1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 0.00 (0 Votes)


Das Thema

Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit


 



Ehrenzeichen der Bundeswehr kann als sichtbare Anerkennung für treue Dienste und in Würdigung beispielhafter soldatischer Pflichterfüllung an Soldaten der Bundeswehr verliehen werden in den Stufen Ehrenmedaille der Bundeswehr, Ehrenkreuz der Bundeswehr in Bronze, Ehrenkreuz der Bundeswehr in Silber und Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold und nun auch das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold für Tapferkeit.



Träger des Ehrenkreuzes

Jan Berges HptFw (6. Juli 2009)
- Alexander Dietzen HptFw (6. Juli 2009)
- Henry Lukacs HptFw (6. Juli 2009)
- Markus Geist OFw (6. Juli 2009)

- Daniel Seibert HptFw (22. Januar 2010)
- Steffen Knoska OFw (22. Januar 2010)

- Jan Hecht HptFw (4. Mai 2010)

Informationen

Allgemeine Informationen


Das Ehrenkreuz ist die fünfte Stufe der von der Bundeswehr verliehenen Auszeichnungen. Bislang gab es vier Ehrenzeichen, die 1980 vom damaligen Verteidigungsminister Hans Apel eingeführt, als Ehrenmedaille sowie als Ehrenkreuz in Gold, Silber und Bronze verliehen wird. Diese vier Stufen des Ehrenzeichens können sowohl durch das Erreichen bestimmter Mindestdienstzeiten (Bronze sind mindestens 30 Tage, in Silber 360 Tage und in Gold 690 Tage Dienst im Einsatzland) als auch durch "hervorragende Einzeltaten", etwa eine Lebensrettung, erworben werden. Bislang wurde das Ehrenzeichen für treue Dienste und beispielhafte soldatische Pflichterfüllung 214.500 Mal verliehen. Der Tapferkeitsorden als nunmehr fünfte Stufe des Ehrenzeichens entspricht in seiner Form und Gestaltung dem Ehrenkreuz, hat jedoch auf der Bandschnalle ein doppeltes Eichenlaub. Dieses ziert auch die dazu gehörende Ordensspange. Anders als bei anderen Ehrenkreuzen ist für die neue Tapferkeitsauszeichnung keine Mindestdienstzeit notwendig.


 

 


(*Form und Symbolik des neuen Ehrenkreuzes der Bundeswehr für Tapferkeit erinnern mit Absicht an das Eiserne Kreuz und sollen damit die Tradition dieses Ordens für die heutige Bundeswehr betonen.)

Enstehung

Enstehung


Deutsche Soldaten werden erstmals seit 1945 wieder mit einem Orden für Tapferkeit ausgezeichnet werden können. Bis 1945 war 130 Jahre lang das Eiserne Kreuz die Tapferkeitsmedaille des deutschen Militärs. Allein im Zweiten Weltkrieg wurde es etwa 2,3 Millionen Mal verliehen. Nach Kriegsende wurde die Auszeichnung abgeschafft. Eine Neuauflage des Eisernen Kreuzes wie es im Zweiten Weltkrieg von den Nationalsozialisten in mehreren Abstufungen mit und ohne Eichenlaub verliehen wurde, ist wegen der starken historischen Belastung kategorisch abgelehnt worden.

Die Einführung des Tapferkeitsordens dürfte befördert worden sein durch die Aktivitäten eines Fähnrichs der Luftwaffe: Der 24-jährige Bremer Timmy Schwarz hatte eine Petition zur Wiedereinführung des Eisernen Kreuzes als Verdienstorden für herausragende Leistungen von Bundeswehrsoldaten an den Bundestag geschickt. „Es gibt bisher keine Tapferkeitsauszeichnung. Soldaten im Einsatz, die ihr Leben hinhalten, kriegen nichts als einen feuchten Händedruck“, klagt Fähnrich Timmy Schwarz, zurzeit in der Ausbildung zum Bundeswehr-Transportflieger. „Es ist oft enttäuschend, wie wenig Rückhalt und Anerkennung – im einfachsten Fall wenigstens eine positive Wahrnehmung – man als Soldat in der Öffentlichkeit erfährt“, so der Fähnrich.
5070 Bürger schlossen sich seinem Antrag an. Der Petitionsausschuss überwies den Vorschlag im Dezember 2007 an das Verteidigungsministerium. Es gebe, so der Ausschuss, „Anlass, die Einführung einer Tapferkeitsauszeichnung zur angemessenen Würdigung ganz besonders herausragender Leistungen zu prüfen“.

