1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 5.00 (1 Vote)

Das Thema

 

 

 

Devlet-i Ebed-müddet
(Der Ewige Staat)

 

Einleitung

Das Osmanische Reich, zu seinen Glanzzeiten erstreckte es sich von Mekka bis an die Donau, von Yemen bis nach Anatolien, vom Kaukasus bis nach Algerien. Zum Herrschaftsgebiet der Sultane in Konstantinopel (Istanbul) gehörte das Östliche Mittelmeer, der Südosten Europas bzw. der komplette Balkanraum, Teile der Ukraine und des Kaukasus, sowie Anatolien der mittlere Osten und die Arabische Halbinsel als auch der Norden Afrikas. Es war in der Geschichte der größte muslimische Staat auf der Erde. Doch es glänzte nicht nur durch Macht, sondern auch die Kunst und Wissenschaft florierte im Imperium. Mit einer schlagkräftigen Armee, seinerzeit die Modernste überhaupt, den Janitscharen (türkisch Yeniçeri, „neue Truppe“), fegten sie die Landknechtsheere der Christen förmlich weg und dehnten sich rasant aus. So konnte ein ehemals kleines Herrscherhaus der Osmanlis binnen kurzer Zeit einen festen Platz in der Geschichtsschreibung sichern und fast ein halbes Jahrtausend eine wirkliche Großmacht sein konnte. Doch zum Ende hin erhoben sich die vielen kleinen unterdrückten Völker in dem riesigen Vielvölkerreich und wollten eine freien Nationalstaat haben - ohne das Türkische Joch. Es galt als der Kranke Mann am Bosporus. Doch der Niedergang dieses Staates dauerte fast 100 Jahre, viel länger als so mancher russischer Zar gedacht hatte. Das Ende markiert der 1. Weltkrieg, aber jener Konflikt markierte für andere Reiche ebenfalls das Ende und eröffnete neuen Staaten den Aufstieg.

 


Entstehung

 

Entstehung

Die Osmanlis waren ein kleiner Stamm Reiternomaden die aus den Steppen innerasiens nach Anatolien kamen. Diese hatten den Islamischen Glauben angenommen und waren nach der Zerschlagung des Sultanats der Rum-Seldschuken einer der vielen Beyliks (Fürstentümer) in Aatolien. Jenes der Osmanlis hatte ihr Stammgebiet Westlichen Teil Anatoliens. Der Anführer und Namensgeber dieses kleinen Fürstentums war Osman I.:

 

Unter ihm konnte die Freiheit und Unabhängigkeit von den Seldschuken, ab dem Jahre 1299, erreicht werden. Jenes Jahr sollte auch als Gründungsjahr des Osmanischen Reiches gelten.
Osman gewann nach und nach die Oberhand über die benachbarten türkischen Stämme und erweiterte immer weiter seinen Herrschaftsbereich. Vor allem auf Kosten des zerfallenden Byzantinischen Reiches, erweiterte sich das kommende Imperium, indem es die beiden größten byzantinische Städte in Anatolien belagerte. Dies waren Nicäa und die erste Hauptstadt überhaupt der Osmanen - Brussa. Brussa fiel kurz vor dem Tod Osmans im Jahre 1326. Nach dem Tod Osmans I. führte sein Sohn und Nachfolger Orhan die Belagerung von Nicäa weiter:

 

Er eroberte diese Städte 1331, nachdem er eine byzantinische Armee 1329 bei Maltepe besiegt hatte. Im Jahre 1326 erbte Orhan jedoch ein anderes Fürstentum, dessen Größe ungefähr 20.000 km² entspricht (fast die Hälfte der heutigen Schweiz). Brussa wurde nach der Eroberung der Hauptstadt des osmanischen Beylik und sollte bis zur Eroberung Konstantinopels 1453 Grablege der Sultane sein. Orhan baute hier die Janitscharen (türkisch Yeniçeri, „neue Truppe“) Einheiten auf.

 

Zu Beginn bestanden die Janitscharen aus nichttürkischen Kriegsgefangenen, die unter geistlicher Anleitung zu fanatischen und dem Sultan ergeben Kriegern ausgebildet wurden. Sie werden über die nächsten Jahrhunderte die Eliteeinheit der osmanischen Armee sein und mitunter einer der Schlagkräftigsten und modernsten Einheiten in Europa sein. Diese Einheiten wurden persönlich vom Sultan in die Schlacht geführt und genossen daneben viele Privilegien im osmanischen Staat.
Eine Besonderheit war, dass später ihre Mitglieder aus dem eroberten Balkan rekrutiert wurden. Manchmal freiwillig angeworben, aber zumeist durch Zwang aus dem organsierteren Kinderraub zusammengelesen. Diese sogenannte "Knabenlese" zielte zumeist auf christliche Kinder ab, welche zu den oben angedeuteten muslimischen, dem Sultan treu ergebenen Kämpfern, ausgebildet wurden und dann in die Armee gepresst werden sollten. Dennoch war jene Truppe für ihre Loyalität berühmt. Aber nicht nur die Janitscharen waren ein Garant für den Sieg, das Osmanische Reich konnte schon zu Beginn ihres Aufstieges auf eine Gute Kavallerie setzten. Ob es nun die schwere Kavallerie, die Sipahi oder Sturmkavallerie, die Akinci waren - ihr Gewicht in der Schlacht machte oft den Unterschied aus.

 

 

Sipahis links und Akinci rechts

Mit diesen Einheiten drängten die Osmanen die Byzantiner weitestgehend aus Anatolien. Die Byzantiner zahlten 1333 dann erstmals Tribut an die Osmanen, welche 1359 im Jahre von Orhans Tot ihr Reich in der Größe verdreifacht haben - im Vergleich der territorialen Ausdehnung bei Osmans Tot. Dabei trugen die Byzantiner und die turkmenischen Nachbarn die größte Last.
Orhan brach die regionale Macht der Karesi im Jahre 1345 und konnte bei Thronstreitigkeiten im byzantinischen Reich, durch geschicktes Agieren, Beylik von Aydin an der Ägäis seinem Herrschaftsgebiet einverleiben. Damit wurden die Osmanen eine Vormacht in Kleinasien.
Als der byzantinische Kaiser Johannes VI. Kantakuzenos Hilfe von den Osmanen erfragte, nutzten diese die Gelegenheit und gaben ihnen 6.000 Mann. Orhan eroberte einige Gebiete wie die Küstengebiete am Schwarzen Meer und Edirne und wurde schließlich Imperator. Diese militärischen Erfahrungen halfen den Türken auch bei der Eroberung Rumeliens. Gleichzeitig weiteten die Osmanen ihre Macht bis Smyrna, Sardes und Milet aus. Unter ihm begann noch die Eroberung Europas indem man das Maramarameer durchschritt und 1354 Gallipoli eroberte.

