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Das Thema

Japanische Medaillen

Russisch-Japanischer Krieg-Ehrenmedaille
(Nichi-Ro Sensō jugun kisho)

 

 



Die japanischen Ehrenmedaillen sind grob mit den Ärmelbändern und -Schilden der Wehrmacht zu vergleichen.

Beschreibung

Die Medaille:

Durch kaiserliches Edikt Nr. 51 vom 31. März 1906 wurde für die Teilnehmer am Russisch-Japanischen Krieg 1904/05 eine eigene Ehrenmedaille geschaffen.

Die Medaille bestand aus einer 30 mm durchmessenden vergoldeten bronzenen Scheibe und einer oben angelöteten Spange für das Medaillenband. Vorn waren unten die vom Orden der Aufgehenden Sonne bekannten drei stilisierten Blauglockenbau-Blätter mit drei Blütenständen zu drei Blüten außen und fünf Blüten innen. Darüber ist jeweils eine Marine- und Armee-Kriegsflagge mit gekreuzter Flaggenstange angeordnet. Das Ganze wird durch die stilisierte Chrysanthemenblüte gekrönt.
Auf der Rückseite ist in der Mitte ein stilisiertes Samurai-Turmschild mit Kanji für meiji sanjunanahachi-nen seneki (Meiji 37 – 38 Jahr Krieg) eingeprägt. Dieses wird rechts von einem Lorbeer-Zweig, links von einem Palmenzweig flankiert.
Auf der Befestigungsspange sind Kanji für jugun kisho (Ehrenmedaille) eingeprägt.

Das Medallienband ist aus Seide, 37 mm breit. Es ist türkis-blau-türkis gestreift mit 2 mm breiten weißen Rändern. Die türkisen Streifen stehen dabei für die Landgefechte, der blaue für die Seesiege.


Historie

Hintergrund:

Bereits nach dem Chinesisch-Japanischen Krieg 1894/95 machte das zaristische Russland seinen Einfluss gegen japanische Interessen geltend, indem es nach Nordost-China griff und Japan mit Hilfe von Frankreich und Großbritannien wieder aus Korea heraus drängte. Im Rahmen des Boxer-Kriegs griff Russland dann nach den eisfreien Häfen der Mandschurei. Japan versuchte, sich in Verhandlungen mit Russland im Gegenzug Korea zu sichern. 1902 griff schließlich Großbritannien ein, das dem russischen Machtzuwachs in Ostasien kritisch gegenüberstand. Mit einem britisch-japanischen Bündnisvertrag sollte Russland zumindest gehindert werden, die Häfen Wladiwostok und Port Arthur zu sehr militärisch zu nutzen, indem Großbritannien Japan Hilfe im Falle eines Krieges zusagte. Dies führte zugleich zu einer Isolierung Russlands in Europa.

Bis 1904 wurde in mehreren Verhandlungsrunden zwischen Japan und Russland versucht, eine Lösung des Interessenkonflikts zu erreichen. Da Russland sich aber in der Region militärisch überlegen fühlte, wurden die japanischen Anstrengungen nicht wirklich ernst genommen. Daraufhin erklärte das militärisch erstarkte Japan Russland am 08. Februar 1904 den Krieg mit stillschweigender Zustimmung Großbritanniens.
 

 



Der japanische Angriff begann noch am 08. Februar mit einem Überraschungsangriff der japanischen Flotte auf das schwer befestigte Port Arthur, der die russische Pazifikflotte ihrer stärksten Einheiten, die Schlachtschiffe Tsesarevich und Retvizan sowie der Panzerkreuzer Pallada, (alle schwer beschädigt durch Torpedos) beraubte. In der Folge verminten russische Schiffe den Hafenzugang derart, dass die japanische Flotte keinen Zugang mehr hatte, aber auch die verbleibenden russischen Schiffe keinen Ausfall mehr machen konnten. Durch die Minen verloren die japanischen Verbände bis Kriegsende mehrere Großkampfschiffe, darunter die Schlachtschiffe Yashima und Hatsuse sowie mehrere Kreuzer. Weitere Schiffe wurden beschädigt. Durch die massiv ausgebauten, nahen Reparaturkapazitäten konnten die beschädigten japanischen Schiffe aber schnell repariert werden, während die russischen Kapazitäten sehr begrenzt waren und durch die weiteren Gefechte mehr und mehr vernichtet wurden.

