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Das Thema

 

Der Unabhängige Staat Kroatien

 

Während der zweite Weltkrieg in Europa tobte und die Wehrmacht auf der Siegerstrasse schien, befürchtete Hitler einen Angriff der Allierten auf den Balkan um so wieder auf dem Kontinent Fuß zu fassen. Um den Allierten zuvor zu kommen befahl Hitler den Angriff am 6. April 1941. Die kroatische Bevölkerung begrüßte die Wehrmacht mit Blumen als Befreier vom serbischen Joch Jugoslawiens. Am 10. April 1941 proklamierte ein ehemaliger Oberst Österreich-Ungarns Slavko Kvaternik den Unabhängigen Staat Kroatien (kroatisch: Nezavisna Država Hrvatska; NDH). Am 12. April übernahm die faschistische Ustascha unter der Führung von Ante Pavelic die Regierungsgeschäfte.


Vorgeschichte

 

Die Vorgeschichte

Kurz nach dem Ende des ersten Weltkriegs, am 1.12.1918, wurde das Königreich der Slowenen, Kroaten und Serben, besser bekannt unter dem Namen Königreich Jugoslawien, ausgerufen. Zu Spannungen kam es vor allem weil man an Italien Istrien abgab.

 

Erster Regent war Peter I. Karadjordjevic, er schaffte im Juni 1920 den Grenzvertrag mit Italien, in dem er Italien endgültig Istrien überließ. Ein Jahr später verstarb er am 16.8.1921, neuer König wurde Alexander I. Im Gegensatz zu seinem Vater war Alexander ein serbischer Nationalist, nach und nach zentralisierte er Jugoslawien, dagegen wehrte sich vor allem die kroatische Bauernpartei unter Stjepan Radic. Im Juni 1928 wurde er im Parlament in Belgrad von dem serbischen-montegrinischen Nationalisten Punisa Racic niedergeschossen, an den Folgen des Attentats verstarb er 2 Monate später. Der Attentäter selbst wurde deswegen im Königreich Jugoslawien nie dafür belangt. Am 6. Januar 1929 führte Alexander die Königsdiktatur ein, sie Verbot alle nationalen Präfixe und zentralisierte den Staat nun ganz. Einen Tag später gründete Ante Pavelic die nationalistische Bewegung Ustascha (kommt von dem kroatischen Wort Ustani, aufstehen), er emigrierte nach Italien und wurde dort von Mussolinis Faschisten unterstützt und finanziert, aber auch interniert in Lager. Am 3.10.1930 verschwand auch das SHS, was für die drei Bevölkerungsgruppen stand und der Staat hieß von nun an nur noch Jugoslawien.
Am 9. Oktober 1934 wurde Alexander gemeinsam von der bulgarischen-mazedonischen IMRO und den Ustascha in Marseille erschossen. Sein Nachfolger wurde der 11 jährige Peter II. die Amtsgeschäfte übernahm aber sein Onkel Prinz Paul. Am 25. März 1941 unterschreibt Prinz Paul den Beitritt Jugoslawiens zum Dreimächtepakt, 2 Tage später putscht das Militär erfolgreich dagegen, am 6. April befiehlt Hitler den Angriff. Am 17. April kapituliert die Königliche Armee.

Flagge der Ustascha (kroatisch: Ustaša, Mehrzahl: Ustaše, zu dt. „die Aufständischen“). Oben links das Symbol der kroatisch faschistischen Bewegung, die 1929 von Ante Pavelić gegründet wurde.
Die Ustascha bediente sich ideologisch an Elementen der damals modernen Staatssysteme des Faschismus von Mussolini und des Nationalsozialismus unter Hitler. Diese Elemente umfassten auch den Antisemitismus, Antikommunismus und Rassismus. Es war außerdem keine Massenbewegung wie die Entsprechungen in Deutschland und Italien, sondern wurde von höchstens 10 % der Bevölkerung unterstützt.