Nach Orhans Tod 1359 wurde Murad I. Sultan des Osmanischen Reiches:

 

Unter seiner Herrschafft, die 30 Jahre währen wird konnten, die Osmanen Rumelien (Rumelien ist der Begriff für den Europäischen Teil des Osmanischen Reiches, im Grunde aber der Südliche Teil des Balkans) erobern. Und auch Adrianopel, die zweitwichtigste Stadt der Byzantiner, einnehmen. Jene Stadt sollte bis Konstantinopel die Hauptstadt der Osmanen sein.
Nach dem Entreißen Adrianopels von den Byzantinern, bildete sich eine Koalition zwischen Serben und Bulgaren, die sich in der Schlacht an der Maritza 1363 gegen die Osmanische Expansion zur Wehr setzen wollten. Das geschwächte byzantinische Reich konnte nur tatenlos zuschauen. Die Schlacht fand genauer gesagt unweit des Ortes Tschernomen statt, indem die Christen ein Zahlenmäßig überlegenes Heer gegen die Muslime führten. Doch am Ende siegten die Türken unter dem Feldherr Lala Şahin Paşa bzw. sein Sultan Murad I. Im Jahre 1366 wurden die Serben bei Samakowo geschlagen und zu Tributzahlungen gezwungen. Nach der Schlacht wurde der Weg frei für die Osmanen zur Eroberung des weiteren Balkanraums. Außerdem wurden die Serben und Bulgaren Vasallen und mussten im Kampf gegen die Walachen den Osmanen zur Seite stehen. Südmakedonien war von nun an Teil des osmanischen Reiches. 1379 unterwarfen sich auch die Byzantiner, einst eines der mächtigsten Reiche, den Osmanen als Vasall. 1381 wurde der Krieg gegen die Bulgaren und Serben wieder aufgenommen. Dieses führte 1383 zur Eroberung von Sofia.
Zwischen der Schlacht an der Maritza und der Schlacht auf dem Amselfeld, fanden mehrere Schlachten statt, weil das Siegesglück von Mal zu Mal wechselte. 1381 bei Paraćin und 1388 in der Herzegowina siegten die Serben und 1386 bei der Eroberung von Niš siegten die Osmanen.

 

1389 sollte die Entscheidung fallen, ob die Osmanen ihren Einflussbereich auch auf die altserbischen Ländereien ausweiten konnte oder ob man die osmanische Expansion hier schon stoppen kann. Die Serben traten mit ungefähr 20.000-25.000 Mann gegen ein 30.000-40.000 Mann starkes Heer der Osmanen an. Der genaue Schlachtverlauf ist nicht bekannt, nur das zu Beginn ein Sieg der Christen wahrscheinlicher war und das der rechte Flügel des osmanischen Angriffsheeres die Wende erbrachte. Selbst unter Zeitgenossen herrscht über den genauen Verlauf Verwirrung. Jedoch sind zwei Sachen Fakt, dass an jenem Tag der Prinz Lazar Hrebeljanović in der Schlacht fiel und das Sultan Murad I. an jenem Tag einem Attentat zum Opfer fiel. Unter der Herrschaft Murads I. konnten die Osmanen Fuß fassen in Europa und dort große Gebietsgewinne erreichen und andere Reiche als Vasallen unterwerfen. Insgesamt vergrößerte er das Gebiet von 95.000 km² auf 500.000 km², also um mehr als das Fünffache.

Nach dem Tod von Murad I. auf dem Amselfeld wurde sein Sohn Bayezid I. Sultan des osmanischen Reiches, als erstes ließ er jedoch seinen Bruder Yakub töten.

 

Unter Bayezid I. konnte man in Anatolien weitere Eroberungen machen im Jahre 1390, bei Aydin und Mentesche. Hier konnten auch einige Gebietsgewinne durch geschickte Heiratspolitik verzeichnet werden. Jedoch begann sich zu zeigen, dass der europäische Teil des Reiches der wichtigerer geworden ist. Außerdem entwickelte sich, im immer größer werdenden Reich, ein dem europäischen Lehnswesen ähnliches System, aber es entwickelte sich keine Leibeigenschaft.
Im Jahre 1396 besiegte er den ungarischen König Sigismund und sein Kreuzfahrerheer (Manchmal auch als der letzte Kreuzzug bezeichnet) in der Schlacht von Nikopolis.

 

Dort schlug man das größte Kreuzfahrerheer in die Flucht, aber dieser Sieg wurde teuer bezahlt, denn auch die Osmanen und ihr Vasall Serbien mussten schwere Verluste davon tragen. Zu Beginn der Schlacht preschten die schwer gepanzerten Ritter auf das Plateau vor, auf dem Bayezid seine Armee aufgestellt hatte. Mann versuchte mit der Infanterie zu folgen, sodass die Einheiten nicht getrennt agieren mussten. Dies was jedoch von Bayezid I. gewollt und ließ die in der Vorhut postierten Akinci, zu den Janitscharen ausweichen und die Ritter durch seine Bogenschützen unter Beschuss nehmen. Als die Ritter sich der neuen Bedrohung zuwenden wollten, waren jene aber hinter einem mit Pfählen verhauenen Feld postiert, sodass sie von den Pferden absteigen mussten und so zu Fuß weiterkämpften. Doch die Ritter erreichten die Bogenschützen und Janitscharen, und setzten diesen schwer zu. Nun setzte Bayezid seine schwere Reiterei, die Sipahi, gegen die inzwischen erschöpften Ritter ein. Mit angelegter Lanze und in Formation machten sie die einzeln und zu Fuß kämpfenden Ritter nieder. Als dann die Siebenbürgischen und Walachischen Einheiten desertierten und auf dem Rückzug die ungarischen Reihen durcheinander brachten, konnten jene den Osmanen nicht lange standhalten.

