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Das Thema

Polikarpow I-16





 


 
"Spitznamen"
Yastrebok ("Adler")
Ishak ("Eselchen")
Mosca ("Fliege")
Rata ("Ratte")
Abu ("Hornisse")

Einleitung

Einleitung



Tatsächlich lässt die Polikarpow I-16, von den Russen wegen ihres Charakters „Ischak“, also „störrischer Esel“ genannt, von den Republikanern im spanischen Bürgerkrieg wegen ihrer Erscheinung als „Mosca“, meint „Fliege“ bezeichnet und von ihren Gegnern schlicht als „Rata“, „Ratte“, tituliert, mit ihren äußerlichen Attributen nicht eben erkennen, dass sie gute Flugeigenschaften haben könnte. Unverwechselbar mit ihrem kurzen Rumpf und nahezu stummelartigen Flügeln scheint die Polikarpow fast nur um ihren 1.000 PS starken Asch-62-Sternmotor herum gebaut worden zu sein, fast eher ein Renn- als ein Jagdflugzeug. Einfache, aber funktionale russische Technik, wenig anfällig für Ausfälle.

Entwicklung

Historische Entwicklung



Bis 1930 war die Sowjetunion auf eine Erhöhung ihrer Stückzahlen im Bereich der Kampfflugzeuge bedacht. Zugleich setzte man auf Forschung, besonders im Bereich neuer Formen von Flugzeugmodellen. Dabei ging man von dem verbreiteten Design der Doppeldecker weg, denn die sowjetischen Entwickler setzen auf Eindecker. Bereits 1931 fasste man den Entschluss, in diese Richtung weiter und intensiver zu forschen. Betraut wurde damit ein Herr namens Tupolev, der die I-14 entwickelte (damals das modernste Kampfflugzeug der Welt), welches zum ersten Mal im Jahre 1933 flog.
Damit ging Nikolai Nikolajewitsch Polikarpow, der wichtigste Forscher im Bereich kleinerer Flugzeuge leer aus, gerade weil er zu dieser Zeit im Gefängnis weilen musste. Er wollte seine I-5, der Prototyp eines neuartigen Kampffliegers, weiter entwickeln. Es folgte die I-15 und trotz dessen eindeutiger Fehler, Instabilität in allen drei Achsen und Schwierigkeiten im Handling, als dem Modell von Tupolev potenziell überlegen.

Daten


 
Technische Daten Polikarpow I-16
 
Antrieb Asch62 Neunzylinder-Sternmotor
Startleistung 1.000 PS / 735 kW
Spannweite 8,88 m
Länge 6,05 m
Höhe 2,41 m
Flügelfläche 14,87 qm
Leermasse 1.475 kg
Max. Flugmasse 1.912 kg
Zuladung 437 kg
Treibstoff 286 kg
Höchstgeschwindigkeit 430 km/h
Reisegeschwindigkeit 330 km/h
Steigzeit auf 5.000m: 5,8 min
Dienstgipfelhöhe 9.470 m
Reichweite 500 Km
Bewaffnung Zwei 20mm ShVAK Kanonen / Zwei 7,62 mm Maschinengewehre ShKAS
Sechs RS-82 Raketen oder zwei VAP-6M oder ZAP-6 Chemikalienbehälter


Produktion


Eine Staffel I-16 in Russland

 