2. Weltkrieg

 

Der Zweite Weltkrieg

Nach der schnellen Kapitulation Jugoslawiens und der Proklamierung der NDH unterschrieb die Regierung Pavelic Anfang Juni 1941 die Römische Verträge in dem sie sich von Teilen Dalmatiens (Split und Zadar), Istrien und der Stadt Rijeka lossagte. Dies löste viel Unmut bei der kroatischen Bevölkerung in diesen, aber auch in anderen Regionen aus. Als am 21. Juni das Unternehmen Barbarossa gegen die Sowjetunion startete, riefen die Kommunisten und Antifaschisten unter Josip Broz Tito einen Tag später den Aufstand gegen den Ustaschastaat und gegen die deutschen Besatzer. In Familien war es oft der Fall das ein Bruder für die Ustascha kämpfte, der andere für Titos Partisanen. Anfangs waren die Partisanen doch sehr unorganisiert und verfolgten eine Guerillataktik mit Überfällen auf militärischen Anlagen. Die Wehrmacht mit ihren Verbündeten Italiener und Kroaten starteten mehrere Offensiven gegen die Partisanen. Berühmte Offensiven waren die Operation Trio, die Schlacht an der Neretva (Unternehmen Weiß) und die Schlacht an der Sutjeska (Unternehmen Schwarz), dies alle waren zwar Erfolge im militärischen Sinne, sie schafften es aber nie die Partisanen endgültig zu vernichten. Der Unabhängige Staat Kroatien selbst war alles andere als Unabhängig, er war nur eine Marionette des 3. Reichs und der Italiener.
Die militärische Lage im Land selber war mehr als chaotisch. Der Unabhängige Staat Kroatien hatte 2 Armeen, eines waren die Domobrani diese bestand aus regulären Rekruten und der Ustascha welche aus freiwilligen Bestand. Die berühmteste Einheit der Ustascha war die 1. Ustaschabrigade, die so genannte Schwarze Legion. Neben diesen beiden Armeen war natürlich noch die Wehrmacht und Italienischen Verbände, serbische Tschetniks und Titos Partisanen, wobei die Tschetniks untereinander gespalten war, ursprünglich war der Gedanke den gestürzten König wieder in das Amt zu bringen, einige Gruppen kämpften dabei an der Seite der Achsenmächte, die anderen wiederum an der Seite Titos und den Allierten.
Alle diese Gruppen und militärischen Verbände richteten während des Krieges grausame Verbrechen an der Zivilbevölkerung an. Die Ustascharegierung selber führte Rassengesetze ein und errichteten Konzentrationslager, das berüchtigtste war in Jasenovac wo mehr als 70.000 Menschen ermordet wurden. Hauptsächlich Juden, Serben und kroatische Antifaschisten.
Dazu änderte sich die militärische Lage im September 1943, die italienische Divisionen die in Kroatien stationiert waren, wurden bei kämpfen gegen die Partisanen vollkommen aufgerieben, dazu zerschlugen die Partisanen die Kräfte der Tschetniks, dies alles passierte in der berühmten Schlacht an der Neretva. Zwar gliederte Pavelic nun wieder die Teile die 2 Jahre zuvor abgegeben wurden wieder in Kroatien ein, aber die Bevölkerung dort hatte sich schon längst auf die Seite der Partisanen geschlagen, um gegen die italienische Besatzung zu kämpfen. Viele Domobrani wechselten auch die Seite und liefen zu den Partisanen über. Die kroatischen Faschisten hatten keine Unterstützung mehr in der eigenen Bevölkerung.

 

Ende des Jahres 1944 versuchten die beiden Ranghohen Ustaschapolitiker Mladen Lorkovic und Ante Vokic einen Umsturz, um den Staat zu retten und sich den Allierten anzuschließen. Der Umsturz wurde frühzeitig erkannt und verhindert, damit war das Schicksal des Unabhängigen Staates Kroatiens besiegelt. Als im Mai 1945 die so genannte Zvonimirstellung (30 km vor Zagreb) nicht mehr zu halten war, weil auch nun die Rote Armee im ehemaligen Jugoslawien mitmischte, flohen kroatische Truppen und Regierung Richtung Österreich. Am 9. Mai 1945 eroberten die Partisanen Zagreb. Kroatien wurde Teilrepublik in der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien.