Ebenfalls wurde durch Bayezid I. das erste Mal Konstantinopel belagert, diese konnte aber durch Zugeständnisse durch den byzantinischen Kaiser Manuel Palaiologos beendet werden. Als Bayezid I. heiratete konnte er als Mitgift das Gebiet um Kütahya annektieren. 1402 kamen die Eroberungen der Osmanen und Bayezid I. zu einem abrupten Ende, da die Mongolen eine Invasion in Kleinasien durchführten.
Bei der Schlacht von Ankara wurde der Sultan gefangen genommen. Die Mongolen siegten durch ihre Überlegenheit in Bezug auf Mannstärke und beim Aspekt, dass sie die Brunnen weit und breit vernichteten und viele Soldaten des Sultans verdursteten, was Ihnen in dem darauffolgenden zwanzigstündigen Kampf den Rest gab. In der Gefangenschaft starb dann Bayezid I.

Mit dem Tod von Bayezid I. fiel das Reich in Anarchistische Zustände (Osmanisches Interregnum), da die vier Söhne Bayezids einen Nachfolgekampf um den Thron ausfochten. Timur (Der Mongolen Anführer) wies dreien der Söhne Teile des einstigen Reiches zu: Süleyman, dem ältesten Sohn, die europäischen Teile, İsa Westanatolien und Mehmed das Gebiet Zentralanatolien. Mehmed, konnte nach dem Zerfall des Mongolen Reiches unter Timur, nach dessen Tod einige der annektierten Emirate als Vasallen an sich binden. Mehmed konnte ebenfalls İsa in Westanatolien schlagen. Währenddessen ließ sich Süleyman in Adrianopel zum Sultan ausrufen. Süleyman hatte die Unterstützung der europäischen Vasallen und das Wohlwollen von Byzanz, das sich der Tributzahlungen entledigt hatte und wiedererstarkte. Außerdem erschien bald darauf mit Musa ein weiterer Bruder, dieser war mit seinem Vater in Gefangenschaft. Nachdem dieser Macht erlangte, konnte er Süleyman in Adrianopel besiegen. Aber Musa verfolgte eine härtere Linie in Europa wie Süleyman und hatte deswegen nicht das Wohlwollen der Vasallen und von Byzanz. Diese baten schlussendlich Mehmed um Hilfe.
1413 kam es auf dem Balkan zur Entscheidungsschlacht, durch die Musa zu Tode kam und Mehmed zum Sultan des nun wiedervereinigten Reiches wurde.

 

Sein Regierungsantritt war von Friedenswillen gekennzeichnet. Er schloss mit Venedig Frieden. Auch die alte Vormachtstellung auf dem Balkan und in Anatolien konnte erhalten werden, da die Oberhoheit der Osmanen niemals in Frage gestellt wurde. Auch hatte Mehmed gute Beziehungen zum byzantinischen Herrscherhaus.
Eine Derwischrevolte wurde niedergeschlagen. Jedoch starb Mehmed im Jahre 1421 in Adrianopel.

Sein Nachfolger auf den Thron des Sultans wurde sein Sohn Murad II.:

 

Der Beginn seines Regierungsantritts verlief schwierig, da einige Fürsten und der byzantinische Kaiser Manuel II. Palaiologos den Versuch seines Onkels Mustafa ("falscher Mustafa") den Thron anzueignen unterstützten. Dies führte bald zu Schwierigkeiten, sodass eine weitere Belagerung von Konstantinopel 1422 abgebrochen werden musste. Die Abtrünnigen wurden jedoch bald besiegt und Mustafa hingerichtet, ebenso sein jüngerer Bruder, der seinen Anspruch auf den Thron anmeldete. Murad II. festigte in den darauffolgenden Jahren die osmanische Herrschaft in Westanatolien und in dem Balkanraum.
Im Jahre 1430 eroberte er Saloniki, außerdem betrieb er einen langen Kampf mit den Ungarn und Bosniern, bei dem die Osmanen vor allem gegen Johann Hunyadi viele schwere Rückschläge erlitten. Daraufhin schloss er 1444 in Szegedin einen zehnjährigen Vertrag ab, in dem er Gebietsansprüche auf Serbien aufgab und Georg Branković als serbischen Regenten anerkannte. Kurz danach dankte er als Sultan des osmanischen Reiches ab, tief betroffen vom Tod seines ältesten Sohns Ala-ud-din. Sein zweiter Sohn Mehmed II. wurde dann für zwei Jahre Sultan, jedoch war er zu Beginn seines Regierungsantritts Vierzehn Jahr alt. Aber als dann die Christlichen Mächte Vertragsbruch begingen und die Osmanen angriffen, war der unerfahrene Herrscher überfordert und so kehrte Murad II. aus seinem Ruhestand aus Magnesia zurück. Dieser schlug die christlichen Einheiten bei Plewen vernichtend. Daraufhin zog er sich wieder in den Ruhestand, doch dieses war nur für kurze Zeit, denn ein Aufstand der Janitscharen veranlasste ihn, wieder die Macht zu übernehmen. Die nächsten Jahre verbrachte er noch auf Kriegszügen in Europa, wobei er in Serbien auf dem Amselfeld abermals Hunyadi besiegte (17.–19. Oktober 1448). Als die Lage auf dem Balkan stabilisiert war, wandte er sich nach Osten und besiegte Timur Lenks Sohn Schah-Rukh und die Emirate von Karaman und Çorum-Amasya. Murad II. starb im Jahre 1451 in Adrianopel.

Mehmed II. wurde 1451 nach dem Tod seines Vaters Sultan des Osmanischen Reiches.

 

Unter Mehmed II. wird das Osmanische Reich wie nie zuvor sich Ausdehnen und bis Süleyman dem Prächtigen erst wieder solche großen gebietsgewinne erreichen. Gleich nach seiner Thronbesteigung machte sich Mehmed II. motiviert von dem berühmten Islamischen Gelehrten Akşemseddin bereit den Goldenen Apfel zu Pflücken, also Konstantinopel zu erobern. (Bei den Osmanen hatte der goldene Apfel hohe mythische Bedeutung und galt als Objekt allen Strebens und Glücks)

 

Aber die Eroberung Konstantinopels sollte nicht nur das Pflücken des Goldenen Apfels sein, denn Byzanz war Mehmed auch ein Dorn im Auge, weil es mit Orhan einen osmanischen Thronprätendenten aufstellte und er es nicht soweit kommen lassen wollte, wie es einst mit dem „falschen“ Mustafa war. Und christliche Mächte, wie die italienischen Staaten, die Konstantinopel als Stützpunkt nutzten, um ihre Seeüberlegenheit zu sichern. Aber auch da diese Stadt als Umschlagsplatz für viele Handelsgüter war. Byzanz, das nur noch ein Schatten seiner selbst war und nur noch teile Thrakiens (Umland um Konstantinopel) und ein paar kleine Inseln in der Ägäis kontrollierte, sah sich im Jahre 1453 dem immer weiter expandierenden und mächtigen Osmanischen Reich entgegen. Die militärische Ausgangslage sah ebenfalls wie ein Sieg für die Türken aus, den jene konnten rund 100.000 Mann aufbieten, während die Byzantiner nur rund 10.000 Mann zur Verteidigung hatten. Die Belagerung dauerte insgesamt nur 54 Tage. Die Osmanen beschossen die riesigen Festungsanlagen mit ihren neuen Kanonen, darunter auch das legendäre Konstantinopel-Geschütz das mit über acht Meter Länge und einem Durchmesser von ungefähr 75 cm 550kg-600kg schwere Stein oder Eisenkugeln verschoss. Jenes Geschütz und viele andere großkalibrige Kanonen der Osmanen zerschossen nach und nach die Festungsmauern. Aber erste Angriffe der Osmanen konnten die Byzantiner abwehren.

