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Marschallstab

Der Marschallstab

 

Sichtbares Symbol von Herrschaft, Autorität, Würde und Recht

 

 

 

Der Marschallstab ist ein Stab, der vom Marschall als Insigne seiner Würde getragen wird.

 

 

 

Generalfeldmarschall der Reichswehr Paul von Hindenburg - Der wohl bekannteste Feldmarschall und Inbegriff dieses höchsten Ranges beim (preußischen) Militär

 

 

 

Schulterstücken eines Generalfeldmarschall (Heer)

 

Der Stab

 

Am Anfang stand der einfache Stecken, den die Boten des Altertums als Wanderstab benutzen (Merkur - der Götterbote). Zum militärischen Symbol wurde der Stab dann erst im Zusammenhang mit der Lanze. Die Lanze, die Hauptwaffe der antiken Heere, wurde als Sinnbild der Macht und Kraft mit dem "göttlichen" verbunden. So entstand das erste Vorbild für den Kommandostab und auch des Zepters, das Zeichen königlicher Macht.

 

 

 

Die Römer bezeichneten ihn als hasta pura, auch die vitis, der Stab der Centurionen, eine Art Kommandostab.

 

Im Mittelalter erhielten dann die Herolde oder Kuriere der Könige den Stab als sichtbares Zeichen ihrer Würde. Auch hier verband sich die "zivile" mit der "militärischen" Bedeutung des Stabes. So stand als Symbol von "militärischer" Macht der Streitkolben, eine Waffe des Mittelalters, dem gegenüber. Das Zusammenspiel von Symbol der Würde, verliehen durch die weltliche Macht und dem der Macht und Stärke des mittelalterlichen Heeres, begründeten die Urform des Stab der späteren Feldmarschalle.
Aus dem Kriegswerkzeug wurde das Zeichen eines Kommandos über Andere. Der Bezug zum Zepter eines Herrschers lässt sich dabei durchaus ziehen, so war dies ein abgewandeltes Symbol militärischer Macht und so quasi der "Herrschaft im Kleinen". Bereits im 15. Jahrhundert trat so der Stab als ein Insignum des kommandierenden Offiziers in Erscheinung.

 

 



Im 16. Jahrhundert glich sich der Streitkolben immer mehr der Zepterform an und schrumpfte zu einer Art frühem Marschallstab zusammen. Eine Entwicklung die auch vor den Unteroffiziersränge nicht Halt machte. So trugen diese in den Landsknechtsheeren einen kurzstieligen Streithammer als Insignium des Rottmeisters (sog. Rottmeisterhammer), abgeleitet von der Rotte als "militärischer Einheit" dieser Zeit. Der Stab half so mit erste Hierarchien in den entstehenden, organisierten Armeen Europas zu bilden. Aus den Haufen und Wust von Soldaten, die meist individuell und unkoordiniert handelten, wurde durch die Rotten und erste Unteroffiziersgrade eine organisierte, als zusammenhängende Truppe agierende Streitmacht.

Der Marshall

Der Marschall

 

 

 

Der Rang geht zurück auf das mittelalterliche Amt des "Marschalls", einem zunächst untergeordnetem Aufseher. Dieser fungierte später als Stallmeister des Herrschers am Hof, siehe Marschallhaus in Potsdam.
Nach und nach stieg der Marschall in der strengen Hierarchie des Hofstaats auf (Hofmarschall - Reichsbeamter). Der Hofmarschall wurde zum höchsten Hofbeamten eines mittelalterlichen Fürsten. Er handelte im direkten Auftrag und war so praktisch Oberster Bote[/i] seines Herrn.
Bei feierlichen Gelegenheiten trug der Hofmarschall einen langen Stab als Zeichen seiner Würde und Macht bei Hof an der Marschallstafel, einer Nebentafel für die Personen, welche nicht an der fürstlichen Tafel selbst Plätze erhielten. Er wurde zu einer Art Organisator des Hofes und übernahm in dieser Eigenschaft auch zunehmend militärische Aufgaben (höchste Gerichtsbarkeit / inne Feldpolizei im Heer). So bekam der Stab des Marschalls zu allererst eine rechtliche bzw. [b]Rechtsprechende Bedeutung
zugewiesen. Erst später kam zu dieser Symbolik des Rechts, dem Stab des Marschalls auch eine militärische Bedeutung zu. Diese militärische Bedeutung kam aus den Strukturen des Deutschen Ordens. Dort war der Oberste Marschall vor allem als Planer und Organisator der Kriegszüge bekannt. Schon dort übernahm er eine übergeordnete Position, leitete die Ritterbrüder vom Hochmeistersitz aus und verband als erster Marschall eine amtliche und militärische Funktion. Dieser Posten, direkt unter dem Herrscher bzw. nur diesem verantwortlich, als Befehlshaber der militärischen Streitkräfte eines Herrschers (Regionalfürst), war ebenfalls im Sinne eines Boten zu verstehen. Diesmal aber vom Herrn an die Soldaten. So trugen Hof- und Feldmarschalle gleichermaßen den Stab und vereinten (noch) beide Rollen in einer Person.

