1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 4.00 (1 Vote)

Das Thema

Königlicher Kronenorden

 

 

 

Kronenorden 1. Klasse

 

"Gott mit Uns"

 

Devise

 

 

 

Ordensband eines verdienten preußischen Soldaten. Dritter Orden von links ist der Kronenorden, davor sind 2 verschiedene Klassen des Roten Adler Ordens und hinter dem Kronenorden finden sich die militärischen Verdienstmedaillen Preußens. Die Anordnung folgt nach Rangfolge, in der der Rote Adler Orden am höchsten ist und die Medaillen zum Schluss aufgeführt werden.

Einleitung

Einleitung

 

Die Verdienstorden nach Art des hier vorgestellten Ordens, kamen, neben den schon länger bestehenden Ritterorden, im 17. Jahrhundert in vielen Staaten auf.
Entscheidend war auch, dass zwischen militärischen Verdiensten in Friedens- und Kriegszeiten unterschieden wurde. Diese Differenzierung setzte sich schließlich in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch.
Vorreiter dieser Entwicklung war der Rote Adler Orden in Preußen, der diese Unterscheidung durch die Stiftung von Schwertern zu den vier Klassen des Roten Adlerordens unterstrich. Später folgten dann der Königliche Kronenorden (1863), mit denselben zusätzlichen Unterscheidungen, und der Königlichen Hausorden von Hohenzollern.

 

 

 

Kronenorden 4. Klasse (Vorderseite / Rückseite)

Allgemein

 

Der preußische Königliche Kronenorden wurde am 18. Oktober 1861 von König Wilhelm I. anlässlich seiner Krönung (der letzten der preußischen Geschichte) in Königsberg gestiftet und im November desselben Jahres dem Roten Adlerorden gleichgestellt. Er ist in die Gattung der Zivil- und Militärverdienstorden einzuordnen. Sein Zweck war die Belohnung allgemeiner Verdienste ziviler als auch militärischer Art. Der Kronenorden ist ähnlich variantenreich wie der Rote Adlerorden.
Nach der Abschaffung der Monarchie im Jahre 1918 wurden der Kronenorden und die Kronen-Orden-Medaille nicht mehr verliehen.
 

 

 

Kronenorden 2. Klasse am Kriegsband



Der Orden besaß vier Klassen, die Medaille ausgenommen, und konnte, wie der Rote Adlerorden, mit den unterschiedlichsten zusätzlichen Abzeichen versehen, verliehen werden, so z. B. mit Schwertern (die 1864 anlässlich des Deutsch-Dänischen Krieges eingeführt wurden), mit Schwertern am Ring, mit Dienstjubiläumszahlen (Bsp.: 50), mit Johanniterkreuz, mit Sanitätskreuz für 1870 usw.


{tab=Aussehen]

Aussehen des Ordens

 

 

 

 

 

Königlicher Kronenorden, Ordenskreuz und Bruststern der I. Klasse mit der Jubiläumszahl »50«, dem Emailleband des Roten-Adler-Ordens und Eichenlaub, mit Schwertern und Schwertern am Ring; Preußen um 1900

 

Das Ordenszeichen selbst ist ein weiß emailliertes und hat die Form eines Tatzenkreuzes. Charakteristisch sind die gebogenen Armen (doppelter goldener Randeinfassung) und geraden Abschlusskanten. Das Medaillon (golden) in der Mitte zeigt die preußische Königskrone, die von einem blauen Band mit der Ordensdevise „GOTT MIT UNS“ umgeben ist.
Auf der Rückseite befindet sich ebenfalls ein goldenes Medaillon in der Mitte und zeigt das Monogramm des Stifters, das von einem blauen Band mit der Inschrift den 18. Oktober 1861 umwoben ist.
Getragen wurde der Kronenorden an einem kornblumenblauen Band (Ausnahmen sind bei den verschiedenen Ausführungen und Erweiterungen vorgekommen). So hing die Kriegsdekoration ab 1864 am schwarz-weißen Band.
Der silberne Ordensstern der I. Klasse ist achtstrahlig und hat in seiner Mitte das Medaillon des Avers. Der Stern der II. Klasse ist rautenförmig.

 

 

 

Stern 2. Klasse / Stern 1. Klasse

 


 
Ausführungen
Kreuz 1. Klasse mit Schwertern Bruststern

Kreuz 2. Klasse mit Schwertern
(Am Band des Eisernen Kreuzes)

Kreuz 3. Klasse

Kreuz 4. Klasse

Kreuz 4. Klasse mit der Zahl "50"
(Verliehen aus Anlass eines 50jährigen Dienstjubiläums)

Medaille des Ordens
(So wurden 5.037 Medaillen zwischen 1888 bis 1918 verliehen.)