Aber die Zeit schlug für die türkischen Eroberer, denn die Lebensmittelreserven wurden immer knapper und die Soldaten wurden kriegsmüde. Aber auch bei den Osmanen wurden langsam kritische Stimmen laut, denn auch dort war die Versorgungslage schwierig und von Tag zu Tag die Angst, dass christliche Truppen zur Unterstützung für die Byzantiner kommen könnte. Am 29. Mai sollte sich aber alles ändern, morgens um ca. 1:30 Uhr begann ein Sturmangriff auf die gesamte Länge der Mauern. In insgesamt 3 Angriffswellen lief der Kampf ab, zuerst von irregulären Truppen, dann von regulären Truppen und dann von den Janitscharen. Durch einen glücklichen Fund, konnte ein Durchbruch erzwungen werden, denn die Janitscharen entdeckten eine nicht verriegelte Tür, indem sie in die Festung gelangten und die Tore öffnen konnten, durch jene die Eroberer in die Stadt eindringen konnten und Erobern, die verteidigenden Truppen lösten sich schnell auf.

 

Laut eines byzantinischen Geschichtsschreibers, der von einem Turm die Schlacht beobachtete, war die Metropole um ca. 8:30 Uhr in osmanischer Hand. Damit war die damalige größte Stadt, der Christenheit, das zweite Rom an die Muslime gefallen. Die Konstantinopel zu ihrer Hauptstadt machten.

 

Nach der Eroberung mussten sich auch die letzten byzantinischen Inseln in der Ägäis dem Sultan ergeben. Aber man versuchte die in Konstantinopel ansässige griechische und jüdische Bevölkerung zum Bleiben bewegen und dort neue anzusiedeln. Aber die Osmanen setzten in ihrer neuen Hauptstadt auch Zeichen, z.B. wurde die Kirche Hagia Sophia in eine Moschee umgebaut oder dem Topkapi Palast, mit dessen Bau schon kurz nach der Eroberung begonnen wurde.

 

 

Nach diesem Sieg konnte er noch weitere Gebiete erobern, darunter Teile Serbiens und Griechenlands, das Kaiserreich Trapezunt (mit ihrer Eroberung ging der Restliche Überbleibsel byzantinischer Staatlichkeit verloren), Bosnien, Karaman, die Krim, Albanien ganz besonders war der Konflikt auf dem Balkan zwischen Mehmed II. und Vlad III. dem Phäler. Die Walachen kämpften gegen die Osmanen damals mit Guerillataktiken und konnten jene bei ihrer Expansion behindern, erst nach Vlads tot konnten die Türken die Walachei einnehmen und wurden da von den unzähligen gephälten Leichen seiner vertrautesten Beamten empfangen. Selbst in Italien konnten die Osmanen kurzweilig unter ihm Fuss fassen und Otranto erobern, dies aber nach seinem Tod aufgegeben werden musste. Aber neben Kriegen und Eroberungen (angeblich hat er mehr als 200 Städte erobert) war Mehmed II. ein großer Förderer von Kunst und Wissenschaft in seinem Reich. Er ließ 300 Moscheen, 57 Medresen (islamische Hochschulen) und 59 Bäder errichten.
Mehmed II. starb 1481.

Sein Nachfolger auf den Thron war sein Sohn Bayezid II.:

 

 

Er kam in einem mächtigen Reich an die Macht das Große gebietsgewinne zu verzeichnen hatte durch seinen Vater Mehmed II.
(auf der Karte die Blauen gebiete)

 


(teil 2) / (teil 3) / (teil 4) / (teil 5)

Doch unter Bayezid II. schwächte sich der Eroberungsdrang der Osmanen merklich ab. Zu einem lag das daran, dass sein Bruder als Geisel genommen wurde und man ihn damit erpresste. Auch das er nicht so vom kriegerischen Geist beseelt war wie sein Vater, war hinderlich. So brach er eine Belagerung von Rhodos nach den ersten Hindernissen ab. Und um des Friedens willen, machte er Zugeständnisse an Venedig und verminderte den von Ragusa eingeforderten Tribut. Seine Kriege hatten eher den Charakter von Raubzügen, jedoch hielt der Frieden mit der Republik Venedig nicht lange, da die Republik immer mehr Macht in der Ägäis erlangte und so eine Bedrohung für die Osmanen wurde. Diese Ereignisse und auch die Eroberung Zyperns durch die Venezianer veranlassten Bayezid II. zu einem ernsthafteren Unternehmen. Denn 1499 brach ein Krieg mit Venedig aus der bis 1502 anhielt. Dabei konnten sich die Osmanen aber behaupten und sich Lepanto und Modon (Die Belagerung von Modon führte er persönlich im Jahre 1500 durch), Coron und Navarino auf der Morea einverleiben. Diese Eroberungen stellten den Höhepunkt der Expansion in Europa unter Bayezid II. da, wobei sein Reich von Süden her bedroht wurde, wohin die Mamelukken ihren Machtbereich weiter ausgedehnt haben und einen großen Sieg gegen jene Osmanen 1488 erreicht haben.
Im Osten kamen die Safawiden, die den Sultan unter Druck setzten. Die letzten Jahre seines Lebens waren gekennzeichnet vom Einfluss der Safawiden in Kleinasien und den Machtkämpfen seiner drei Söhne, die eigentlich in Anatolien für Sicherheit sorgen sollten. Dies verbitterte ihn zunehmend und als 1509 ein Erdbeben Kostantinopel in Trümmer legte, erschien sein Sohn Selim in Adrianopel, wo Bayezid II. Zuflucht gesucht hatte. Dort wurde er zur Abdankung gezwungen und starb kurze Zeit später.

