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Das Thema

Hamburger Flugzeugbau GmbH
...ab dem Jahr 1937 Blohm & Voss Abteilung Flugzeugbau

Vorwort

 

Im Jahre 1933 wurde die Hamburger Flugzeugbau GmbH als Tochterunternehmen der Blohm & Voss Schiffswerft gegründet.
Ausschlaggebend dafür war eine zu dieser Zeit herrschende Krise in den deutschen Werften bzw. des Schiffbau´s generell, so war es notwendig für Walther Blohm sich nach Nebengeschäften umzusehen. Eine Nieschensparte war damals der Bau von Wasserflugzeugen und genau hier setzte die neue Hamburger Flugzeugbau GmbH an.

Zum Start konnte Walther Blohm gleich 2 Konstrukteure vom damaligen Konkurrenten Heinkel abwerben.
Das Erste von den Beiden (Mewes und Magusch) entwickelte Flugzeug (Ha 135) wurde im Jahre 1933 von einem gewissen Ernst Udet (!) eingeflogen.

Später konnte Walther Blohm noch einen Konstrukteur von Junkers für die Hamburger Flugzeugbau GmbH gewinnen, Hermann Pohlmann, den Schöpfer der Ju87.

Es folgten Werksgründungen in Wenzendorf und Finkenwerder, wo man sich zunächst auf den Bau von Wasserflugzeugen spezialisierte.

Schon seit Gründung des Unternehmens übernahm man auch den Bau von Komponenten für andere Hersteller, so etwa für Junkers und Messerschmitt.

Um im Schiffsverkehr über den Atlantik entscheidend Zeit zu gewinnen, baute die Werft Blohm & Voss auf das Schornsteindeck des Passagierschiffs „Europa“ ein Katapult, welches 2 Flugzeuge katapultieren konnte, dies brachte immerhin einen Zeitgewinn von einem Tag!

1937 wurde die Hamburger Flugzeugbau GmbH aufgrund des wirtschaftlichen Erfolges in das Stammunternehmen eingegliedert und erhielt den Namen: Blohm & Voss, Abt. Flugzeugbau.

Vor dem Krieg beschränkte man sich noch zusehends auf ein damals neues Kerngeschäft, den Bau von Schwimmerflugzeugen für die Lufthansa zum Posttransport über den Atlantik. Ende der 20er, Anfang der 30er Jahre versprach der Einstieg in dieses Nieschengeschäft noch gute Gewinne.
Letztendlich konnte man hier Fuß fassen und wurde zu einer fixen Größe in der Branche, wenn es um Wasser- bzw. Transportflugzeuge ging.

Zu Beginn der Wiederaufrüstung der Wehrmacht konzentrierte man sich auf Transportflugzeuge bzw. Aufklärungsflugzeuge, von denen einige in Serie gingen.


Produktion

Serienproduktion:

Bv 138, "Fliegender Holzschuh" - Erstflug 1936, Seeaufklärer (eingesetzt beim Fall Weserübung als Truppentransport-Flugzeug, später als Aufklärer am Ärmelkanal)
 


Foto einer BV 138 im Flug



Bv 141, - Erstflug 1938, Aufklärer (Ursprünglich Ha141 aufgrund der Firmennamens)
Der damalige Generalmajor Ernst Udet war derart begeistert von den Flugeigenschaften dieses ungewöhnlichen Flugzeugs, dass er es offiziell in Auftrag gab. Der 1939 entwickelte Nachfolger Bv 141B ging jedoch nie in Serie.
 


frühe Version der Bv 140 mit der "Zelle" für die Besatzung,
angebracht an der rechten Tragfläche



Bv 222, "Wiking", Erstflug 1940, Transportflugzeug (ursprünglich nicht für militärische Zwecke gedacht, von Lufthansa bereits im September 1937 in Auftrag gegeben)
Die Bv222 war ein 6-motoriges Transportflugzeug, dass zu Friedenszeiten entwickelt, später (1940) mit einem Geschützturm erweitert, auch im Krieg noch zum Einsatz kam. Eingesetzt wurde die Bv 222 zur Versorgung des deutschen Afrika Korps.
2 dieser Maschinen wurde gegen Kriegsende vorbereitet um Hitler die Flucht über Grönland, nach Japan zu ermöglichen. Laut Zeitungsberichten wurde tatsächlich zumindest 1 Maschine über dem Nordpol gesichtet. Ihr Ziel und ihre Ladung jedoch blieben im Dunkeln.
 


Foto einer frühen Bv 222 noch ohne den später eingebauten Geschützturm



Zahlreiche weitere Flugzeugtypen waren noch in Planung, kamen aber aus verschiedensten Gründen nicht über den Prototypen-Status hinaus.


Prototypen

Prototypen:

Ha 135, Erstflug 1933 Schulungsflugzeug, Doppeldecker
 


Zeichnung der Ha 135, wie sie später auch gebaut wurde

 

Ha 136, Erstflug 1933 Schulungsflugzeug einsitzig mit einem BMW Bramo Sh14 Stemmotor (100PS). Die Ha 136 B war das erste Ganzmetall-Flugzeug der Hamburger Flugzeugbau

Ha 137, Erstflug 1935 Leichter Bomber (Sturzkampfbomber) konstruiert 1934 ging nie in Serie, da hier andere Hersteller den Zuschlag bekamen.

