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Einleitung

Einsatzmedaille
"Fluthilfe 2002"

 

 

Einleitung und Allgemeines



Die Einsatzmedaille „Fluthilfe 2002“ wurde am 20. September 2002, durch gemeinsamen Erlass des damaligen Bundesministers des Innern Otto Schily und des damaligen Bundesministers der Verteidigung Peter Struck, als staatliche Auszeichnung gestiftet. Sie ist somit keine rein militärische, den Soldaten vorbehaltene Auszeichnung, sondern kann als Dank und in Anerkennung für besonders aufopferungsvolle Hilfe bei der Abwehr von Gefahren und der Beseitigung von Schäden, anlässlich der Elbehochwasser im August 2002, an alle Helfer und Verdiente verliehen werden.
Damit wurden vor allem die haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, der Hilfsorganisationen, Angehörige des Bundesgrenzschutzes und der Bundeswehr sowie für Dritte geehrt, die nachweislich an der Flutbekämpfung teilgenommen haben. Die Einsatzmedaille wurde in den Vereinen bzw. auf kommunaler Ebene verliehen und steht damit in der Tradition mit anderen Einsatzmedaillen dieser Art.

Erlass

Auf Grund des § 3 Abs. 1 des Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 1132-1, veröffentlichten bereinigten Fassung ordne ich an:

Artikel 1
Ich genehmige den in der Anlage wiedergegebenen Gemeinsamen Erlass des Bundesministers des Innern und des Bundesministers der Verteidigung über die Stiftung der Einsatzmedaille „Fluthilfe 2002″.

Artikel 2
Dieser Erlass tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.
 

Berlin, den 22. September 2002

Der Bundespräsident Johannes Rau
Der Bundeskanzler Gerhard Schröder
Der Bundesminister des Innern Schily
Der Bundesminister der Verteidigung Peter Struck


 

Gemeinsamer Erlass des Bundesministers des Innern und des Bundesministers der Verteidigung über die Stiftung der Einsatzmedaille „Fluthilfe 2002″
Vom 20. September 2002

 

Artikel 1 Stiftung
Als Dank und in Anerkennung für besonders aufopferungsvolle Hilfe bei der Abwehr von Gefahren und der Beseitigung von Schäden anlässlich der Flutkatastrophe im August 2002 in der Bundesrepublik Deutschland stiften der Bundesminister des Innern und der Bundesminister der Verteidigung für haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes, Angehörige des Bun­desgrenzschutzes und der Bundeswehr sowie für Dritte aufgrund ihrer besonderen Verdienste in der Zusammenarbeit mit dem Technischen Hilfswerk, dem Bundesgrenzschutz und der Bundeswehr gemeinsam die

Einsatzmedaille „Fluthilfe 2002″.

Artikel 2 Gestaltung

 

(1) Das Ehrenzeichen hat die Form einer runden, silber­farbenen Medaille. Sie trägt auf der Vorderseite den Bundesadler, darüber eine stilisierte Flutwelle und ein halb versunkenes Haus. Die umlaufende Nagellinie wird im unteren Teil der Medaille durch das Wort „Fluthilfe” und die Zahl „2002″ unterbrochen. Die Rückseite trägt die Worte „Dank und Anerkennung”. Der blaue Mittelteil des Medaillenbandes ist beidseitig von den Bundesfarben schwarz-rot-gold eingefasst.

(2) Die Medaille als Bandsteg trägt die Farben des Medaillenbandes mit aufgesetzter verkleinerter Vorderseite der Medaille.

 

Artikel 3 Verleihung

 

(1) Das Ehrenzeichen verleiht
der Bundesminister des Innern an haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes und an Angehörige des Bundesgrenzschutzes sowie an Dritte, die mit dem Technischen Hilfswerk und dem Bundesgrenzschutz zusammengearbeitet haben,

- der Bundesminister der Verteidigung an Angehörige der Bundeswehr, an Angehörige ausländischer Streitkräfte sowie an Dritte, die mit der Bundeswehr und den ausländischen Streitkräften zusammengearbeitet haben.

(2) Das Ehrenzeichen wird für mindestens einen ganztägigen Einsatz vor Ort beginnend mit dem 8. August 2002 im Hochwasser- und Flutkatastrophengebiet an Donau und Elbe sowie ihren Nebenflüssen verliehen. In begründeten Ausnahmefällen sind Abweichungen zulässig.

(3) Als sichtbares Zeichen der allgemeinen Anerken­nung kann das Ehrenzeichen nach Maßgabe von Artikel 2 sowie als Rosette in den Farben des Medaillenbandes an der linken Brustseite getragen werden.

(4) Die Ausgezeichneten erhalten neben dem Ehrenzeichen eine Verleihungsurkunde mit der Unterschrift des Bundesministers des Innern oder des Bundesministers der Verteidigung und dem kleinen Dienstsiegel. Für die Verleihungsurkunde gilt das Muster der Anlage.

(5) Das Ehrenzeichen geht in das Eigentum der Ausgezeichneten über. Ihre Hinterbliebenen sind zur Rückgabe nicht verpflichtet.


 

Artikel 4 Vorschlagsberechtigung

 

(1) Für die Angehörigen des Bundesgrenzschutzes sind die Präsidenten oder Präsidentinnen der Bundesgrenzschutzpräsidien, für die haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes die Landesbeauftragten der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk über den Präsidenten oder die Präsidentin der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk vorschlagsberechtigt. Vorschläge für Dritte stimmen die Vorschlagsberechtigten untereinander ab.

