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Das Thema

 

Schlachtschiff Gneisenau
Ein Kriegsschiff der Deutschen Kriegsmarine


Planung

Planung der Schiffe der Scharnhorst- Klasse

Nach dem Beginn des Baus der Admiral Graf Spee bestand zunächst die Absicht, das Panzerschiff- Konzept fortzusetzen. Doch als die französische Antwort auf diese Schiffe bekannt wurde, der neue DUNKERQUE- Entwurf, zeigte es sich, dass ein stärkeres Schiff gebaut diesem Zeitpunkt als Panzerschiff D und E bezeichnet, waren Ersatzbauten für die veralteten (Vordreadnoughts) ELSASS und HESSEN, da der Vertrag von Versailles noch immer den Bau größerer Schiffe verbot. Nichtsdestoweniger fanden 1932/33 Gespräche über einen verbesserten Entwurf statt. Ausgangspunkt hierfür waren Admiral Raeders Vorstellungen von einem Schiff mit einer Wasserverdrängung von 15.000 t bis 18.000 t, bewaffnet mit drei 28 cm Drillingstürmen. Das neue deutsche Schiff müsste einen Gürtelpanzer haben, um 33 cm Granaten zu widerstehen, der zumindest eine Dicke von 320 mm aufweisen sollte. Zusätzliche Überlegungen mussten auch dem Schutz gegen Luftangriffe mit Bomben gewidmet werden. Als Hauptbewaffnung wurde sowohl das Kaliber 33 cm in Betracht gezogen. Das größere Kaliber war das bevorzugtere und für die ersten vier Entwürfe bildete eine Typverdrängung von 26.000 ts den Ausgangspunkt.
Nunmehr griffen jedoch politische Erwägungen Platz und im Sommer 1933 wurde ein Schiff diskutiert, das einem verbesserten Deutschland Entwurf entsprach, aber mit dem Panzerschutz ausgestattet war, der für das 26.000 ts Projekt ins Auge gefasst worden war. Als schwere Artillerie wurde das 28 cm Geschütz festgelegt und angesichts der Steigerung bei der Wasserverdrängung musste der Dieselmotorenantrieb zugunsten der neuen Anlagen für Hochdruck- Heißdampfantrieb aufgegeben werden.

Am 25. Januar 1934 wurden auf Grund dieses Konzeptes zwei Schiff in Auftrag gegeben ihre Kiele wurden am 14. Februar 1934 bei der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven und bei den Deutschen Werken in Kiel gestreckt.
Hinsichtlich dieses Entwurfes und seines dürftigen Vergleiches mit der DUNKERQUE herrschte innerhalb der Marine ziemliche Unruhe und nachdrücklich wurde die Forderung erhoben, den Entwurf zu erweitern und einen dritten Turm einzubeziehen eine Forderung, der Adolf Hitler in diesem Stadium aus politischen Gründen seine Zustimmung verweigerte. Sein Entschluss war jedoch von kurzer Dauer und im Juli 1934 kam das Einverständnis mit dem dritten Turm, woraufhin ein sofortiger Baustopp erfolgte. Im Frühjahr 1935 war der neue Entwurf ausgearbeitet und so konnten die beiden Einheiten im Mai bzw. Juni ein zweites Mal auf Kiel gelegt werden.

 

 

 


 
Bau und Dienstzeit
Schiffsnamen:
Gneisenau
Schiffsklasse:
Scharnhorst- Klasse
Schwesterschiff:
Scharnhorst
Bauwerft:
Deutsche Werke, Kiel
Stapellauf:
8. Dezember 1936
Indienststellung:
21. Mai 1938
Baukosten:
146 Mio Reichsmark
1. Kiellegung:
Baustopp:
(als Panzerschiff)
18. Februar1934
5. Juli 1934
2. Kiellegung:
(als Schlachtschiff)
6. Mai 1938


Entwurf

Entwurf
 

 

Konstruktionszeichnung der Gneisenau von 1940.