 


Zeichnung der Ha 137, welche ebenfalls komplett aus Metall gefertigt wurde

 

Ha 139, Erstflug 1937 Seeflugzeug, Transporter, entwickelt für Transatlantikflüge, Reichweite ca. 5.000km bei 250Km/h

 


Foto der Ha 139 im Flug

 

Ha 140, Erstflug 1937 Seegestützter Torpedobomber, ursprünglich als zweimotoriges Schwimmerflugzeug entwickelt, wurde später ein Geschützturm im Rumpfbug eingebaut indem 1 Bordschütze Platz fand.

 


Zeichnung der Ha 140 - ohne den später eingebauten Geschützturm

 

Ha 142, Erstflug 1937 Seeaufklärer, entwickelt als 4-motoriges Postflugzeug der Lufthansa für transatlantische Flüge. Aufgrund erheblicher technischer Probleme wurden lediglich 2 Flugzeuge von der Lufthansa eingesetzt. Zuletzt sollten die Maschinen ab 1940 als Fernaufklärer eingesetzt werden, stürzten jedoch bei der Erprobung ab. Die restlichen Maschinen wurden daraufhin verschrottet und die Entwicklung der Ha 142 (bzw. Bv 142) eingestellt.

 


Foto der Ha 142 am Boden

 

Bv 144, Erstflug 1940 Mittelstreckentransportflugzeug konstruiert von französischen Ingenieuren, sollte sie mehr Kapazität als die Junkers Ju52/3m aufweisen. Von diesem Modell wurde nur 1 Maschine gebaut, die von den Alliierten erbeutet und nach Kriegsende von den Franzosen noch weiter verwendet wurde.

 


Foto der Bv 144 am Boden mit slowakischem Hoheitszeichen

 

Bv 155, Erstflug 1944 Höhenabfangjäger, ursprünglich wurden die Messerschmitt Werke mit der Entwicklung eines Höhenabfangjägers beauftragt, aufgrund der hohen Auslastung wurde dieses Projekt jedoch von Messerschmitt an Blohm & Voss weitergegeben. Umstritten ist der erste Flug dieses Prototyps, September 1944 bzw. 7. Februar 1945 werden als Erstflugdaten angegeben. Auch diese Maschine konnte nicht mehr in Serie gehen, da die Lage an den Fronten dies nicht mehr erlaubte.

 


Foto eines Modells der Bv 155

 

Bv 40, "Ersatzjäger" Erstflug 1944 entwickelt als Segelflugzeug um feindliche Bomberströhme bekämpfen zu können. Das Segelflugzeug sollte von 2 Maschinen auf Flughöhe gebracht werden und dann von oben auf Bomber herabsegeln und das Feuer aus 2 30mm Kanonen eröffnen. Bei diesem Modell wurde speziell darauf Wert gelegt, dass möglichst wenige kriegswichtige Materialien verwendet werden, bzw. dass die Kosten auf ein Minimum reduziert werden. Im Herbst 1944 wurde dieses Projekt jedoch eingestellt, da der Erfolg bei Angriffen dieser Art nur äußerst gering gewesen wäre.

 


das Segelflugzeug Bv 40 am Boden

 

Bv 238, Erstflug 11. März 1944 Seegestütztes Transportflugzeug, sie war das schwerste Transportflugzeug des Zweiten Weltkriegs mit ganzen 54,7 Tonnen Leergewicht! Es wurde nur 1 Maschine gebaut, die sich in 38 Testflügen bewährte. Ein zweiter sich im Bau befindlicher Prototyp konnte nicht mehr fertiggestellt werden. Die einzige betriebsfähige Bv 238 wurde von den Briten bei einem Luftangriff schwer beschädigt und nach dem Krieg verschrottet.

 


das schwere Bv 238 schwimmend



Nach der Kapitulation Deutschlands 1945 wurden die Flugzeugwerke, die allesamt in der britischen Besatzungszone lagen, zerstört oder demontiert.
Das Werk in Finkenwerder wurde von der englischen Armee als Reparaturwerkstatt für Panzer genutzt.

Der Firmengründer Walter Blohm schaffte jedoch schon 1954 einen Neuanfang.
Unter dem Namen Flugzeugbau Nord GmbH wurde die Produktion wieder aufgenommen.
Ohne das Fachwissen und Engagement der Mitarbeiter von Flugzeugbau Nord, wäre die Entwicklung von „Airbus“ nicht möglich gewesen.

1967 wurde die „deutsche Airbus GmbH“ in München gegründet.
1968 fusionierte die Flugzeugbau Nord GmbH mit der Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH.
1972 Erstflug der A300
1978 Programmstart A310
1980 VFW in MBB eingegliedert, der 100. Airbus wird ausgeliefert
1982 Erstflug A310
1987 Erstflug A320
1989 Übernahme von MBB durch die Daimler-Benz AG. Gründung Deutsche Airbus
1991 Erstflug A340
1992 Erstflug A330
1993 Erstflug A321, Erstflug des Frachters A300-600F
1994 Erstflug des Super-Guppy-Nachfolgers „Beluga“
18.Mai 1999 Auslieferung des 2000. Airbus-Flugzeuges in Toulouse

Heute ist dieses Traditionsreiche Unternehmen eine Teilgesellschaft der EADS.


Quellen

Wikipedia
Walther Blohm Stiftung
Blohm & Voss
http://www.cockpitinstrumente.de/instrumente/katalog/Bildanzeigen/BV222.jpg

Die Quellen wurden mit Stand Januar 2010 verwendet!



Autor: Gebirgsjäger / Schwarzenberg