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Das Thema

Schlachtschiffklasse LITTORIO

 


Vorwort

Es wurden 4 Schlachtschiffe dieses Typs auf Stapel gelegt.

Littorio (ab 30.6.1943 in Italia umbenannt)

Vittorio Veneto

Roma

Impero

Die Schlachtschiffe der Littorio-Klasse waren die ersten Schiffe der sogenannten „35.000-Schlachtschiffe“. An diese Höchst-Tonnage als Begrenzung war man wegen der internationale Flottenkonferenz der 30er Jahre gebunden. Doch diese Vereinbarung wurde von fast allen Seemächten erst heimlich und dann auch offiziell überschritten.
So hatten auch die Schiffe der Littorio-Klasse um einiges mehr an Verdrängung.

Die Schiffe der Littorio-Klasse gehörten zu den modernsten Schlachtschiffen der damaligen Zeit und waren den englischen Schiffen um Jahre voraus. Ihr großer Nachteil war die schlecht ausgebildete Besatzung und das Fehlen von Radaranlagen. Auch die Feuerleitanlagen wiesen einige Mängel auf


Daten

 


 
Technische Daten der Littorio
 
Hauptabmessungen
Länge über alles:
237,8 m (240,7m Roma)
Breite über alles:
32,9 m
Tiefgang:
10,5 m
Gewicht Littorio:
Standard: 41.377 t
Voll beladen: 45.963 t
Vittorio Veneto:
Standard: 41.167 t
Voll beladen: 45.752 t
Roma:
Standard: 41.650 t
Voll beladen: 46.215 t
Impero:
Standard: -
Voll beladen: -
Antrieb:
8 Yarrow-Dampfkessel,
140.000 WPS
4 Belluzzo-Dampfturbinen mit Einfachgetriebe
4 dreiflügelige Schrauben, 2 Ruder hintereinander
Höchstgeschwindigkeit:
30 kn
Reichweite:
4.580 sm bei 16 kn
3.920 sm bei 20 kn
1.770 sm bei 30 kn
Tank
Normal Voll: 3.700 t
Max. Voll: 4.210 t
Panzerung
Vertikal an der Wasserlinie: max. 350 mm
Horizontal in der Mitte: max. 207 mm.
Panzertürme (Hauptartillerie):
Frontal: max. 380 mm
Basis: max. 350mm
Panzertürme (Mittlere Artillerie):
Frontal: max. 280 mm
Basis: max. 150 mm
Bewaffnung:
9x 38,1 cm L/50 Sk in 3 Drillingstürmen
12x 15,2 cm L/55 Sk in 4 Drillingstürmen
4x 12 cm L/40 Sk (für Leuchtmunition)
12x 9 cm L/55 Flak in Einzeltürmen
20x 3,7 cm L/54 Flak
16x 2 cm L/65 Flak (ab 1942: 28x 2 cm L/65 Flak auf der Littorio und Roma; 32x auf der Vittorio Veneto)
3 Bordflugzeuge / 1 Katapult ohne Hangar
Besatzung
Gesamt: 1866
Offiziere: 92
Bootsmänner: 122
Zivilisten: 12
Unteroffizier: 134
Seemänner: 1.506
 
 


Geschichte

Littorio (ab 30.6.1943 Italia)

 

Stapellauf: 22.8.1937
Indienststellung: 6.5.1940

Gebaut wurde sie in der Werft: Cantieri Ansaldo, Sestri Ponente in Genua.

Sie war das zweite Schiff ihrer Klasse.
Wie die Vittorio Veneto nahm auch die Littorio an den erfolglosen Konvoi-Jagden teil und auch an den ebenso erfolglosen „Operation Hats“ und „Operation MB 5“.