 

Das Massaker von Bleiburg

Am 15. Mai trafen ca. 350.000 Soldaten der NDH bei Bleibug ein um sich den englischen Allierten in Österreich zu ergeben. Die Engländer die das NDH-Regime nie anerkannt haben, behandelten die kroatischen Soldaten aber nicht als reguläre Armee, sondern als Miliz. Man gab den Soldaten und der Führung 1 Stunde Zeit sich zu ergeben, ansonsten würde das Feuer auf sie eröffnet. Viele der Ustaschasoldaten ergaben sich nicht und setzten sich entweder über Italien nach Südamerika oder Spanien ab, von dort aus wanderten dann auch viele Richtung Australien aus. Die anderen die sich zu Hunderttausenden ergaben wurden in so genanten Todesmärschen zurück nach Jugoslawien geschickt und den kommunistischen Partisanen übergeben. Diese rechneten mit ihren ehemaligen Gegnern nun ab und es fanden Massenerschießungen statt. Über die genaue Opferzahlen wird heute noch diskutiert, die Zahlen bewegen sich zwischen 70 bis 250 Tausend.


Exilregierung

 

Exilregierung

Die Ustascha die es bis nach Argentinien geschafft hatten, bildeten mit Pavelic eine Exilregierung. Pavelic selber wurde 1957 durch ein Attentat durch den jugoslawischen Geheimdienst UDBA verletzt und floh anschließend nach Spanien zu Franco. An den Spätfolgen des Attentats verstarb er am 28. Dezember 1959 und wurde in den nähe des Stadions von Atletico Madrid beigesetzt. Mit ihm erlosch dann auch jegliches Bemühen in irgendeiner Form eine Art Exilregierung weiterzubilden.

 

Die kroatische reguläre Armee (Hrvatsko Domobranstvo) bei ihrer Entstehung am 17. Juli 1941. Es wurden 5 Divisionen gegründet (Gesamtstärke 55.000 Mann) die sich wie folgt einteilten:

 


Streitkräfte

 

 
Oberkommandierender:
Feldmarschall Slavko Kvaternik
Stellvertreter:
Generaloberst Vladimir Laxa
Vorsitzender des Stabes:
Generalleutnant August Marich
 
Sava Division mit HQ in Zagreb:
Generalmajor Emanuel von Baley
1. Infanterie Regiment - Bjelovar
2. Infanterie Regiment - Zagreb
3. Infanterie Regiment - Karlovac
1. Artillerie Battallion - Varazdin
2. Artillerie Battallion - Zagreb
Zagreber Kavallrie Regiment 2. Battallion - Zagreb
2. Kavallerie Regiment - Zagreb
1. Pionier Regiment - Karlovac
1. Motorisiertes Infantrie Battallion - Zagreb
Mobile Sava Kompanie -Zagreb
 
Osijek Division mit HQ in Osijek:
Generalmajor Mihajlo Lulic
4. Infantrie Regiment - Osijek
5. Infanterie Regiment - Pozega
6. Infanterie Regiment - Vinkovci
3. Artillerie Battalion - Osijek
4. Artillerie Battalion - Petrovaradin
Zagreber Kavallrie Regiment 1. Battallion - Virovitica
1. Ingenieur Battallion - Osijek
3. Motorisiertes Infantry Battallion - Osijek
Eisenbahn Sicherheits Battallion - Brod na Savi
Mobile Osijek Kompanie - Osijek
 
Bosnische Division mit HQ in Sarajevo:
Generalmajor Pero Blaskovic
7. Infanterie Regiment - Sarajevo
8. Infanterie Regiment - Tuzla
9. Infanterie Regiment - Travnik
5. Artillerie Battallion - Sarajevo
6. Artillerie Battallion - Tuzla
Unabhängiges Kavallrie Battallion - Kalinovik
2. Motorisiertes Infanterie Battallion - Sarajevo
Mobile Bosnische Kompanie - Sarajevo
 
Vrbas Division mit HQ in Banja Luka:
Generalmajor Dragutin Rumler
10. Infanterie Regiment - Banja Luka
11. Infanterie Regiment - Sisak
12. Infanterie Regiment - Otocac
7. Artillerie Battallion - Banja Luka
8. Artillerie Battalion - Bihac
4. Motorisiertes Infantry Battallion - Banja Luka
Vrbas Mobile Company - Banja Luka
Jadran Division mit HQ in Mostar:
Generalmajor Ivan Prpic
13. Infanterie Regiment - Mostar
14. Infanterie Regiment - Trebinje
15. Infanterie Regiment - Knin
9. Artillerie Battallion - Mostar
10. Artillerie Battallion - Knin
5. Motorisiertes Infanterie Battallion - Mostar
Mobile Jadran Kompanie - Mostar
 