Die letztendliche Wasserverdrängung war auf 35,540 t Standard gestiegen. Drei 28 cm Drillingstürme stellten die Hauptbewaffnung dar und eine Hochdruck- Heißdampfanlage lieferte eine Höchstgeschwindigkeit von 32 kn. Der 4,5 m breite Hauptgürtelpanzer wies eine Dicke von 320 mm auf und erstreckte sich von den vorderen bis zu den achteren Munitionskammern. Er war nach unten auf 170 mm getäpert. Nach vorn hatte der Seitenschutz eine Dicke von 70 mm und nach achtern eine solche von 90 mm. Oberhalb des Hauptgürtelpanzers erstreckte sich vom Ruderpfosten bis zum Spant 207 im Bereich der Back der 35 mm dicke Zitadellpanzer, der bis zum Oberdeck reichte.
Das vordere und das achtere Ende des 320 mm Gürtelpanzers schlossen Panzerquerschotte von 150 mm bzw. 200 mm ab. Binnenbords befand sich ein 45 mm dickes Torpedoschott, das sich über die volle Länge des 320 mm Gürtels hinzog. Den Horizontalschutz bildete ein gepanzertes Oberdeck von 50 mm Dicke sowie ein Panzerdeck von 80 mm innerhalb und 95mm außerhalb der 40 mm Splitterlängsschotte mit 105 mm in den Böschungen. Letztere neigten sich um 25 Grad vom oberen Bereich des Torpedoschotts bis zum unteren Bereich des Seitenpanzers. Die Barbetten hatten eine solche von 360 mm vorn und 200 mm an den Seiten. Der Panzerschutz des Kommandostandes betrug 350 mm. Die Hauptantriebsanlage bestand aus drei Turbinensätzen mit drei Wellen Anordnung sowie 12 Wagner Höchstdruckkessel, je drei in vier Kesselräumen. Die Turbinen der Scharnhorst stammten von Brown, Boveri und Cie. und die der Gneisenau von der Deschimag.
Die schwere Artillerie der beiden Schiffe bestand aus neun Geschützen des Modells 28 cm Sk L/54,5 C/34, welches im Vergleich zum Modell C/28 der Panzerschiffe eine geringere Anfangsgeschwindigkeit, aber eine etwas größere Höchstschussweite hatte. Die Geschütze verschossen eine Panzersprenggranate von 320 kg und wiesen bei maximaler Erhöhung von 40 Grad eine Schussweite von 49.930 m auf. Ihrer Feuerleitung dienten drei Artillerieleitstände mit einer gepanzerten E- Messdrehbasis auf dem vorderen Kommandostand (Kommandoturm), auf dem Hauptartillerieleitstand im Vormars des Turmmastes und auf dem achteren Kommandostand. Von ihnen aus konnte auch die Feuerleitung der Mittelartillerie erfolgen. Diese bestand aus zwölf Geschützen, die ursprünglich in sechs Doppeltürmen hätten untergebracht werden sollen. Doch aus Gründen der Gewichtsersparnis wurde dieses auf vier verringert und die restlichen vier Geschütze standen in Einzellafetten mit nach hinten offenen Schilden. Dieses Geschütz vom Standardmodell 15 cm Sk L/55 C/28 verschoss eine 43,3 kg Granate wobei in der Dopp.Dreh.L. C/34 (Doppelturm) die maximale Schussweite bei 40 Grad Erhöhung 23,000 m betrug, während diese in der Mittelpivot- Einzellafette C/35 bei 35 Grad Erhöhung geringer war. In beiden Lafettierungen besaß das 15 cm Geschütz jedoch keine Luftzielfähigkeit. Diese Aufgabe hatte die Schwere Flack, bestehend aus vierzehn 10,5 cm Geschützen Sk L/65 C/33 in Doppellafette: Je drei von ihnen mittschiffs beiderseits des Schornsteins, während die siebente Doppellafette in der Mittschiffslinie ebenfalls auf dem Aufbaudeck vor dem achteren 28 cm Turm stand. Dieses Geschütz verschoss eine Granate von 15,1 kg bei maximaler Rohrerhöhung von 80 Grad in eine Höhe von 12.500 m. Die Lafetten wiesen einen leichten Splitterschutz von 15 mm auf. Zum ersten Mal gelangte auch ein kompliziertes Flak- Feuerleitsystem zum Einbau, bestehend aus vier voll stabilisierten Fla- Leitständen SL 6 jeweils beiderseits des Turmmastes und des Schornsteins mit ihren charakteristischen halbkugelförmigen Abdeckungen. Die Leichte Flak bestand aus 16 x 3,7 cm in acht Doppellafetten sowie aus 10 x 2 cm in Einzellafetten. Die beiden Schlachtschiffe führten keine Torpedobewaffnung, waren aber mit einer Flugzeughalle und zwei Katapulten ausgestattet: eines mittschiffs auf einem 8 m hohen Schleuderturm vor dem achteren Artillerieleitstand und das andere auf dem Turm C. Das ursprünglich verwendete Seeflugzeug He 60 sollte durch die He 114 ersetzt werden, bis schließlich die Ar 196 an Bord kam, das spätere Standard- Seeflugzeug aller Marineeinheiten.