In der Nacht vom 11. November auf den 12. November 1940 wurde die Littorio durch den ersten seegestützten Flugzeugangriff der Geschichte (Unternehmen "Judgement") beschädigt. Britische Swordfish-Torpedobomber stürzten sich auf die italienische Kriegsflotte, welche im Hafen von Tarent vor Anker lag. Nur durch das schnelle Handeln des Kapitäns, der das Schiff in flaches Gewässer steuerte, konnte das Schiff - trotz dreier Torpedo-Treffer - vor dem Sinken gerettet werden, indem das Schiff in seichtem Gewässer auf Grund gesetzt wurde.

Danach wurde sie geborgen und nach viermonatiger Reparatur, zwischen September 1941 und Jänner 1942, zur Sicherung der Nachschubkonvois für die kämpfenden deutsch-italienischen Truppen nach Nordafrika eingesetzt.

Am 17. Dezember 1941 kam es zu der ersten Seeschlacht im Golf von Syrte, als die Eskorte der Italiener mit 4 Schlachtschiffen, 2 schweren Kreuzern, 3 leichten Kreuzern, 19 Zerstörern und einem Torpedoboot auf die der Briten mit 6 leichten Kreuzern und 10 Zerstörern stießen. Die italienische Eskorte konnte siegreich den Zerstörer HMS Kandahar und den Kreuzer HMS Neptune versenken und zwei weitere Kreuzer (HMS Aurora und HMS Penelope) wurden beschädigt.

Die zweite Seeschlacht im Golf von Syrte war am 22. März 1942, wo fünf Kreuzer und elf Zerstörer der britischen Eskorte gegen das italienische Schlachtschiff Littorio und weitere drei Kreuzer und zehn Zerstörer der Italiener kämpften. Diesen weiteren italienischen Sieg mussten die Briten mit drei beschädigten Kreuzern und 6 weiteren beschädigten Zerstörern bezahlen.

Dies waren die glücklichen Tage der iItalienischen Kriegsmarine!

Im Juni 1942 beteiligte sich das Schlachtschiff auch an den Kämpfen während der Operation „Harpoon“.
Admiral Alberto Da Zara hatte den Auftrag, mit 2 Schlachtschiffen, 4 Kreuzern und 10 Zerstörern die Versorgungskonvois nach Malta zu unterbinden. Es kam zu See- und Luftangriffen, an denen sich auch amerikanische B-24 Liberator bomber beteiligten. Die Littorio und der Kreuzer Trento wurden beschädigt und später, manövrierunfähig, durch ein U-Boot versenkt. Die Briten verloren die Zerstörer HMS Hasty, HMS Airedale, HMS Nestor, HMS Bedouin, HMS Partridge und HMS Hermione und der Kreuzer HMS Newcastle wurde erheblich beschädigt. Trotz des intensiven Einsatzes erlitt der Versorgungskonvoi schwerste Verluste.

 

Diese Gefechte waren ein taktischer Erfolg für die Achse, aber strategisch verschlimmerte sich die Lage nur noch mehr. Diese Seeschlacht war das letzte Auftreten der italienischen Marine. Ab dieser Zeit blieben die Großkampfschiffe wegen Treibstoffmangel auf ihren Liegeplätzen.

Am 30.07.1943, nach dem Sturz des faschistischen Regimes und der italienischen Kapitulation wurde das Schiff Littorio in Italia umbenannt.
Am 09.09.1943 wurde sie, gemeinsam mit ihrem Schwesterschiff „Vitorio Veneto“ und dem Rest der intakten italienischen Flotte den Briten in Malta übergeben.

Für den Rest des Krieges lag sie im Großen Bittersee im Suezkanal vor Anker.
Ein Einsatz auf Seiten der Alliierten wurde aus politischen und organisatorischen Gründen abgelehnt.

Die Littorio war insgesamt in 46 Kriegsmissionen unterwegs, davon 9 auf feindlicher Jagd und 3 als Eskorte.

Im Februar 1947 wurde sie der italienischen Flotte zurückgegeben und am 01.06.1948 außer Dienst gestellt und verschrottet.