Ustascha Brigaden
1. Aktive Ustascha Brigade (Schwarze Legion)
Oberst Jure Francetic mit HQ in Sarajevo
(hatte 7 Battallione)
2. Aktive Ustascha Brigade
Oberst Franjo Simic mit HQ in Osijek
3. Aktive Ustascha Brigade
Oberst Ivo Stipkovic mit HQ in Mostar
4. Aktive Ustascha Brigade
Oberst Ivo Herencic mit HQ in Banja Luka
5. Aktive Ustascha Brigade
Oberst Vjekoslav Luburic mit HQ in Jasenovac
6. Aktive Ustascha Brigade
Oberst Vjekoslav Servatzy mit HQ in Knin
Poglavnik Schutzbrigade
Oberst Ante Moskov mit HQ in Zagreb

 

Dies waren nur die erstformierten Einheiten bei Gründung des Staates.

Jure Francetić
(* 3. Juli 1912 in Prozor, Otočac; † 28. Dezember 1942 Slunj)
Ustascha-Offizier und Oberbefehlshaber der Schwarzen Legion (kroatisch Crna Legija)

Anfang 1941: Feldwebel
20. Juni 1941: Hauptmann
15. November 1941: Major
6. März 1942: Oberstleutnant
24. Juni 1942: Oberst
8. April 1943: General (postum)

Schwarze Legion
Jure Francetić ist der Gründer der Schwarzen Legion.

Vom „Unabhängigen Staat Kroatien“ glorifiziert postum zum Ritter und General ernannt, ist die Person Jure Francetić dennoch umstritten. Er war gegen die italienische Besetzung und Verwaltung in Teilen Kroatiens und war bei den Ustascha unbeliebt. Seine Ruf im Volk machte ihn trotzdem zu einem Helden, vor allem ist er heute noch einer der verehrtesten Männer Kroatiens, weil er mehrmals die rassistische Politik gegenüber Juden, Roma und Serben seine Landes kritisiert hat. Sein Flugzeugabsturz, so vermuten noch heute seine Verehrer, war wohl mehr als nur ein Defekt an Francetićs Flugzeug.[/color]


Bündniss

 

Das Deutsche Reich und Kroatien

Kroatien galt im zweiten Weltkrieg als treuester Bundesgenosse Großdeutschlands. Mussolini und auch Hitler unterstützten, nach der Kapitulation Jugoslawiens vor den Achsenmächten, den neuen Staatschef Dr.Ante Pavelić des neugeschaffenen Unabhängigen Staates Kroatien. Am 10. April 1941 proklamiert, sollte das neue Kroatien nun an der Seite der Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg ihren Beitrag leisten. Der von der Ustascha regierte "Unabhängige Staat Kroatien" umfasste flächenmäßig etwa zwei Fünftel des ehemaligen jugoslawischen Territoriums und zwar somit stärkste Kraft im Balkan. Einen großen Teil Dalmatiens musste man zwar an Italien abtreten, andererseits konnten größere Gebiete in Bosnien-Herzegowina und Syrmien an Kroatien angeschlossen werden. So waren nur knapp über der Hälfte seiner Einwohner Kroaten, knapp ein Drittel hingegen Serben und eine weitere große Gruppe Bosniaken. Unter den übrigen Minderheiten waren auch 40.000 Juden. Dr.Ante Pavelić führte Kroatien ganz nach dem Vorbild seiner italienischen und deutschen Vorbilder und Protektoren. Schon damals verfolgte der Staatschef eine "serbenfreie" Politik, was sich als ethnischen Säuberungswelles widerspiegelte und zum Ende des 20. Jahrhundert zum Balkankrieg führte.
Mag Kroatien am Anfang unter dem Einfluss der Italiener gestanden haben, so waren es doch später die Deutschen, die die kroatische Politik bestimmten. Zwischen Italienern und Kroaten bestand stets eine Rivalität, aufgrund des italienischen Expansionsdrang und vor allem an den schon am 18.05.1941 abgegebenen Gebieten an die Italiener. Die quasi Fremdherrschaft über Kroatien führte bis zur militärischen Oberhoheit durch die Italiener bzw. später durch die Wehrmacht. Es durfte zwar eine kroatische Luftwaffe, sah aber keine Kriegsmarine vor, denn Italien duldete in der Adria nur die eigene Flotte. So hatte zwar der kroatische Staat die Unabhängigkeit gesichert, doch durfte er„ keine internationalen Verpflichtungen einzugehen, die nicht mit der Garantie und dem Geist des Abkommens vereinbar sind“ eingehen, was ihn zu einem lupenreinen Satellitenstadt machte.