 

(Die Form des Feldmarschallstabes machte in der folgenden Zeit eine beachtliche Entwicklung durch. So wurde aus der Kombination von Streitkolben, Zepter und Wanderstab, ein Art Gehstock für die Marschalle im Feld. Dieser wurde dann immer mehr verkürzt, als die Fußtruppen mehr und mehr beritten wurden. Daraus entwickelte sich ein walzenförmiger Stock mit knollenförmigem Ende. Auch wurde das Material kostbarer. Vor allem durch die Stilrichtung des Barocks angeschoben, wurde der Stab mit Samt verkleidet, aufwendig verziert und mit heraldischen Zeichen geschmückt.)

 

In der folgenden Entwicklung traten der Marschall und sein Stab immer mehr im militärischen Zusammenhang auf. Die Pflichten am Hof gab der Marschall zu Gunsten eines obersten Befehlshabers der gesamten Reiterei größtenteils auf.
Bereits im 30jährigen Krieg war er Führer eines selbständigen Korps. Im 17. Jahrhundert wurde dann der "General-Feldmarschall" zum höchsten militärischen Rang, der aber gemäß der herausragenden Bedeutung bis 1918 nur selten verliehen wurde.
Es ist belegt, dass Offiziere aller Staaten zu Anfang einen solchen Stab trugen. Ab 1803 nur noch die Generale und seit 1830 lediglich Marschalle.

Als äußeres Zeichen dieser Würde eines Generalfeldmarschalls etablierte sich der Feldmarschallstab dann zu einem einzigartigen Zeichen höchster Befehlsgewalt. Der Stab vereinte damit, als besonderes Zeichen von Würde und Macht, seine unterschiedlichen Bedeutungen in den zurückliegenden Jahrhunderten. Entstanden ist so eine tiefe mythologische Bedeutung und eine spezielle Art der Verehrung des Trägers solcher Stäbe.

 

(Die Position bzw. Person des Hofmarschalls (nur noch zeremoniellen Aufgaben betreut) kann man nur noch am englischen Hofe beobachten.)

Feldmarschall

Der Stab des Feldmarschalls


 

Marschallstab - Preußen (Reichsadler und Königkronen als Ornamente)

 

 

Die Tradition solcher Stäbe und ihre Entstehungsgeschichte erzeugte im Militärwesen darüber hinaus ein Zeichen für Manneszucht und Autorität. So wurde ab 1850 in Preußen die Generalfeldmarschälle nachweislich mit einem Stab ausgezeichnet und zum Rang dazugehörig festgelegt. Dieser Brauch, den höchsten militärischen Dienstgrad auch in Preußen durch ein zusätzliches Zeichen seiner Würde zu ehren, wurde aus dem Ausland übernommen. Der Anlass für solch eine Verleihung des Marschallstabes, welcher bis dahin nicht üblich gewesen, war die Vorbereitung der feierlichen Beisetzung des am 14. September 1852 verstorbenen britischen Feldherren und Staatsmannes Herzogs von Wellington. Diesem sollten die Marschallstäbe verschiedener Nationen, welche ihn mit diesem Titel geehrt hatten, nachgetragen werden bzw. ins Grab gelegt. Friedrich Wilhelm IV. reagierte sofort und wollte den anderen Nationen nicht nachstehen. So ließ er am 6. November ein solches Ehrenzeichen anfertigen, so dass auch die Preußen den einstigen Alliierten der Belle Alliance gegen Napoleon angemessen würdigen konnten. Anschließend wurde auch dem russischen Feldmarschall Fürst Paskjewitsch und später dem preußischen Grafen Wrangel "Papa Wrangel" ein Marschallstab (1856) verliehen.
Danach erhielten alle preußischen, bayrischen und k.u.k Marschalle den "Marschallstab".
Im Jahre 1900 wurde zu der doch eher schweren und aufwendigen Feldmarschallstab, dessen Aussehen und Form immer noch zu sehr dem Streitkolben ähnelte, mit einem handlicheren und schlichteren Interimsstab ergänzt. Seitdem wurde der Feldmarschallstab vorwiegend zum Paradeanzug, der Interimsstab zum Dienstanzug getragen.

