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Das Thema

Die „Conte di Cavour“-Schlachtschiffklasse


Geschichte

Benannt war das italienische Schlachtschiff nach dem „conte“ (also Grafen) Camillo Benso di Cavour.
Camillo Benso di Cavour, geboren am 10.10.1810 in Turin, war ein italienischer Staatsmann.
Neben Giuseppe Garibaldi (1807-1882) und Giuseppe Mazzini (1805-1872) zählte er zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des italienischen „Risorgimento“. (Desr nationalen Befreiungskampfes Italiens im 19. Jahrhundert mit Garibaldis berühmten „Rothemden“)

Zu dieser italienischen Schlachtschiffklasse gehörten die Namensgeberin “Cavour” und die “Cesare”. Beide Schiffe wurden noch vor dem ersten Weltkrieg gebaut und liefen 1912 vom Stapel.

Die Bauwerft Ansaldo befand sich in Genua, die Indienststellung war 1914.

Im ersten Weltkrieg nahmen die Schiffe an keinen aktiven Einsätzen teil.
Das Schiff war lediglich nur für 40 Stunden in militärischen Einsätzen in der Adria unterwegs.
Nach dem Kriegseintritt Italiens wurde die Conte di Cavour am 24. Mai 1915 das Flaggschiff von Konteradmiral Luigi Amadeo von Savoyen.

Ein kleiner Höhepunkt ihres Daseins war eine Mittelmeerrundfahrt im Sommer 1922. Der italienische König Viktor Emanuel III. besichtigte die als Kriegsbeute von Italien neu erworbenen Städte und Inseln der Adria und des östlichen Mittelmeeres.
Im April 1925 reiste mit ihr Benito Mussolini nach Tripolis.
Am 12. Mai 1928 wurde sie kurzzeitig außer Dienst gestellt.
Das Schicksal sollte es jedoch anders mit ihr meinen.
1933 waren sie die ersten Einheiten, die grundlegend modernisiert wurden.
Sie sollten das Herzstück der Regia Marina, italienischen Marine bilden.
Zu den Verbesserungsarbeiten gehörten unter anderem die Aufrüstung der Geschütze.
Die alten 305mm Kaliber Geschütze wurden durch moderne 320mm Kanonen ersetzt, die Maschinen wurden ausgetauscht und die Silhouette überarbeitet.


2. Weltkrieg

Ursprünglich gehörte auch noch die „Doria“ in diese Klasse, nach den Umbauarbeiten an der Cavour und der Cesare wurde sie aber einer anderen Klasse zugerechnet. Sie sollte es nun auf immerhin 28 Knoten bringen.

Im 2. Weltkrieg war die „Cavour“, bei Kriegseintritt Italiens in Tarent stationiert.
Am 08.07.1940 nahm sie an der unentschieden ausgehenden Seeschlacht bei Punta Stilo teil.
Hier zeigte sich sehr schnell, dass das italienische Feuerleitsystem nicht ausreichend war.
Es zeigte sich auch, dass die Zusammenarbeit von Marine und Luftwaffe in keiner Weise funktionierte.
Trotz der Nähe zu den italienischen Stützpunkten, kam es zu keiner ausreichenden Luftunterstützung.

 

Am 12.11.1940 wurde das Schlachtschiff ein Opfer eines überraschenden Luftangriffes von britischen Swordfish-Torpedobombern.
Das 1933 neu eingebaute „Pugliese“-Torpedoverteidigungssystem erwies sich nun als komplette Fehlkonstruktion. Die Wirkung der Torpedotreffer wurde eher verstärkt als gemindert.
Die „Cavour“ erhielt ein 12 x 8 m großes Loch und versank bis zu den Aufbauten im Hafen.
17 Mann der Besatzung verloren ihr Leben.

 

Erst mit Ende 1941 konnte das Schiff gehoben und in Triest notdürftig repariert werden.

Nach der italienischen Kapitulation wurde die – immer noch nicht einsatzfähige - „Cavour“ am 10.09.1943 von den deutschen Streitkräften erbeutet.

Die Versuche, das Schiff wieder flottzubekommen, endeten schließlich nach mehreren Bombentreffern am 15.02.1945, welche die „Cavour“ kentern ließen.

 

Die Reste wurden ab 1947 verschrottet.

Die „Gulio Cesare“ überstand den Krieg und wurde der Sowjetunion als Reparationszahlung übergeben.
Die sowjetische Flotte stellte das Schlachtschiff 1949 als Noworossisk in Dienst.


Daten


 

 
Technische Daten:
 
Länge:
186,4 Meter
Wasserverdrängung:
Standard: 28.800 ts,
Maximal: 29.100 ts
Tiefgang:
10,4 m
Kesselanlage:
8 ölgefeuerte Yarrow-Dampfkessel
Maschinenanlage:
2 Satz Belluzzo-Dampfturbinen mit 93.000 WPS über Einfachgetriebe auf 2 dreiflügelige Schrauben.
Geschwindigkeit:
28 Knoten
Besatzung:
1236 Offiziere und Mannschaften
Bewaffnung:
10 x 320 mm L/44 als Hauptartillerie,
12 x 120 mm L/50 als Nebenartillerie,
8 x 100 mm L/47 als schwere Flak,
12 x 37 mm L/54mm als mittlere Flak,
12 x 13.2 mm als leichte Flak.
Panzerung:
250mm vertikal,
135mm horizontal
Gewicht:
26,140 Tonnen


Quellen

Verwendete Quellen:
http://www.wlb.stuttgart.de (17.7.2009)
http://www.marina.di.fesa.it (17.7.2009)
http://www.agenziabozzo.it (17.7.2009)
http://www.kitsune.addr.com (17.7.2009)
http://www.danielerancchia.it (17.7.2009)
http://www.gwpda.org (17.7.2009)
de.wikipedia.org (17.7.2009) …sowohl die deutsche, als auch die italienische Seite;
Pietro Cristini und diverse andere Autoren aus "Regia Marina"
http://www.navweaps.com/Weapons/WNIT_126-44_m1934.htm
http://www.coatneyhistory.com/drawings.htm
http://digilander.libero.it/planciacoma ... ranto2.htm
http://www.cityofart.net/bship/
http://www.modelshipgallery.com/gallery ... index.html


Autor: Gebirgsjäger