Kronenordenmedaille

Kronenordenmedaillen
(Vorderseite / Rückseite)



Diese zusätzliche Ehrungsstufe im Rahmen des Kronenordens wurde durch mündliche Genehmigung des Kaisers und König Wilhelm II gestiftet (1. Dezember 1888).
Der genaue Hintergrund dieser Erweiterung ist allerdings umstritten. So wird behauptet, dass der reiselustige Kaiser ein Ehrenzeichen wollte, das er an solche Unterbeamte vergeben konnte, die weder dem Militärstande, noch einer Hofhaltung angehörten. Die Rote Adler-Medaille sowie das allgemeine Ehrenzeichen kamen dafür nicht in Frage, weil die Statuten hier entgegengesetzte Vorgaben machte.
Entscheidend für die Bedeutung der Medaille waren die dafür getroffenen Statuten. So wurde die Kronen-Orden-Medaille von nun an nicht nur an Unterbedienstete nichtpreußischer Hofhaltungen verliehen, sondern auch an in Privatdiensten stehende Personen (Unterbeamte, Lakaien, Leibjäger, Kammerdiener, usw.) nichtpreußischer Staatsangehörigkeit konnten zu dieser Ehre kommen. Seit 1893 konnten auch eingeborene Zivilpersonen in den deutschen Schutzgebieten die Kronenordenmedaille erhalten. Die Auszeichnung entstand wie andere Entwicklungen dieses Ordens auch nach dem Vorbild des Roten Adler Ordens. So stand hier die Roten Adler Orden Medaille als Vorlage Pate. Dabei rangiert die Kronenordenmedaille grundsätzlich hinter seinem Vorbild und war dem eigentlichen Orden nicht offiziell affiliiert. Mögen Ausnahmen von dieser Regelung vorgekommen sein, so bestätigten sie doch eher die Regel.
Am 11. Juli wurde Bismarck darüber informiert, dass die Kronen-Orden-Medaille von nun an nicht nur an Unterbedienstete nichtpreußischer Hofhaltungen, sondern auch an in Privatdiensten stehende Personen (Unterbeamte) nichtpreußischer Staatsangehörigkeit verleihen werden kann.
"Aller höchst genehmigten Festsetzungen über die Verleihungen der Krieger-Verdienst-, Kronen-Orden- und Roten Adler-Medaille" an den Präsidenten des Königlichen Staats-Ministeriums und Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Fürsten von Bismarck.

Die Medaille ging mit ihrer Ausrichtung auf den "einfachen Untertan" mit der Entwicklung der Verdienstorden einher, doch wurden auf Wunsch des Kaisers, die Verleihung der Medaille, an preußische Untertanen, nach 1910 eingestellt.

Aussehen

Aussehen der Kronenordenmedaille

 

Die Medaille wird von einer offenen Königskrone dominiert bzw. überragt. Der Durchzug bzw. Ring für das Band befand sich am Reichsapfel der Krone.
Die Entwicklung ging von einer Medaille mit matter Oberfläche, zu einer mit Stempelglanz, über. Seit September 1916 wurden auch die Medaillen des Kronenorden, wie die Medaillen des Roten Adler Ordens, aus vergoldeten Zink hergestellt.

 


 
Materialen/Herstellung
 
bis September 1916:
Aus vergoldeter Bronze hergestellt
ab September 1916:
Aus vergoldetem Zink hergestellt
bis September 1916:
Krone an die Medaille angelötet
ab September 1916:
Krone mitgeprägt und anschließend ausgesägt.
(3.600 Stück produziert)
Das letzte Modell der Krone-Orden-Medaille hat eine angeprägte nicht ausgesägte Krone. In dieser Form wurde sie ab 1918 ausgegeben.

 

 

 

Verleihungsurkunden für den Kronenorden. Vom König unterzeichnet.

Träger

- Fritz Heinemann,(† 1.12.1932 - Berlin)

Königlicher Kronenorden III. Klasse für seine Tätigkeiten und Beitrag für die preußische Kunst als Professor für Kunst und Bildhauerei. Siehe seine Statuen von Kaiser Wilhelm I und Karl dem Großen (am Rathaus Duisburg).

- Ferdinand Leopold Joseph Carl Nicolaus Henry († 30. März 1891 - Berlin)

Kronen Orden III. Klasse am 21. Januar 1866 und Königlicher Kronen Orden II. Klasse am 20. September 1876, für seine Tätigkeit und Wirken als Kriegsrat in Preußen bzw. im Justizwesen. Seine letzte Stelle war an einer zivilen Justizbehörde dem Kgl. Stadtgericht zu Berlin. Nebenbei wird er 1844 zum Seconde Lieutenant im 20. Landwehr Regiment befördert. Am 16. Oktober 1845 wird er zum Intendanturreferendar ernannt. Diesen Rang bekleidet er bis zu seinem Staatsexamen im April 1848. Am 1. Januar 1849 wird er zum etatmäßigen Intendanturassessor. Von Mai 1849 bis August 1850 wird Ferdinand Henry als Vorstand einer mobilen preußischen Intendantur Abteilung in Baden zur Niederschlagung der republikanischen Aufstände (deren Ziel: Durchsetzung der Reichsverfassung ) eingesetzt.

- Karl Möbius († 26.04.1908 - Berlin)

Verleihung des Sterns zum Königlichen Kronenordens II. Klasse (1905) und natürlich der Königlichen Kronenordens II. Klasse selbst, für seine Tätigkeit und Wirken als Prof. Dr. rer. nat., Direktor der Zoologischen Sammlung in Berlin und Geheimer Regierungsrat in Preußen. Außerdem war er seit 1888 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

 

 

 

Großkreuz des Ordens