 

 

 

Interimsstab - Wehrmacht

 

Erstmals wurden auch die Schulterstücke diesem Symbol angepasst und ihre Form, von zwei gekreuzten silbernen Marschallstäben, aufgelegt. Ab 1941 kamen dann die drei Gold gestickten Blätter auf dem hochroten Kragenpatten hinzu ("normaler General hatte nur zwei hold bestickte Blätter).

 

 

 

(Kragenspiegel)
Oben: Generalsrang - Unten: Feldmarschall (ebenso Generaloberst)

 

Dazu hatte sich der Gruß mit dem Stab durchgesetzt. Ein Feldmarschall trug seinen Interimsstab immer in der rechten Hand und grüßte den Soldaten bzw. Vorgesetzen (in diesem Fall nur der Kriegsminister, Reichskanzler und Reichspräsident bzw. Soldaten die den Orden Pour le Meritè trugen), indem er den Stab in Höhe des Kopfes hob. Dabei konnte das obere Ende die Kopfbedeckung berühren, oder aber in einer Linie mit der Stirn des Trägers kurz verweilen.

 

 

 

Großadmiral Reader in Paradeuniform und den für ihn speziell angefertigten Großadmiralsstab - daneben Gruß des Großadmirals mit dem Marschallstab
(Der Interimsstab war sowohl im Kaiserreich, als auch im Dritten Reich ein Fernrohr, dessen zylindrischer Teil eine Musterung wie der dazugehörige Großadmiralstab aufweist.)

 

 

 

Kommandoflagge der Großadmirals der Kriegsmarine

Aussehen

Weitere Entwicklung

 

Aus dem sogenannten Marschallstab (Kommandostab) wurde ein Würdeabzeichen der höchsten militärischen Befehlshaber. Ihr Aussehen glich sich in Europa größtenteils, d.h. von der äußerlichen Form. So war der preußische Feldmarschallstab ca. 30 cm lang, aber diese Eigenschaft ist die einzige Verbindung zu den anderen Stäben anderer Länder.
In Preußen war er mit himmelblauem Samt überzogen und abwechselnd mit goldenen Königskronen und heraldische Adler bedeckt. Der Interimsfeldmarschallstab glich einem Reitstock mit goldener Königskrone am oberen Ende.
Andere Länder verzierten ihre Stäbe anders, auch um sich abzugrenzen. Dabei kann man aber beobachten, dass die Ornamente und Prägungen dem jeweiligen, damaligen politischen System bzw. den Traditionen, Wappentieren und Nationalfarben geschuldet sind.

Bei der Marine (Kaiserliche - spät. Kriegsmarine) wurde um 1900 ebenfalls ein solcher Stab eingeführt. Im Aussehen sehr ähnlich und als Gegenstück zu denen des Heeres gedacht, wurden sie nur den Großadmirälen (in anderen Ländern - Flottenadmiral) verliehen. Im Dienst wurde auch nur ein Interimsgroßadmiralstab (ein Fernrohr) getragen. (Träger: Reader, Dönitz u.a.)

 

Aussehen

 

 

 

(links: Flagge des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe /
rechts: Standarte des Reichsmarschalls I

 

 

 

Standarte des Reichsmarschalls II

 

Im "Dritten Reich" stiftete Hitler erneut einen Marschallstab, der dem von 1914 glich. Anstelle der Kronen waren die Hoheitsadler und anstelle der heraldischen Zeichen das Eiserne Kreuz angebracht.

Der Körper des Feldmarschallstabes in der Zeit von 1933-1945 besteht aus einem Aluminiumrohr. Der Stab wird jeweils durch ein Knaufkapitäl abgeschlossen. Auf dem oberen ist eingraviert: "der Führer dem (Namen des jeweiligen Feldmarschalls dem er verliehen wurde)", auf dem unteren: "Zum Freiheitskampf des Großdeutschen Volkes" und das Datum der Verleihung.

