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Das Thema

 

Japanische Schnell- und Kanonenboote

 


Vorwort

Marine-Torpedo- und Kanonenschnellboote:

Die japanische Marine hat sich nicht wirklich um Entwicklung und Bau von Torpedo- und Kanonenschnellbooten gekümmert. Zwar wurde in den dreißiger Jahren ein 55 ft Schnellboot der britischen Werft Thornycroft eingekauft und getestet, die eigene Entwicklung lief schleppend und führte erst 1941zum Bau eigener Torpedoschnellboote. Zum Einsatz gekommen sind die wenigen Torpedoschnellboote als Küsten- und Hafenschutzboote. Bilder sind selten.

Bei den Kanonenschnellbooten wurde 1940 ein italienischens MAS-Boot gekauft und getestet. Eigene Boote entstanden erst 1943 aus den Torpedoschnellbooten. Hier sind Bilder noch seltener.

Anders sah es bei so genannten Flußkanonenbooten aus. Neben den hier bereits angegebenen großen Kanonenbooten gab es verschiedene Modelle kleiner Kanonenboote (Neikatei) und mehrere unterschiedlich umgebaute Typen auf Basis des Daihatsu-Landungsboots. Diese wurden wurden für Mannschafts- und Nachschubtransport sowie Patoillenaufgaben in Flussläufen und in Mündungsregionen eingesetzt, vor allem in China. Daher existieren viele Fotos solcher Boote.


Torpedoschnellboote

Torpedoschnellboote (Gyoraitei):

 
Typ T1
 
Eigenentwicklung
Anzahl
4
Baujahr
1941
Bewaffnung
2 X Typ 92 7,7 mm Bord-MG
2 X Typ 91 45 cm Lufttorpedos verschiedener Modellreihen oder 6 100 kg Wasserbomben
Besatzung
5 Mann
Höchstgeschwindigkeit
38,5 kn
2 Motoren
60 PS für Reisegeschwindigkeit
1800 PS Motor für Angriffsgeschwindigkeit
Reichweite
210 nm bei 30 kn
Verdrängung
maximal 18,6 t
Länge
18 m
Breite
4,2 m
Tiefgang
0,63 m

 
Typ T51
 
Lizenzbau deutscher S-Boote;
ungünstige Länge für Pazifik-Wellengang,
daher oft Schäden am Rumpf
Anzahl
10, Auftrag für weitere 25 zurückgezogen
Baujahr
1943-45
Bewaffnung
3 X Typ 96 25 mm Flakeinling
2 X Typ 91 45 cm Torpedos oder 6 100 kg Wasserbomben
Besatzung
18 Mann
Höchstgeschwindigkeit
29 kn
Motor
3600 PS
Reichweite
300 nm bei 28 kn
Verdrängung
maximal 76,5 t
Länge
Länge 32,1 m
Breite
4,93 m
Tiefgang
2,6 m

 
Typ T1 verbessert (mehrere Versionen)
 
Eigenentwicklung;
teils mit Holz-,
teils mit Stahlrumpf;
aus Mangel an Benzinmotoren wurden veraltete Flugzeug-Reihenmotoren verwendet
Anzahl
36
Baujahr
1943-45
Bewaffnung
1 X Typ 93 13,2 mm Flakeinling oder 1 X Typ 96 25 mm Flakeinling
2 X Typ 91 45 cm Lufttorpedos verschiedener Modellreihen
Besatzung
5 - 12 Mann
Höchstgeschwindigkeit
17 - 35 kn
Motor
verschiedene Motortypen
450 - 1440 PS
Reichweite
300 nm bei 20 kn
Verdrängung
maximal 18,1 t - 23,1 t
Länge
18 m
Breite
4,2 m
Tiefgang
0,63 m