Sein Nachfolger auf den Thron wird Selim I.:

 

Selim I. wird in der Geschichte als strenggläubiger Muslime (er war Sunnit, Schiitischer Glaubensrichtung) beschrieben. Dies führte auch zu seinen erstem Feldzug und zwar gegen das schiitische Persien (Safawiden Dynasti) unter Schah Ismael I, die es als Provokation auffassten, dass der Osmanische Sultan Schiitisch ist. Diese Auseinandersetzung endete 1514 mit der Schlacht von Tschaldiran, in jener die Osmanen die Perser vernichtend schlagen konnten. Die Folgen daraus sind die Eroberung Ostanatoliens und die Safawidenhauptstadt Täbris. Mit diesem Ostanatolien hatte Selim I. eine Basis zur Eroberung des Zweistromlandes (Mesopotamien), dass er kurz nach dem Konflikt mit den Safawiden unterwarf. Nach diesen Erfolgen wandte sich Selim I. Richtung Süden, genauer gesagt gegen die Mamelukken. In einem großen Feldzug gegen sie, vertrieben die Osmanen die Mamelukken zunächst 1516 aus Syrien, wo die Mamelukken bei Mardsch Dabic vor Aleppo verloren und 1517 aus Palästina. Danach rückten sie in Ägypten ein, wo sie die Mamelukken erneut schlagen konnten, bei Raydaniyya vor Kairo. Kairo konnte kurz danach eingenommen werden.
Eine letzte Schlacht bei Gizeh gewannen die Osmanen, wo auch der Sultan der Mamelukken gefangen genommen werden konnte. Jener wurde später hingerichtet, sein Tod bedeutete nicht nur seine Vernichtung sondern auch die des Mamelukken Reiches das von jetzt an zum Osmanischen Reich gehörte. Den Rest Ägyptens konnte Selim I. schnell unter seine Kontrolle bringen. Nach jenen Erfolgen unterwarfen sich ihm große Teile der Arabischen Halbinsel, sodass nun auch die Heiligen Stätten des Islam Mekka und Medina zu den Osmanen gehörte.


Aufstieg

Blütezeit
(Mekka)

Somit war der Sultan verpflichtet die Pilgerwege zu schützen, sowie die Pilgernden und die Versorgung der Heiligenstädten sicher zu stellen. Gleichbedeutend wurde der osmanische Herrscher Kalif (Offizielle Nachfolger des Propheten Mohammed) und damit ist er eine der führenden Figuren in der Islamischen Kultur. Das Osmanische Reich beherrschte zu diesem Zeitpunkt einen großen Teil der islamischen Welt und konnte große Gebietsgewinne verzeichnen. Von ca. 2.375.000 Quadratkilometer auf ca. 6.557.000 Quadratkilometer.
Diese Erfolge beruhten aber auf die Reformen, die Selim I. in die Wege leitete, indem die Artillerie modernisiert wurde und die große Macht der Janitscharen gebrochen wurde aber auch mit dem Bau einer eigenen Flotte. Als Selim I. sich auf eine Expedition auf Rhodos vorbereitete, erkrankte er und starb in seinem Neunten Regenten Jahr.

Sein Nachfolger auf den Thron wurde Süleyman I. der Große (auch "der Prächtige" oder "der Gesetzgeber"):

 

Unter seiner Herrschafft würde das Osmanische Reich einen Machtzuwachs wie nie zuvor oder danach erleben. Er würde zum bekanntesten Herrscher der Osmanischen Geschichte werden und die längste Regierungszeit haben. Dieser Machtzuwachs begann 1520 schon bei seiner Thronbesteigung, als die üblichen Tributzahlungen von den Ungarn verweigert wurde. Dieser Vorfall gab ihm den Grund, gegen sie einen Feldzug zu unternehmen. Dieser endete mit großen Eroberungen und Siegen der Osmanen, wie die Städte Schabatz und Semlin. Die Stadt Belgrad konnte im Jahr 1521 durch eine Belagerung erobert werden, indem er zuerst das Umland um Belgrad einnahm und dann nach und nach die Unterstadt eroberten. Nach weiteren Kämpfen und auch Verhandlungen, wurde die Oberstadt und damit Belgrad an die türkischen Eroberer übergeben.
1522 griff er mit seiner Armee die Insel Rhodos an, die nach sechsmonatiger Belagerung kapitulieren musste und dann in das Osmanische Reich eingegliedert wurden. Die Verteidiger, die Ritter des Johanniterordens erhielten freien Abzug. Im Jahre 1526 zog Süleyman wieder gegen Ungarn, als es erneut Tributzahlungen verweigerte und konnte jene bei der Schlacht bei Mohács vernichtend schlagen.

 

 

Die Schlacht bei Mohács

Dort fand nicht nur das erste geschichtlich registrierte Artillerie-Sperrfeuer statt (Durch die Osmanen, bei ihnen spielte Artillerie ein wichtige Rolle in der Kriegsführung), sondern es starb auch der Ungarische König Ludwig II. Nach diesem Sieg konnten die Osmanen große Teile Ungarns und Kroatiens erobern. 1529 erfolgte ein dritter Feldzug nach Ungarn, in welchem die Stadt Ofen (Buda, späterer Stadtteil von Budapest) erobert werden konnte. Er drang mit seiner Armee bis nach Wien vor, das er in der ersten Wiener Türkenbelagerung versuchte einzunehmen.

 

 

Erste Wiener Türkenbelagerung durch Süleyman dem Prächtigen

Die Vorboten dieser Belagerung waren die Akinci, da diese unbesoldet waren und durch Plünderung und Versklavung ihr Geld machten, tauchten sie meist auch in anderen Schlachten und Eroberungen als erstes auf und plünderten das Wiener Umland. Die Wiener jedoch wussten um die Gefahr, die die Osmanen darstellten und versuchten daher sich in eine möglichst gute Ausgangslage zu bringen um die Türken abzuwehren- jedoch teilweise ungenügend, weil damit zu Spät angefangen wurde. Als Süleyman mit seiner Armee die Stadt umschlossen hatte, schickte er eine Delegation die den Wienern eine Kapitulation nahelegte und in diesem Fall eine Verschonung von der Stadtgarnison und Bevölkerung Garantierte. Bei einer Weigerung hingegen würde das Osmanische Heer die Stadt erstürmen. Doch sie schickten die Unterhändler zurück, ohne auf die Forderungen eingegangen zu sein.

