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Das Thema

Der bayerische Militärverdienstorden
"MERENTI"(Verdienst)
Ordensdevise



 

Einleitung

 

Im Königreich Bayern gab es zehn verschiedene Orden und unbeachtet der Damen- und Stiftsorden, unterschied man grundsätzlich zwischen den Hausorden und den Verdienstorden. Die Stiftungen der beiden bayerischen Hausorden lassen sich weit zurückverfolgen. Der Orden des Heiligen Hubertus wurde 1444 gestiftet, der Orden des Heiligen Georg im Jahre 1729. Ihre Mitglieder wurden vor allem nach Stand und Herkunft ausgewählt. Die Verdienstorden dagegen waren Auszeichnungen für besondere Verdienste. Die Verleihung solcher Orden war erst durch eine Neuorientierung im Ordenswesen unter Ludwig XIV. (1638-1715) mit der Gründung des Ludwigsordens möglich. Damit gab es erstmals eine Anerkennung, die wesentlich vom Verdienst abhing.


Prinz Alfons v. Bayern - Großkreuz und Bruststern des Militärverdienstordens

 

 

Der bayerische Militärverdienstorden, gestiftet am 19. Juli 1866 von König Ludwig II. von Bayern, konnte allen Personen verliehen werden, die sich im Krieg ausgezeichnet oder sich sonstige Verdienste um die bayerische Armee erworben hatten und deren Leistung statutenmäßig nicht für eine Verleihung des Militär-Max-Joseph-Orden ausreichte. Der Anlass der Stiftung war der im Sommer 1866 ausgetragene Deutsche Krieg (auch „Preußisch-Österreichischer-Krieg“, „Deutsch-Deutscher Krieg“, „Einigungskrieg“ oder „Bruderkrieg“ genannt). Bayern kämpfte mit Österreich gegen Preußen um die Vorherrschaft im Deutschen Bund. Der König von Bayern war der Großmeister des Ordens und sein Kriegsminister der Großkanzler und wurde ursprünglich im Namen des Königs sofort auf dem Schlachtfeld oder auch bald nach der erfolgten „tapferen Tat“ verliehen, solange die Armee im Felde stand.

 

links die Vorder- und rechts die Rückansicht


Ordensklassen

Ordensklassen
Dem abgestuften Auszeichnungssystem entsprechend gab es fünf Klassen des Ordens
Großkreuz
Großkomtur
Komtur
Ritter I. und II. Klasse
Inhaber des Militärverdienstkreuzes
 
Am 26. Februar 1900 wurde dem Orden durch Prinz Luitpold noch das Offizierskreuz hinzugefügt.

Bei Beendigung des Ersten Weltkriegs hatte der Orden sieben Klassen,
denen ein goldenes,
silbernes und bronzenes Verdienstkreuz angeschlossen war.

Das Ordenszeichen konnte auch mit Schwertern,
als auch mit Krone,
sowie mit Krone und Schwertern verliehen werden.

Des Weiteren waren mit dem Besitz des Ordens keine Ansprüche auf Unterhalt,
Adel oder sonstige Rechte verbunden.
Allerdings konnte jeder Ordensritter sein Wappen mit den Ordensinsignien umgeben.

 


 
1905 wurden die übrigen Klassen in
Großkreuz
1. Klasse
2. Klasse mit Stern
2. Klasse
3. Klasse
4. Klasse umbenannt.
 
Diese konnten auch mit Krone verliehen werden.
Das Verdienstkreuz wurde 1913 auf drei Klassen erweitert.
Ab 1916 wurden alle Kreuze bis zur 4. Klasse aus (vergoldetem) Silber hergestellt.

 

Militär-Verdienstordens 4. Klasse mit Schwertern im geöffneten Etui, mit einliegendem Friedensband,
konfektioniert als österreichisches Dreiecksband

Ordensdekoration

 

Ordensdekoration
1. Kleinod:
Das goldene Kreuz des Kleinods hatte die Form eines Malteserkreuzes mit vier blau emaillierten, gezackten Armen, zwischen denen sich stilisierte Flammen fanden. In der Mitte trug es ein schwarzes Medaillon mit einem gekrönten L-Monogramm, erhaben auf schwarzem Grund. Ein weißer Reif, der einen Gürtel mit Schnalle (die Schnalle scheint dem Vorbild des englischen Hosenbandordens entnommen) stilisiert, wies auf der Vorderseite die Beschriftung „Merenti“ (lat., Verdienst), auf. Die Inschriften, Initiale (Vorderseite), Verzierungen, Borde und Flammen waren golden. Auf der Rückseite fand sich in der Mitte des sonst gleichen Medaillons erhaben ein aufrecht stehender bayerischer Löwe, auf dem Reif die Jahreszahl des Stiftungsjahres „1866“; beides golden. Als Anhängeglied dienten symmetrische Ranken mit rundem Ring.

2. Band:
Das weißseidene Band des Ordens, gerahmt mit zwei himmelblauen Seitenstreifen wurde von der rechten Schulter zur linken Hüfte getragen.

3. Stern:
Der Stern war silbern, mit dem hier silbernen goldbordierten Ordenskreuz und gleichem Medaillon wie beim Kleinod. Die Großkreuze und die etwas kleineren Großkomturkreuze wurden am Halse auf der Brust hängend und etwas kleiner, auf der linken Brust getragen.
Die Ehrenzeichen für die Komture waren wie bei den Großkomturen, aber ohne Stern. Das Ritterkreuz war noch kleiner und wurde an einem schmalen Band ebenfalls links an der Brust getragen. Das Ritterkreuz 2. Klasse hatte keine Flammen in den Lücken des Kreuzes. Die Orden der fünften Klasse schließlich wurden an demselben Band wie bei der ersten Ritterklasse getragen, allerdings war das Verdienstkreuz selbst aus Silber. (Die gekreuzten römischen Schwerter stiftete Prinzregent Luitpold erst 1891, um zwischen Kriegs- und Friedensauszeichnungen unterscheiden zu können. Weitere Reformen mit Erweiterung der Ordensklassen wurden 1900, 1905, 1913 und 1916 erlassen.) Dem Geschmack des Stifters, König Ludwig II., entsprechend, waren eindeutig Elemente des Barock (Löwe, Monogramm, Anhängeglied) im Orden zu finden. König Ludwig II. ist durch seine schöngeistige Liebe zur Kunst, Musik und durch seine Schlösser in die Geschichte eingegangen, und eben nicht als Feldherr. Den Militär-Verdienstorden hat er recht zahlreich vergeben, aber niemals
selbst getragen.
 

Klassen

 

 

Militärverdienstorden 3. Klasse
mit Schwertern

Militärverdienstorden 3. Klasse
mit Schwertern

Militärverdienstorden 2. Klasse
mit Schwertern


Trageweise

Trageweise

Sowohl das Großkreuz wie die I. Klasse, waren sogenannte Schärpenklassen mit Stern, während die II. Klasse mit Stern, aber ohne Schulterband, verliehen werden konnte. Das Offizierskreuz ist eine Steckdekoration bei der, der untere Kreuzarm verlängert ist.
Das Band unterscheidet sich nach Zivilverdiensten (weiß mit blauen Seitenstreifen und weißen Kanten), Militärverdiensten (weiß mit schwarz-weiß-blauen Seitenstreifen und weißen Kanten) oder Verdienste im Staat, sog. Beamtenband (weiß mit schwarzen Seiten- und blauem Mittelstreifen).
 


Ein ausgezeichneter Unteroffizier