Einführung

Einführung


Bundespräsident Horst Köhler führte somit im Oktober des Jahres 2008, auf Anregung von Verteidigungsminister Franz Josef Jung, eine neue Auszeichnung für "außergewöhnlich tapfere Taten" ein. Der Entschluss für einen neuen höchsten Orden wurde vor allem mit der gestiegenen Gefahr für Leib und Leben in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr begründet. Frau Merkel betonte dabei, dass die heutige Tapferkeit auf die „Wahrung und Verteidigung von Recht und Freiheit“ abziele. Auch der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes, Ulrich Kirsch, rechtfertigte die Verleihung von Tapferkeitsorden. Zitat: „Dass wir in kriegsähnlichen Zuständen leben, sehen wir gerade in Afghanistan. Und dem muss Rechnung getragen werden, auch nach draußen hin."
Der Bielefelder Historiker Hans-Ulrich Wehler sagte dazu der dpa, die Bundesrepublik sei nach der Wiedervereinigung als "Normalstaat" in das internationale Staatenbündnis zurückgekehrt. Die Konsequenz daraus seien Auslandseinsätze der Bundeswehr. Diese hätten zwangsläufig militärische Situationen zur Folge, "für die man tapfere Soldaten wird auszeichnen wollen".
Das Ehrenkreuz ist die fünfte Stufe der von der Bundeswehr verliehenen Auszeichnungen. Bislang gab es vier Ehrenzeichen, die 1980. 1980 wurde vom damaligen Verteidigungsminister Hans Apel vier Ehrenzeichen eingeführt, dass als Ehrenmedaille sowie als Ehrenkreuz in Gold, Silber und Bronze verliehen wird. Diese vier Stufen des Ehrenzeichens können sowohl durch das Erreichen bestimmter Mindestdienstzeiten als auch durch "hervorragende Einzeltaten", etwa eine Lebensrettung, erworben werden. Bislang wurde das Ehrenzeichen für treue Dienste und beispielhafte soldatische Pflichterfüllung 214 500 Mal verliehen.

Aktuell

Aktuelle Informationen zur Verleihung

Erste Verleihung des Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit am 6. Juli 2009


Sie versuchten in Afghanistan, verwundeten Kameraden zu helfen: Vier Bundeswehr-Soldaten sind für ihren Mut ausgezeichnet worden, eine Premiere in der Geschichte der Bundesrepublik.
Sie erfüllten damit die Anforderungen des Stiftungserlass, indem die Auszeichnung für „außergewöhnlich tapfere Taten“ verliehen wird und „...Taten von Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die weit über das erwartete Maß an Tapferkeit im Rahmen der Pflichterfüllung hinausgehen,...“ würdigen soll.
Bei der feierlichen Verleihung im Bundeskanzleramt war neben der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung auch der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, zugegen.

 

 

 

(Hauptfeldwebel Jan Berges, Hauptfeldwebel Alexander Dietzen und Hauptfeldwebel Henry Lukács sowie Oberfeldwebel Markus Geist haben während ihres Afghanistaneinsatzes weit über das normale Maß von Tapferkeit hinaus auch unter Einsatz von Leib und Leben gehandelt.)

Erstmals zeichnete die Bundesrepublik vier Soldaten für ihren Mut bei einem Auslandseinsatz aus. Die vier Hauptfeldwebel hatten bei der Bergung von Kameraden in Afghanistan unter Lebensgefahr agiert und erhielten dafür das erst im November 2008 geschaffene Ehrenkreuz für Tapferkeit. Die Kanzlerin verlegte die Verleihung extra in ihren Amtssitz und überreichte die Orden gemeinsam mit Jung.



Die Verleihung in bewegten Bildern:

 


Die vier Soldaten waren am Mittag des 20. Oktober 2008 die ersten Deutschen, die nach einem Selbstmordanschlag auf einen leicht gepanzerten Laster vom Typ "Mungo" bei Kunduz ankamen, nachdem sich ein Selbstmordattentäter auf einem Fahrrad neben der Beifahrertür in die Luft gesprengt hatte. Während auf der Ladefläche zuvor gefundene Munition explodierte, versuchten sie, die Insassen des Fahrzeugs zu bergen und mehreren verletzten afghanischen Kindern zu helfen. Die vier Soldaten handelten geistesgegenwärtig und reaktionsschnell. Ihr Verhalten war damit ein Beweis außergewöhnlicher Kameradschaft und Tapferkeit.



