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Das Thema

Repubblica Sociale Italiana (R.S.I.)


Vorwort

Am 18 September 1943 um 17 Uhr wurde eine bekannte Stimme von Radio München übertragen:

 

„Schwarzhemden, Männer und Frauen Italiens, nach einer langen Zeit der Stille ruft Euch meine Stimme und ich bin sicher, Ihr erkennt sie. Es ist die Stimme, die in schwierigen Zeiten bei Euch war und in den ruhmreichen Tagen unseres Patriotismus.“

Zwei Monate nach dem Sturz des Duce wurde die Italienische Sozialrepublik, kurz R.S.I. gegründet. Dieser faschistische Staat, auch unter dem Namen Republik von Salò bekannt, nahm den Kampf gegen die Alliierten auf Seiten der Achsenmächte auf. Die R.S.I. wurde als ein unabhängiger Staat von Deutschland, Bulgarien, der Slowakei, Kroatien, Rumänien, Ungarn, Japan, Dänemark, Thailand und der Manchurei anerkannt. Kurioserweise erkannte Spanien diesen Staat nicht an, vielleicht in der weisen Voraussicht, dass er nur 20 Monate bestehen würde.

Am 12. September 1943 war Mussolini von Otto Skorenzy aus seinem Gefängnis am Gran Sasso befreit worden und wurde mit einem Fieseler Storch nach München ausgeflogen. Dort traf er Adolf Hitler noch am gleichen Tag. Norditalien musste gesichert werden, doch die Wehrmacht verfügte nicht über genügend Männer, um dieses bewerkstelligen zu können. Die einzige Lösung, die Ordnung aufrecht zu erhalten, war die Wiedereinsetzung von Mussolini als Staatsoberhaupt. Mussolini bestellte Alessandro Pavolini als Parteisekretär, Roberto Farinacci wurde Innenminister, Renato Ricci Führer der Miliz und Filippo Anfuso wurde Botschafter in Berlin. Marschall Rudolfo Graziani wurde zum Verteidigungsminister bestellt. Die Regierung Mussolinis war aber keineswegs unabhängig. Mussolini wurde von 30 SS-Männern „beschützt“ und deutsche Berater standen ihm zur Seite. Der Duce verlangte auch, dass man die italienischen Kriegsgefangenen freilassen solle, doch Hitler lehnte das kategorisch ab.

 

 

Deutschland ist Euer Freund, heißt es auf diesem Propagandaplakat


Entstehung und Untergang

Auf der Konferenz von Verona am 14. November 1943 wurden die Grundsätze der neuen Republik verfasst. Eine Verfassung mit 18 Artikeln, verfasst von Pavolini und abgezeichnet von Mussolini wurde erlassen. Darin wurde auch die Todesstrafe für Landesverräter festgeschrieben. Es war praktisch ein Freibrief für die Hinrichtung aller Gegner des Faschismus. Am gleichen Tag noch, wurden 17 Anti-Faschisten in Ferrara hingerichtet. Dies war nur einer der vielen Übergriffe des Regimes Mussolinis.

Am 10. Januar 1944, wurden auf Befehl Mussolinis dessen Schwiegersohn und ehemaliger Außenminister Graf Ciano, Emilio de Bono, Giovanni Marinelli, Tullio Cianetti, Carlo Pareschi und Luciano Gottardi von einem Tribunal zum Tode verurteilt.

Im Herbst des Jahres 1943 wurde die Fähigkeit der Republik von Salò, eine Armee auf die Beine zu stellen, auf die Probe gestellt. Die meisten wehrfähigen Männer waren entweder in Kriegsgefangenschaft, von den Deutschen interniert oder arbeiteten in wichtigen Rüstungsbetrieben. Eine Bestandsaufnahme von General Jodl zeigte, dass 1.255.660 Gewehre, 38.383 Maschinengewehre, 9.986 Geschütze und 15.500 Fahrzeuge konfisziert worden waren. Außerdem waren ungefähr 600.000 italienische Soldaten interniert worden. Renato Ricci schlug daraufhin vor, ein Milizsystem, ähnlich dem der SS, für Italien einzuführen, um gegen Partisanen und zivilen Ungehorsam vorgehen zu können. Verteidigungsminister Graziani regte die Aufstellung von 25. Divisionen an, doch die deutschen Kommandostellen lehnten dies ab.