Am 13. April 1904 landeten japanische Armeeverbände bei Incheon in Korea und eroberten bis Ende des Monats ohne größeren Widerstand ganz Korea. Russische Verbände in Divisionsstärke hatten sich am Grenzfluss Yalu eingegraben und erwarteten den Angriff. Ziel war es, den Vormarsch zu verlangsamen, damit Nachschub über die Transsibirische Eisenbahn aus Europa heran rollen konnte. Bis zum 25. Mai 1904 durchstießen die Japaner schließlich die Zugänge zur Liáodōng-Halbinsel und schlossen Port Arthur auf der Landseite ein.


Kriegsverlauf

 

Liáodōng-Halbinsel

Die russische Verteidigung bestand aus 56.000 Mann, verschanzt in mehreren betonierten Festungen, und 506 Geschütze aller Kaliber. Außerdem wurden zum ersten Mal in der Geschichte der Kriegsführung massiv Maschinengewehre eingebaut und eingesetzt.
Ohne schwere Artillerie waren die Festungen nicht zu knacken. Daher wurden nach anfänglichen Rückschlägen aus mehreren Küstenfestungen dutzende 28 cm Küstenhaubitzen von Krupp ausgebaut und in Einzelteilen über Land an die Front transportiert. Diese schossen die Festungswerke sturmreif.

Zugleich versuchte die russische Armee mit den inzwischen eingetroffenen Verstärkungen Port Arthur zu entsetzen. Die japanischen Truppen hatten sich in den vorher russischen Stellungen am Zugang zur Liáodōng-Halbinsel verschanzt. Am 05. Oktober 1904 begann der russische Angriff mit 210.000 Mann. Bis zum 17. Oktober konnten die Japaner die Stellungen halten und sogar in die russischen Bereitstellungsräume vordringen. Daher brachen die russischen Verbände die Schlacht ab und zogen sich unter dem Verlust von 44.350 Mann nach Mukden (Shengyang) zurück. Die Japaner hatten 22.350 Mann verloren. Die japanischen Truppen waren damit frei, in die Mandschurei einzufallen. Wegen des strengen Winters waren jedoch zunächst keine größeren Operationen möglich. Die russische Armee hatte sich in vorbereitete Stellungen auf einer Linie südlich von Mukden zurückgezogen. So kam es zu einem mehrmonatigen Stellungskrieg.

Der entscheidende Angriff auf Port Arthur begann am 28. November 1904. Bis zum 31. Dezember 1904 konnten die Festungswerke nacheinander erobert werden. Schließlich wurden auch die Reste der russischen Fernost-Flotte im Hafen zerschossen. Port Arthur kapitulierte schließlich am 02. Januar 1905. Die Gesamtverluste der Japaner betrugen vor Port Arthur 57.780 Mann und überstiegen die russischen Verluste damit nur gering. Japan hatte gezeigt, dass seine Armee zu einer modernen Kriegsführung fähig war.
 


Port Arthur mit den wichtigsten Festungswerken

 

Am 25. Januar 1905 begann die russische Armee begünstigt von Winterstürmen mit einem Angriff über die gesamte Frontlinie in der Mandschurei, der die japanischen Truppen überraschte und in Unordnung brachte. Kurz vor dem Sieg wurden die russischen Truppen jedoch am 29. Januar 1905 vom Oberkommando zurückgerufen, dass die Situation vollkommen falsch einschätzte. Ergebnis war ein massiver Moral-Verlust bei den Soldaten, die sich kurz vor dem Erfolg verraten sahen. Bei einem Sieg wäre der Krieg voraussichtlich mit einem Verständigungsfrieden beendet worden.