 



"Wir reden darüber in Deutschland immer noch zu wenig", betonte die Kanzlerin. Das Land müsse stolz sein auf die Leistung der Bundeswehr.

Kritik

Kritik und Anerkennung

Schon im Vorfeld der Einführung dieser neuen militärischen Ehrung für die Bundeswehr Soldaten gab es reichlich Kritik. Diese kam vor allem von politischer Seite und der Diskurs wurde vornehmlich auf Parlamentsebene ausgetragen.



 

 



Die Umfragen bei der Bevölkerung lassen die Diskussion dann schnell als künstlich aufgeplustert erscheinen.

Die Umfragen bei der Bevölkerung haben ergeben: Sollen deutsche Soldaten wieder mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet werden? (5. März 2008)



    48% Ja, weil Helden geehrt werden müssen.
    32% Ja, denn alle anderen Armeen haben vergleichbare Orden.
    6% Nein, Heldentum braucht grundsätzlich keine Orden
    11% Nein, weil das Eiserne Kreuz historisch belastet ist
    3% Ist mir egal

So hatte in der breiten Bevölkerung bisher noch keine „wirkliche“ Diskussion stattgefunden. Eine Kritik der besonderen Art hat über Internetportal ebay stattgefunden:



Focus - Ehrenkreuz Auktion

Zeit - Ehrenkreuz Auktion



Nach der Verleihung der Ehrenkreuze an 4 Soldaten wurde bei ebay eine Auktion gestartet. Dadurch schien die Bedeutung der Medaille für die Soldaten schnell relativiert worden zu sein. Das Online-Auktionshaus ebay hatte dort seit wenigen Stunden eine der vier höchsten Auszeichnungen der Bundeswehr im Angebot. Der Anbieter (unter dem Pseudonym "jackjackjackjack99") erklärt: „Die Medaille hatte ich gestern von Bundespräsidentin A. Merkel persönlich verliehen bekommen“. Warum er sie nun gleich versteigert, verriet der Anbieter indes nicht. Vielleicht war ja auch der materielle Wert verlockend: Nach gut drei Stunden lag das höchste Gebot bereits bei 131 Euro.

Die Bundeswehr überprüfte gleich danach, ob es sich bei dem Anbieter tatsächlich um einen der am Montag geehrten handelte, so berichtete die "Süddeutsche Zeitung".

Zukunft

Zukunft

Die Verleihung durch die Bundeskanzlerin Merkel am 6. Juni 2009 war wohl eine einmalige Sache. Die zukünftigen Verleihungen werden nun an den Standorten der betreffenden Kompanien durchgeführt. Verliehen werden sie fortan durch den Verteidigungsminister.

Ein Rhythmus für zukünftige Verleihungen ist noch nicht ersichtliche. Der Grund sind noch nicht vorhandene Anwärter auf das Ehrenkreuz für Tapferkeit. Soweit ich erfahren habe, werden vorangegangene Taten, die fürs Kreuz in Frage kämen, egal ob schon anderweitig geehrt oder nicht, nicht nachträglich mit den Ehrenkreuz für Tapferkeit geehrt.
In der Schlussbetrachtung kann gesagt werden, dass Deutschland nun wieder einen Orden hat, mit dem es die Soldaten für ihren Mut und Tapferkeit im Besonderen Maße auszeichne kann. Damit hat die Regierung der neuen „Situation“ der Bundeswehr Rechnung getragen und sich auf eine Zukunft mit weiteren „Einsätzen“ eingestellt.



Man kann nur hoffen, dass Deutschland mehr Orden zur Verleihung in Flugzeugen rüberschicken kann, als Gefallene aus den Flugzeugen ausladen muss.


Und auch das neue Ehrenmal für die gefallenen Bundeswehr Soldaten lässt auf den Anbruch einer neuen Zeit für die Bundeswehr und ihre Ehrenzeichen schließen



 


"Die Zeit ist reif" - Für neue Ehrungen und die Hoffnung, diese nicht allzu oft im Fernsehen erleben zu müssen