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Das Thema

Yamato Klasse

 


Yamato

Die Yamato Klasse war die größte und kampfstärkste Schlachtschiffklasse, die im 2. Weltkrieg gebaut wurde. 1931 wurden die ersten Entwurfsarbeiten unter der Leitung des Konteradmirals Yuruzu Hiraga zu dieser Klasse gemacht. Ein Alternativentwurf wurde von Kapitän zur See Fujimoto vorgestellt, der die moderne Auffassung von Schwer- und Mittelartillerie beinhaltete. 23 Entwürfe von Anfang 1935 bis zum endgültigen Entwurf im März 1937 wurden erarbeitet und wieder verworfen. Der letzte und endgültige Entwurf entstand unter der Leitung von Vizeadmiral K.Fukuda und Kapitän zur See K. Matsumoto. Die Ausmaße dieser Klasse waren gigantisch. Sie zu bauen und dabei geheim zu halten zu wollen wäre im Bereich der Fantasie anzusiedeln.

Weil es Japan nach der Londoner Flottenkonferenz untersagt war neue Schlachtschiffe zu bauen, kam es in Japan zu starken Protesten, in deren Folge der Chef des Admiralstabes, Admiral Kato zurücktrat. Dadurch verschob sich die Macht in Richtung der Hardliner in der Armee und im politischen Japan. Dies hatte zur Folge das Japan 1934 aus dem Völkerbund (Vorgänger der UNO) austrat und das Flottenabkommen am 31. Dezember 1936 kündigte. Damit zeigte Japan, dass es sich an keine Beschränkungen ihrer Marine mehr halten würden.

Die Yamato Klasse hatte eine Länge 263 m und eine Wasserverdrängung 67123 t, die im Gefechtszustand auf 72.809 t anstieg . Sie war die Trägerin der schwersten Geschütze, die seit 1918 jemals auf einem Schiff aufgestellt wurden (Hier ein Link zu dem Schiff mit den schwereren Kalibern vor 1918). Ihre Hauptartillerie bestand aus 3 Drillingstürmen mit einem Kaliber von 45,7-cm. Die Mittelartillerie bestand aus 4 Drillingstürmen mit einem Kaliber von 15,5-cm.
Die Antriebsanlage war 150.000 PS stark und brachte den mit bis zu 410 mm Seitenpanzerung versehen Rumpf auf 27 kn.

 



Vier Schiffe waren geplant worden. Zwei davon sollten 1937, zwei 1940 vom Stapel laufen. 1942 sollte über ein fünftes Schlachtschiff entschieden werden. Da keine der Werften in Japan die Kapazität für solche Schiffe hatte, mussten sie extra umgebaut werden. So musste zum Beispiel die Sohle in der Marinewerft Kure tiefer gelegt werden, in Nagasaki mussten die Helgen verstärkt werden, um das höhere Gewicht aushalten zu können. In der Marinewerft Yokosuka musste extra ein neues Baudock gebaut werden, da das dortige nicht hinreichend war. Außerdem mussten alle Werften über Kräne verfügen, die eine Tragkraft von 100 t hatten, sowie über Schwimmkräne mit einer Hubkraft von 150 t bis 350 t. Die Werkstätten und Produktionsstätten mussten ihre Kapazitäten ebenfalls erhöhen, um den Bau erst möglich zu machen. Da es keine Möglichkeit gab, die 46 cm Geschütze per Straße oder Schiene zu befördern, wurde zudem ein großes Transportschiff gebaut.
Die Schiffe wurden unter höchster Geheimhaltung gebaut, sodass man im Parlament nur von dem 35.000 ts Schlachtschiff sprach, das 40 cm Type 94 Geschütze hatte. Bei dem Musashi wurde ein 2.710 m langer und 408 t schwerer, aus Sisalmatten bestehender Sichtwall um das Baudock gebaut um ein Ausspähen zu verhindern. Auf einer nahe gelegenen Bergkuppe wurde ebenfalls ein Sichtwall aus Sisalmatten angebracht und ein großes Hafenlagerhaus errichtet, um den in der Nähe liegenden britischen und amerikanischen Konsulaten die Sicht zu versperren. Der Stapellauf der Schiffe war genauso geheim und fand in den frühen Morgenstunden unter weiträumiger Absperrung statt.

