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Das Thema

Deutsches Panzerschiff
KMS Deutschland
(später in Lützow umbenannt)

 

Im Vertrag von Versailles waren die Größe und die Beschaffenheit der dt. Kriegsmarine in strikten Richtlinien festgelegt. Vorhandene Schiffe durften erst ab einem bestimmten Alter durch neue ersetzt werden. Die Großkampfschiffe, sogenannte „Panzerschiffe“ und „Kreuzer“ durften keine höhere Verdrängung als 10000 t bzw. 6000 t haben. Der Bau von Unterseebooten war überhaupt nicht gestattet. Diese und andere Bestimmungen wurden von den Deutschen weitestgehend umgangen, dabei war die lockere Haltung der alliierten Kontrollkommission durchaus hilfreich.

Als Admiral Raeder 1928 Chef der Marineleitung wurde, erbte er ein von seinen Vorgängern angelegtes System von „schwarzen Kassen“ zur Durchführung geheimer Waffenprojekte. Es gab kaum Geheimnisse über die Deutschlandklasse, welche 3 Panzerschiffe umfasste.

Wegen der geringen Abmessungen und Verdrängung wurde dieser Typ - der für ein Schlachtschiff zu klein und für einen Kreuzer zu schwer bewaffnet war – vom Volk schlicht und einfach als "Westentaschenschlachtschiffe" bezeichnet.


Daten

Panzerschiff Deutschland (später „Lützow“)

 

 
Stapellauf:
19.05.1931
Indienststellung:
01.04.1933
Verbleib:
gesprengt, 04.05.1945
Werft:
Deutsche Werke, Kiel
Höchstgeschwindigkeit:
max. 28 Knoten
Hauptbewaffnung:
6 x 28 cm - 8 x 15 cm - 6 x 10,5 cm
8 x 3,7 cm
Baukosten:
80 Millionen Reichsmark
Besatzungsstärke:
ca.1150
11700 ts
186,0 m (ab 1940 187,9 m) lang 20,7 m breit

 


Im Einsatz

Der erste Einsatz der »Deutschland« war 1936/37 vor der spanischen Küste bei der internationalen Seekontrolle während des spanischen Bürgerkrieges.

Am 29. Mai 1937 wurde es dabei vor Ibiza von republikanischen Kampfflugzeugen angegriffen. 31 Seeleute kamen bei diesem Angriff ums Leben.
Den Kriegsbeginn wartete das Schiff im Atlantik ab und nahm am 26. September 1939 den Handelskrieg auf, wobei drei Schiffe mit insgesamt 11.925 BRT versenkt werden konnten. Am 11. November kehrte das Schiff nach Deutschland zurück. Aus Sorge vor der Schlagzeile "Deutschland versenkt" und zur Tarnung des Verkaufes des halbfertigen Kreuzers »Lützow« an die UdSSR wurde das Schiff in »Lützow« umbenannt.

Im April 1940 nahm das Schiff in der Kriegsschiffgruppe 5 am Unternehmen "Weserübung" teil. Die Gruppe erreichte am 9. April den Oslofjord, wo das Schiff von Landbatterien drei Treffer erhielt. Am 10. April wurde in Oslo festgemacht, von wo es am gleichen Tag wieder nach Kiel auslief, um die entstandenen Schäden reparieren zu lassen. Auf dem Weg dorthin wurde das Schiff von dem britischen U-Boot »Spearfish« angegriffen und beschädigt, so dass es in den Kieler Hafen eingeschleppt werden musste.


Die Lützow nach dem Torpedotreffer in Kiel

Im Juni 1941 sollte das Schiff in den Atlantik durchbrechen. Ein einzelnes Torpedoflugzeug, das irrtümlich für ein eigenes Flugzeug gehalten wurde, erzielte einen Treffer auf die »Lützow«, woraufhin sie wieder nach Kiel zurücklaufen musste.

Im Mai 1942 wurde das Schiff nach Abschluss der Reparaturen nach Norwegen verlegt. Dort hatte es im Juni 1942 bei einem Einsatz gegen ein britisches Geleit Grundberührung und musste wieder nach Kiel zur Reparatur.

Im Dezember 1942 kehrte das Schiff wieder nach Nord-Norwegen zurück. Am 30. Dezember fuhr das Schiff mit der »Admiral Hipper« und sechs Zerstörern ostwärts der Bäreninseln einen Angriff auf einen britischen Geleitzug. Der Verband wurde in ein Gefecht mit der Geleitsicherung, den britischen Kreuzern »Jamaica«, »Sheffield« und dem britischen Zerstörer »Achates« verwickelt. Die »Achates« wurde beschädigt, desgleichen die »Admiral Hipper«. Der Zerstörer »Friedrich Eckoldt« wurde versenkt.
Die »Lützow« erhielt bei diesem Gefecht keine Schäden.

Am 25. September 1943 wurde das Schiff wieder in die Heimat verlegt.
Am 1.Oktober 1943 erreichte das Schiff Gotenhafen, von dort ging es dann weiter nach Libau zur Überholung in der dortigen Werft.

Im Oktober 1944 wurde das Schiff nach langer Ausbildungszeit wieder in den Einsatz geschickt. Es unterstützte zusammen mit dem Schweren Kreuzer »Prinz Eugen« das Heer durch Beschießung verschiedener Landziele bei Memel. Dort verblieb das Schiff bis April 1945, bis es dann nach Hela zurücklief.

Ab 1944 konzentrierte sich der Betrieb in Kiel nur noch auf die Fertigung von Sektionen für die Boote der neuen U-Boot-Klasse XXI, die bei Blohm & Voss in Hamburg und der AG Weser montiert wurden. Hierfür wurde Mitte 1944 das Trockendock III zum Bunker „Konrad" umgebaut

Am 16. April 1945 wurde das Schiff durch britische Bomben auf ebenem Kiel versenkt. Der 28-cm-Turm achtern sowie ein Teil der Mittelartillerie und der Flak blieben einsatzfähig und nahmen an der Unterstützung des Heeres teil.
Am 4. Mai musste das Schiff nach einem schweren Feuer gesprengt werden.


Quellen

Literatur von Bernard Ireland
Sowie….
Panzerschiff Deutschland / Schwerer Kreuzer Lützow. Ein Schiffs- Schicksal vor den Hintergründen seiner Zeit.
von Hans G. Prager
Verlag: Heyne (September 1996)
ISBN-10: 345301801X
ISBN-13: 978-3453018013

Internet:

http://www.bundesarchiv.de (17.7.2009)
de.wikipedia.org (17.7.2009)
http://www.waffenhq.de (17.7.2009)
http://www.wlb-stuttgart.de (17.7.2009)
http://www.ivanberryman.com (17.7.2009)
http://www.militaryfactory.com (17.7.2009)
http://www.geocities.com (17.7.2009)
http://www.deutschland-class.dk (17.7.2009)

Autor: WüstenFuchs