 

 

Konstruktionszeichnung der Gneisenau von 1940 man erkennt die vielen veränderungen.

 

Modifizierungen des Schlachtschiffes Gneisenau

Ende 1938 wurden daher der gerade Steven durch einen überhängenden Vorsteven den sogenannten Atlantikbug ersetzt. Weitere Änderungen betrafen neue Decksklüsen für die Anker als zusätzliche Maßnahme, um das Spritzwasser zu verringern, sowie das Aufsetzen einer großen Schrägkappe auf den Schornstein. Im Oktober 1939 erhielt die E- Messdrehhaube im Vormars ein FuMO 22 und im Februar 1940 wurde das Katapult auf dem Turm C am Land gegeben, da das Gewicht des Schwenken des Turms behinderte. Im Januar 1941 ersetzte das neue Modell C/38 mit höherer Feuergeschwindigkeit die bisherigen 2 cm Geschütze sowie ein FuMO 27 das bisherige FuMO 22 und auf einem Gitterunterbau (Storchennest) mittschiffs erfolgte die Aufstellung einer 2 cm Vierlingsflak. Da die Leichten Kreuzer Leipzig und Nürnberg jetzt der Ausbildung in der Ostsee dienten, hatten sie ihre jeweils zwei Drillings Torpedorohrsätze abgegeben.

Die beiden Sätze der Ersteren bekam daher 1941 die Gneisenau in Brest und 1942 erhielt auch die achtere Kommandostand ein FuMO 27.Während dieser Zeit in Brest wurde mittschiffs eine neue, verlängerte Flugzeughalle mit dem Katapult im Inneren eingebaut. Dadurch musste das Storchennest mit seiner Vierlingsflak weichen. Die kam auf den Turm B. je eine weitere 2 cm Vierlingsflak fanden auf dem Hangardach und auf der Schornsteinplattform Aufstellung. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland wurde die Gneisenau bei einem Luftangriff Ende Februar 1942 durch Bombentreffer schwer beschädigt. Daraufhin wurde entschieden, die seit langem geplante Umrüstung auf drei 38 cm Doppeltürme in Angriff zu nehmen, aber das Schiff wurde nie mehr in Dienst gestellt.

 


 
Technische Daten
Verdrängung:
30.676 t Leer
32.100 ts Standard
35.540 t Konstruktion
37.902 t maximal im Einsatz
Länge:
Wasserlinie: 226 m
Vor Umbau: 229,8 m
Nach Umbau: 234,9 m
Breite:
30 m
Tiefgang:
8,23 m Konstruktionstiefgang
9,91 m maximal
Kesselanlage:
12 ölgefeuerte Dampfkessel
Bauart: Wagner
Antrieb:
3 Satz Dampfturbinen
Von Germaniawerft mit Untersetzungsgetriebe auf 3
dreiflügelige Propeller
Maschinenleistung:
Dauerlast: 160.000 Psw
Probefahrt: 165.930 PSw
maximale Geschwindigkeit, tatsächlich:
31,5 Knoten
maximale Geschwindigkeit, geplant:
32 Knoten
Reichweite:
6200 sm bei 19 kn
8380 sm bei 15 kn
Besatzung:
1669 bis 1840 im Kriegseinsatz

 

 

Das Bild zeigt die Gneisenau nach dem Stapellauf sie hatte zu viel Schwung drauf und rammte die hinter ihr liegenden Kaimauer.


