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Das Themat

Leopold Orden



Kaiserreich Österreich

 

 

 

Stiftung: 8. Januar 1808
Stifter: Kaiser Franz I.
Statut: Militärischer und ziviler Verdienstorden

 


(Stern zum Großkreuz mit Schwertern)

 

„Integritati et Merito“
Ordensdevise
(„Für Rechtschaffenheit und Verdienst“)

Einleitung

 

Wie bei so vielen Adelshochzeiten, besonders des herrschenden Hochadels, wird aufgrund des Anlasses ein Orden gestiftet. Diese Vorgehensweise war eigentlich nur bei Krönungen oder Gründungen angebracht, doch wurden vor allem Allianz-Hochzeiten bzw. politisch bedeutsamen Hochzeiten solch ein Orden gestiftet. In diesem Falle heiratete der Kaiser von Österreich anlässlich der Verlobung mit Maria Ludovika Beatrix von Modena bzw. der bevorstehenden Hochzeit, den österreichisch-kaiserlichen Leopold Orden. Man hatte erwogen, den Orden Rudolfsorden (nach Rudolf von Habsburg) oder Franzensorden (nach dem Stifter) zu benennen, doch fiel die Entscheidung auf seinen Vater Kaiser Leopold II., zu seinen Ehren und Zeichen der Fortführung seiner Ziele.


 


 
Ordensklassen (ÖLO = Leopold-Orden)
 
Großkreuze (GK)
Komture/Kommandeure (K)
Ritter (R)
 
Erweiterungen innerhalb der Klassen
 
KD (für Kriegsdekoration)
Schw. (für Schwerter)
B (Brillianten)

 


(Ordensband des Ritterkreuzes)


Geschichte

Die Geschichte des Ordens steht für die Historie des österreichischen Kaiserreiches. So entwickelte sich der Orden weiter und mit den Kriegen Österreichs, kam im Jahre 1860 eine Kriegsdekoration dazu. Zwar konnte der Orden schon davor für militärische Verdienste verliehen werden, aber mit der Kriegsdekoration wurden unmittelbar vor dem Feinde erworbene Verdienste besonders gewürdigt. Diese Dekoration bestand aus zwei gekreuzte aufwärts gebogene Lorbeerzweige unter der Kaiserkrone. Doch hier begann nur eine stetige Entwicklung des Ordens, der von den österreichischen Kaisern immer öfters verliehen wurde. Wobei die goldenen und silbernen Schwerter zwischen den Armen des Ordenskreuzes und auf dem Stern für mehrfach Verleihungen im Kriege standen. Dabei stehen Schwerter für den aktuellen Grades mit Kriegsdekoration und Schwertern, sowie die silbernen auf eine Kriegsdekoration mit niedrigeren Grade hinweisen. So ist dieser Orden, neben seiner zivilen Bedeutung zu einem wichtigen Kriegsorden bzw. Tapferkeitsauszeichnung geworden.
 

 
(Links: Vorderseite / Rechts: Rückseite)

 

Diese Stufen und Entwicklungen enden natürlich nicht beim Großkreuz, denn auch diese Träger können neue Grade dieser höchsten Klasse erreichen. Eine besondere Erweiterungen waren die Brillanten zum Großkreuz, welche nur 55 Personen verliehen bekommen haben diese Auszeichnung. Die ersten Klasse des Großkreuzes wurde überwiegend an Ausländer verliehen. Das Großkreuz ist die einzige Dekoration, es gibt 58 Träger, die auch nach dem Tod von der Familie behalten werden durfte. Die anderen Dekorationen musste dem Orden bzw. der klösterlichen Niederlassung des Ordens zurückgegeben werden. Auf Ansuchen der Kommandeure beim Kaiser bzw. meist im Zuge der Verleihung, werden Träger dieser Ordensklasse in den Freiherrenstand erhoben. Die Träger der Großkreuze sogar in den erblichen Ritterstand aufgenommen, was 1884 dann aber nicht mehr fortgeführt wurde. Die Ritter wurden bis dato zum geheimen Rat erhoben.
Das Ordensfest, mit dem Kaiser als Großmeister des Ordens, fand immer am ersten Sonntag nach dem Dreikönigstag statt. Der Orden, seine Verleihungen und auch Bedeutungen endeten mit der Niederlage im Ersten Weltkrieg. Alle Verleihungen wurden nach 1918 eingestellt. Heute leben keine damaligen Ordensträger mehr und einer der höchsten Orden Österreichs, hochrangiger als der Orden der Eisernen Krone, wurde zu einem Teil der Vergangenheit eines untergegangenen Kaisereichs Österreichs.