Bis Ende Februar hatte sich die japanische Armee reorganisiert und neu formiert. Daher begann am 20. Februar 1905 ein massiver Angriff auf die russischen Stellungen, der zunächst nur geringe Fortschritte bei hohen Verlusten ergab. Die verunsicherte Führung der russischen Truppen gab den Kampf aber am 09. März 1905 verloren und befahl den Rückzug. Die endgültig demoralisierten russischen Soldaten zogen sich fluchtartig zurück und überließen den Japanern nahezu die gesamten schweren Waffen. Damit war der Landkrieg beendet.

Nach dem Verlust der Fernostflotte hatte die russische Admiralität Anfang Oktober 1904 seine Ostseeflotte als Ersatz nach Ostasien entsandt, ein logistisch gewagter Schritt, da die Entfernung über 29.000 km betrug. Dank britischer Aufklärung waren die Japaner jedoch immer über den Fortschritt des Vormarsches informiert.

Die Kapitulation von Port Arthur Anfang 1905 brachte die russische Ostseeflotte in eine schwere Lage. Wegen der schwindenden Vorräte war ein Rückmarsch nicht mehr möglich, so dass nur noch ein Durchbruch nach Wladiwostok in Frage kam. Außerdem sah die militärische Führung in den Schiffen die letzte Möglichkeit, die Japaner auf dem Festland abzuschneiden. Der Marsch der Schiffe wurde daher fortgesetzt, obwohl der Krieg praktisch schon verloren war.
Am 27. Mai 1905 stellte schließlich die vor Port Arthur deutlich dezimierte japanische Flotte den russischen Verband in der Straße von Tsushima zwischen Honshu und der koreanischen Halbinsel. 4 Schlachtschiffen und 27 Kreuzern aller Größen sowie 58 kleineren Schiffen auf japanischer Seite standen 11 Schlachtschiffe, 8 großen Kreuzer und 9 kleinere Schiffe auf russischer Seite gegenüber, die durch den langen Anmarsch aber in schlechtem Zustand waren. Bis zum Abend des 28. Mai 1905 wurde der russische Verband vollkommen aufgerieben. 9 der Schiffe konnten sich nach Wladiwostok oder in neutrale Häfen retten, 4 Schiffe wurden von den Japanern erbeutet und der Rest versenkt. Damit war die russische Niederlage vollkommen.

 


Seeschlacht von Tsushima



Mit dem Vertrag vom Portsmouth vom 05. September 1905 erkannte Russland die Niederlage an. Die Mandschurei fiel zurück an China, Korea geriet endgültig unter die Kontrolle Japans. Die Liáodōng-Halbinsel, die Russland 1901 für 25 Jahre von China „gepachtet“ hatte, fiel unter japanische Kontrolle, ebenso der Süden der Halbinsel Sakhalin. Russland wurde in der Folge vom ersten großen Volksaufstand gebeutelt, der Russland als größeren politischen Machtfaktor bis zur Etablierung der Sowjetunion praktisch ausschaltete. Japan gehörte nun nahezu gleichberechtigt zum Kreis der Großmächte und begann seinen Einfluss nach China weiter auszudehnen.

Die Verluste der Japaner beliefen sich auf 47.000 Tote und über 100.000 Verwundete während der Gefechte sowie 33.000 Tote durch Seuchen und Krankheiten. Die Russen verloren etwa 60.000 Mann und etwa 130.000 Verwundete.


Quellen

Orders and Medals Society of America (letzter Zugriff 28.10.2009)
www.xavierb.org (letzter Zugriff 28.10.2009)
en.wikipedia.org (letzter Zugriff 28.10.2009)
Nambu World (letzter Zugriff 28.10.2009)



Autor: tom!