Werdegang

Werdegang der Gneisenau

Die Gneisenau wurde als erste der beiden Einheiten fertig gestellt. Obwohl ihr eigentlich noch ein erheblicher Teil ihrer Ausrüstung fehlte, musste sie aus politischen Gründen beschleunigt in den Dienst gestellt werden. Erst im Juni erhielt sie die vorderen beiden Fla- Leitstände SL 6. Anfang August 1938 unternahm sie eine Erprobungsfahrt in den nordöstlichen Atlantik und danach fungierte sie bei der Flottenparade vor Kiel als Flottenflaggschiff. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Fla- Leitstände und die Flugzeughalle an Bord. Nach der sechswöchigen Ausbildungsreise in den Mittelatlantik und einem Besuch von Las Palmas auf Gran Canaria kehrte die Gneisenau nach Deutschland zurück.
Bei Kriegsausbruch lag die Gneisenau zusammen mit ihren Schwesterschiff Scharnhorst vor Brunsbüttel in der Elbe vor Anker in dieser Zeit wurde von der RAF ein Erfolgloser Angriff auf die beider Schlachtschiffe versucht. Anschließend wurden die beiden Schlachtschiffe wieder zurück nach Kiel verlegt dies geschah am 8. September. Anfang Oktober kehrte die Gneisenau nach Wilhelmshaven zur Durchführung eines Unternehmens in der Nordsee zurück. Die Scharnhorst die durch einen Schaden der durch Luftdruck an den Aufbauten verursacht wurde wieder zurück nach Kiel um in der Werft repariert zu werden dieser Schaden geschah beim Übungsschießen. Darum lief die Gneisenau am 7. Oktober alleine zu einen Vorstoß in die Nordsee mit dem leichten Kreuzer Köln und neun Zerstörern aus. Das Unternehmen blieb aber ohne Ergebnisse darauf hin kehrte die Gneisenau am 10. Oktober wieder nach Kiel zurück. Im November verlegten die Gneisenau und die Scharnhorst gemeinsam wieder nach Wilhelmshaven von dort aus liefen sie am 21. Oktober zu einem Vorstoß in die Gewässer südlich von Island aus, um zur Entlassung der Südatlantik operierenden Admiral Graf Spee die dort operierende britische Northern Patrol anzugreifen. Im Verlauf dieser Unternehmung, die bis zum 27. November dauerte, versenkte die Scharnhorst in der Island- Färöer- Enge den britischen Hilfskreuzer RAWALPINDI. Bis zum Januar 1940 hatten die beiden Schiffe wieder in die Ostsee verlegt, um Reparaturen und Wartungsarbeiten durchführen zu lassen diese Arbeiten dauerten bis Mitte Februar an. Ein weiterer Vorstoß der am 18, bis 20. Februar in der Nordsee geschah hatte den Schwerpunkt den Geleitzugverkehr zwischen Bergen und England zu stören dieses Unternehmen hatte den Decknamen (Unternehmen Nordmark). Diese Unternehmen blieb aber wiederum erfolglos. Der nächste Einsatz für die Gneisenau brachte im April die Teilnahme am Unternehmen Weserübung- Nord, die Besetzung Norwegens durch die Wehrmacht. Die Gneisenau und ihr Schwesterschiff Scharnhorst dienten als Deckungsgruppe der aus zehn Zerstörern bestehenden Kriegsschiffgruppe 1, deren Aufgabe die Besetzung des Erzhafens Narvik war. Am 7. April liefen die beiden Schiffe Gemeinsam aus und erreichten am 9. April das Gewässer vor Lofoten dort gerieten sie mit dem britischen Schlachtkreuzer RENOWN in ein kurzes Gefecht.
In dessen Verlauf erhielt das britische Schiff zwei Treffer (Blindgänger), während die Gneisenau drei Treffer darunter einen 38,1 cm Treffer im Vormars. Die beiden deutschen Schiffe erlitten hierbei einige Schäden, die bei der Scharnhorst durch das Wetter verursacht worden war. Im Übrigen Vorstoß wichen die beiden Schiffe erfolgreich den britischen See und Luftstreitkräften aus, die auf sie angesetzt waren, sie liefen am 12. April sicher wieder in Wilhelmshaven ein.
Nach einer kurzen Erholungspause operierten wieder die beiden Schiffe Gneisenau und Scharnhorst im Atlantik gegen britische Streitkräfte auf dem Rückmarsch von der norwegischen Küste dem Unternehmen Juno.