Vojnički rot Željezni trolist
Militärische Orden des Eisernen Dreiblatt

Auszeichnung für Tapferkeit und Verdienst. Die höchsten kroatischen militärischen Ehren für die zweite Dem Zweiten Weltkrieg.

Großkreuz mit Eichenkranz (0)
Grand Cross (0)
Kreuz 1 Klasse mit einem Eichenkranz (1)
Kreuz 1 Klasse (3)
Kreuz 2 Klasse mit einem Eichenkranz (5)
Kreuz 2 Klasse (12)
3. Querstraße Klasse mit einem Eichenkranz (50)
3. Querstraße Klasse (64)
4. Cross Klasse mit einem Eichenkranz (256)
4. Cross Klasse (577)

Von DMP als Quelle besonders empfohlen, die Angaben des nexusboard zu diesem Thema.

Hitlers Siege in Europa beeindruckten das kroatische Militär und ließ die Traditionen aus der alten k.u.k.-Armee, die die deutsche Wehrmacht als einstigen Waffenbruder ansah, wieder aufleben. Dies ging sogar soweit, dass die Kroaten die deutsche Wehrmacht in Kroatien als natürliche Verbündete gegen die italienische Hegemonie ansahen. Man wollte die Deutschen als militärischer Führer und keinesfalls italienische Kommandeure ihre Armee führen lassen. Denn als im Juni 1941 der Krieg im Osten ausbrach, war es deshalb nur eine Frage der Zeit bis die Kroaten sich der Sache anschlossen und einen in die deutsche Wehrmacht eingegliederten kroatischen Verband nach Russland entsenden wollten. Militärisch erhoffte man sich von den Vorbildern zu lernen und politisch dem Deutschen Reich so den Hof machen zu können. Aus der kroatischen Armee sollte ein Kader für eine neue kroatische Militärmacht entstehen, die mit politischer Unterstützung der Deutschen, die italienischen Vorherrschaft auf kroatischen Hoheitsgebiet brechen sollte.
Das OKW beantwortete den kroatischen Wunsch positiv. „Da in der österreichisch-ungarischen Armee vor 1918 die kroatischen Truppenteile hohes Ansehen genossen und der kroatische Soldat als besonders tapfer galt, wurde erwartet, dass Kroatien auch jetzt wieder einen wertvollen militärischen Beitrag leisten werde!“ Hitler selbst versprach : „dass die Kriegsfreiwilligen innerhalb der einzelnen Wehrmachtsteile – Heer, Luftwaffe und Kriegsmarine – geschlossen zum Einsatz gelangen werden.“


(Schild mit dem kroatischen Wappen mit der Aufschrift „Kroatien“ oder „Hrvatska“
Getragen am linken Ärmel der Uniform, ebenso auf den Helmen und teilweilse auch Fahrzeugen zu finden)