Am 04. November 1937 wurde der Bau der Yamato in der Marinewerft Kure begonnen und am 16. Dezember 1941 beendet. Bei Mitsubishi in Nagasaki wurde am 29. März 1938 der Bau der Musashi begonnen und diese am 05. August 1942 fertiggestellt. Der Bau des 3.Schiffs Shinano begann am 04. Mai 1940 auf der Marinewerft Yokosuka. Mit der Fertigstellung der Yamato wurde das nun freie Dock für den Bau des 4.Schiffes mit der Nr.111 (noch ohne Namen) genutzt, der aber wegen des Material- und Facharbeitermangels sowie Überlastung der Werften durch das vordringliche Flugzeugträgerprogramm im September 1942 eingestellt und annulliert wurde. Nach der schweren Niederlage in der Schlacht von Midway und dem Verlust von 4 großen Trägern entschlossen sich die Japaner, das 3. Schiff der Klasse nicht als Schlachtschiff sondern als Träger fertig umzubauen. Es war ein Kompromiss zwischen Schlachtschiffsrumpf und Flugzeugträger mit einem offenen Hangar und mit einem 110 mm stark gepanzerten Flugdeck. Die Shinano war mit 62.000 t bis 68.000 t der größte japanische Träger bis dahin, in der ganzen Welt gab es nichts Vergleichbares.

Am 16. Dezember 1941 wurde die Yamato in Dienst gestellt. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Japan bereits im Krieg mit den Alliierten. Die Yamato nahm vom 3. bis zum 6. Juni 1942 an der Schlacht um Midway teil, wo sie aber nicht eingesetzt wurde. Sie nahm auch an der Operation bei den Salomonen teil, wo sie ebenfalls nicht eingesetzt wurde. Im Anschluss fuhr sie nach Kure für eine Überholung. Sie wurde im Juni 1943 nach Truk verlegt wo sie am 25. Dezember 1943 einen Torpedotreffer durch das amerikanische U-Boot Skate erhielt und ca. 3.000 t Wasser einliefen. Aufgrund der Beschädigungen musste die Yamato wieder zurück nach Kure, um repariert zu werden. Zeitgleich wurden die 15,5 cm Seitentürme ausgebaut. Während der Reparatur wurde ihr auch das Radar Type 21 eingebaut und die Flakbewaffnung wurde verstärkt. Die Yamato nahm zusammen mit ihrem Schwesterschiff, der Musashi, am 24. Oktober 1944 an der Schlacht um Leyte teil. Bei den Lämpfen sank die Musashi, während die Yamato nur 3 Bombentreffer erhielt, welche sie nur geringfügig beschädigten. Am nächsten Tag setze sie in der Schlacht von Samar zum ersten mal ihre 46 cm Hauptbewaffnung ein. Sie verschoss 104 Schuss ihrer schweren Artillerie und versenkte den amerikanischen Geleitflugzeugträger Gambier Bay und einen 1 Zerstörer. Die Yamato lief in Kure am 11. November 1944 ein, um ihre Beschädigungen aus den Kämpfen zu reparieren, wobei die Flakverteidigung nochmals verstärkt wurde. Am 1. April 1945 begannen die Amerikaner die Invasion Okinawas, wobei die kaiserliche Marine verzweifelt versuchte, sie mit letzten Kräften aufzuhalten. Der Generalstab genehmigte den Plan „Ten“ der vorsah, einen Verband nach Okinawa zu schicken, um die Invasionsflotte aufzuhalten und die Schiffe anschließend an Land zu setzten, um sie als Festungen dienen zu lassen. Viele einsatzbereite Schiffe hatte die Marine nicht mehr und der Treibstoff war durch die amerikanischen Uboot Angriffe auf die japanischen Tanker sehr rar. Der Kampfverband bestand aus dem Schlachtschiff Yamato mit nur 2.500 t Treibstoff, war für die Hinfahrt reichte, sowie dem leichten Kreuzer Yahagi und acht Zerstörern. Auf dem Weg nach Okinawa wurde der Verband am 7. April 1945 frühzeitig durch amerikanische Aufklärer entdeckt und mit 386 Trägerflugzeugen angegriffen. Nach über zwei Stunden des Überlebenskampfes sank die Yamato nach 13 Torpedotreffern und acht Bombentreffern. Sie riss 2.498 Besatzungsmitglieder mit in den Tod.