Die osmanische Artillerie begann daraufhin mit dem Beschuss auf Wien, dass jedoch kaum Wirkung zeigte da sie nur leichte Geschütze zur Verfügung hatten. Schwere Belagerungsgeschütze konnten nicht herangebracht werden, da die Wege durch Schlechtes Wetter aufgeweicht waren. Danach versuchte man die Wiener Stadtmauern zu Unterminieren, um eine Bresche in die Mauer zu sprengen. Die Artillerie feuerte dafür unaufhörlich als Ablenkung weiter. Doch der Plan der Unterminierung scheiterte als ein Christlicher Überläufer den Wienern die Osmanischen Pläne verriet. Tiroler Bergleute, die zunächst für die Verteidigung der Stadt gekommen waren, hoben Gegenminen aus wobei man nach einiger Zeit auf die Osmanischen Mineure traf. Dabei kam es zu heftigen unterirdischen Kämpfen. Feuerwaffen konnte man jedoch kaum einsetzen da die Mineure Fässer mit Schießpulver mit sich führten. Nach und Nach gewannen die Verteidiger bei diesen Auseinandersetzungen die Oberhand da sie besser gepanzert waren. Allerdings alle Minen wurden nicht entdeckt und so sprengten die Osmanen doch einige Breschen in die Wiener Stadtmauer. Die Verteidiger errichteten Palisaden hinter den Breschen, hoben Gräben aus und bildeten dichte Formationen aus Pikenieren und Arkebusieren, gegen die die Janitscharen wenig auszurichten vermochten. Am 12. Oktober sprengten die Osmanen eine besonders große Bresche in die Stadtmauern, die sog. Sulaimann-"Bresche", auf die dann der größte Osmanische Angriff bisher erfolgte. Jedoch konnten sich die Sturmtruppen nicht durchsetzen und verloren mehr als 1200 Janitscharen. Am späten Abend desselben Tages berief Süleyman I. einen Kriegsrat in seinem Lager ein. Die Versorgungslage des Osmanischen Heeres war zu diesem Zeitpunkt äußerst schlecht, da der Nachschub durch die völlig aufgeweichten Straßen aufgehalten wurde. Zudem stand der Wintereinbruch bevor, der eine Belagerung begrenzte. Selbst die Janitscharen äußerten dem Sultan ihren Unmut. Doch Süleymann konnte sie mit der Zusicherung einer großen Belohnung zu einem letzten Sturmangriff überreden, bevor man die Belagerung aufgrund der Schlechten Wetterlage abbrechen musste. Am 14. Oktober sprengten die Osmanen eine Bresche in das Kärntnertor, doch dabei fiel der Schutt nach außen, so dass die Erstürmung äußerst gefährlich war. Die Pikeniere der Verteidiger stellten sich den Janitscharen in dichter Formation entgegen, wie in den vorherigen Gefechten, so dass sich diese erneut unter schweren Verlusten zurückziehen mussten. Die Osmanen zogen damit auch komplett von Wien davon, die Belagerung war unter schweren Verlusten für die Osmanen zu Ende und Wien sowie das Christliche Abendland mit dem Schrecken davon gekommen. Süleymann aber empfand dies nicht als Niederlage seiner Truppen, sondern war der Meinung nur durch das schlechte Wetter sich zurückziehen zu müssen.

In den nächsten Jahren wandte sich Süleymann nun dem Osten zu wo er drei Feldzüge gegen die Safawiden führte. Im Herbst 1533 konnte man schon die Festungen Ardschisch, Ahlat und Van erobern und am 13. Juli 1534 schließlich, die persische Hauptstadt Tabriz einnehmen. Auch Bagdad wurde noch am 4. Dezember desselben Jahres besetzt und von dort das eroberte Land organisiert. Zur selben Zeit nahm die Flotte Süleymans unter Khair ad-Din Barbarossa, den Spaniern 1533 Koroni in Griechenland und unterwarf 1534 Tunis, welches aber 1535 durch Karls V. Tunisfeldzug wieder verloren ging. Am 28. September 1538 konnte Khair ad-Din Barbarossa, die in der Überzahl stehende Flotte der Heiligen Liga in der Seeschlacht von Prevesa besiegen.

 

Seeschlacht von Prevesa

1541 unterwarf Süleyman mehr als die Hälfte Ungarns, und Zápolyas Sohn musste sich mit Siebenbürgen begnügen. Im Jahre 1547 wurde ein fünfjähriger Waffenstillstand mit dem Habsburger Reich geschlossen, nach welchem Süleyman ein jährlicher Tribut von 50.000 Dukaten gezahlt wurde. Hierauf unternahm er einen zweijährigen Krieg gegen Persien und erneuerte 1551 den Krieg in Ungarn, wo erst 1562 ein Friedensabkommen zustande kam. Schon mehr als 70 Jahre alt, brach Süleiman 1566 zu einem abermaligen Heereszug gegen Ungarn auf, starb aber während der Belagerung von Szigetvár am 5. September 1566. Süleyman I. stand persönlich an der Spitze von 13 großen Feldzügen. Davon führten 10 nach Europa und nur 3 auf asiatisches Territorium, dabei sind die Seekriege nicht mit eingerechnet.


Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5 / Teil 6

In seiner Herrschaft erlebte die Innenpolitik und das Rechtswesen eine neue Richtung, sodass er den Beinamen Kanuni (Kanuni=Gesetzgeber) bekam. Schon kurz nach seinem Amtsantritt gab er Güter, die von seinem Vater eingezogen waren, wieder zurück und startete eine Kampagne zur Bestrafung und Disziplinierung der Staatsdiener. Außerdem betätigte er sich im großen Maße als Gesetzgeber. Da schon grundlegende Fragen des Straf- wie auch des Verfassungsrechts bereits im Gesetzbuch Mehmeds II. geregelt worden war, befasst sich der Süleymans Namen tragende Codex vor allem mit Finanz-, Steuer- und Bodenrecht, wobei erstmalig auch bestehendes Gewohnheitsrecht kodifiziert wurde. Auch sollte durch ergänzende Bestimmungen Lücken in den Bestimmungen der Scharia ausgefüllt werden. (Die Scharia ist das unabänderliche Religiöse Gesetzbuch des Islam)

Auf Süleyman dem Prächtigen folgte Selim II. "Der Trunkenbold" auf den Thron des Osmanischen Reiches:

 