Man einigte sich auf die Aufstellung von 4. Divisionen, die in Deutschland ausgebildet wurden: Die Division „Italia“, ausgebildet in Heuberg, „Littorio“ ausgebildet in Sennelager, „Monterosa“ ausgebildet in Münzingen und „San Marco“ ausgebildet in Grafenwöhr. Gemeinsam mit drei deutschen Divisionen bildeten sie die ligurische Armee. Die Moral dieser Divisionen war nicht sehr hoch, da sie vorwiegend gegen die eigene Bevölkerung und gegen Partisanen eingesetzt wurden. Die Division „Monterosa“ zum Beispiel, schrumpfte innerhalb von 50 Tagen um 1.105 Mann und die „San Marco“ um 1.400 Mann. Hauptgründe waren Desertionen und Verluste im Kampf. Lediglich die “Monterosa”-Division konnte einige Erfolge erzielen.
Am 2. Oktober schlug sie einen Angriff einer brasilianischen Einheit zurück und startete einen erfolgreichen Gegenangriff.
Am 4. Oktober 1944, nach der Einnahme von Rom und dem Fall der Gustav-Linie sank die Moral der R.S.I. Truppen ins Bodenlose. Der Krieg war verloren, das war nun allen bewusst und die Partisanenbewegungen erhielten noch mehr Zulauf.

 

 

Rom im März 1944, ein deutscher General schreitet die Reihen italienischer Soldaten ab

Als im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Grenzen Deutschlands überschritten hatte, klammerte sich Mussolini an die letzte Hoffnung – Hitlers Wunderwaffen. Er entschied sich, seinen Regierungssitz nach Mailand zu verlegen, um von dort Verhandlungen mit den Alliierten aufnehmen zu können, falls die Wunderwaffen doch nicht die erhoffte Wirkung erzielten. Der deutsche Botschafter Rahn versuchte Mussolini vergebens zu überreden, nach Südtirol zu kommen, um dort die letzte Front gegen die vorrückenden Alliierten aufzubauen.
Am 25. April 1945 eröffnete Graziani Mussolini, dass die deutschen Truppen in Italien kapituliert hätten. Mussolini entschloss sich daraufhin zur Flucht. Er wollte sich zur Schweizer Grenze durchschlagen. Mit im Gepäck, geheimnisvolle Akten, um die sich noch heute Gerüchte ranken.
Am 27. April wurde sein Konvoi bei Musso von Partisanen gestoppt. Am darauffolgenden Tag wurden Mussolini und seine Geliebte Clara Petacci nach einem kurzen Prozess erschossen. Ihre Leichen wurden nach Mailand gebracht und dort aufgehängt.

 

 

Mussolini drei Tage vor seiner Hinrichtung!


Millitär

Militärische Einheiten der R.S.I.:

Das reguläre Heer der Republica Sociale Italiana unterstand dem Oberbefehl von Marschall Rodolfo Graziani. Es umfasste bei seiner Aufstellung 1943 rund 600.000 Mann. Drei voll gepanzerte Verbände bildeten zusammen mit der Gebirgsjäger-Division Monterosa die Speerspitze des neuen Heeres. Die Miliz bestand aus 40 Brigaden, 4 mobilen Divisionen und einer autonomen Brigade. Dönitz genehmigte zudem die Aufstellung einer 8.000 Mann starken Marineinfanterie-Brigade mit zwei Regimentern, die in La Spezia stationiert war.