 


Musashi

 

Das Schiksal der Musashi
Das zweite Schlachtschiff der Yamato-Klasse, die Musashi, wurde am 5 August 1942 in Dienst gestellt. Sie wurde am 22. Januar 1943 nach Truk verlegt, wo sie mit ihrem Schwesterschiff, der durch einen U-Boot Angriff beschädigten Yamato, zurück nach Kure geschickt wurde, um überholt zu werden. Danach erhielt sie vom amerikanischen U-Boot Tunny vor Palau am 23. März 1944 ein Torpedotreffer. Die Beschädigung am Schiff war nur geringfügig und konnte notdürftig in Palau repariert werden. Nach einem kurzen Aufenthalt im Sulu Archipel und der Reparatur im Heimathafen nahm die Musashi zusammen mit der Yamato an den Kämpfen um Leyte teil. Der Kampfverband wurde am 24. Oktober 1944 von mehren amerikanischen Trägerflugzeugen angegriffen. Die Musashi sank nach 18 Torpedotreffern und 20 Bombentreffern ohne jemals ihre 46 cm Hauptbewaffnung eingesetzt zu haben und riss 1.023 Besatzungsmitglieder mit in den Tod.


 


Shinano

Das Schiksal der Shinano
Nach der Schlacht von Midway zeigte sich, dass Flugzeugträger wichtiger waren als die Schlachtschiffe, da es weniger zu Schiff zu Schiff Gefechten kam. Über die Shinano, die schon zu 40 % fertig war, wurde ein Baustopp verhängt. Der Umbau zu einem Flugzeugträger wurde im September 1942 vorgelegt und genehmigt. Der Bau wurde kurze Zeit später wieder aufgenommen.
Sie wurde am 8. November 1944 zu Wasser gelassen, am 9. November 1944 offiziell in Dienst gestellt und nach Kure geschickt, wo die Endausrüstung erfolgen sollte. Während der Überführungsfahrt nach Kure wurde sie am 8. November 1944 vom amerikanischen U-Boot Archerfish ca.160 sm südöstlich vom Kap Muroto mit sechs Torpedos angegriffen. Die Shinano wurde von vier Torpedos getroffen und kenterte 7 Stunden später aufgrund fehlender Leckwehreinrichtungen. Obwohl nur eine Notbesatzung an Bord war und viel Zeit zum evakuieren des Schiffes vorhanden war, starben von 2.215 Seeleuten 1.435.


 


Bau 111

Schicksal von Bau 111
Teile des Doppelbodens fanden beim Bau des Flugzeugträgers Katsuragi und beim Umbau des deutschen Fahrgastschiffes Scharnhorst zum Träger Shinyo bzw. des U-Kreuzers I-400 Verwendung.

Wer Interesse an japanischen Schiffen und dem Pazifikkrieg hat, sollte auf dieser englischsprachigen Seite mal vorbeischauen.
http://www.combinedfleet.com/

Es gibt auch noch einen Spielfilm über die letzte fahrt der Yamato:
„Yamato The Last Battle“