Selim II. war Süleymans dritter Sohn, aber der von seiner Lieblingsfrau und so kam er auf den Osmanischen Thron. Zu Beginn seiner Regierungszeit machte er mit all seinen Nachbarstaaten Frieden. Außerdem war er der erste osmanische Sultan, der die Kriegsführung jemand anderes aus seinem Reich, wie seinem Schwager dem Großwesir Sokollu Mehmed Pascha. Um die Politik würde er sich auch nur wenig kümmern und so übernahm dies seine Frau. Dies war der Beginn der sog. "Weiberherrschafft", ein Begriff, der die Frauen der Sultane die reale Macht im Osmanischen Reich zustand, sie würden später dafür sorgen, dass die Großwesire kaum länger als ein Jahr im Amt blieben und so die nötigen Reformen nicht eingeleitet werden, was wohl zum Zerfall des Reiches seinen Teil beitrug. Auf seine Anordnung wurde in den Jahren 1568-1575 die Selimiye-Moschee in Edirne vom zu der Zeit berühmtesten Baumeister "Mimar" Sinan errichtet. Außerdem schickte er muslimische Missionare sowie 30.000 Janitscharen um die asiatischen muslimischen Staaten zu unterstützen. Obwohl von Osmanischen Territorien umschlossen und wie eine feindliche Galeere im Meer der Türken schwimmend, blieb Zypern noch lange unbehelligt. Doch Selim meinte, dass diese Insel ein Unruheherd in dieser Region seien und dies den Interessen der Menschen dieser Region wiederspreche. Außerdem war es über lange Zeit muslimisches Territorium und zuletzt auch den Mamelukken tributpflichtig. Und besonders schwer würde der Umstand sein, dass von Zypern aus Christliche Piratenflotten operieren, würden die die Pilgerreisen zu den heiligen Stätten des Islams gefährdeten und den Verkehr auf den Handelsrouten zwischen Ägypten und dem osmanischen Kernland fast zum Erliegen brächten. So wurde die Insel 1571 unter Lala Mustafa Pascha nach Sechs Monaten Belagerung eingenommen. Ende 1571 fand in der Meerenge von Nafpaktos die Seeschlacht von Lepanto statt. Nach nur drei Stunden hatten die Osmanen diese Schlacht und ihre Mittelmeerflotte verloren.

 

 

Seeschlacht von Lepanto

Während der Schlacht wurde der Oberbefehlshaber der Osmanischen Flotte Kaptan Ali Pascha getötet, als sein Flaggschiff geentert wurde. Im Gegenzug konnten die Türken unter dem stellvertretenden Flottenchef (Kilic - späterer Beiname) Ali Pascha das Flaggschiff der Malteser erobern und deren Banner Selim II. übergeben. Die Folgen, die sich daraus ergaben war, dass der Mythos der unbesiegbaren Osmanen gebrochen war und der Traum einer Weltmacht zur See für die Osmanen gestorben war. Für die Heilige Liga, mit Spanien, Venedig und Genua, war der Sieg psychologisch wichtig. Die Osmanische Flotte hatte schon binnen Jahresfrist ihre Verluste ausgeglichen und verfügte wieder über ihre ursprüngliche Stärke. Auch Großwesir Sokollu Mehmed Pascha zeigte sich von der Niederlage unbeeindruckt, als er dem Venezianischen Botschafter in Konstantinopel den Unterschied zwischen Eurer und unserer Niederlage diktierte:

Indem wir Euch das Königreich Zypern entrissen haben, haben wir Euch einen Arm abgetrennt. Indem Ihr unsere Flotte besiegt habt, habt Ihr uns nur den Bart abrasiert. Der Arm wächst nicht wieder nach, aber der Bart wächst nun umso dichter.

1572 ließ er die Hagia Sophia in Konstantinopel sowie die Al-Harum Mosche in Mekka renovieren. Im selben Jahr erlaubte er auch den Krimtartaren einen Feldzug gegen das Russische Reich zu führen. Der Feldzug endete für die Hohe Pforte erfolgreich und so wurde Russland gegenüber den Osmanen tributpflichtig. 1573 wurde unter ihm auch Tunesien erobert. Sultan Selim II. starb 8 Jahre nach seiner Thronbesteigung durch einen Sturz im Vollrausch. Seinen Beinamen "Der Trunkenbolt" erhielt er da er ausschweifende Feste und große Weingelage feierte, weswegen er in der Forschung für alkoholkrank gehalten wird.


Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5


Sultane

 
 
Die Sultane des Osmanischen Reiches
Sultan Herrschaftszeit
Osman I.
Orhan I.
Murad I.
Bayezid I.
Mehmed I.
Murad II.
Mehmed II.
Bayezid II.
Selim I.
Süleymann I.
Selim II.
Murad III.
Mehmed III.
Ahmed I.
Mustafa I.
Osman II.
Murad IV.
Ibrahim
Mehmed IV.
Süleyman II.
Ahmed II.
Mustafa II.
Ahmed III.
Mahmud I.
Osman III.
Mustafa III.
Abdülhamid I.
Selim III.
Mustafa IV.
Mahmud II.
Abdülmecid I.
Abdülaziz
Murad V.
Abdülhamid II.
Mehmed V.
Mehmed VI.
1288–1326
1326–1359
1359–1389
1389–1402
1413–1421
1421–1444 und 1446–1451
1444–1446 und 1451–1481
1481–1512
1512–1520
1520–1566
1566–1574
1574–1595
1595–1603
1603–1617
1617–1618 und 1622–1623
1618–1622
1623–1640
1640–1648
1648–1687
1687–1691
1691–1695
1695–1703
1703–1730
1730–1754
1754–1757
1757–1774
1774–1789
1789–1807
1807–1808
1808–1839
1839–1861
1861–1876
1876
1876–1909
1909–1918
1918–1922


Untergang

 