 
Typ T14/T15
 
Eigenentwicklung;
verbesserte T1 verbessert;
mit Holzrumpf
Anzahl
unbekannt, In Auftrag gegeben wurden 58/40,
das Schicksal von 14 Booten ist bekannt
Baujahr
1944-45
Bewaffnung
1 X Typ 93 13,2 mm Flakeinling oder 1 X Typ 96 25 mm Flakeinling
2 X Typ 91 45 cm Lufttorpedos verschiedener Modellreihen
Besatzung
unbekannt
Höchstgeschwindigkeit
33/35 kn
Motor
920 PS
Reichweite
unbekannt
Verdrängung
maximal 13,2t/13,6t
Länge
14,75 m/15 m
Breite
3,6 m/3,73 m
Tiefgang
0,60 m


Das eigentliche Schlüsselelement der kaiserlichen Marine, war die Doktrin der großen Entscheidungsschlacht. Damit war auch die Richtung der Rüstungsindustrie klar, denn es wurden dafür vor allem Überwassereinheiten mit schwerer Artillerie benötigt. Dennoch musste die Admiralität beachten, dass Japan, vor allem in Anbetracht der Besetzung vieler Inseln im Pazifik, diese auch schützen musste. Die großen Einheiten waren nur für Schlachten zu gebrauchen, aber keinesfalls für einen Patrouillendienst. Da man aber kaum über Produktionskapazitäten verfügte, rüstete man erbeutete Einheiten oftmals um und verwendete sie für die eigenen Zwecke. So wurden 20 weitere Torpedoschnellboote wurden auf den Philippinen und in Niederländisch-Ostindien erbeutet und ab 1944 weiterverwendet.


Kanonenschnellboote

 

Kanonenschnellbooten (Gyohotei):

 


 
Typ H1
 
gekauftes italienisches MAS-Schnellboot
Anzahl
1
Kaufjahr
1940
Bewaffnung
2 X 20 mm Maschinenkanonen
2 X Typ 92 7,7 mm Bord-MG
Besatzung
unbekannt
Höchstgeschwindigkeit
33 kn
Motor
1840 PS
Reichweite
unbekannt
Verdrängung
maximal 24,5 t
Länge
18 m
Breite
4,47 m
Tiefgang
0,81 m

 
Typ H2
 
Umgebaute Torpedoschnellboote der Klasse T1 verbessert ;
1945 zu Torpedoschnellbooten umgebaut
Anzahl
8
Baujahr
1943-44
Bewaffnung
2 X 20 mm Maschinenkanonen
2 X Typ 92 7,7 mm Bord-MG
Wasserbomben
Besatzung
8
Höchstgeschwindigkeit
33,5 kn
Motor
2100 PS
Reichweite
140 nm bei 30 kn
Verdrängung
maximal 23,5 t
Länge
18 m
Breite
4,47 m
Tiefgang
0,90 m

 
Typ H35
 
Umgebaute Torpedoschnellboote der Klasse T1 verbessert ;
1945 zu Torpedoschnellbooten umgebaut
Anzahl
8
Baujahr
1943-44
Bewaffnung
1 X Typ 96 25 mm Flakzwilling
1 X Typ 96 25 mm Flakeinling
4 Wasserbomben
Besatzung
unbekannt
Höchstgeschwindigkeit
34 kn
Motor
1840 PS
Reichweite
290 nm bei 33 kn
Verdrängung
maximal 23,5 t
Länge
18 m
Breite
4,23 m
Tiefgang
0,73 m

 


 
Typ H38
 
Umgebaute Torpedoschnellboote der Klasse T1 verbessert;
1945 zu langsamen Torpedobooten umgebaut
Anzahl
67
Baujahr
1943-44
Bewaffnung
3 X Typ 96 25 mm Flakzwilling
4 Wasserbomben
Besatzung
unbekannt
Höchstgeschwindigkeit
27 kn
Motor
1400 PS
Reichweite
220 nm bei 26 kn
Verdrängung
maximal 23,5 t
Länge
18 m
Breite
4,23 m
Tiefgang
0,73 m

 

