuer Erlass

Der Bundesminister der Verteidigung hat am 9. November 2010 den Erlass über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr vom 25. April 1996, zuletzt geändert am 6. November 2002, neu gefasst und mit der Neufassung die Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ gestiftet.
Nach § 3 Absatz 1 des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 1132-1, veröffentlichten bereinigten
Fassung, das zuletzt durch Artikel 10 des Gesetzes vom 19. Februar 2006 (BGBl. I S. 334) geändert worden ist, genehmige ich die Neufassung dieses Erlasses sowie die Stiftung der Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ durch den Bundesminister der Verteidigung.

Das Bundesministerium des Innern veröffentlicht den neu gefassten Erlass über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr im Bundesanzeiger.

Berlin, den 12. November 2010

Der Bundespräsident Christian Wulff
Der Bundesminister der Verteidigung Dr. Karl – Theodor zu Guttenberg
Der Bundesminister des Innern Thomas de Maizière
Der Bundesminister des Auswärtigen Guido Westerwel l e

Erlass über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr
vom 9. November 2010
(BAnz Nr. 177 S. 3910 v. 23. November 2010)

Artikel 1 – Stiftung

Als sichtbares Zeichen für die Teilnahme an Einsätzen oder besonderen Verwendungen außerhalb des deutschen Hoheitsgebietes im Rahmen von humanitären, friedenserhaltenden oder friedensschaffender Maßnahmen stifte ich für Soldaten und zivile Mitarbeiter der Bundeswehr die Einsatzmedaille der Bundeswehr.

Artikel 2 – Gestaltung
 

      (1) Die Einsatzmedaille ist rund und aus bronze-, silber- oder goldfarbenem Metall. Sie trägt auf der Vorderseite den Bundesadler, die Rückseite ist glatt. Der Rand der Medaille und der Adler sind erhaben geprägt. Das in den Nationalfarben schwarz-rot-gold gehaltene Band ist mit einer Spange zur Kennzeichnung des Einsatzes oder der besonderen Verwendung versehen. Die Spange ist entsprechend der Medaille aus bronze-, silber- oder goldfarbenem Metall.



      (2) Für die Gestaltung der Einsatzmedaille der weiteren Stufe „Gefecht“ gilt Absatz 1 mit folgenden Maßgaben entsprechend:



      1. Die Medaille ist aus goldfarbenem Metall mit einem schwarzroten Rand.



      2. Der Bundesadler auf der Vorderseite der Medaille ist schwarz emailliert.



      3. Die goldfarbne Spange trägt in schwarzer Schrift die Bezeichnung „Gefecht“.



      (3) Die Einsatzmedaille der Bundeswehr und die Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ können in verkleinerter Form und als Bandsteg in den Farben des Medaillenbandes mit aufgesetzter verkleinerter Spange getragen werden.



    (4) Die Einsatzmedaille der Bundeswehr nach Absatz 1 wird nur in der für den jeweiligen Einsatz oder die jeweilige besondere Verwendung höchsten zuerkannten Stufe getragen. Die Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ nach Absatz 2 darf neben der Einsatzmedaille nach Absatz 1 getragen werden.

 

 

Artikel 3 – Verleihung

 

(1) Voraussetzung für die Verleihung der Einsatzmedaille der Bundeswehr nach Artikel 2 Absatz 1 sind folgende Dienstzeiten im Rahmen der in Artikel 1 genannten Einsätze oder besonderen Verwendungen:

1. für die Einsatzmedaille in Bronze sind mindestens 30 Tage,

2. für die Einsatzmedaille in Silber mindestens 360 Tage und

3. für die Einsatzmedaille in Gold mindestens 690 Tage Dienst.

Der Dienst muss nicht zusammenhängend geleistet worden sein. Die Verleihung an Personen, die die zeitliche Voraussetzung nicht erfüllen, ist in besonderen Ausnahmefällen und nur im Einvernehmen mit der Chefin oder dem Chef des Bundespräsidialamtes möglich.

(2) Für die Verleihung der Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ nach Artikel 2 Absatz 2 gelten folgende Maßgaben:

1. Die auszuzeichnende Person hat mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten.

2. Die Dienstzeiten nach Absatz 1 müssen für die Verleihung der Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ nicht erfüllt sein.

3. Die Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ wird nur einmal verliehen.

(3) Für die Auszeichnung vorbestrafter Personen gelten die Ausführungsbestimmungen zum Statut des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Neufassung vom 5. September 1983 – GMBl. S. 389) entsprechend. Bei Pflichtverletzungen während der Einsätze oder besonderen Verwendungen kann die Verleihung ausgeschlossen werden.