Zusammenfassung und Niedergang

Im Jahre 1453 durch die Eroberung Konstantinopels, später umbenannt in Istanbul, wurden die Osmanen ein wichtiger Staat in der Europäischen Politik und für den Handel. Im 15. Jahrhundert konnten die Osmanen die Eroberung der Balkanhalbinsel vollenden sowie Anatoliens und des Krimkanals. 1516 eroberten sie Syrien und Palästina, 1517 Ägypten wo sie die Mamelucken besiegt haben, die in Kairo ihre Herrschaft hatten. Schließlich eroberten die Osmanen den Hedjaz mit den Heiligen-Stätten Mekka und Medina. Von nun an galt der Osmanische Sultan als Führer der Islamischen gläubigen.
Süleymann der Große (unter den Europäern als der prächtige bekannt) führte dann das Osmanische Imperium zum Höhepunkt seiner Macht indem er den Christen Rhodos nahm sowie Belgrad und einen großen Teil Ungarns. Nicht nur das es der Osmanischen Flotte gelang die spanische Armada von ihren Gebieten fern zu halten man konnte sich sogar den Arabesken Staaten bemächtigen (Algerien, Tunesien, Tripolitanien).
Das Scheidejahr 1529, in diesem Jahr wurde die Residenz der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutsche Nation, Wien, belagert. Das die Stadt belagert wurde war im Nachhinein ein Fehler da man keine großen Angriffe durchführte sondern nur kleine Stoßtrupps schickte, dadurch gaben sie einer Deutsch-Polnischen Armee Zeit, um die Stadt zu entsetzen und zu befreien - die Türken wurden vernichtend geschlagen. Dies war der Beginn des Niedergangs. Um dem Vielvölkerstaat Stabilität gewähren zu können, wurden Religionsfreiheit und Traditionen in den jeweiligen Gebieten gewährt im Austausch gegen Steuern und Soldaten.


(teil 2) / (teil 3) / (teil 4) / (teil 5)

Seit der Niederlage bei Wien, begann das Imperium langsam aber stetig immer kleiner zu werden. In den Jahren um 1571 erlebten die Osmanen ihre ersten Niederlagen gegen die Christen in Moldawien, Ungarn vor allem aber bei Lepante, wo sie gegen die Flotte der Heiligen-Liga ( Vatikan, Venedig, Spanien ) verloren. Aber das Reich hatte auch noch mit inneren Problemen zu kämpfen, 1622 wurde der Sultan ermordet und bei der Modernisierung waren die Osmanen schlechter als die Europäer, als dann noch die Währung stark herabgesetzt wurde, kam es zu Finanziellen Problemen und Aufständen in den Europäischen Provinzen.
1683 wurden die Osmanen dann bei Wien erneut besiegt. Diese Niederlage läutete das Ende ein, sie verloren Ungarn, Transsylvanien ( Siebenbürgen ) und Podolien. Im Jahre 1699 dann Nordserbien und den Westteil der Walachei. Die Perser eroberten sich auch Provinzen ( vor allem Tabriz ), und die Russen übernahmen die Kontrolle über die Krim und einen Teil der Schwarzmeerküste ( Krimkanal/ Kaukasus ), nach dem Ende des 6. Russisch-Türkischen (1768-1774).
Das Osmanische Reich entwickelte sich zum kranken Mann vom Bosporus (der Ausdruck stammte von Zar Nikolaus I). Durch die schlechte Politik wurden dann auch die Autonomie Bewegungen
auf dem Balkan stark gefördert. Im Londoner Protokoll von 1830 wurde Griechenland die Unabhängigkeit zugestanden. In Afrika spaltete sich ein gewisser Mehmet Ali mit seinem Ägypten von den Osmanen ab, er weitete seine Herrschaft über den Sudan, den Hedjaz und Arabien aus. Erst durch die Intervention Großbritanniens, Russlands, Preußens und Österreichs Konnte er bezwungen werden (1840/41). 1830 landeten auch die Franzosen in Algerien und später in Tunesien die Italiener 1891 in Tripolitanien. 1870 kam es zu Konflikten in Bosnien, Serbien, Rumänien und Bulgarien.
Im Jahre 1878 kam man in Berlin zusammen um über Gebietsaufteilungen zu Ungunsten des Osmanischen Reiches beraten, dabei wurde Montenegro, Serbien, Rumänien unabhängig es wurde auch ein Königreich Bulgarien geschaffen. Griechenland annektierte
Thessalien und Österreich-Ungarn besetzte Bosnien-Herzegowina sowie Zypern den Engländern und Georgien den Russen. Ende des 19. Jahrhunderts war dann das Osmanische Reich besiegt nicht nur in Militärischer Hinsicht.


Teil 2

Der letzte Akt der Auflösung war dann der Erste Weltkrieg an dem man auf der Seite des Deutschen Reiches und Österreich-Ungarn teilnahm. Um das Reich schneller zu besiegen, unterstützten die Engländer und Franzosen die Nationalistischen Bewegungen der Araber in den osmanischen Gebieten. Im 1920er Friedensabkommen von Sevres zwischen den Siegermächten und dem besiegten Osmanischen Reich, wurden die im Sykes-Picot abkommen festgelegten Grenzen im Großen und Ganzen bestätigt.

- Thrakien und Izmir kamen an Griechenland
- Ein Armenischer Staat sollte geschaffen werden
- Und den Kurden die Unabhängigkeit gewährt werden
- Die Arabischen Provinzen kamen unter die Kontrolle des Völkerbundes wo Franzosen
und Engländer ein Mandat darüber erteilte
- Und die Mehrengen sollten Internationalisiert werden

Das Osmanische Reich hatte sich fast vollständig aufgelöst, übrig blieb nur noch ein Teil Anatoliens. In diesem Zusammenhang entstand die heutige Türkei, weil sich Istanbul sich nicht gegen die Auflösung des Reiches werte, beschloss ein Osmanischer Offizier die Türkei in die Unabhängigkeit zu führen. Mustafa Kemal Pasha ( bald nur noch Atatürk, also Vater der Türken) wurde von der politischen Führungsschicht, sowie dem gedemütigtem Volk unterstützt. Er bildete eine Regierung in Ankara, wies Sevres zurück und nahm den Kampf wieder auf, 1921 eroberte man Kars und im Süden Kilikien und ein Jahr später vertrieben sie die Griechen aus Anatolien. Bald darauf kam es dann zum Waffenstillstand und im Vertrag von Lausanne wurden dann die Grenzen der heutigen Türkei anerkannt - die Türken erkannten dabei dann auch die Unabhängigkeit der Arabischen Provinzen an.
1923 hörte das Osmanische Reich auf zu existieren, indem Atatürk die Türkische Republik ausrief.


Quellen


Wikipedia.org(zugriff: 9.11.2010)
OsmanischesReich.com(zugriff: 9.11.2010)(Die Ganze Website, da Informationen verstreut sind darin auf die Hauptseite verlinkt)
Oppisworld.de(zugriff: 9.11.2010)
campus.fortunecity.com(zugriff: 9.11.2010)
uni-protokolle.de(zugriff: 9.11.2010)
Romanhistory.com(zugriff: 9.11.2010)
br-online.de(zugriff: 9.11.2010)
eeo.uni-klu.ac.at(zugriff: 9.11.2010)

Autor: Kai