 
Typ H61
 
modifizierte Torpedoschnellboote der Klasse T1 verbessert;
1945 zu langsamen Torpedobooten umgebaut
Anzahl
20, 45 weitere bestellt
Baujahr
1944-45
Bewaffnung
3 X Typ 96 25 mm Flakeinling in separatem Drehturm
4 Wasserbomben
Besatzung
unbekannt
Höchstgeschwindigkeit
17,5 kn
Motor
600 PS
Reichweite
unbekannt
Verdrängung
maximal 24 t
Länge
18,75 m
Breite
4,35 m
Tiefgang
0,73 m


Kanonenboote

Kanonenboote (Neikatei):

 


 
19-Meter-Typ (Typ 3)
 
Eigenentwicklung aus Motorbeibooten größerer Marineeinheiten;
angetrieben von einem Flugzeugreihenmotor,
der auf ein Gestell am Heck montiert war
Anzahl
48
Baujahr
1937-38
Bewaffnung
1 X Typ 92 7,7 mm Bord-MG in Flugzeuglafette
Besatzung
4-6, Zuladung bis 100 Mann oder 16 t
Höchstgeschwindigkeit
19 kn
Motor
ca.500 PS
Reichweite
unbekannt
Verdrängung
maximal 11 t
Länge
18,7 m
Breite
3,92 m
Tiefgang
0,30 m

 
15-Meter-Typ (Typ 1)
 
Eigenentwicklung aus Daihatsu Landungsbooten;
neben den offiziell umgebauten Fahrzeugen gab es verschiedene Truppenumbauten,
teilweise mit Typ 96 25 mm Flakzwillingen hinter der Bugklappe,
die Gesamtzahl dieser Boote ist unbekannt
Anzahl
40 (offiziell in Auftrag gegeben)
Baujahr
1938-39
Bewaffnung
1 X Typ 92 7,7 mm Bord-MG oder 1 X Vickers-Typ 12,7 mm MG;
2 geschützten Waffenstationen
Besatzung
6
Höchstgeschwindigkeit
11 kn
Motor
120 PS
Reichweite
400 nm bei 10 kn
Verdrängung
maximal 11 t
Länge
18,7 m
Breite
3,3 m
Tiefgang
0,76 m

 
25 t Typ
 
Eigenentwicklung;
vollkommen geschweißt;
Aufbauten aus 4 mm starken Panzerstahlplatten zusammengesetzt;
viele wurden 1945 als U-Boot-Jäger oder Transportboot fertig gestellt
Anzahl
80
Baujahr
1940 - 44
Bewaffnung
1 X Tyo 93 13,2 mm Zwillingsflak
Besatzung
10 - ?
Höchstgeschwindigkeit
11 kn
Motor
300 PS
Reichweite
400 nm bei 10 kn
Verdrängung
maximal 11 t
Länge
18 m
Breite
3,4 m
Tiefgang
0,73 m


Schnellboote

Schnellboote (Kosokutai):

 
Typ 1 Schnellboot
 
Eigenentwicklungauf Basis eines in den 20er Jahren gekauften 55-ft -Schnellbotes der englischen Werft Thornycroft;
Aufgabe war schnelle Aufklärung und Transport von Führungspersonal
Anzahl
unbekannt,aber eher wenige
Baujahr
ab 1925
Bewaffnung
unbewaffnet
Besatzung
3-5
Höchstgeschwindigkeit
37 kn
Motor
400 PS
Reichweite
unbekannt
Verdrängung
maximal 5,3 t
Länge
14,42 m
Breite
2,74 m
Tiefgang
unbekannt,aber gering

 