So erhielten die Kroaten erhielten deutsche Uniformen, trugen jedoch am linken Ärmel ein Schild mit dem kroatischen Wappen mit der Aufschrift „Kroatien“ oder „Hrvatska“. Dabei leisteten die Angehörigen des kroatischen Regiments hatten neben dem Poglavnik und Kroatien den Soldateneid auch auf Adolf Hitler geleistet und sich verpflichtet, an der Ostfront gegen die Bolschewisten „unerschrocken und tapfer zu kämpfen“.
Man verwendete die Osteuropäer in den eigenen Reihen geschickt, sodass die Wehrmacht sich auf sprachkundige Soldaten und bei der Bevölkerung nur wenig Verwirrung stiftende Uniformierte verlassen konnte.
Auch in der Luftwaffe gab es die Kroatischen Formationen, sie trugen deutsche Fliegeruniformen, mit dem an der rechten Brustseite der Feldbluse aufgenähten das geflügelte, rotweiße „U“-Wappen. Auch die Flugzeuge, die sie flogen, waren mit dem kroatischen Staatswappen versehen. So erwiesen sich die integrierten kroatischen Soldaten als ideale Umsetzung ausländischer Verstärkung für die deutschen Feldzüge. Sie waren tapfer, kämpften für die Sache und erwiesen sich als loyal. Man nahm ihre eigenen Traditionen im begrenzten Umfang auf, legte ihnen dazu die deutschen Muster und Methoden an und konnte so auf eine Truppe zurückgreifen, die den deutschen Truppen mehr als nur Unterstützung leisten konnten. So wurde die im Entstehen befindliche kroatische Armee dem OKW unterstellt und die soeben aufgestellte erste kroatische Legionsdivision wurde in die deutsche Wehrmacht eingereiht werde. So sollte der Partisanenkampf 1942 besser unterstützt werden und die Militärhoheit in deutsche Hände gelegt werden, was den Kroaten allemal lieber war als in die italienischen Militärstrukturen eingebettet zu werden. „Von allen Verbündeten sind die Kroaten die besten Soldaten“, rühmte Generaloberst Paulus seine kroatischen Soldaten. Er machte auch keinen Hehl aus seiner Meinung über den Wert der anderen „Hilfsvölker“ (Aufgrund der erhofften propagandistischen Wirkung auf die islamische Welt, sollten aus der 700.000 Muslime um¬fassenden Bevölkerung Bosnien-Herzegowinas eine kampfkräftige Division formiert werden). „Slowaken und Rumänen können auch noch kämpfen. An letzter Stelle stehen jedoch die Ungarn und die Italiener.“ Doch kamen im Krieg große Opfer auf die Kroaten hinzu, denn aufgrund der innenpolitischen Lage und des Kampfes gegen Titos Partisanen, wurden sie langsam aber sicher ausgelaugt. Man brauchte aber die Nachbarn um die Fronten im Hinterland zu halten und die Löcher in der Wehrmacht zu stopfen, so wurden etwa 15.000 Bosnier in der ersten kroati¬schen SS-Freiwilligen-Division zusammengezogen und das SS-Hauptamt plante die Aufstellung einer zweiten Division. Hierzu sollten die neuen Jahrgänge 1926 und 1927 komplett zur Waffen-SS eingezogen sowie weitere Freiwillige ange¬worben werden. Als trotz aller Bemühungen nicht mehr als 3.500 Männer eingestellt werden konnten, wurde die neue Division bald wieder aufgelöst. Insgesamt dienten ca. 20.000 muslimische und 3.000 katholische Kroaten in Reihen der Waffen-SS.

 


Quellen

5 Bänder vom Zagreber Verlag Globus, Bogdan Krizman (1978-1986)
- Ante Pavelic i Ustase, Zagreb: Globus, 1978
- Pavelic izmedju Hitlera i Mussolinija, Zagreb: Globus, 1980
- Ustase i Treci Reich, Band 1 u. 2, Zagreb: Globus, 1983
- Pavelic u bjekstvu, Zagreb: Globus, 1986

http://sammler.com/bm/weltkrieg2-balkankrieg.htm (Letzter Aufruf 28.04.2011)
http://www.nexusboard.net/sitemap/6365/ ... s-t276383/ (Letzter Aufruf 28.04.2011)
http://www.balkanforum.info/f16/beruehm ... ndex4.html (Letzter Aufruf 28.04.2011)
http://de.valka.cz/viewtopic.php/t/39232 (Letzter Aufruf 28.04.2011)
http://forum.valka.cz/attachments/12593/005_1_.jpg (Letzter Aufruf 28.04.2011)
http://lexikon.freenet.de/Ustascha (Letzter Aufruf 28.04.2011)

Autor: Jure Francetic / Freiherr von Woye