Um die militärische Lage in der neuen Republik in den Griff zu bekommen und vor allem, um gegen die internen Unruhen vorgehen zu können, entschloss sich die Regierung der R.S.I. unter der Federführung von Benito Mussolini zur Aufstellung einer eigenen Elitetruppe. Ende Oktober 1943 wurden 15.000 Freiwillige nach Deutschland auf den Truppenübungsplatz Münsingen verlegt. Nach strenger Auslese blieben 6.000 Rekruten übrig, die künftig den Kern der 29. Waffen-Grenadier-Division der SS (italienische Nr. 1) bilden sollten. Die Soldaten durften an ihren Uniformen anfangs nur SS-Runen auf rotem Untergrund tragen. Dies sollte sie von den regulären deutschen SS-Verbänden abgrenzen, die ihre Runen auf schwarzem Untergrund trugen. Als zusätzliches Unterscheidungsmerkmal umfasste der Reichsadler statt dem Hakenkreuz ein Liktorenbündel.

 

 

italienischer Soldat 1943

Nach der Verlegung nach Italien unterstand die Einheit SS-Obergruppenführer Karl Wolff und wurde fortan als Italienische SS-Freiwilligen-Legion geführt, kurz darauf aber in 1. Sturmbrigade Italienische Freiwilligen-Legion umbenannt. Als die Alliierten im April 1944 bei Anzio landeten, wurde die italienische Nummer 1 gegen den Brückenkopf eingesetzt. Zur Überraschung ihrer Befehlshaber hielten sich die Männer hervorragend, worauf sie von Heinrich Himmler die Berechtigung erhielten, ihre SS-Runen auf schwarzem Untergrund zu tragen.
Im September 1944 erfolgte eine abermalige Umbenennung in Waffen-Grenadier-Brigade der SS (italienische Nr. 1) und Pietro Manelli wurde zum Kommandanten ernannt. Er war einer von zwei Italienern, die bei der Waffen-SS zum General aufstiegen.
Bei Kriegsende wurde die zur Kampfgruppe Binz umbenannte Division von SS-Oberführer Ernst Tzschoppe gegen französische Einheiten und gegen Partisanen, vor allem im Raum Piemont und in der Lombardei eingesetzt. Am 30. April 1945 ergaben sich die Überreste der Division amerikanischen Truppen.

Aeronautica Nazionale Repubblicana:

Im Oktober 1943 wurde Giuseppe Baylon, durch Unterstützung von Generalfeldmarschall Wolfram von Richthofen zum Kommandanten des italienischen Luftfahrtministeriums ernannt. Die Luftwaffe erhielt den Namen Aeronautica Nazionale Repubblicana und stand bereits zu Beginn ihrer Gründung vor unlösbaren Aufgaben. Die 1000 verbliebenen Flugzeuge waren von Deutschland requiriert worden und erst Ende 1943 wurden einige Maschinen vom Typ C.205 V zurückgegeben. Diese bildeten die Iº Gruppo Caccia, die ihren ersten Einsatz am 3. Januar 1944 über Turin hatte. Danach, im April 1944 wurde die IIº Gruppo Caccia, ausgerüstet mit G.55 Maschinen aufgestellt. Im Sommer 1944 folgte die IIIº Gruppo Caccia, die aber nie Einsatzstärke erreichte.
Die Verluste der italienischen Luftwaffe waren sehr hoch und oft musste aus Mangel an Ersatzteilen auf die deutsche BF 109G zurückgegriffen werden. Im August 1944 versuchte Deutschland die ANR aufzulösen und die Piloten in die Luftwaffe zu integrieren. Die Piloten verweigerten jedoch die Überstellung und verbrannten ihre Flugzeuge. Daraufhin wurden die Flughäfen von der SS umstellt, Deutschland revidierte aber die Entscheidung und die ANR blieb selbständig. Im letzten Kriegsjahr erzielte die ANR 100 Abschüsse und verlor selbst die gleiche Anzahl an Flugzeugen.