(4) Die Einsatzmedaillen geht in das Eigentum des Beliehenen über.

(5) Die Beliehenen erhalten eine Verleihungsurkunde mit der Unterschrift der Bundesministerin oder des Bundesministers der Verteidigung; die Verleihungsurkunde trägt das kleine Bundessiegel.

(6) Die Einsatzmedaillen können auch nach dem Tod verliehen werden.

(7) Die Bundesministerin oder der Bundesminister der Verteidigung bestimmt die für die Aushändigung zuständige Stelle.

 

Artikel 4 – Ausnahmeregelung

Die Einsatzmedaillen können in Ausnahmefällen an Angehörige ausländischer Streitkräfte verliehen werden, wenn sie sich im Rahmen der in Artikel 1 genannten Einsätze oder besonderen Verwendungen besondere Verdienste um die Bundeswehr erworben haben. Einzelheiten regeln die Verfahrenshinweise des Bundesministeriums der Verteidigung. Die Verleihung ist nur im Einvernehmen mit der Bundesministerin oder dem Bundesminister des Auswärtigen zulässig.

Artikel 5 – Übergangsregelung aus Anlass der Stiftung der Einsatzmedaille Gefecht

Die Einsatzmedaille der Stufe „Gefecht“ kann nur für Sachverhalte verliehen werden, bei denen die in Artikel 3 Absatz 2 Nummer 1 genannten Voraussetzungen nach dem 28. April 2009 erfüllt worden sind.

Artikel 6

Den Erlass über die Stiftung der Einsatzmedaille der Bundeswehr vom 25. April 1996 (BAnz. S. 5265), der durch den Erlass vom 6. November 2002 (BAnz. 2003 S. 3025) geändert worden ist, hebe ich auf.

 

Berlin, den 9. November 2010

Der Bundesminister der Verteidigung
Dr. zu Guttenberg

 


Verleihungspraxis I

Verleihungspraxis

 

Die Voraussetzungen zur Verleihung einer Einsatzmedaille der Bundeswehr bestehen in den Dienstzeiten im Rahmen von Einsätzen oder besonderer Verwendungen. Die Einsatzmedaille in Bronze wird nach 30 Tage verliehen bzw. der Soldat erfüllt die Voraussetzung dafür. Bei der Einsatzmedaille in Silber sind 360 Tage Voraussetzung und für die goldene Stufe 690 Tage. Der Dienst im Einsatz- oder Operationsgebiet muss nicht zusammenhängend geleistet worden sein, sondern es zählt die Gesamtheit der Aufenthalte im militärischen Einsatz dort. Sollte eine Dienstzeit nicht erfüllt worden sein, aber durch den Vorgesetzten eine Würdigung in Betracht gezogen wird, entscheidet das Bundespräsidialamtes über eine Verleihung. Im Fall einer Verwundung oder des Todes während des Einsatzes kann die Medaille auch postum und ohne die zeitliche Mindestvoraussetzung verliehen werden.

 


ACEH - Humanitäre HilfeleistungSüdost-Asien (Region Aceh)
3. Januar bis 18. März 2005

ACTIVE ENDEAVOUR - Beobachtungs- und Seeraum-überwachung im Rahmen derTerrorismusbekämpfung
26. Oktober 2001 bis heute

AFOR - Albanian Force
13. April bis 8. August 1999

ALLIED FORCE - Luftoperation gegen die Bundesrepublik Jugoslawien 1999
24. März bis 10. Juni 1999

ALLIED HARMONY - Fortführung der Operation FOX in Mazedonien
15. Dezember 2002 bis 31. März 2003

ALLIED HARVEST - Munitionsbergung in Notabwurfgebieten in der Adria
12. Juni bis 24. August 1999

ATALANTA - EU-Operation zur Bekämpfung der Piraterie in Somalia
19. Dezember 2008 bis heute

 

Die Einsatzmedaille der Bundeswehr kann auch wieder entzogen werden und zwar für vorbestrafte Personen bei denen dieselben Bestimmungen greifen, die auch zum Entzug des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland führen können. Jedwede Art von Zuwiderhandlungen das Recht, im militärischen wie im rechtstaatlichen Sinne, ebenso wie das ungebührliche Verhalten, so auch bei Pflichtverletzungen während der Einsätze. Sollte der Soldat sich trotz abgeleisteter Dienstzeit, diesen Belangen schuldig gemacht haben, wird er von der Verleihung ausgeschlossen bzw. wird der Tatbestand nach der Verleihung aufgedeckt, wir Sie ihm entzogen. Die weiteren Maßnahmen gegen den Soldaten im Bezug dieser Verstöße erfolgen zusätzlich.