Hierbei griffen die Gneisenau und die Scharnhorst am 8. Juni den Flugzeugträger GLORIOUS und seine beiden Sicherungszerstörer ARDENT und ACASTA an und versenkten sie. Doch ein Torpedo Treffer der ACASTA traf die Scharnhorst unter halb des Turmes C und beschädigte sie so schwer, dass die Kampfgruppe nach Trondheim einlaufen musste. Dadurch musste die Scharnhorst zu Notreparatur zurück gelassen werden. Daraufhin lief die Gneisenau zusammen mit den Schweren Kreuzer Admiral Hipper und einer Zerstörersicherung zu einem weiteren Unternehmen aus, das aber nach kurzer Zeit aufgegeben wurde. Ende Juni verlegte die Scharnhorst zur endgültigen Reparatur nach Kiel, während sich die Gneisenau wieder auf einen Vorstoß in die Enge Islands Färöer vorbereitete. Doch diese musste frühzeitig abgebrochen werden, als die Gneisenau am 20. Juni durch einen Torpedotreffer des britischen Unterseebootes CLYDE schwer beschädigt wurde.
Erst gegen das Jahresende hin waren die beiden Schlachtschiffe wieder einsatzbereit. Von Kiel aus liefen die Gneisenau und die Scharnhorst wieder zum Handelskrieg im Nordatlantik aus, am 28. Dezember 1940 erzwang ein Zusammentreffen von erheblichen Seeschäden in schwerem Wetter und Maschinenstörungen das hatte zufolge den Abbruch des Unternehmens und die Rückkehr am 2. Januar 1941 in die Ostsee. Am 22 Januar versuchten die beiden Schiffe erneut einen Durchbruch in den Atlantik, dieser Durchbruch gelang diesmal und die beiden Schiffe gelangten in den Atlantik zum Unternehmen Berlin. Obwohl ein versuchtes Durchbrechen südlich von Island scheiterte, erreichte die Kampfgruppe am 5. Februar eine Position südlich von Grönland durch die Dänemarkstraße. Im Verlauf der nächsten sechs Wochen durchstreiften die beiden Schlachtschiffe den Nordatlantik, wobei ihnen 22 Schiffe mit insgesamt 115.622 BRT zum Opfer fielen, die sie entweder versenkten oder als Prisen aufbrachten, ehe sie am 22. März in Brest einliefen. Hier lagen sie wie in einer Falle gefangen vor Anker. Am 6. April 1941wurde die Gneisenau von einem Lufttorpedo getroffen, der sie schwer beschädigte, und in der Nacht vom 10./11. April erhielt sie vier weitere Bombentreffer. Die Reparaturen der Schäden dauerten bis Weihnachten 1941. Am 11. Februar 1942 liefen beide Schiffe Gemeinsam aus Brest aus die Gruppe bestand aus der Gneisenau der Scharnhorst den Schweren Kreuzer Prinz Eugen die Gruppe wurde von Zerstörer und Torpedobooten gesichert. Der Verband lief aus Brest aus und durch den Kanal wieder nach Deutschland zurückzukehren (Unternehmen Cerberus) Unterwegs entging der Verband größeren britischen Angriffen, aber zuerst erhielt die Scharnhorst und dann die Gneisenau einen Grundminentreffer, ehe die Scharnhorst noch einen zweiten Minentreffer hinnehmen musste. Trotzdem erreichte die Gruppe (Brest- Gruppe) am 13 Februar die heimischen Gewässer und die Gneisenau dockte kurze Zeit später in Kiel ein. Dort erhielt sie in den frühen Morgenstunden des 27 Februar einen Bombentreffer nahe des Turms A ins Vorschiff. Der eine riesige Explosion in dessen Pulverkammer sowie starke Brände im Vorschiff verursachte. Es gab 112 Gefallene und die Brände wüteten drei Tage lang, ehe das Vorschiff ausgeglüht war. Die starken Schäden erzwangen eine Verlegung der Gneisenau nach Gotenhafen. Dort wurde sie am 1 Juli 1942 außer Dienst gestellt, um auf drei 38 cm Doppeltürme umgerüstet zu werden Diese Absicht gelangte nie zur Ausführung; das Schiff wurde abgerüstet. Das Wrack blieb verlassen in Gotenhafen liegen, bis der Hafen im März 1945 von den deutschen Truppen geräumt und das Wrack endgültig in der Hafen Einfahrt als Blockschiff versenkt.