 
Typ 2 Schnellboot
 
Eigenentwicklung auf Basis eines in den 20er Jahren gekauften 55-ft -Schnellbotes der englischen Werft Thornycroft;
Aufgabe war Sicherstellung der Kommunikation zwischen Landungsschiffen und den gelandeten Einheiten mit Funk und optischen Kommunikationsmitteln
Anzahl unklar, aber eher wenige
Anzahl
unbekannt,aber eher wenige
Baujahr
ab 1925
Bewaffnung
1 X Typ 3 6,5 mm sMG,
später 1 X Typ 92 7,7 mm sMG
1 X Typ Taisho 11 lMG
Besatzung
7-?
Höchstgeschwindigkeit
13 kn
Motor
100 PS; Diesel
Reichweite
unbekannt
Verdrängung
maximal 4,5 t
Länge
11 m
Breite
2,34 m
Tiefgang
unbekannt,aber gering

 

 
Typ 3 Schnellboot
 
Eigenentwicklung auf Basis des Marine Torpedoschnellboot Typ T1 verbessert;
Aufgabe war U-Boot-Jagd in Küstengewässern und Sicherung der Nachschubwege;
teilweise mit 2 Flugzeug-Reihenmotoren auf dem Heck
Anzahl unklar, aber eher wenige
Anzahl
unbekannt,aber eher wenige
Baujahr
1944-45
Bewaffnung
1 – 2 X Typ 98 20 mm Flakeinling
10 Wasserbomben
Besatzung
13
Höchstgeschwindigkeit
38 kn
Motor
2 Motoren 1600 PS
Reichweite
unbekannt
Verdrängung
maximal 18 t
Länge
18 m
Breite
4,3 m
Tiefgang
unbekannt,aber gering


Kanonenboote

Kanonenboote

 
Typ AB-Tei
 
Eigenentwicklung;
Aufgabe war Feuerunterstützung bei amphibischen Landungen,
später auch Patrouillendienst auf Flüssen und in Küstengewässern; gepanzerter Aufbau;
ursprünglich mit zwei Panzertürmen auf dem Bug,
später je ein Kanonenturm auf dem Bug und Heck sowie ein Zwillings-MG-Turm über der Brücke
Anzahl
unbekannt
Baujahr
1927 -
Bewaffnung
1 X britische 57 mm Kanone im vorderen Bugturm
1 X britische 57 mm Kanone
oder
Typ Taisho 3 6,4 mm sMG in Zwillingslafette im hinteren Bugturm
Später
Je 1 X Typ 90, später Typ 97 57 mm Panzerkanone im vorderen Bugturm und im Heckturm
1 X Typ 92 7,7 mm sMG in Zwillingslafette im Turm über der Brücke
Besatzung
13
Höchstgeschwindigkeit
13 kn
Motor
350 PS, ab Mitte der 30er Dieselmotor
Reichweite
unbekannt
Verdrängung
maximal 30 t
Länge
17,1 m
Breite
3,5 m
Tiefgang
unbekannt

 
Typ 2 Patrouillenboot
 
Eigenentwicklung auf Basis des Typ T15 Torpedoschnellboot;
Aufgabe war Patrouillendienst auf Flüssen und in Küstengewässern
Anzahl
unbekannt
Baujahr
1942 -
Bewaffnung
1 X Typ 94 37 mm Panzerkanone in offener Mittelpivotlafette vorn
1 X Typ 98 20 mm Flakeinling, später 1 X Typ 4 20 mm Flakzwilling hinten
Besatzung
unbekannt
Höchstgeschwindigkeit
unbekannt
Motor
unbekannt
Reichweite
unbekannt
Verdrängung
unbekannt
Länge
15 m
Breite
3,73 m
Tiefgang
0,60 m

 

Die DMP Bibliothek empfiehlt zu diesen Thema:
ww2technik.de


Quellen

Jentschura/Mikel/Jung "Warships of the Imperial Japanese Navy 1869 - 1945", US Naval Institute Press, 4. Auflage 1984, ISBN 0-87021-893-X
Verschiedene "The Imperial Japanese Navy 14: Japanese Small Vessels Pt. 2", Verlag nicht entzifferbar, 1. Auflage 1990, ISBN 4-7698-0464-4

http://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserlich ... che_Marine
http://www.schnellboot.net/jp/pt15/vorlage/index.html

Autor: tom!