 


    Heer
    Mit rotem Samt bezogen. ( Eiserne Kreuz und den Wehrmachtsadler als Ornamente auf dem Stab). Auf den Knäufen war unten das Eiserne Kreuz und oben der Wehrmachtsadler eingelassen.

    Luftwaffe
    Mit hellblauen Samt bezogen. ( Eiserne Kreuz, Wehrmachtsadler und Balkenkreuz als Ornamente auf dem Stab). Auf den Knäufen war unten das Eiserne Kreuz und oben der Wehrmachtsadler eingelassen.

    Marine
    Mit blauen Samt bezogen. ( Eiserne Kreuz, Wehrmachtsadler und unklarer Anker als Ornamente auf dem Stab). Auf den Knäufen der Wehrmachtsadler bzw. Hakenkreuz und darunter ein U-Boot eingelassen. (Stab für Dönitz - für Reader mit Eisernem Kreuz anstelle des U-Bootes)

 

 

 

Schulterklappen Feldmarschall /Großadmiral
(links: HEER / mitte: LUFtWAFFE / rechts: KRIEGSMARINE - Ausführung bis 1942)

 

 

 

Die Schulterstücke ab 1942 wurde dahingehend verändert, dass der innere silberne Faden durch einen weiteren goldenen ersetzt.
(Hier die Ausführung des Heeres ab 1942)

 

 

 

Marschallstab der Luftwaffe - ( Feldmarschall von Richthofen)

 

Generaloberst von Blomberg, Oberbefehlshaber der Wehrmacht (1935), wurde am 20. April 1936 zum ersten Generalfeldmarschall nach 1918 ernannt und belebte damit die alte preußische Tradition neu.
Im gesamten Zweiten Weltkrieg trugen insgesamt 26 Soldaten (ohne Reichsmarschall Göring) der Wehrmacht den Rang eines Generalfeldmarschalls.

Darüber hinaus führten die Generalfeldmarschälle einen besonderen Autoständer.

 

 

 

Der Autostander eines Feldmarschalls des Heeres - Wurde vorne rechts am Wagen befestigt.

 

Besonderheiten und Ausnahmen gab es natürlich auch. Die Generalfeldmarschälle Friedrich Paulus, Ferdinand Schörner (beide Heer) und Robert Ritter von Greim (Luftwaffe) erhielten keinen Marschallstab. Der Grund beim Generalfeldmarschall Paulus war die Kapitulation in Stalingrad kurz nach seiner Beförderung. Eine Herstellung (Material, Aufwand und fehlende Arbeitskräfte) konnte auch bei Schörner und von Greim nicht mehr durchgeführt werden. Bei Ihnen war die späte Beförderung, erst 1945, der Grund. (Schörner konnte jedoch noch ein Interimsstab ausgehändigt werden.)
Der Reichsmarschall, als ranghöchster Befehlshabers einer Teilstreitkraft und "besonderer anderer Funktionen", stand, aus Gründen des nationalsozialistischen Personenkult, ein besonderes Ehrenzeichen bzw. Sonderform des Marschallstabes zu. So erhielt er neben seinem Luftwaffen Stab in hellblau auch den weißen Marschallstab (mit goldenen Ornamenten aus Elfenbein)

 

 

 

Marschallstab des Reichsmarschall der Wehrmacht - (Hermann Göring)

 

Die Offiziere des Stabes (Generalstab) waren in des Wortes ursprünglicher Bedeutung übrigens nichts weiter als die Gefolgsleute des Mannes mit dem Stab, wie sich dies im Mittelalter herausgebildet hat. Sie "gehören zum Stab" sagte der Volksmund - und sind deshalb "Stabs-Offiziere" genannt worden."

Produktion

Produktion/ Kosten/Bestandteile

 

Die Stäbe wurden von den Herstellerfirmen H. J. Wims - Berlin und Gebrüder Godet & Co - Berlin angefertigt.

