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Das Thema

Jap. U-Boot-Kreuzer der Klasse Sensuikan Toku

Vorwort

Im Rahmen der Planungen für den bevorstehenden Krieg gegen die USA entwickelte der Planungsstab der Marine unter Oberbefehl von Admiral YAMAMOTO Isoroku die Idee von überraschenden Angriffen an neuralgischen Punkten entlang der amerikanischen Westküste. Dazu sollten U-Boote Angriffsflugzeuge unerkannt unter Wasser an den Einsatzort bringen. Nach diesen Angriffen sollten die Besatzungen und möglichst auch die Flugzeuge geborgen werden und unerkannt der Heimweg angetreten werden.


I-400 auf See


Entwicklung

Grundlage des Plans waren unter anderem die Erfahrungen, die man mit den mit Wasserflugzeugen ausgestatteten U-Booten der Typen Junsen 1M bis 3 und Typ B(1) bis B(4) gemacht hatte.
Diese waren als Führungsboote für U-Flottilien mit Aufklärern zur Erweiterung des Einsatzraumes und für Angriffe auf Schiffe und Hafenanlagen ausgestattet.
Das Einsatzszenario sah einen zusammengefassten Angriff mit mehreren, von U-Booten transportierten Bombern auf die Pazifikschleusen des Panama-Kanals vor. Dabei wurde die grundsätzliche Machbarkeit eines solchen Angriffs festgestellt.
Allerdings mussten dazu erst entsprechende zerlegbare Kampfflugzeuge entwickelt werden. Außerdem waren für einen solchen Angriff sehr viele Boote nötig, die an anderer Stelle fehlten. Also musste auch noch ein großes Transport-U-Boot her.

 

So begann 1942 die Planung für ein Großboot unter der Typenbezeichnung Sensuikan Toku („Spezial-U-Boot“).
Der Bau von 18 Booten wurde mit dem Flottenbauplan für das folgende Jahr 1943 vorgesehen, entsprechende Finanzmittel und Rohstoffe sollten bereitgestellt werden.
1943 wurden dann zwei Boote in der Marinewerft Kure, zwei in der Marinewerft Sasebo und eins in der Werft der Firma Kawasaki in Kure gebaut.
Der Bau von 13 weiteren Booten wurde storniert, vermutlich weil inzwischen aufgrund der gemachten Erfahrungen mit der alliierten U-Boot-Abwehr der Sinn solcher Großboote bezweifelt wurde.
Darüber hinaus hatte man sich inzwischen mehr auf den Bau und Einsatz von Mini-U-Booten konzentriert.

Ursprünglich sahen die Pläne einen Hangar für 2 Flugzeuge auf dem Oberdeck vor.
Bereits in der ersten Bauphase wurden die Pläne jedoch erweitert, so dass nun ein drittes Flugzeug sowie zusätzliche Ersatzteile mitgeführt werden konnten.
Dafür stieg nun die Verdrängung aufgetaucht von 4131,5 t auf 4742,5 t.
Neben den 8 Torpedorohren (alle vorn) und 20 Torpedos wurden noch 4 Lufttorpedos, drei 800 kg Bomben und zwölf 250 kg Bomben mitgeführt.
Als Flugzeuge wurden ab 1942 vom Fluggzeugbauer Aichi unter der Bezeichnung „17-shi experimenteller Marine-Angriffsbomber“ ein zerlegbarer und sturzfähiger Bomber mit 2 Schwimmern entwickelt.
Im November 1943 flog der Prototyp, die ersten Serienmaschinen liefen Oktober 1944 als Aichi M6A „Seiran“ (Bergnebel) vom Band.


Aichi M6A1 Seiran

Das erste Boot wurde am 30 Dezember 1944 als I-400 in Dienst gestellt, I-401 am 08. Januar 1945.
I-402 wurde vor Fertigstellung durch Umbau des Hangars zu einem Rohöltransporter umgebaut und am 24.Juli 1945 in Dienst gestellt.
Der Bau von I-404 und I-405 wurde im März 1945 eingestellt und die freiwerdenden Materialien für den Bau von Mini-U-Booten Typ Kaiten verwendet.

 


I-402 Detailansicht des Brückenaufbaus.
Von links nach rechts:
Scheinwerfer
12 cm Beobachtungsfernglas (unten)
Schwimmer des Schnorchels für die Atemluft
Schaft des Luftzielseerohrs
Trichterantenne des Typ 22 Funkmessgeräts
12 cm Beobachtungsfernglas (unten)
Dipolantennen des Typ 13 Funkmessgeräts
Abluftrohr des Dieselmotors, das Zuluftrohr ist vom Typ 13 Funkmessgerät verdeckt
Typ 96 25 mm Flak-Einling


Bewaffnung/Ausrüstung

Als Bewaffnung waren neben den 20 61-cm-Torpedos noch eine Typ 3 14 cm Kanone auf dem Heck, drei Typ 96 25 mm Drillingsflak (Lizenzbau einer französischen Flak von Hotchkiss aus den frühen 30er Jahren) auf dem Hangar (1 vor, 2 hinter der Brücke) und einer einzelnen Typ 96 25 mm Flak direkt hinter der Brücke vorhanden.

Die Torpedorohre waren in zwei übereinanderliegenden, voneinander abgeschotteten Räumen eingebaut.