 


 
Bewaffnung
Geschütz:
28 cm L/54,5
9 in 3 Drillingstürmen mit 1350 Schuss
Geschütz:
15 cm L/55 C/28
12 in 4 Doppeltürmen
und 4 Einzellafetten 1600 Schuss
Geschütz:
10,5 cm L/65 C/33
14 in Doppellafetten mit 6020 Schuss
Geschütz:
3,7 cm L/83 SK C/30
16 in Doppellafetten mit 32.000 Schuss
MK 2,0 cm L/65:
22 mit 20.000 Schuss
Torpedorohre:
Ø 53,3 cm
6
Flugzeug:
3 Wasserflugzeuge Arado Ar 196 A-3 mit zwei, später einem Katapult

 

 

 

Das Bild zeigt die Gneisenau im Gefecht.


Das Ende

Das Ende der Gneisenau

Nach dem Unternehmen Cerberus das war die Rückführung dreier großen Kriegsschiffen der Gneisenau, Scharnhorst und der Prinz Eugen das Unternehmen startete in Hafen von Brest und sollte das Ziel haben die drei Schiffe durch den Ärmelkanal nach Deutschland zurück zuführen. Dabei erlitten die Gneisenau und die Scharnhorst schwere Minentreffer. Diese Schäden sollten in Kiel bei den deutschen Werken behoben werden. Die Reparatur sollte nur bei der Gneisenau zwei Wochen dauern darum hatte man die gesamte Munition und Pulver bestände am Bord gelassen. Normalerweise war es üblich bei einen Werft oder eines Dockaufenthaltes die gesamte Munition von Bord des Schiffes zu schaffen. Da die Gneisenau allerdings nur eine kurze Liegezeit von nur zwei Wochen hatte, wurde auf diese wichtige Maßnahme jedoch verzichtet, und es wurden lediglich nur die Zünder der Granaten entfernt. In den Morgenstunden des 27. Februar 1942 kam es bei der Gneisenau nach einem verheerenden Luftangriff zu einem Bombentreffer im Vorschiff. Dabei durchschlug eine Bombe das Ober- als auch das Batteriedeck und explodierte auf dem Panzerdeck, nahe der Entlüftungsanlage der darunter liegenden Pulverkammern. Durch die Explosion gelangen glühende Metallsplitter der Bombe und des Schiffdecks die Kartuschen und entzündeten dadurch das Pulver. Der gesamte Pulvervorrat des vorderen Turms A (Anton) verbrannte auf einen Schlag und verursachten ein Brennendes Inferno. Durch das starke Feuer entstand ein gewaltiger Druck dieser breitete sich aus und hob den Turm A aus seinen Barbett. Dieser fiel durch die Wucht wieder auf seiner Bettung zurück und verkantete sich dabei, dadurch wurde das Schwenkwerk des Turmes vollständig zerstört. Weitere Schäden die durch den entweichenden Druck verursacht wurden waren große Teile des Oberdecks. Es kamen in dieser Nacht 112 Männer ums Leben. Am nächsten Morgen erst sah man, dass das komplette Vorschiff der Gneisenau ausgeglüht und darum nicht mehr zu reparieren war. Weil auch schon ohnehin geplant war, die Gneisenau in wenigen Wochen nach Gotenhafen zu verlegen wo sie umgerüstet werden sollte machte man sie für die Überführung soweit wieder schwimm bar. Sie konnte mit eigener Kraft nach Gotenhafen fahren da die Antriebsanlage durch die Bombentreffer nicht beschädigt worden, so dass die Gneisenau am 4. April 1942 gemeinsam mit dem Linienschiff Schlesien und einem Eisbrecher nach Gotenhafen aufbrechen konnte. Hier sollte sie von Grund auf repariert, und um etwa 10 m verlängert werden außerdem sollte sie mit sechs 38-cm-Geschützen in Zwillingstürmen neu ausgestattet werden.
Am 1. Juli 1942 wurde das Schlachtschiff Gneisenau erstmals außer Dienst gestellt, das hatte den Grund um mit der Umrüstung endlich beginnen zu können. Für die Umrüstung wurde etwa ein Jahr veranschlagt. Im Februar 1943 wurden allerdings die Arbeiten komplett eingestellt. Der Grund dafür war der Außerdienststellungsbefehl Hitlers für alle schweren Einheiten der Kriegsmarine. Die bereits vorher ausgebaute Bewaffnung der Gneisenau wurde später dann als Küstenartillerie in Norwegen und Dänemark verwendet. Bis Frühjahr 1945 verbrachte das Schlachtschiff Gneisenau gut unter Tarnnetzen getarnt in Gotenhafen still ihre Liegezeit. Am 27. März 1945 wurde dann die Gneisenau bei der Räumung Gotenhafens durch Verbände der Wehrmacht als Blockschiff in der Hafeneinfahrt der Stadt geschleppt und dort den versenkt.
Erst September 1951 wurde das Wrack der Gneisenau gehoben und danach verschrottet.