 


(Stern zum Großkreuz mit Kriegsdekoration)

 

„Opes regum corda subditorum“
Wahlspruch Leopold II.
(„Die Taten der Könige gewinnen die Herzen der Untertanen“)

 

 
Ordensklasse und Struktur
 
Großkreuz
Großkreuz mit Krieg Dekoration
Großkreuz mit Krieg Dekoration unteren Klasse
Großkreuz mit Krieg Dekoration und Goldenen Schwertern
Großkreuz mit Krieg Dekoration und Silbernen Schwertern
 
I. Klasse
I. Klasse mit Krieg Dekoration
I. Klasse mit Krieg Dekoration unteren Klasse
I. War Klasse mit Dekoration und Golden Swords
I. War Klasse mit Dekoration und Silver Swords
 
Kommandeurskreuz
Kommandeur mit Kriegsauszeichnungen
Kommandeur der unteren Klasse Kriegsauszeichnungen
Kommandeur mit Krieg Dekoration und Schwerter in Gold
Kommandeur mit Krieg Dekoration und Schwerter in Silber
 
Ritter
Ritter mit Kriegsauszeichnungen
Ritter mit Krieg Dekoration und Schwerter


Aussehen/Trageweise

Das Orden setzt sich aus einem achteckigen Tatzenkreuz (rot emailliert und weiß), im Avers die verschlungenen Buchstaben F.I.A. (Franciscus Imperator Austriae), im Revers der Wahlspruch Leopold II. und die Kreuze hatten anfangs drei Eichenlaubblätter in den Kreuzwinkeln, welche später aber entfernt wurden. Der gesamte Orden wird von der österreichische Kaiserkrone (sog. Hauskrone des Kaisers Rudolf II.) überkrönt.
Der Ordensstern der Großkreuze sticht dabei noch einmal besonders heraus, denn neben seinem silbernen Äußeren, ist er ganz europäischer Tradition achtstrahlig, wobei das Ordenskreuz in der Mitte thront.
 

 

 

Der Orden selbst wird in den traditionellen österreichischen Farben Rot und Weiß, am hellroten Band mit einem weißen Randstreifen getragen. Die Ordenskette, für besondere Anlässe, bestand aus abwechselnd goldenen Eichenlaubkränzen und verschlungenen Initialen „F“ und „L“. Die Ordensuniform, bei Ordensfesten getragen, bestand aus einer Jacke und Hose, knielang aus rotem Samt, seidene roten Strümpfen, einer Baskenmütze aus rotem Samt, mit ebenso ausgestatteten Schuhen und dazu eine Schwert in der Scheide. Der Unterschied zwischen den verschiedenen Klassen wird durch die Länge der Kleider aus weißem Samt ausgedrückt, wobei das Großkreuz noch einmal ganz besonders hervortrat. Die Träger dieses höchsten Ordens kleideten sich mit einem langen Mantel, daneben die Kommandeure einen Frack und die Ritter nur einen Mantel über die linke Schulter tragen durften. In der Mitte des 19. Jahrhundert wurden diese feierlichen Uniformen aufgegeben.

 

(Der Leopold Orden, als einer der höchsten österreichischen Orden ganz unten in der Mitte an der Collane des Großkreutzes)

 


 
Ordensstruktur
Großmeister
Monarch/österr. Kaiser.
Prälat
Feierliche Messe und Religiöser Vorstand.
Bundeskanzler
Zeremonien und Vertretung des Ordens nach außen.
Grefiér
Protokoll, Chronik und Archiv.
Schatzmeister
Finanzen und Dekorationen.
Herold
Leitung der Zeremonie.
Clerk
Helfer des Ordensvorstandes.


Zum Schluss

Berühmte Träger

Baltin, Carl, Freiherr - Feldmarschall Leutnant
BECK v. Schwärburg, Carl, Ritter . Generals-Kriegskommissar
IMHOF v. Geisslinghof, Anton, Ritter - Hofrat und Kanzleildirektor des Obersten Hofmeisteramtes
KISSLINGER, Joesph, Ritter - Feldmarschall Leutnant
TEUCHERT, Friedrich - Feldmarschall
ALBORI, Eduard, Freiherr - Oberst

 


(Großkreuz I. Klasse)



Mit dem Krieg genoss der Orden seine Blütezeit, wurde relativ häufig zur Belohnungen hoher Offiziere vergeben. Doch beendete der Krieg auch die Ordenshistorie, denn der letzte Träger bzw. letzte Verleihung an Ernst Graf von Silva-Tarok war zugleich die letzte. Kaiser Karl I., der letzte österreichischen Kaiser, verlieh diesen Orden am 11. November 1918 , nur wenige Stunden vor der Unterzeichnung der Abdankung bzw. der Papiere, die für das "Verschwinden" von Österreich - Ungarn und seiner Traditionen verantwortlich waren.