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Das Thema

 

Königlicher Hausorden von Hohenzollern

 

 


Richtlinien


 

Art. 2

Den Königlichen Hohenzollernschen Haus-Orden wollen wir dem Andenken an den Ursprung und die Ausbreitung unseres Königlichen Hauses widmen, welches unter dem Beistande Gottes des Allmächtigen von der Felskuppe des Hohenzollern seine Herrschaft ausgebreitet hat, bis zu dem Baltischen Meere und über das Stromgebiet der Nordsee und verleihen zu diesem Gedächtnisse dem Orden die Devise:

„Vom Fels zum Meer“

 

 

 

(Kreuz der Ritter an zweiter Steller von Links)



Dieser Orden wurde als Fürstlich Hohenzollernscher Hausorden am 5. Dezember 1841 gestiftet und später als königlicher preußischer Orden übernommen. Dies geschah 1849 und ging aus der Zusammenlegung der Fürstentümer Hohenzollern- Hechingen und Hohenzollern- Sigmaringen an Preußen hervor. So wurde auch der höchste Fürstliche Hohenzollernsche Hausorden angepasst und bekam seine preußische Attitüde. Am 23. August 1851 fand dann durch König Friedrich Wilhelm IV. eine Neufestsetzung der Statuten statt. In Kriegszeiten wurde der Orden vor allem in zwei Klassen verliehen, das Ritterkreuz ausschließlich an Offiziere und das „Kreuz der Inhaber“ an Unteroffiziere, die sich durch außergewöhnliche Tapferkeit und somit durch ihre besonderen Verdienste für das Vaterland hervorgetan hatten. Erst ab Ende 1864 wurden für Kriegsverdienste zwei gekreuzte Schwerter durch die Kreuzwinkel an der Dekoration angebracht.
 

Die Verleihung mit Schwertern für Verdienst vor dem Feinde

Ich eröffne der General-Ordens-Commission hierdurch Nachstehendes:

Ich will von jetzt an für Verdienst vor dem Feinde auch den Königlichen Kronen-Orden und den Königlichen Haus-Orden von Hohenzollern ebenso wie dies bisher bei dem Roten-Adler-Orden der Fall war, in allen Klassen mit Schwertern verleihen und sollen hierbei die für den Roten-Adler-Orden gegebenen Bestimmungen der Order vom 16. September 1848 analoge Anwendung finden. Außerdem behalte ich mir vor, diejenigen Ritter, welche eine Ordensklasse mit Schwertern am Ringe besitzen, bei erneutem Verdienst vor dem Feind zu derselben Ordensklasse neben den beizubehaltenden Schwertern am Ringe die kreuzweise übereinander stehenden Schwerter zu verleihen.


Wilhelm, Berlin den 27. Februar 1864

 

 

 

(Kreuz der Ritter mit Jubiläumszahl)



Mit dem Kreuz wurden solche Personen belohnt, welche sich um die Erhaltung des Glanzes und der Macht des Königlichen Hauses, sowie durch aufopferndes und mannhaftes Benehmen im Kampfe gegen äußere oder innere Feinde verdient gemacht hatten.
Er gehört in die Gattung der Zivil - und Militärverdienstorden, sowie in zwei Abteilungen, Kreuz und Adler verliehen. Dazu kam das komplizierte Auszeichnungssystem des Deutschen Kaiserreiches. Dieses sah vor, dass kein Soldat für eine Leistung zweimal die gleiche Auszeichnung erhielt. So konnte ein verdienter Offizier, der bereits das Eiserne Kreuz Erster Klasse besaß, dieses nicht noch einmal bekommen. Bei einer wiederholten außergewöhnlichen Leistung, nach den Statuten des EK I, wurde somit der Hausorden verliehen. Er war somit eine Zwischenstufe zum Pour le Mérite. Dies war möglich, weil die Statuten für solche außergewöhnlichen Taten bei den militärischen Orden gleich interpretiert werden konnten. Die Statuten des Hausordens waren dabei, auch aufgrund der zwei Abteilungen, weit formuliert. So wurde der Adler verliehen an Personen, ...
 

"... welche im Hinblick auf die Zukunft in die Herzen der heranwachsenden und zukünftigen Geschlechter den Keim treuer Gesinnung und treuer Taten legen, sei es durch ernste Zucht der Jugend und Erweckung gottesfürchtiger treuer und vaterlandsliebender Gesinnung in der Schule, sei es durch hervorragende Werke der Kunst und Wissenschaft."