Einsätze

Wichtige Einsätze der Gneisenau


Unternehmen Cerberus

Das Unternehmen Cerberus auch einfach nur als Kanaldurchbruch bezeichnet war der erfolgreiche Durchbruch durch den Ärmelkanal der deutschen groß Kampfschiffe Scharnhorst, Gneisenau und Prinz Eugen das Unternehmen begann im Februar 1942.
Im Zeitraum vom 11. bis 13. Februar 1942 durchquerten die Gneisenau ihr Schwesterschiff Scharnhorst und der Schwere Kreuzer Prinz Eugen den Ärmelkanal sie starteten von Brest das liegt in Frankreich ihr Ziel war ihr Deutscher Marinestützpunkt. Dabei erhielten sie Unterstützung durch einem Großaufgebot an kleineren Kriegsschiffen, wie z. B. Torpedoboote, Minensuchbooten, Zerstörern und Flugzeugen. Es gelang tatsächlich praktisch ohne einmal von britische Schiffen entdeckt zu werden, nahezu wurden alle deutschen Schiffe sicher durch den Ärmelkanal geführt. Der verantwortliche für das Unternehmen Cerberus war der Admiral Otto Ciliax.

Unternehmen Weserübung

Das Unternehmen Weserübung, auch als Fall Weserübung, bezeichnet war die Invasion der Wehrmacht in Norwegen und Dänemark am 9. April 1940.
Die militärischen Ziele des Unternehmens waren die Besetzung der norwegischen Häfen z.B.. Narvik, um den britischen Truppen zuvorzukommen, womit Deutschland einerseits eine Seeblockade durch die britische Royal Navy verhindert und andererseits die Eisenerz Versorgung für die deutsche Rüstungsindustrie aus Kiruna (Schweden) sicherten. Dänemark erschien in dieser Planung als unverzichtbar da es als Nachschubweg für das Unternehmen benötigt wurde.

Unternehmen Juno

Das Unternehmen Juno wurde durchgeführt um den Druck gegen die Verteidiger von Narvik zu entlasten, es handelte sich dabei um einen Vorstoß vor der nördlichen Küste von Norwegen. Als das Unternehmen schon im vollen Gange war, wurden den Deutschen erst bewusst, dass die Alliierten Narvik Räumten. So veränderte sich die gesamte Lage der deutschen Einheiten und es endete in einer Jagd gegen die gesamte britische Evakuierungsflotte. Während der Unternehmung, stießen die zwei deutschen Schlachtschiffe Gneisenau und Scharnhorst auf das britische Flugzeugträger Glorious und deren Zerstörer und versenkten diese.