(2) Für die Angehörigen der Bundeswehr sind für den Auszeichnungsvorschlag von Soldatinnen und Soldaten die nächsten Disziplinarvorgesetzten, von zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die vergleichbaren Vorgesetzten vorschlagsberechtigt. Anregungen auf Verleihung des Ehrenzeichens an Angehörige ausländischer Streitkräfte sowie an Dritte sind auf dem Dienstweg dem Bundesministerium der Verteidigung vorzulegen.

(3) Die Vorschlagsberechtigten prüfen selbst, ob die Verleihungsvoraussetzungen erfüllt sind. In Zweifelsfällen kann großzügig verfahren werden.


 

Artikel 5 Verfahren

 

(1) Die Verleihungsvorschläge sind dem Bundesministerium des Innern oder dem Bundesministerium der Verteidigung mit folgenden personenbezogenen Angaben

1. Amtsbezeichnung/Dienstgrad
2. Name, Vorname (gegebenenfalls akademischer Grad/ Titel mit Fachrichtung)
3. Geburtsdatum/Personenkennziffer
4. Dienststelle/Einheit
5. Wohnanschrift
in Listenform zuzuleiten. Alle Vorgänge zur Verleihung des Ehrenzeichens sind vertraulich.

(2) Die Verleihung wird nach Maßgabe der Listen gemäß Absatz 1 durch jeweiligen Erlass des Bundesministers des Innern und des Bundesministers der Verteidigung vollzogen.

(3) Die Namen der Ausgezeichneten werden den Vorschlagsberechtigten unter Beifügung der Ehrenzeichen und der Verleihungsurkunden mitgeteilt. Diese veranlassen die Aushändigung der Auszeichnung in würdiger Form.

 

Berlin, den 20. September 2002

Der Bundesminister des Innern Schily

Der Bundesminister der Verteidigung Peter Struck


Historisch

Historie

Das Elbhochwasser im Jahr 2002 gilt in Deutschland als ein Jahrhunderthochwasser und hat Wassermassen in bisher nicht gemessenen Mengen die Elbe entlang geschickt. Die Elbe und viele Nebenflüsse gingen über die Ufer und haben in Ostdeutschland und auch Tschechien massive Schäden verursacht. Der Kampf gegen die Wassermassen und eine Ausdehnungen des Hochwassers an Elbe und Donau im August 2002, brauchte eine große Anzahl von Hilfskräften, die oftmals mit bloßen Händen die Dämme und Flutschutzbarrieren sicherten. Dies löste den größten Katastropheneinsatz in der Geschichte der Bundesrepublik aus und neben der Bundeswehr, THW, ehrenamtlichen Feuerwehren und Vereinen, engagierten sich auch viele Menschen auf eigene Faust beim Kampf gegen die Flut. Über 128.000 amtliche und ehrenamtliche Einsatzkräfte und zahlreiche private Helferinnen und Helfer aus allen Regionen der Bundesrepublik kämpften mehrere Wochen lang gegen das Hochwasser und seine Folgen, retteten Menschen und bewahrten Häuser vor Schaden. Dieses Engagement und Hilfeleistungen löste eine Initiative des Verteidigungsministers Struck und Innenminister Schilys aus, die sich für Ehrung der Bundesregierung für die Hilfe einsetzten und die Stiftung einer Einsatzmedaille durchsetzten.

 


Verleihung

Verleihungen

 

Die Verleihungen wurden aufgrund folgender Statuten durchgeführt: Bundesminister des Innern kann an haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes und an Angehörige des Bundesgrenzschutzes sowie an Dritte, die mit dem THW und dem Bundesgrenzschutz die Medaille verleihen. Für die Bundeswehr und die Streitkräfte generell, übernimmt diese Aufgabe der Bundesminister der Verteidigung.
Für die Verleihungen müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: Es gilt ein mind. ganztägiger Einsatz vor Ort (ab 8. August 2002) im ausgewiesenen Hochwasser- und Flutkatastrophengebiet. Dabei können Vorschläge für Verleihungen von verschiedenen Stellen eingereicht werden: Präsidenten der Bundesgrenzschutzpräsidien, Landesbeauftragte der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Vorgesetzte der jeweiligen Streitkräfte bzw. eingesetzten Einheiten und anderweite leitende Personen im Flutgebiet. Dabei müssen/sollen die Verleihungsvoraussetzungen selbst geprüft werden, wobei in Zweifelsfällen großzügig verfahren werden kann. Die Verleihungsvorschläge gehen dann an das Bundesministerium des Innern oder dem Bundesministerium der Verteidigung. Die Verleihungen werden dann durch eine Medaille, Bandschnalle und Urkunde durchgeführt und von den Instituten vor Ort vorgenommen. Die Auszeichnung verbleibt nach dem Tod des Inhabers bei seinen Hinterbliebenen als Andenken.

 

Aussehen und Trageweise

Aussehen und Trageweise



Das Ehrenzeichen hat eine den modernen Einsatzmedaillen der Bundesrepublik deutschland angepasste Form. D.h. eine runde Form und mit den Emblemen der BRD versehen. Die Medaille ist silberfarben und trägt auf der Vorderseite den Bundesadler, darüber eine stilisierte Flutwelle und ein halb versunkenes Haus. Die umlaufende Nagellinie wird im unteren Teil der Medaille durch das Wort „Fluthilfe“ und die Zahl „2002“ unterbrochen. Die Rückseite trägt die Worte „Dank und Anerkennung“. Der blaue Mittelteil des Medaillenbandes ist beidseitig von den Bundesfarben schwarz-rot-gold eingefasst. Die Medaille als Bandschnalle trägt die Farben des Medaillenbandes mit aufgesetzter verkleinerter Vorderseite der Medaille.