Die Marine:

Der Großteil der Regia Marina segelte als Zeichen der Kapitulation Italiens nach Malta. Was der R.S.I. blieb, war ein Minimum an Marineverbänden. Vier Schnellboote, 2 U-Bootjäger und einige leichtere Schiffe, sowie 5 U-Boote in der Adria und 5 im Schwarzen Meer. Die U-Boote in Betasom unterstanden dem Kommando von Enzo Grossi, der zuerst die Deutschen überzeugen musste, dass er ihnen loyal gesonnen war. Die Geschichte der U-Boote im Schwarzen Meer zeigt die eigenartige Beziehung, die in dieser Zeit zwischen den Achsenmächten herrschte. Die rumänische Regierung weigerte sich sieben Monate lang, die U-Boote wieder herauszugeben, sogar ein persönlicher Brief von Mussolini an Antonescu zeigte keine Wirkung. Lediglich 4 U-Boote wurden am 14. Jänner 1944 wieder unter italienische Kontrolle gestellt, da sich die R.S.I. die Kosten für den Unterhalt nicht leisten konnte. Rumänien hatte nämlich Unterhaltskosten für die Wartung der Boote verrechnet.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Flotte der R.S.I. keinen Einfluss auf den Ausgang des Krieges hatte. Der Oberbefehlshaber der Flotte, der „schwarze Prinz“ Borghese, verbrachte deshalb die meiste Zeit des restlichen Krieges bei den Bodentruppen der Marine.


Regierung

 
Das Kabinett und die Minister
der Repubblica Sociale Italiana
 
Staatsoberhaupt und
Außenminister
Benito Mussolini von 1943 bis 1945
(Am 28 April 1945
von Partisanen erschossen).
 
Verteidigungsminister
Rodolfo Graziani von 1943 bis 1945
 
Innenminister
Guido Buffarini Guidi von 1943 bis 1945
(Am 10 Juli 1945
von Partisanen erschossen)
 
 
Paolo Zerbino 1945
(Am 28 April 1945
von Partisanen erschossen)
 
Justizminister
Antonino Tringali-Casanova 1943
(starb eines natürlichen Todes
am 30. Oktober 1943)
 
 
Pietro Pisenti von 1943 bis 1945
 
Finanzminister
Domenico Pellegrini Giampietro von 1943 bis 1945
 
Industrie-
und Produktionsminister
Silvio Gai 1943
 
 
Angelo Tarchi von 1943 bis 1945.
kein
Bild
vorhanden
Minister für öffentliche Arbeiten
Ruggero Romano von 1943 bis 1945
(Am 28 April 1945
von Partisanen erschossen)
 
Minister für Kommunikation
Augusto Liverani von 1943 bis 1945
(Am 28 April 1945
von Partisanen erschossen)
kein
Bild
vorhanden
Arbeitsminister
Giuseppe Spinelli 1945
 
Bildungsminister
Carlo Alberto Biggini von 1943 bis 1945
(starb eines natürlichen Todes
am 19. November 1945)
 
Kulturminister
Fernando Mezzasoma von 1943 bis 1945 (Am 28. April 1945
von Partisanen erschossen)
 
Landwirtschaftsminister
Edoardo Moroni von 1943 bis 1945
 
Führer der faschistischen Partei
Alessandro Pavolini von 1943 bis 1945
(Am 28. April 1945
von Partisanen erschossen)


Quellen

wikipedia (Zugriff 12.10.09)
Buch: Benito Mussolini von Gino Avolio (Zugriff 12.10.09)
Buch: La Repubblica di Salò von Gianni Oliva (Zugriff 12.10.09)
Buch: La Repubblica di Mussolini von Giorgio Bocca (Zugriff 12.10.09)

Autor: Gebirgsjäger