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Das Thema

 

Projekt "Ursel"

 

"Ursel“

[...]ein Raketensystem zur Verteidigung gegen feindliche Zerstörer. Vorgesehen war ein Feststoffraketentorpedo von 1,8 Meter Länge und 80 Kilogramm Gewicht, der 15 Kilogramm Sprengstoff tragen sollte, um bei 60 Knoten auf 300 Meter ein etwa fünf Quadratmeter großes Leck erzielen zu können. Da das Projekt „Ursel“ aber nicht serienreif wurde, erhielten die Boote stattdessen eine Werkstatt mit einer Drehbank eingebaut.


Einleitung

Einleitung

Die Entwicklung schreitet während des Krieges weiter voran und wurde auch durch einen großen Etat gefördert. Nicht nur bei der Technik und Wurfkörper wurden Fortschritte gemacht, auch die Anwendung wurde immer waghalsiger und unkonventioneller. Der Name für das Projekt "Ursel" war eine Code-Bezeichnung für alle Experimente, welche im Zusammenhang mit Raketen und U-Booten stand!

 

So erfolgte am 4. Juni 1942 in der Ostsee (Peenemünde) der erste Unterwasser-Abschuss von Raketen. Der Abschuss erfolgte von U 511, unter Kapitänleutnant Steinhoff vor Peenemünde mit einem Do-Werfer. Es war der erste Raketenabschuss vom getauchten U-Boot!


Entwicklung

Die Entwicklung bis zum Projekt

Der Versuch wurde mit dem 28-cm-WK-Spr. von einem getauchten U-Boot unternommen. Dr. Ernst Steinhoff, ein Ingenieur in der Peenemünder-Raketentestanlage und sein Bruder Korvettenkapitän Fritz Steinhoff, Kommandant von U-511 hatten die Idee Do-Werfer auf U-Boote einzusetzen und brachten ihre Pläne bis zur erfolgreichen Testreife. Bei den Tests im Juni 1942, wurde das Wurfgerät 41 benutzt, um Raketen von 21cm bis 30cm zu testen. Sämtliche Tests waren erfolgreich und bewiesen, dass die Raketen in Tiefen von ca. 15 Metern unter der Meeresoberfläche gezündet werden konnten, ohne dass die beabsichtigte Flugroute beeinträchtigt wurde.

 

 

Korvettenkapitän Fritz Steinhoff, Kommandant von U-511

Geplant war, damit küstennahe Ziele zu bekämpfen. Hintergrund war diese Werfer gegen Stadtziele an der US Ostküste einzusetzen, also vornehmlich New York zu beschießen. Die Versuche verliefen erfolgreich, führten aber infolge interner Verwaltungsschwierigkeiten nicht zum taktischen Einsatz. Dönitz hielt an dem ursprünglichen Plan zunächst fest, solche modifizierten U-Boote an der US Küste einzusetzen. Die Kriegsmarine legte sich aber quer, sie wollte eigene Abschussvorrichtungen, anstatt modifizierte Heeresausrüstung verwenden.

Im Sommer 1943 plante man dann erstmals den Einbau einer Heckbewaffnung (Projekt Ursel) zur Abwehr von verfolgenden U-Jägern.


 
- pfeilstabilisierte Feststoffrakete
- 1,8m Länge
- 15cm Durchmesser
- 80kg Gewicht
- 15kg Nutzlast (hochwertiger Unterwassersprengstoff)
- maximale Reichweite (im Wasser): 300m (geplant)
- Geschwindigkeit: 60kn (gefordert)
(Durch eine Bugbelüftung mit umgelenkten Raketenabgasen sollte der Reibungswiderstand des Wassers an der Oberfläche der Rakete beseitigt werden.
Die Zündung sollte beim Aufprall oder beim Durchstoßen der Wasseroberfläche erfolgen.)
 

Der Plan verlor in diesen unseligen Detaildiskussionen an Dringlichkeit, bis die Voraussetzungen ungefährdet sich vor New York zu postieren, sich durch das verbesserte amerikanische Überwachungsnetz erheblich verschlechterten. Das Projekt wurde aber nicht völlig beendet. Im Sommer 1944 wurden drei U-Boote im Schwarzen Meer, der 30. U Flottille mit Raketenwerfern ausgestattet. Diese mittschiffs eingebauten Do-Werfer wurden dann unter der Wasserlinie von U-24, U-9 und von U-19 eingesetzt! Man beschoss damit Häfen der Sowjets und darin ankernde Schiffe. Obwohl es keine Aufzeichnungen gibt, wie die Waffenwirkung war, war es aber der erste Unterwasserraketeneinsatz der Welt.
Diese Bewaffnung sollte bei den U-Booten der Klasse XXI zum Einsatz kommen, doch fehlt es an der entscheidenden Serienreife der Waffe und Abschussvorrichtung.


Probleme

Technische Probleme

Hauptprobleme bei der Bestückung der U-Boote mit dem Werfer-Gerät, war die daraus resultierende Minderung der Geschwindigkeit und der Manövrierfähigkeit der Boote. Des Weiteren war an Bord zu wenig Platz für die Unterbringung der Raketen. Forderung der Marineleitung deshalb, die Konstruktion eines völlig neuen U-Boot-Typs, des Raketen-U-Bootes.
Von den anschließend getesteten Torpedo-Raketen, hatten die Sowjets immer behauptet ein funktionstüchtiges Exemplar erbeutet zu haben.

 

Es folgte noch das Projekt "Ursel", indem versucht wurde, mit Unterwasserraketen Tanker zu versenken. Die erforderliche Treffgenauigkeit wurde aber nicht erreicht und die Bemühungen wurden deshalb auf die viel versprechenderen akustisch gelenkten Torpedos gerichtet.


Zum Schluss

Schlussbemerkung

 

Das Projekt scheiterte und aufgrund der Kriegslage wurden die Kapazitäten an Wernher von Braun weitergeleitet, der vor allem die führenden Köpfe für sich vereinnahmen konnte.
Kapitänleutnant Steinhoff wurde von den Alliierten fälschlich für einen "Insider" für das Raketenwissen inhaftiert und teils unter menschenwidrigen Verhältnissen bzw. Behandlungen ausgesetzt. Dieses Wissen hatte aber nur sein Bruder Dr. Ernst Steinhoff, der in Peenemünde arbeitete.


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/U-Boot-Klasse_XXI (Letzter Zugriff 02.02.2010)
http://www.secretprojects.co.uk/forum/i ... pic=5617.0 (Letzter Zugriff 02.02.2010)
http://www.whq-forum.de/invisionboard/l ... 27150.html (Letzter Zugriff 02.02.2010)
http://www.uboataces.com/articles-rocket-uboat.shtml (Letzter Zugriff 02.02.2010)
http://forumarchiv.balsi.de/marine/71471/index.html (Letzter Zugriff 02.02.2010)
http://www.eksplorator.com/73.htm (Letzter Zugriff 02.02.2010)

Autor: Jaegerfeld / TIWAZ / Freiherr von Woye