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Das Thema

Deutsches Panzerschiff
KMS Admiral Scheer
 

Im Vertrag von Versailles waren die Größe und die Beschaffenheit der dt. Kriegsmarine in strikten Richtlinien festgelegt. Vorhandene Schiffe durften erst ab einem bestimmten Alter durch neue ersetzt werden. Die Großkampfschiffe, so genannte „Panzerschiffe“ und „Kreuzer“ durften keine höhere Verdrängung als 10000 t bzw. 6000 t haben. Der Bau von Unterseebooten waren überhaupt nicht gestattet. Diese und andere Bestimmungen wurden von den Deutschen weitestgehend umgangen, dabei war die lockere Haltung der alliierten Kontrollkommission durch aus hilfreich.

Als Admiral Raeder 1928 Chef der Marineleitung wurde, erbte er ein von seinen Vorgängern angelegtes System von „schwarzen Kassen“ zur Durchführung geheimer Waffenprojekte. Es gab kaum Geheimnisse über die Deutschlandklasse, welche 3 Panzerschiffe umfasste.

Wegen der geringen Abmessungen und Verdrängung wurde dieser Typ - der für ein Schlachtschiff zu klein und für einen Kreuzer zu schwer bewaffnet war – vom Volk schlicht und einfach als "Westentaschenschlachtschiffe" bezeichnet.


Die Admiral Scheer

Panzerschiff Admiral Scheer


Die Admiral Scheer in Gibraltar 1936


 
Stapellauf:
01.04.1933
Indienststellung:
12.11.1934
Verbleib:
gesunken, 09.04.1945
Werft:
Reichsmarinewerft Wilhelmshaven
Hauptbewaffnung:
6 x 28 cm - 8 x 15 cm - 6 x 10,5 cm
- 8 x 3,7 cm
Baukosten:
90 Millionen Reichsmark
Besatzungsstärke:
ca.1150
11700 ts - 187,9 m lang - 20,7 m breit - max. 28 Knoten

Bei Kriegsbeginn lag die »Admiral Scheer« in Wilhelmshaven. Bei einem britischen Luftangriff konnte die Schiffsflak eine »Wellington« abschießen. Den Winter 1939/40 verbrachte das Schiff in der Werft, von Juli bis September 1940 schlossen sich Erprobungen in der Ostsee an.


Einsatz

Am 23. Oktober lief das Schiff dann mit Kurs auf Gotenhafen zum Kreuzerkrieg aus. Am 31. Oktober konnte die Dänemarkstraße passiert werden. Am 5. November 1940 traf das Schiff auf den Geleitzug HX-84, nachdem es am morgen den Alleinfahrer »Mopan« versenkt hatte. Der Geleitzug, der aus 37 Schiffen bestand, wurde von dem Hilfskreuzer »Jervis Bay« begleitet, der sich hartnäckig zur Wehr setzte und so dem Großteil der Handelsschiffe die Flucht ermöglichte. Nach der Versenkung der »Jervis Bay« (14164 BRT) konnten noch fünf Handelsschiffe mit zusammen 33.371 BRT versenkt werden. Drei weitere Schiffe mit zusammen 27.844 BRT wurden beschädigt.


Die Admiral Scheer mit zur Parade angetretener Besatzung auf hoher See 1934

Am 12. November 1940 versorgte sich die »Admiral Scheer« aus dem Tanker »Eurofeld«, am 14. November Zusammentreffen mit dem Troßschiff »Nordmark«. Bis zum zweiten Zusammentreffen mit dem Troßschiff am 14. Dezember konnten zwei weitere Schiffe mit 13.690 BRT versenkt werden. Am 18. Dezember wurde das Kühlschiff »Duquesa« aufgebracht. Seine Ladung bestand u.a. aus 14,5 Millionen Eiern und 3.000 Tonnen Fleisch. Das Schiff wurde zunächst zur Prise und versorgte u.a. die HSK »Thor« und »Pinguin«, das Troßschiff »Nordmark« sowie weitere Prisen und Blockadebrecher. Es wurde schließlich im Februar durch den Hilfskreuzer »Pinguin« versenkt.

Zwischen dem 9. und 12. Januar 1941 suchte das Schiff vergeblich nach dem gemeldeten Truppengeleitzug WS 5A. Dafür wurde am 17. Januar 1941 der norwegische Tanker »Sandefjord« gestellt und als Prise nach Bordeaux entlassen. Er kam dort wohlbehalten an. Am 20. Januar 1941 konnten der holländische Frachter »Barneveld« und der Brite »Stanpark« mit insgesamt 10.700 BRT versenkt werden.


