1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 0.00 (0 Votes)

Das Thema

Japanische Medaillen

Erster Weltkrieg


1914-15-Ehrenmedaille
(Taisho sanyon-nen jugun kisho)

 

 



Die japanischen Ehrenmedaillen sind grob mit den Ärmelbändern und -Schilden der Wehrmacht zu vergleichen.

Die Medaille 1914/15

 

Die Medaille:

Mit kaiserlichem Edikt Nr. 203 vom 6. November 1915 wurde für die Teilnehmer an den Operationen der japanischen Streitkräfte gegen deutsche Stützpunkte in China und im Pazifik 1914/15 eine Ehrenmedaille geschaffen. Diese wurden in gedunkelter Bronze geprägt und hatten einen Durchmesser von 30 mm. An der Medaille ist oben eine Spange für das Medaillenband angelötet. In diese sind die Kanji jugun kisho = Ehrenmedaille eingeprägt.

Auf der Medaille sind vorn eine Armee- und eine Marinekriegsflagge mit Flaggenstock gekreuzt dargestellt. Darüber ist eine stilisierte Chrysanthemenblüte angeordnet. Seitlich ist jeweils ein Blauglockenbaum-Zweig angeordnet mit mehreren Blättern unten und nach oben hin auslaufend in Blütenstände. Auf der Rückseite sind die Kanji Taisho sanyon-nen seneki =Taisho 3 – 4 (1914-15) Jahr Feldzug eingeprägt.

Das Medaillenband aus Seide ist 37 mm breit und blau-weiß-blau gestreift, wobei der weiße Streifen 17 mm breit ist.

 


Historie

 

Hintergrund:

Im Ersten Weltkrieg war Japan mit der Entente verbündet und beteiligte sich an Operationen gegen deutsche und österreich-ungarische Truppen und Stützpunkte in China und im Pazifik.
Hauptstützpunkt der Deutschen war die Stadt Tsingtau mir ihrem natürlichen Hafen. Dort waren einige kleinere Marineeinheiten, der österreich-ungarische geschützte (=leichte) Kreuzer „Kaiserin Elisabeth“ und 4.000 Soldaten stationiert, davon 3.400 Einheimische.
Vom 02. bis 18. September 1914 landete die japanische 18. Infanteriedivision mit Unterstützungseinheiten nordöstlich der Stadt. Dabei verlor die Marine den geschützten Kreuzer Takachio durch einen deutschen Torpedo. Bis Ende Oktober wurde Tsingtau von der Landseite eingeschlossen. Am 02. Juni 1911 begann die japanische Flotte mit 6 Schlachtschiffen, darunter die frisch in Dienst gestellte Kongo, und mehreren Kreuzern den Angriff von der Seeseite aus. Als neues Kampfmittel beteiligten sich Seeflugzeuge vom Seeflugzeugmutterschiff Wakamiya mit Bombenangriffen auch nachts an den Gefechten. Am 6. November 1914 begannen die durch britische Einheiten verstärkten Landtruppen den finalen Angriff, der mit der Eroberung der Hafenanlagen am 09. November 1914 endete.

Weitere japanische Angriffe richteten sich bis Mitte 1915 auf die südostasiatischen Kolonien des Deutschen Reichs. So konnte Japan Inseln in den Karolinen, Marshalls und Marianen erbeuten, von denen aus die weitreichenden Operationen Richtung Australien im 2. Weltkrieg erst möglich wurden.


Medaille 1914/1920


Das Thema

1914-20-Ehrenmedaille
(Taisho san-nen naishi kyu-nen jugun kisho)

 



Die Medaille

 

Im Hinblick auf diese weiteren Einsätze japanischer Streitkräfte während des Ersten Weltkriegs und während der russischen Revolution wurde die 1914 – 15 Ehrenmedaille umgewidmet zur 1914 – 20 Ehrenmedaille. Die Prägung auf der Vorderseite ist identisch, jedoch deutlich weniger scharf. Auf der Rückseite sind die Kanji Taisho san-nen naishi kyu-nen seneki jugun kisho =Taisho 3 – 9 (1914-20) Jahr Feldzug Ehrenmedaille. Medaillenband und Spange sind ebenfalls identisch.


Historie

 

Hintergrund:

Im Jahre 1917 entsandte Japan auf Bitte Großbritanniens einen Marine-Verband aus leichten Kreuzern und Zerstörern als Deckungsstreitkraft ins Mittelmeer. Neben Geleitdiensten wurde verstärkt Aufklärung betrieben. Dabei wurde der Kaba-Klasse Zerstörer Sakaki am 11. Juni 1917 vom österreich-ungarischen U-Boot U.27 durch einen Torpedo schwer beschädigt.

Zusätzlich wurden 1919 im Rahmen einer internationalen Mission auch japanische Truppen nach Sibirien entsandt. Bereits 1917 waren von Japan Truppen als Unterstützung gegen die bolschewikische Revolution angefordert worden. Zu diesem Zeitpunkt wollte man die Entwicklung aber abwarten. Als dann 1919 die russische Revolution zu einem Machtvakuum in den ostasiatischen Gebieten führte, nahm Japan die Chance war und stellte 70.000 Mann ab, die im Raum Wladiwostok eingesetzt wurden. Dort lagerten Hilfsgüter, die das zaristische Russland als Unterstützung während des Krieges erhalten hatte. Bis 1920 stießen die Japaner entlang der Transsibirischen Eisenbahn bis zum Baikalsee vor und sicherten so große Rohstofflager. Nach dem Abzug der anderen Nationen blieben japanische Truppen in Sibirien, da die japanische Schwerindustrie dringend auf die erbeuten Rohstofflager angewiesen war. Die Armee bereitete sich daher darauf vor, die heranstürmenden Bolschewiken zu bekämpfen. Die Kosten dieses Einsatzes waren jedoch immens hoch und dem von der Wirtschaftskrise nach dem Ersten Weltkrieg gebeutelten Japan fehlten die Mittel. So musste 1920 und 1921 die Hälfte des japanischen Staatshaushalts dafür aufgewendet werden. 1922 zogen sich die japanischen Truppen schließlich wieder zurück.

 


Quellen

Orders and Medals Society of America (letzter Zugriff 29.10.2009)
www.xavierb.org (letzter Zugriff 29.10.2009)
en.wikipedia.org (letzter Zugriff 29.10.2009)
Nambu World (letzter Zugriff 29.10.2009)

Orders and Medals Society of America (letzter Zugriff 29.10.2009)
www.xavierb.org (letzter Zugriff 29.10.2009)
en.wikipedia.org (letzter Zugriff 29.10.2009)
Nambu World (letzter Zugriff 29.10.2009)



Autor: tom!