 

Zusätzlich mit dem Orden konnten Jubiläumszahlen, das Johanniterkreuz, sowie die Insignien in Brillanten verliehen werden.

 

Art. 4

Demgemäß werden solche Personen, welche durch ein aufopferndes und unerschrockenes Benehmen in Kämpfen jeder Art, insbesondere aber durch Mannhaftigkeit im Kampfe gegen die nie rastenden Feinde aller göttlichen und menschlichen Ordnung, welche auch in den uns von dem Allerhöchsten anvertrauten Landen Aufruhr und Verwirrung angestiftet haben, ihre Hingebung an unsere Person und unser Haus an den Tag gelegt haben und legen werden, das unten zu beschreibende Kreuz des Ordens in drei Klassen, Groß-Comthur, Comthur, Ritter, erhalten.


Ordensklassen

 
Kette mit Kreuz der Großkomture
(mit Schwertern)

Oben: Königlicher Hausorden von Hohenzollern, Kollane mit Kreuz der Großkomture, Preußen, 1866
Unten: Hoher Orden vom Schwarzen Adler, Kollane mit Ordenszeichen, Preußen, 1864
 
Verliehen an:
Generalfeldmarschall von Mackensen
Abdülhamid II. Großkomtur mit Schwertern 1889
(Sultan des Osmanischen Reiches von 1876 bis 1909)
Paul von Hindenburg Großkomtur mit Stern August 1917
Hans Georg von Plessen Großkomtur mit Stern und Schwertern
Friedrich Adolf von Willisen Großkomtur mit Schwertern 1861
 
 
Kette mit Kreuz der Großkomture einzeln
 
Bruststern der Großkomture mit Schwertern (mit Schwertern)
Verliehen an:
Generalfeldmarschall von Mackensen
Abdülhamid II. Großkomtur mit Schwertern 1889 (Sultan des Osmanischen Reiches von 1876 bis 1909)
Paul von Hindenburg Großkomtur mit Stern August 1917
Hans Georg von Plessen Großkomtur mit Stern und Schwertern
Friedrich Adolf von Willisen Großkomtur mit Schwertern im Jahr 1861
Erich Ludendorff Großkomtur mit Stern
 

Links: Stern der Großkomtur / Rechts: Stern des Komtur
 
Kreuz der Komture (mit Schwertern)
 
Verliehen an:
bis 1918: 155 Verleihungen (mit und ohne Schwerter)
1914 - 1918: Sieben Verleihungen (oder 12 Verleihungen)
1851 - 1869: Vier Verleihungen
1870/71: Nicht bekannt
(Von 1866 und 1914 nicht bekannt)
Generaloberst von Einem
General der Infanterie Otto von Below
Chef des Generalstabes von Falkenhayn
General von Schenk (Stern allein)
Kreuz der Ritter (mit Schwertern)
War im Ersten Weltkrieg eine sehr bedeutende Auszeichnung.
So wurden lediglich 8.291 Verleihungen vorgenommen.
Verliehen an:
Erwin von Witzleben Ritterkreuz mit Schwertern
Gerd von Rundstedt Ritterkreuz des mit Schwertern
Walter Model Ritterkreuz mit Schwertern 26. Februar 1917
Erich von Manstein Ritterkreuz mit Schwertern
Günther Lütjens Ritterkreuz mit Schwertern
Wilhelm Keitel Ritterkreuz mit Schwertern
Hermann Hoth Ritterkreuz mit Schwertern
Franz Halder Ritterkreuz mit Schwertern
Werner von Fritsch Ritterkreuz mit Schwertern
Karl Dönitz Ritterkreuz mit Schwertern

 

 

 

Links: Urkunde zum Adler der Inhaber / Rechts: Urkunde zum Kreuz der Ritter mit Schwertern



Kreuz der Ritter (mit Schwertern) und dem Johanniterkreuz an der Krone

Seit dem 28. Oktober 1864 wurde an Johanniter-Ritter in Allerhöchster Anerkennung ihrer Verdienste um die Pflege verwundeter und erkrankter Soldaten der Hausorden von Hohenzollern mit dem Johanniterkreuz an der Krone verliehen.

Adler der Inhaber

Kreuz der Inhaber

Das Kreuz der Inhaber als „Pour-le-Merite-Ersatz“ für Unteroffiziere war zusätzlich Grund zur Zahlung eines Ehrensoldes, der auch in der Bundesrepublik anerkannt wurde.