 

 
(Stufen der Einsatzmedaille der Bundeswehr - Von Links:)
BRONZE / SILBER / GOLD

 

Die erste Verleihung einer Einsatzmedaille wurde von Verteidigungsminister Volker Rühe vorgenommen, der während eines Festaktes 26 Soldatinnen, Soldaten, Reservisten und zivile Mitarbeiter für ihren Auslandseinsatz ehrte. Es wurde die Einsatzmedaille für den Balkan-Einsatz in Bosnien und Herzegowina (IFOR) gewürdigt, bei dem zum ersten Mal vor allem der militärische Einsatz und nicht der humanitäre der Bundeswehr im Vordergrund stand. Die Bundeswehr war das erste Mal nach 1945 wieder in einen Krieg involviert. Sie waren die ersten Träger eines Ehrenzeichens Symbol für den Wandel der Streitkräfte von einer Armee zur Landesverteidigung zu einer Armee im Einsatz äußerlich sichtbar macht. In einer Zeit, in der Deutschland umgeben von Freunden und Verbündeten ist, ein Krieg für ausgeschlossen gilt, tuen sich nun neue Kriegsschauplätze für die Bundeswehr auf, auf denen Sie durch internationales Mandat ihren Dienst tut.

 


EAGLE ASSIST - Einsatz von AWACS-Flugzeugen gem. Artikel 5 des NATO-Vertrags in Nordamerika
12. Oktober 2001 bis 16. Mai 2002

ENDURING FREEDOM - Kampf gegen den internationalen Terrorismus
16. November 2001 bis 28. Juni 2010

EUFOR RD CONGO - Absicherung des Wahlprozesses in der Demokratischen Republik Kongo
12. Juni bis 23. Dezember 2006

EUFOR - Multinationale Sicherungstruppe in Bosnien und Herzegowina
2. Dezember 2004 bis heute

EUTM SOMALIA - Ausbildungsmission der EU für somalisches Militär in Uganda
15. Februar 2010 bis heute

FOX - NATO-Einsatz zum Schutz der internationalen Beobachter von OSZE und EU in Mazedonien
27. September 2001 bis 15. Dezember 2002

IFOR - Implementation Force in Bosnien und Herzegowina
20. Dezember 1995 bis 20. Dezember 1996

 

Das in den Nationalfarben „Schwarz-Rot-Gold“ gehaltene Band, mit der Medaille, welche eine Prägung des Bundesadlers in allen Fällen hat, gibt es mittlerweile 36 verschiedenen Spangen, die mit der Medaille verleihen wurden. Diese Stehen für die 36 Auslandseinsätze bzw. Auslandsmissionen der Bundeswehr in letzten 20 Jahren. Vom Einsatz im Kosovo (KFOR) über den Anti-Piraten- Einsatz der Deutschen Marine am Horn von Afrika (ATALANTA), die Katastrophenhilfe der Streitkräfte nach dem Tsunami in Indonesien (ACEH) und nach dem schweren Erdbeben in Pakistan 2005 (SWIFT RELIEF), über besondere Verwendungen einzelner Soldaten für die Vereinten Nationen, zum Beispiel im Sudan (UNAMID), bis hin zum Einsatz in Afghanistan für die International Security Assistance Force (ISAF). Weitere Medaillen müssen vom Verteidigungsminister gebilligt werden, so die 36. Spange für die European Military Training Mission (EUTM) in Somalia, wobei natürlich der Charakter, Ausprägung und Dauer des Auslandseinsatzes bzw. die Dauer des Auftrages eine wichtige Rolle spielt. Gerade die Dauer hat die Verantwortlichen dazu bewogen, die verschiedenen Stufen (ab 2004) zu den Medaillen einzuführen. In diesem Zusammenhang, auch in Anbetracht der starken internationalen Verknüpfung und Zusammenarbeit bei Auslandseinsätzen, besteht eine Auszeichnungsmöglichkeit für Angehörige ausländischer Streitkräfte. Dies ist ähnlich wie bei den Ehrenkreuzen der Bundeswehr an ausländische Militärs geregelt. Es zählen vor allem die Dienste für die Bundeswehr und die direkte Unterstützung bei Missionen, Aufträgen oder Leistungen, welche der Bundeswehr maßgeblich und im besonderen Maße zu Gute gekommen sind. Zuvor bereits eine gängige Praxis der NATO-Partnerstaaten, nun auch durch die Bundesrepublik eingeführt. Infolge der speziellen Rolle der Bundeswehr in Afghanistan und der erhöhten Präsens in Gefechten mit unmittelbarer Gefahr für Bundewehrsoldaten, wurde zusätzlich eine Gefechtsmedaille für den Auslandseinsatz ins Leben gerufen.