Die Kosten betrugen: Marschallstab mit Etui - 6000 Reichsmark / Interimsstab mit Etui - 600 Reichsmark
Görings Stab ( 22700 Reichsmark) und Interimsstab (2350 Reichsmark)

 


 
Marschallstab
 
Länge insgesamt:
49,5 cm
Mittelteil:
38,5 cm
Knäufe:
jeweils 5,5 cm
Oberfläche und Verzierungen:
Gold und Silber/feinfloriger Samt
 
4 Reihen mit je 5 Adlern und Eisernen Kreuzen so angeordnet,
dass sowohl in der Längsrichtung wie auch waagerecht
Adler und Kreuze sich abwechseln.
 
Adler:
3,1 cm (Höhe)
2,3 cm (Breite) -
stilisierter Wehrmachtsadler mit Hakenkreuz und Ehrenkranz
Kreuze:
1,6 cm (Höhe)
1,6 cm (Breite) -
silbern und innen schwarz emailliert
Knäufe:
Schrift (1,2 cm Breite)
Schriftband (3,3 cm Breite)
Ringband
(5 Ringe mit je 1 cm breitem Rand)
Kreis Unter-/Oberseite:
Kreis (4cm Durchmesser) -
darüber ein Achtkant
(5,3 cm Durchmesser) -
umgeben von Endscheiben
(5,6 cm Durchmesser/1,3 cm Höhe)
und Eichenlaubkranz (0,9 cm Breite)
Endflächen:
Kreis (4,7cm Durchmesser / 2mm vertieft)
Symbole:
Wehrmachtsadler mit Hakenkreuz
( 3,9 cm Höhe / 3 cm Breite) -
Eisernes Kreuz
( 3,7cm Höhe / 3,7 cm Breite)
 
Der dazugehörige Behälter war mit schwarzen Leder bezogen und innen zur Aufnahme des Stabes gepolstert (weiße oder gelbliche Seide).
 
 

 


 
Interimsstab
 
Länge insgesamt:
78,5 cm
Holzstock:
62 cm
Knaufansatz:
1,9 cm (oben) /
1,1 cm (unten)
Knauf:
16.5 cm (Länge - konkav gekrümmt)
3,8 cm (Durchmesser oben),
darüber ein Abschluss 1,5 cm (Länge - unten)
2,2 cm (Durchmesser unten -
Abschluss ähnlich einer Ananasfrucht)
Oberfläche und Material:
Aus Ebenholz - Knauf aus Silber
Verzierungen:
gegenüberliegende Wulsten
(6 cm Bogen laufen
5,7 cm über dem Unterrand zusammen)
Symbole:
Wehrmachtsadler - vergoldet, silbern
(2,6 cm Breite / 3 cm Höhe)
Eisernes Kreuz - geschwärzt, silbern
( 1,7 cm Breite / 1,7 cm Höhe)
Hoheitszeichen - vergoldet, silbern
( 2,7 cm Breite / 1,6 cm Höhe)
Portepee:
55 cm (Länge), Schnurr - schwarz,
Aluminium farbend, rote Seide
(3 mm Durchmesser)
(Schnur wird doppelt gelegt,
durch Ringöse gezogen und verknotet)
 
Der dazugehörige Behälter
(80,5 cm (Länge) 10,5 cm (Breite) 6 cm (Höhe))
hatte einen halbrunden Deckel und war mit schwarzen Leder belegt
und innen mit Seidenfutter (weiß oder gelblich) besetzt.

Der Stab Heute

Verbleiben der Stäbe

 


 
Aufbewahrungsorte der Stäbe (Heute)
 
Günther von Kluge (Deutsches Panzermuseum - Munster)
Erwin Rommel (Zentrales Museum der Streitkräfte, Moskau / Haus der Geschichte in Stuttgart)
Helmuth Karl Bernhard von Moltke (Staatliches Historisches Museum Moskau, Moskau)
Hermann Göring Feldmarschallstab (National Infantry Museum - Columbus, Georgia, USA)
Hermann Göring Reichsmarschallstab (West Point Museum- West Point (New York), USA)
Großadmiral Dönitz Shropshire Regimental Museum, Shrewsbury Castle, England