Hohenzollernsche Denkmünze

Im Art. 9 der Statuten wurde der ersten Abteilung noch die Hohenzollernsche Denkmünze für Treue Dienste in der Armee in den Gefechten von 1848 und 1849 hinzugefügt, welche neben dem Orden getragen werden durfte.


Aussehen

Aussehen der Adler

 

 

 

Adler der Inhaber
(Links: Vorderseite / Rechts: Rückseite)

 

In der Abteilung der Adler trug man statt eines Kreuzes einen schwarzen preußischen Adler, mit dem Wappen der Hohenzollern auf der Brust. Dieser wurde vor allem an Wissenschaftler, Lehrer und Künstler vergeben. Dem Kopf des Adlers ist ein Ring in Blau mit dem Ordensmotto "Vom Fels zum Meer". Diese Devise spiegelt nicht Preußen und seine Tradition wieder, sondern steht für das Haus Hohenzollern. Im Vordergrund steht der geschichtliche Weg und die Grundsätze der Hohenzollern.

 

 

 

Aussehen der Kreuze

 

 

 

Kreuz der Ritter mit Schwertern
(Links: Vorderseite / Rechts: Rückseite)



In der Abteilung der Kreuze ist das Ordenskreuz weiß emailliert mit schwarzer Umrahmung. Im Avers zeigt das Medaillon im weißen Feld den schwarzen preußischen Adler mit dem Hohenzollernschen Wappenschild auf der Brust. Auch hier steht die Devise „Vom Fels zum Meer“ im Mittelpunkt und wird von einem blauen Band. Des Weiteren folgt das Aussehen der typischen Orden dieser Zeit bzw. dieser Klasse. So steht der Namenszug des Königs und das Datum, in diesem Fall der Neufassung der Statuten, vom 18. Januar 1851, auf der Rückseite.
Die II. und III. Klasse wird an einem weißen Band mit zwei beiderseitigen schwarzen Streifen und einem schwarzen Streifen in der Mitte des Bandes getragen, in der I. Klasse an einer Ordenskette mit abwechselnd den Hohenzollernschen, Reichserbkämmerischen und burggräflich Nürnberger Wappenschildern. So wird der geschichtliche Weg der Hohenzollern wiedergegeben und der Hausorden seinem Namen gerecht.
Die Insignien der Großkomture, die sogenannte Hohenzollernkette, stellt den Status dieser Klasse noch einmal heraus. Entscheidend dabei waren die Größe und die Tragweise.

Zum Schluss

Schlussbemerkung

 

 

 

Stern der Komtur mit Schwertern VS / Fertigung vor 1916 (Die Schwertgriffe sind leider verloren)



Noch nach 1918 fanden Verleihungen des (Ex) Kaisers Wilhelm des II. statt. Dieser Erbe der Hohenzollernlinie und ehemaliges Oberhaupt des Deutschen Reiches, ein Amt, das er auch nach seinee Absetzung, vor allem durch Hitlers Hilfe, wieder anzustreben versuchte, genoss seine wenigen verbliebenden Privilegien. So verlieh er in seinem Doorner Exil den „Hausorden“ als Privatorden bis etwa 1936 an Deutsche und Ausländer weiter. Danach trat das Verbot Hitlers bezüglich der Verleihung ehemaliger deutscher dynastischer Orden in Kraft. So konnte der abgedankte Monarch diesen Orden nach 1936 nur noch an Ausländer seine „Hohenzollern“ verleihen. Nach seinem Tod im Jahre 1941 verlor sich diese Tradition und wurde von keinem, seiner wohlgemerkt nicht sehr traditionsbewussten Nachkommen, weitergeführt bzw. erhalten.

 


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig ... henzollern (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://ordensmuseum.de/HoH/HoH.htm (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.luise-berlin.de/bms/bmstxt01/0102dokb.htm (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/K% ... llern.html (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.ehrenzeichen-orden.de/deutsc ... ber-2.html (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.suche-militaria.de/ordenspangen.html (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.preussenweb.de/prorden.htm (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.retrobibliothek.de/retrobib/ ... ?id=113197 (Letzter Zugriff 29.01.2010)
http://www.dhm.de/magazine/orden/geschichte (Letzter Zugriff 29.01.2010)



Autor: Freiherr von Woye