Entwicklung und Verbreitung



Nikolai Nikolajewitsch Polikarpow hatte schon im Frühjahr 1933 mit der Entwicklung der I-16 begonnen, wobei der Entwurf für seine Zeit sehr modern war. Tatsächlich wurde die I-16 der erste Jäger der Welt mit freitragendem Tiefdeckerflügel und Einziehfahrwerk, entstand in Gemischtbauweise. Der Rumpf war vorn mit Blech und hinten mit Sperrholz beplankt. Die Tragflächen waren mit zwei Stahlrohrholmen versehen und teils mit Blech und Stoff bespannt. Geteilte, differenziert angesteuerte Querrunder über die ganze Spannweite versprachen eine hohe Agilität. Auf Landeklappen meinten die Ingenieure, um Polikarpow, verzichten zu können. Am 31. Dezember 1933, nach nur neun Monaten Entwicklungszeit, flog der Prototyp mit der Bezeichnung TsKB-12 zum ersten mal. Seinen Antrieb besorgte ein M-22-Sternmotor mit 480 PS Leistung. Mitte 1934 lief die Produktion in Moskau an. Nur 30 Stück dieser I-16 Typ 1 wurden gebaut. Fünf davon gaben das offizielle Debüt des neuen Jägers über dem Roten Platz bei der Maiparade 1935.
Dabei muss man wissen, dass der Flieger zum großen Teil ein Produkt von Strafgefangenen war. So kam es auch, dass ihre beiden Ingenieure und ersten Piloten - Dmitri Grigorowitsch/ Schöpfer der Flugboote und Nikolai Polikarpow/ begnadeter Triebwerksingenieur. Der sehr erfolgreiche PO-2 Doppeldecker von Polikarpow war Grund genug für Stalin, die beiden Ingenieure (zwangs-)zu verpflichten. Die Abteilung für experimentelle Landflugzeuge und dessen neuer Chef Polikarpow operierten quasi vom Gefängnis aus und ein Erschießungskommando im Rücken war eine Motivation, die eines der leistungsfähigsten Flugzeugentwicklungen seiner Zeit hervorbrachte. Als der Spanische Bürgerkrieg ausbrach, waren 500 von diesen modernen Fliegern in Dienst gestellt. Die herausragende Manövrierbarkeit, Feuerkraft und Steiggeschwindigkeit, überraschte den Feind, die ihnen den nicht sehr liebevollen Spitznamen Rata (Ratte) gaben und die freundlichere sowjetische Variante war Mosca (Fliege).
Ausgestattet mit dem sowjetischen 20 mm Kanone war es die mächtigste Waffe im Kampfflugzeugbau am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. Grund waren die sehr hohe Feuerrate und die äußerste Zuverlässigkeit der Maschine.

Der Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs, eine großzügige Goldzahlung an Stalin und die Anfrage nach hochmodernen Jägern, ließ ein große Anzahl I-16 nach Spanien gehen. Dort war die I-16 noch bis 1950 im Einsatz. Grund dafür war ihre gute Einsetzbarkeit und das Handling.
Im Jahre 1937 wurden mehr als 250 I-16 nach China geliefert, sie kämpften bis 1943 vor allem gegen die Japaner. Die Japaner hatten mit ihren Mitsubishi Zero-sen einen mehr als würdigen Gegner. Auf sowjetischer Seite fand die I-16 an allen Fronten ihren Platz und war auch gut für den Winterkrieg gegen Finnland gerüstet.

 

Die Steuerelemente einer I-16

 

 

Als erste Großserienversion gilt die I-16 Typ 5, die 1935 in Produktion ging. Mit einem 700 PS starken M-25 erreichte sie bereits 454 km/h und war mit zwei 7,62 mm MG´s in den Flügeln bewaffnet. In schneller Folge wurde dann immer weiter verbessert und mit der fortschreitenden Motorenentwicklung stärkere Versionen der I-16 herausgebracht. Der meistgebaute Typ dabei war der Nummer 10 mit dem 750 PS starken M-25V, der mit vier 7,62 mm ShKAS-MG´s bewaffnet war. Im Jahr 1938 folgte dann der Typ 16 mit zwei 20 mm Kanonen und Typ 17, bei dem unter anderem ein lenkbares Heckrad anstelle des starren Sporns trat. Die letzten Serienversionen waren dann die I-16 Typ 18 und 24 mit M-62 und M-63 Motoren zwischen 920 und 1.100 PS.