 


INTERFET - International Force in East Timor
17. November 1999 bis 23. Februar 2000

ISAF - International Security Assistance Force in Afghanistan
22. Dezember 2001 bis heute

KFOR - Kosovo Force
12. Juni 1999 bis heute

KVM - Kosovo Verifications Missions
4. Dezember 1998 bis 8. Juni 1999

OSZE - Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa OSZE-Beobachtermission in Georgien
28. August 2008 bis 30. Juni 2009

RAPID REACTION FORCE - Unterstützung des „Schnellen Einsatzverbandes“ im Rahmen von UNPROFOR in Bosnien und Herzegowina
8. August 1995 bis 20. Dezember 1995

SFOR - Stabilization Force in Bosnien und Herzegowina
20. Dezember 1996 bis 2. Dezember 2004

 

Galt das Recht für die Verleihung einer Einsatzmedaille zuvor für jeden Soldaten im Einsatz, ist man dazu übergegangen, vor allem durch Forderungen aus der Truppe, solche Soldaten hervorzuheben, die im direkten Kontakt die feindlichen Kräften standen. Diese besondere Auszeichnung im Kampf soll und kann nicht dem normalen Einsatz von Soldaten der Versorgung gleichgestellt sein, sondern aufgrund der Gefahr für Leib und Leben im besonderen Maße durch eine solche Auszeichnung gewürdigt werden.

 

„Eine Auszeichnung hat immer auch die Funktion, Leitbilder zu setzen, an denen sich andere orientieren können und nach Auffas-sung des Auszeichnenden auch orientieren sollen.“
Laitenberger/Bickenbach/Bassier: Deutsche Orden und Ehrenzeichen, Kommentar zum Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen und eine Darstellung deutscher Orden und Ehrenzeichen von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart

Statistik

 

 

 
Zahl der verliehenen Einsatzmedaillen
 
Bronze
Silber
Gold
Gefecht
2001
17.242
 
 
 
2002
21.377
 
 
 
2003
16.229
 
 
 
2004
16.814
1.648
62
 
2005
15.387
639
21
 
2006
18.308
633
33
 
2007
17.119
744
58
 
2008
13.725
950
64
 
2009
16.036
1.144
102
 
2010
13.033
1.444
156
22
 
Gesamt
165.270
7.193
496
22

 

 

 


Verleihung II


Steht die Einsatzmedaille allen Soldatinnen und Soldaten, sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bei bzw. nach der Bewältigung von Einsätzen zu, haben sich dennoch die Einsatzparameter geändert. Ausschlaggebend war hier Afghanistan und die Umstände des ISAF-Einsatzes. Der ehemalige Verteidigungsminister Karl- Theodor Freiherr zu Guttenberg erkannte die Lage und stiftete am 9. November 2010 die Einsatzmedaille der Bundeswehr Gefecht. Sie wurde erstmals rückwirkend und posthum einem am 29. April 2009 bei Kunduz gefallenen deutschen Soldaten, dem Hauptgefreiten Sergej Motz, verliehen und dessen Angehörigen überreicht.
 


SHARP GUARD - Seeraumüberwachung in der Adria
30. Juni 1995 bis 19. Juni 1996

SWIFT RELIEF - Humanitäre Hilfeleistung für die Opfer der Erdbebenkatastrophe in Pakistan
10. Oktober 2005 bis 15. April 2006

UNAMA - United Nations Assistance Mission in Afghanistan
10. Mai 2004 bis heute

UNAMID - African Union/United Nations Hybrid Operation in Darfur, Sudan
15. November 2007 bis heute

UNHCR - United Nations High Commission for Refugees - Luftbrücke Sarajevo
30. Juni 1995 bis 9. Januar 1996

UNIFIL - United Nations Interim Force in Lebanon
20. September 2006 bis heute

UNMAC - United Nations Mine Action Centre im Rahmen der United Nations Observer Mission in Bosnien und Herzegowina
Oktober 1997 bis 30. Juni 1999

 

Die Medaille hat einen Durchmesser von 35 mm und ist in allen Einsatzausführung gleich groß bzw. mit gleicher Prägung. Die Vorderseite den aufgeprägten Bundesadler in einem stilisierten Lorbeerkranz, die Rückseite trägt weder Verleihungsnummer oder andere Merkmale. Getragen wird die Medaille an einem 30 mm breiten Band getragen, das aus einem roten Grundband mit schwarz-rot-goldenen Randstreifen besteht. Einziges Unterscheidungsmerkmal der verschiedenen Einsatzmedaillen ist, neben den verschiedenen Stufenausführungen in bronzener, silberner oder vergoldeter Ausführung, die Spange am Verleihungsband. Diese zeigt den für die Medaille absolvierten Einsatz im Ausland an.