Die Admiral Scheer feuert auf ein britisches Handelsschiff

Zwischen dem 24. und 28. Januar 1941 fand ein erneutes Treffen zwischen der »Admiral Scheer« und dem HSK »Thor« und der »Nordmark« statt. Am 3. Februar wurde das Kap der Guten Hoffnung passiert und am 14. Februar gab es wieder ein Treffen, diesmal mit dem HSK »Atlantis«, den beiden Prisen »Speybank« und »Kettey Brövig« und dem deutschen Frachter »Tannenfels«. Am 20. Februar konnte der griechische Frachter »Gregorios« versenkt und der britische Tanker »Britisch Advocate« gekapert werden. Letzterer erreichte wohlbehalten Nantes.

Am 21. Februar konnte der kanadische Frachter »Canadian Cruiser« versenkt werden. Wenige Tage später erging an das Schiff der Befehl, nach Deutschland zurückzukehren. Kurz nach der Versenkung des indonesischen Dampfers »Rantaupandjang« wurde die »Admiral Scheer« durch ein Bordflugzeug des britischen Kreuzers »Glasgow« entdeckt. Das Schiff konnte der nun beginnenden Jagd jedoch entkommen und am 3. März 1941 das Kap der Guten Hoffnung wieder passieren. Nach einem weiteren Treffen mit dem Troßschiff »Nordmark« und den HSK »Pinguin« und »Kormoran« ging das Schiff weiter auf Nordkurs, durchbrach am 27. März 1941 die Dänemarkstraße und erreichte am 30. März Bergen und am 1. April Kiel. Insgesamt wurden auf dieser Unternehmung 14 Schiffe mit 84.027 BRT versenkt, zwei Schiffe als Prise erreichten Frankreich, und der Hilfskreuzer »Jervis Bay« konnte vernichtet werden.

Von September bis Oktober 1941 gehörte »Admiral Scheer« zur Baltenflotte, die bei den Aalands-Inseln einen Durchbruch der russischen Flotte nach Schweden verhindern sollte. Nachdem dieser Versuch ausblieb, wurde die »Admiral Scheer« erst nach Trontheim, im Mai 1942 dann nach Narvik verlegt. Im Juli 1942 nahm das Schiff am Angriff auf den Geleitzug PQ-17 teil. Das Schiff wurde jedoch zurückgerufen, da sich der Konvoi bereits aufgelöst hatte. U-Booten und der Luftwaffe gelang es, zwei Drittel der Frachter zu versenken.


12. Deutsche »Baltenflotte«, voraus ein Torpedoboot, dahinter Admiral Scheer.

Vom 16. bis 31. August 1942 unternahm das Schiff mit Zerstörergeleit einen Vorstoß in die Karasee (Unternehmen "Wunderland"). Am 28. August 1942 konnte dabei der russische Eisbrecher »Alexander Sibirjakow« versenkt werden. Bei der Beschießung von Port Dickson wurden Landanlagen, der Eisbrecher »Taymir« und der Tanker »Valerian Kuibishew« beschädigt. Danach kehrte die »Admiral Scheer« nach Narvik zurück. Von dort ging es dann im November 1942 zurück nach Kiel.

Im Januar verlegte die »Admiral Scheer« dann nach Wilhelmshaven, um dort in die Werft zu gehen. Anschließend wurde das Schiff Ausbildungsschiff in Gotenhafen.
Erst im Oktober 1944 wurde das Schiff wieder zur aktiven Flotte verlegt. Zwischen dem November 1944 und dem Februar 1945 erfolgten Einsätze zur Unterstützung des Heeres in der Ostsee. Im März wurden in Pillau ca. 200 Verwundete und 800 Flüchtlinge übernommen und nach Kiel gebracht. In der Nacht vom 9. auf den 10. April 1945 wurde das Schiff in Kiel von Bomben getroffen und kenterte. Das Wrack wurde im Juli 1946 verschrottet.


Die Admiral Scheer nach Luftangriff auf Kiel gekentert


Quellen

Literatur von Bernard Ireland
Sowie….
Schwerer Kreuzer Admiral Scheer
von Jochen Brennecke und Theodor Krancke
• Verlag: Koehlers Verlagsges.; Auflage: 6. A. (2001)
• ISBN-10: 3782208315
• ISBN-13: 978-3782208314

Internet:
http://www.bundesarchiv.de (17.7.2009)
de.wikipedia.org (17.7.2009)
http://www.waffenhq.de (17.7.2009)
http://www.wlb-stuttgart.de (17.7.2009)
http://www.ivanberryman.com (17.7.2009)
http://www.militaryfactory.com (17.7.2009)
http://www.geocities.com (17.7.2009)
http://www.deutschland-class.dk (17.7.2009)

Autor: WüstenFuchs