Bei seinem ersten Erscheinen, die I-16 Ishak (Eselchen) war ihre PS Leistung noch bescheiden, wurde aber bald gesteigert. Sie erwies sich der Heinkel He 51 und der Arado Ar68 überlegen. Sie wurden 1936 in konzertierten Kampfgruppen geordnet, um ihre Leistungskraft zu steigern.

 

Unter der Peitsche oder nicht, so machte die sowjetische Luftfahrt doch große Fortschritte während des gesamten Jahrzehnts. Bis Mitte der 1930er-Jahre, beschäftigt die Branche 350.000 Beschäftigte, die sich mühsam in drei Schichten rund um Uhr abrackerten.

"Der Eindruck ist, dass die Sowjets, 10-mal so viele Mitarbeiter beschäftigten, wie die französische und die sowjetische Industrie 20-mal so viele Flugzeuge produzierte."
Louis Charles Breguet, ein französischer Flugzeughersteller, der 1936 auf Tournee durch die Sowjetunion war.


Bedeutung


Eine I-16 mit Skiausführung

 

Bedeutung



Wie viele der unverwechselbaren Polikarpow-Jäger gebaut wurden, ist nicht ganz klar. Eigentlich war die Fertigung im Moskauer Flugzeugwerk und an drei anderen Produktionsstätten 1940 ausgelaufen. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion wurde sie jedoch 1941 wieder hektisch aufgenommen. Der Grund dafür war nicht nur die flexible Einsetzbarkeit der Maschinen, sondern vor allem der Fakt, dass Hunderte von den Maschinen bei der ersten großen Angriffswelle der deutschen Wehrmacht noch auf den Flugplätzen zerstört worden waren. Ein massiver Schlag, der die sowjetische Luftwaffe weit zurückwarf.
Weil die I-16 jedoch mit den deutschen Jägern nicht mehr mithalten konnte und inzwischen auch schon leistungsfähigere sowjetische Jäger zur Verfügung standen, lief die Fertigung 1942 endgültig aus. Gerade mit der neuen Messerschmitt Bf 109 oder der Focke Wulf 190 konnten die Maschinen nicht mehr mithalten, gerade mit diesem Hintergrund ist es kaum nachvollziehbar, dass die Produktion noch so lange weiter geführt wurde.
Die Produktionszahlen bzw. die Angaben darüber geben eine widersprüchliche Aussage. Einigen kann man sich nur, dass wohl ca. 7.000 Einsitzer gebaut wurden und wohl ca. 1.700 Zweisitzer.
 


Eine abgeschossene I-16


Heutige Zeit

Heute



Heute ist die I-16 zu einem Kultobjekt geworden. Die "Alpine Fighter Collection" hat sechs dieser Flugzeuge wiederhergestellt, zwei wurden davon an das Neuseeland Kampfflugzeug Museum gegeben und die vier anderen wurden verkauft. Der Transport, der Wiederaufbau und das Rundherum waren Beispiellos. Auch aus diesem Grund sind die Vorführungen der Flugzeuge bei der Wanaka Airshow eine echtes Highlight und locken seit 1998 viele Fans dieses Flugzeugs an.
Es gibt natürlich auch weitere nicht funktionierende Flugmodelle dieser Art, drei insgesamt, 2 in Russland und 1 in China (wahrscheinlich auch 1 in den USA).

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Polikarpow_I-16 (Letzter Zugriff 30.07.2010)
http://www.waffenhq.de/flugzeuge/i16.html (Letzter Zugriff 30.07.2010)
http://www.nzfpm.co.nz/article.asp?id=i16 (Letzter Zugriff 30.07.2010)
http://www.aviation-history.com/polikarpov/i16.html (Letzter Zugriff 30.07.2010)
http://www.warbirdalley.com/rata.htm (Letzter Zugriff 30.07.2010)



Autor: stuffz0815 / Freiherr von Woye