An elektronischer Ausrüstung war ein Typ 22 Funkmessgerät für Luft- und Seezielerkennung und ein Typ 13 Funkmessgerät zur Verfolgung von Luftzielen vorhanden.
An optischer Ausrüstung war ein Luft- und ein Seezielperiskop eingebaut.
Dazu kamen noch mehrere Typ 93 75 cm E-Messer für Flak und Geschütz sowie Torpedozieloptiken und schwere Beobachtungsoptiken für Verwendung bei Überwasserfahrt. Ein hydraulisch bewegter Schnorchel für den Einsatz der Dieselmotoren unter Wasser war ebenfalls eingebaut.

Vor dem Hangar war auf dem Vorschiff ein hydraulisches Katapult montiert.
Links daneben war kurz vor dem Hangar ein umklappbarer Kran eingebaut, mit dem die Flugzeuge zusammengebaut, demontiert und nach deren Landung an Bord geholt wurden. Die Flugzeuge selbst wurden zerlegt und auf Transportwagen verladen.
Diese Transportwagen wurden im Hangar auf Schienen bewegt.
Zum Zusammenbau wurde erst die erste Maschine herausgezogen und mit dem Kran stückweise auf dem Katapult zusammengebaut.
Es dauerte bei eingespielten Mannschaften 30 Minuten, die drei Flugzeuge zusammenzubauen, zu beladen und zu starten.
Dies war eine kleine Ewigkeit, wenn man bedenkt, dass gegnerische Flugzeuge mit Bodenradar die Boote innerhalb von Minuten aufspüren und angreifen konnten.
Daher war zuletzt vorgesehen, die Flugzeuge ohne Schwimmer zusammenzubauen, was in knapp 15 Minuten möglich war. Die Maschinen konnten dann zwar immer noch mit dem Katapult gestartet werden, eine Landung ohne Verlust war aber nicht mehr möglich.


I-400, Hangartor teilweise geöffnet


Einsatz

Im Frühjahr 1945 wurden die Mannschaften aufeinander eingespielt und der reibungslose Ablauf an Bord geübt.
Dabei wurden wiederholt Angriffsübungen auf Land- und Seeziele durchgeführt.
Zu diesem Zeitpunkt war der ursprünglich vorgesehene Angriff auf den Panama-Kanal illusorisch geworden, da die alliierte Luft- und Seeherrschaft den U-Booten kaum eine Chance gelassen hätte.
Spätestens der radargeleitete Luftschutz am Panamakanal hätte dem Angriff schnell ein Ende gemacht. Daher wurden nun neue Ziele gesucht.


Bug von I-400 mit Katapult (Mitte), Hilfsschienen für die Schwimmer und umgelegtem Kran (links)

Am 25 Juni wurden dann Befehle für die Operation Hikari gegeben.
Dieser Einsatzbefehl sah den Einsatz der vorhandenen Sen-Toku-Boote von Truk aus gegen den US-amerikanischen Flottenstützpunkt Ulithi vor.
I-400 und I-401 sollten in Begleitung der U-Boote I-13 und I-14 nach Truk verlegt werden. Dort sollten die kleineren Boote ihre C6N-Aufklärer zu Selbstmord- Aufklärungseinsätzen zur Auskundschaftung des Stützpunkts starten und die Sen-Tokus ihre Seiran dann in Kamikaze-Manier auf die erkannten Ziele loslassen.
Die Rückkehr der Boote wurde nicht erwartet.

Am 17. August liefen I-400, I-401 und I-14 aus und gingen in Bereitstellung 200 Seemeilen südöstlich der Tokyo Bay und warteten auf den Einsatzbefehl.
Am 27. August kam der Befehl zur Kapitulation.
Die Flugzeuge wurden aus den Hangars gerollt und versenkt.
Danach wurden die Boote an die US-Marine übergeben.
Diese begutachtete diese modernen Schiffe ausführlich und versenkte die drei Sen-Tokus dann.


I-401 bei US-Testfahrt


Daten


 

 
Daten
 
Bezeichnung:
Sensuikan Toku
Gebaute Boote:
3 (I.400, I.401, I.402)
Länge:
122 m
Breite:
7,02 m
Höhe:
12 m
Verdrängung:
4742,5 t, getaucht 5956,5 t
Motoren:
4 X Diesel, 2 X elektrisch
Leistung:
7700 PS, 2400 PS
Höchstgeschwindigkeit:
18,75 kn, 6,5 kn
Reichweite:
37500 nm bei 14 kn
Nominaltauchtiefe:
100 m
Besatzung:
144 Mann
Bewaffnung:
8 Torpedorohre(20 Torpedos),
Typ Taisho 3 140 mm Kanone,
3 Typ 96 25 mm Drillingsflak,
1 Typ 96 25 mm Einzelflak,
3 M6A Seiran (4 Lufttorpedos, 3 800 kg Bomben, 12 250 kg Bomben)


Quellen

1) Jentschura/Jung/Mickel "Warships of the Imperial Japanese Navy 1869 - 1945", US Naval Institute Press, 4. Auflage 1986, ISBN 0-87021-893-X
2) Januszewski "Japanese Submarine Aircraft", Mushroom Model Magazine Special, 1. Auflage 2002, ISBN 83-916327-0-9
3) Versch. "Special Class Submarines", Gakken Band 17, 1. Auflage 1998, ISBN 4-05-601767-0

http://weltderwunder.de.msn.com/history%20...%20779&page=1
http://www.amazing-planet.net/I-400.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Aichi_M6A
http://monsterforum.blue-oranges.com/ph%20...%20f=38&t=115
http://www.pacerfarm.org/i-400/fig01f.gif
http://www.subart.net/i400_sen_toku.htm
http://www.navsource.org/archives/08/08496.htm


Autor: tom!