 

 


Im November 2010 wurde die Einsatzmedaille Gefecht als Sonderstufe der Einsatzmedaille der Bundeswehr gestiftet. Für die im November 2010 gestiftete Gefechtsmedaille der Einsatzmedaille, die parallel zur Einsatzmedaille und anderen internationalen Auszeichnung zu demselben Einsatz verliehen werden, gilt eine gering modifizierte Ausführung. Als Grundform der Gefechtsmedaille steht die Einsatzmedaille in Gold. Auf der Medaille, an einem schwarz-roten Rand, ist alles beim alten geblieben. Der Bundesadler auf der Vorderseite ist aber schwarz emailliert und die goldfarbene Spange trägt in schwarzer Schrift die Bezeichnung „Gefecht“.
Die Verleihungsurkunden der Einsatzmedaillen bezeichnen das Einsatzgebiet und die Zeit, die dort abgeleistet wurde. Die Gefechtsmedaille der Einsatzmedaille trägt neben dem Einsatzgebiet auch die besonderen Umstände des Gefechtes bzw. Situation, für die die Gefechtsmedaille verliehen wurde. Damit fungiert die Einsatzmedaille als eine Art Verwundetenabzeichen der Bundeswehr (siehe Purple Heart) und als Tapferkeitsmedaille das ebenfalls erst seit den aufkommenden Auslandeinsätzen gestiftete Ehrenkreuz für Tapferkeit (Silver Star, Bronze Star).

 


UNMEE - United Nations Mission in Ethiopia and Eritrea
2. Februar 2004 bis 31. Juli 2008

UNMIK - United Nations Interim Administration Mission in Kosovo
6. Dezember 1999 bis 21.Dezember 2001

UNMIS - United Nations Mission in Sudan
22. April 2005 bis heute

UNOMIG - United Nations Observer Mission in Georgia
30. Juni 1995 bis 15. Juni 2009

UNPF - United Nations Peace Force im ehemaligen Jugoslawien
August 1995 bis 20. Dezember 1995

UNSCOM - United Nations Special Comission im Irak
Juni 1991 bis September 1996

WEU - West European Union in der Adria
10. Mai 1999 bis 10. April 2001

 


Ein besonderer Fall für die Verleihung der Einsatzmedaille ohne zeitliche Mindestvoraussetzung ist die Verwundung im Auslandseinsatz. Dabei ist zu unterscheiden, ob die Verwundung als Schießunfall bzw. im Regeldienst geschah oder während eines Gefechtes. Im Regeldienst wird unter Umständen die Einsatzmedaille in Bronze verliehen, im Gefecht die Gefechtsmedaille. Zum Beispiel erfolgte die Verleihung an zwei bei einem Schießunfall 1997 im Lager Rajlovac tödlich verunglückte Soldaten und zwei in Kabul beim Entschärfen einer Rakete 2002 tödlich verletzte Feuerwerker (jeweils die Einsatzmedaille in Bronze). Damit wird der generelle Einsatz im besonderen Maße gewürdigt, wie die zeitliche Ableistung eines Dienstes im Ausland mit der Medaille als Dank und der Anerkennung vergeben wird. Die Einsatzmedaille ist eine vom Bundespräsidenten genehmigte nationale Auszeichnung, die unter das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen vom 26. Juli 1957 fällt. Die Verleihung wird an verschiedenen Anlässen durchgeführt, Feldanzug, Dienstanzug und Gesellschaftsanzug können dazu getragen werden. Sie wird in voller Ausführung am Band verliehen, wobei die Auszeichnung in dieser Form später nur am Dienstanzug an der Bandschnalle bzw. in der höchsten verliehenen Stufe getragen wird. Bei der Einsatzmedaille als Gefechtsmedaille erfolgt die Verleihung entweder alleine oder im parallel zu Einsatzmedaillen des Bundes oder anderen Staaten für denselben Einsatzes. In Miniaturgröße kann die Auszeichnung auch am Gesellschaftsanzug getragen werden. Der Bundesminister der Verteidigung bestimmt die Umstände und Vorrausetzungen für die entsprechende Einsatzmedaille.