Unternehmen Berlin

Das Unternehmen Berlin war ein Versuch der Kriegsmarine in den Atlantik vorzustoßen. Hierfür wurden die beiden Schlachtschiffe Gneisenau und Scharnhorst am 22. Januar 1941 aus Gotenhafen das heutige Gdingen in den Atlantik verlegt.
Der erste Durchbruchsversuch durch die Färöer-Island Passage scheiterte aber jedoch, daraufhin zogen sich die Gneisenau und ihr Schwesterschiff nach Osten zurück. Nach dem Aufstocken des Treibstoffes gelang es, den beiden Schiffen ein paar Tage später durch die Dänemarkstraße in den Atlantik Durchzubrechen. Durch den erfolgreichen Durchbruch konnte die Gneisenau und die Scharnhorst in den nächsten Wochen jagt auf Alliierte Schiffe machen dabei gelang es der Scharnhorst acht Schiffe mit rund 50.000 BRT zu versenken der Gneisenau etwa 65.000 BRT. Am 22. März 1941 liefen die Gneisenau und ihr Schwesterschiff Scharnhorst wieder im Hafen von Brest ein.

 

 
Kommandanten
Kapitän zur See
Erich Förste
21. Mai 1938 bis 25. November 1939
Kapitän zur See
Harald Netzbandt
26. November 1939 bis August 1940
Kapitän zur See
Otto Fein
20. August 1940 bis 14. April 1942
Kapitän zur See
Rudolf Peters:
15. bis 17. April 1942 (mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt)
Fregattenkapitän
Wolfgang Kähler
Mai bis Juli 1942


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Verwendung der Geschütze


Im Januar des Jahres 1943 wurden alle Geschütze der Gneisenau demontiert. Dabei wurden die Türme B und C als Küstenartillerie in Norwegen verwendet und dienten nun an als Küstenschutz. Dabei kam der Turm B als Festungsgeschütz zum Dienst in der Festung Fjell das liegt auf der Insel Sotra vor Bergen diese Stellung war am 1. Juli 1943 fertiggestellt. Der Turm C hingegen wurde in der Batterie Örland auf der gleichnamigen Halbinsel in der Nähe des Eingang des Trondheimfjords aufgestellt und war September 1943 endgültig einsatzbereit. Der dritte Geschützturm A wurden in der Batterie Hoek van Holland, das liegt in der Niederlande, dabei fanden die Geschütze in einzelne schwach gepanzerten Türmen Verwendung diese Stellung wurde als Batterie Rozenburg geführt. Weitere Geschütztürme der 15-cm-Mittelartillerie kamen auf der dänischen Insel Fanø zum Einsatz. Dabei fanden auch noch andere Geschütze der Mittelartillerie Verwendung in den Batterien Jade und Jade-Ost in der Nähe von Wangerooge.

Heute noch stehen die Geschütze mit Ausnahme von Turm „B“, dieser wurde schon Mitte der 1960er Jahre verschrottet, dabei sind noch heute in Norwegen, den Niederlanden und Dänemark die Türme C der sich auf Örland befindet und heute als Museum Austrått genutzt wird. Einige Teile der Geschütztürme A sind im Stichting Fort bei Hoek van Holland ausgestellt. Die Mittelartillerie die sich auf Fanø befand wurde Anfang der 50er Jahre abgebaut und zum Schutz des Öresunds an der Südostküste von Seeland wieder aufgestellt. Erst im Jahr 2000 wurden die Batterien außer Dienst gestellt. Die Geschütze sind heute im Museum von Stevnsfort ausgestellt.

 
Ein Geschütz der Gneisenau an der norwegischen Küste.


Quellen

Buch: Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg von Alexander Lüdeke (12.09.2010)

http://www.schlachtschiff.com/kriegsmar ... /index.asp (12.09.2010)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waf ... enau-R.htm (12.09.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/Gneisenau_(1936) (12.09.2010)
http://www.bw-hilchenbach.de/body_schla ... senau.html (12.09.2010)


Autor Ritter von Hirse