Die Marschallstäbe, vor allem die, der bekannten und einflussreichsten Marschalle, wurden von den Alliierten konfisziert und in diversen Museen ausgestellt. Dort sind sie noch heut zu bewundern. Bewundern ist dabei das Schlüsselwort, denn sie werden nicht vorrangig als Symbole des Dritten Reiches und des Nationalsozialismus gesehen, sondern auch und hauptsächlich als Zeichen der militärischen Würde und Macht. Da vergleichbares, was die Auszeichnung und Erweiterung der Uniform angeht, in den U.S.A. und der Sowjetunion/Russland nicht zu finden ist.
Dafür sprechen die Orte und Museen, in denen diese Stäbe ausgestellt sind. Es sind vornehmlich Militärakademien, Militärgeschichtliche Museen und Museen für nationale Geschichte, und nicht Gedenkstätten oder Teile von Ausstellung über das "Dritte Reich" und die Epoche des "Nationalsozialismus". Das im zweiten Weltkrieg und vor allem in der Wehrmacht, der Feldmarschall durch die schiere Größe der Armeen und Operationen solch große Macht und Bedeutung erhielt, darf als Grund für dies besondere Art der "Verehrung" dieser Insignien gesehen werden.
 

 

 

Feldmarschall Albert Kesselring mit seinem Interimstabes beim Gruß aus dem fahrenden PKW

Zum Schluss

Schlussbemerkung

 

 

 

Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war der Rang eines Feldmarschalls der höchste in der Wehrmacht. Heute gibt es einen vergleichbaren Rang nicht mehr. Die heutigen höchsten Generäle haben zwar den Rang eines "echten Generals" und entsprechen somit einem 4 Sterne General der US-Armee, doch haben sie weder die gleiche Macht noch die Stellung damaliger Feldmarschalle. Einzig der 5 Sterne General in den Vereinigten Staaten kommt an den Einfluss und die Stellung eines Feldmarschalls heran. Davon gab es in der ganzen Geschichte der U.S.A. nur 5 Personen (Dwight D. Eisenhower u. a.).

So hat sich mein anfänglicher Vergleich mit dem Zepter als zutreffend erwiesen, wenn man den Kult, die Macht und die Verehrung dieser Insigne bis heute betrachtet.

 


 
Träger (1936 - 1945)
Werner v. Blomberg
20.04. 1936 befördert
Walther v. Brauchitsch
19.07.1940 befördert
Wilhelm Keitel
19.07.1940 befördert
Gerd v. Rundstedt
19.07.1940 befördert
Fedor v. Bock
19.07.1940 befördert
Wilhelm Ritter v. Leeb
19.07.1940 befördert
Wilhelm List
19.07.1940 befördert
Günther von Kluge
19.07.1940 befördert
Erwin v. Witzleben
19.07.1940 befördert
Walter v. Reichenau
19.07.1940 befördert
Erwin Rommel
22.06.1942 befördert
Georg v. Küchler
30.06.1942 befördert
Erich v. Manstein
1.07.1942 befördert
Ewald v. Kleist
30.01.1943 befördert
Maximilian Freiherr v. Weichs
30.01.1943 befördert
Ernst Busch
30.01.1943 befördert
Walter Model
31.03.1944 befördert
Ferdinand Schörner
5.04.1945 befördert
 
Friedrich Paulus
31.01.1943 befördert
(Bekam aber nie den Marschallstab
zu seiner Beförderung)
Robert Ritter v. Greim
30.04.1945 befördert
(Bekam aber nie den Marschallstab
zu seiner Beförderung)
Ferdinand Schörner
05.04. 1945 befördert
(Bekam aber nie den Marschallstab
zu seiner Beförderung)

 

 

 

Einer der bekanntesten und höchstdekorierten Feldmarschalle der Wehrmacht mit Marschallstab - Erwin Rommel

 

„Jeder trägt den Marschallstab im Tornister!“ (nach Napoleon I) – Jeder kann sich zu höchsten Aufgaben und Ämtern emporarbeiten.

Quellen

Walter Soukup / Th. Thomas, Uniformen und militärische Symbole des 20. Jahrhunderts - Landser bibliothek Band 5, Erich Pabel Verlag (1982).

http://www.closecombat2.de/mitglieder/m ... lstab.html (Letzter Zugriff 14.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Marschallstab (Letzter Zugriff 14.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fadmiralstab (Letzter Zugriff 14.11.2009)
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/504102 (Letzter Zugriff 14.11.2009)
http://de.academic.ru/dic.nsf/dewiki/922583 (Letzter Zugriff 14.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fadmiral (Letzter Zugriff 14.11.2009)
http://www.preussen.org/cms/index.php?o ... &Itemid=87 (Letzter Zugriff 14.11.2009)
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_ ... des_Heeres (Letzter Zugriff 14.11.2009)



Autor: Freiherr von Woye