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Das Thema

Messerschmitt Bf 109

Legende der deutschen Luftwaffe

 

 

Entstehung

Entstehung

 

Es war die Messerschmitt der deutsche Luftwaffe, unerbittlich im Luftkampf und von allem Assen in Diensten der Wehrmacht geliebt. Kein anderes Flugzeug hat mehr Abschüsse und Fliegerasse zu verzeichnen. Der kantige Adler kämpfte gegen die Royal Air Force, schlug sich in vielen Zweikämpfen mehr als gut und war beteiligt an den Luftsiegen über Polen, Frankreich, England und auch Russland. Erst in den letzten Kriegsjahren machten sich die Fehler des Flugzeugs, die Fehler der Luftwaffenführung und das Ende des Krieges bemerkbar. Zu viele Abschüsse in den eigenen Reihen und vor allem die technische Unterlegenheit gegen die Alliieren brachten das Ende auch für die Ära der Messerschmitt BF 109.

 

 

 


 
 
Besatzung
1
Antriebsart
1 Kolbenmotor
Triebwerkstyp
Daimler-Benz DB 605AM
Leistung
1085 kW / 1455 PS
Geschwindigkeit
620 km/h / 335 kts / 386 mph
Dienstgipfelhöhe
11.750 m / 38.550 ft
Reichweite
720 km / 389 NM / 448 mi.
Leergewicht
1.970 kg / 4.343 lbs
max. Startmasse
3.150 kg / 6.945 lbs
Spannweite
9,92 m / 32,5 ft
Tragflügelfläche
16,1 m² / 173 ft²
Länge
8,85 m / 29,0 ft
Höhe
3,40 m / 11,2 ft
Erstflug
28.05.1935
Produktionsstatus
nicht mehr in Produktion
Gesamtproduktion
ca. 35000
 
Bemerkungen
Die Bf 109 ist das weltweit meist gebaute Jagdflugzeug und das meist gebaute Flugzeug während des zweiten Weltkriegs.
Als Mehrzweckjäger konstruiert, scheiterte dieses Flugzeug gerade wegen der Überalterung und fehlenden Überdenkung des Konzeptes.

 


(H.J. Marseille an seiner Maschine)



Hervorgegangen aus der deutschen Rüstungsindustrie der Vorkriegszeit, hat dieses Flugzeug einen schweren Stand gehabt. Die Entwürfe schlummerten schon länger in den Schubladen der Ingenieure. Der Streit bzw. die Fehde zwischen Willy Messerschmitt und Erhard Milch brachte das Projekt Bf 109 schon in der Frühphase der Entwicklung ins Wanken. Im Jahre 1934 wurde dann doch der Auftrag erteilt, und die Bayrischen Motorenwerke entwickelten für das Reichsluftfahrtamt einen neuen Flugzeugtyp. Dabei sollten bestimmte Werte erreicht werden: 400km/h Geschwindigkeit, 6000m Höhe (für 20min) und 90min Luftflug. Es sollte einen Schalenrumpf, eine geschlossen Kanzel und ein einfahrbares Fahrwerk besitzen. Dabei kam ein flüssigkeitsgekühlter Motor zum Tragen und 3 MGs in der Flugzeugfront angebracht. In der Forschungsentwicklung wurde einiges ausgetauscht, vor allem der Motor, und auch die Bewaffnung noch verfeinert.
Der spanische Bürgerkrieg sollte die erste Bewährungsprobe sein, nicht nur als großangelegter Test, sondern auch um die eigenen technologischen Vorteile gegen die zukünftigen Kriegsgegner auszuloten. Dabei wurde deutlich, dass die deutschen Kampfflieger allen damaligen Kampflugzeugen überlegen waren - die Bf109 stand dabei ganz oben auf der Liste furchteinflößender Waffen der deutschen Wehrmacht. Vor allem die russischen Flugzeuge sollten wie Fliegen vom Himmel fallen, als die Bf109 die Lufthoheit eroberten.
Fakt ist aber, beim Design gab es massive Mängel was die Aerodynamik anging, auch die Kraftstoffreserve war mehr als untauglich für einen längeren Luftkampf. Dem Flugzeug standen gerade mal 1 Stunde Flugzeit zu, wobei das Flugzeug in seiner Gesamtheit eher einem Rohling als einem ausgefeilten Kriegsinstrument glich. Viele Alliierten sahen keine Zukunft in dem Modell, und die letzten Kriegsjahre bewiesen die Nachlässigkeit der Rüstungsindustrie, welche auch nichts mehr daran ändern konnte, auch weil weder Kapazitäten frei waren, noch Hitler einen Platz für Bf109 in seinen Zukunftsplänen sah. Zu früh setze Hitler alles auf die Karte der Strahljäger und zu spät kamen diese dann, wobei man die Entwicklung für die Bf109 zu früh einstellte und die deutschen Jäger viel zu spät ausmusterte, d.h. es auch nicht mehr konnte, weil andere Flieger einfach nicht mehr zur Verfügung standen.
 


Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 / Teil 5



Dabei tauchten die Entwürfe dieser Maschine bzw. die Flugzeuge selber noch bis 1946 auf. US-Piloten sahen die Klone der Maschine über japanischen Himmel, denn die neuen Japanischen Kawasakis ("Tony"), welche ähnliche Motoren und auch ein ähnliches Design aufwiesen. Die tschechische Avia S-199 war eine Art Hybrif aus der Bf109 und dem He111 Bomber, welcher aber weder erfolgreich noch von den Piloten geliebt worden ist. Die Spanische Regierung erhielt die Maschinen vor allem geliefert. Die Produktionsrechte der Spanier brachten dagegen nur einen Hybrid hervor, denn weder bei den Motoren konnten die Spanier mithalten noch Verbesserung hinzufügen. Die Maschine war in Spanien noch bis 1965 im Einsatz.
Die Ingenieure gaben die Designs aber nicht einfach so weiter, die entwickelten auch weiter. Darunter auch die "Zwillingsversion" der Bf109 - die sogenannte Bf109Z. Diese Maschine war als schwerer Zerstörer geplant, mit doppelt so vielen Waffen und Motorenkraft. Der Prototyp wurde aber bei einem Bombenangriff vernichtet, wobei auch die Alliierten an ähnlichen Konzepten arbeiteten: F-82 Twin Mustang. Die Deutschen hatten ein ähnliches Projekt davor schon zum Abschluss gebracht, die He 111. Dennoch war die Bf109 ein Lastentier, dass in den letzten Kriegsmonaten zu Kamikaze Angriffen, dem "Sonderkommando Elbe" geopfert wurden.

Technik

Technologie

 

 



Die BF 109 durchlebte viele Versionen ihrer Konstruktion und Bauplanes. Dabei waren ihr Haupteinsatzgebiet England und die dortige Luftschlacht. Hier sollten Sie sich beweisen, vor allem die Version E. Ihr großer Vorteil war die Eigenschaft im Luftkampf. Der Motor machte es möglich, selbst bei hoher Fliehkraft, durch ein Einspritzsystem und Konstruktionsanpassungen, nie Treibstoffunterversorgung während dieser Manöver zu leiden! Gerade die ersten Versionen (Version E) der Spitfire und Hurricane in der Luftschlacht um England, konnten nicht beim Wendekreis und Bewaffnung mithalten. Die Bf 109 der ersten Kriegsjahre war eine Tötungsmaschine und nur die alliierte Überlegenheit bei der Manövrierbarkeit rettete die RAF.
Die Niederlage der Bf 109 war weniger Ursache der gegnerischen Übermacht am Himmel, sondern an Fehlplanungen in der Luftwaffe, Überbelastung von Maschine wie Piloten und fehlende Ressourcen für Verbesserungen bzw. weiteren Ausbau der Produktion. Die folgenden Versionen mussten Durchschlagskraft einbüßen (Flügelkanonen wurden entfernt – Version F), die Version G war zwar das Flugzeug der Asse (Erich Hartmann 352 Abschüsse), die wohl beste Version des gesamten Krieges, kämpfte bis zum Ende des Krieges, doch litt zum Schluss massiv unter den fehlende Ressourcen, dem verschwenderischen Einsatz der Maschinen und die forcierten Mehrbewaffnung des Flugzeugs. Mehr Waffen hieß größere Wirkung und somit Absorbierung der Produktionsnachlässe, führte aber im Endeffekt zu einer mutierten, „lahmen“ und taktisch falsch ausgelegten Version. Die Defensive war nun das Schlüsselwort, dessen taktischen Voraussetzungen die Bf 109 nicht erfüllen konnte. Die letzten Entwicklungen ließen zwar noch einmal die deutsche Ingenieurskunst aufflackern, war aerodynamisch und auch waffentechnisch eine echte Weiterentwicklung, konnte dennoch durch fehlende Ressourcen, Piloten, Nachschub und Einsatzmöglichkeiten. Das bizarre Weiterleben nach dem Krieg war die Avia S-199, auch als Esel bekannt, welche noch Jahre weiter ihren Dienst tat, bzw. Israels Wunschflieger der Nachkriegszeit wurde.
 

 

 

„Die Bf 109 wurde ständig unter großem Druck weiterentwickelt und immer wieder verbessert, um stetig neuen Herausforderung stand zu halten. Unsere Gegner sehen sie als den erfolgreichsten Jagdflieger der Welt. Die Engländer behaupten zwar manchmal, sie hätten einen besseren Flieger als die Me 109 seit Beginn des Kriegs, un die anhaltenden Vormachtstellung, kann man sehen, dass wir diese Übermacht auch in die Zukunft behalten werden“
(Willy Messerschmitt in einer Radioübertragung am 8. Dezember 1942)

 


 
Stückzahl (alle)
ca. 35.000 (davon 30.480 im 2.Weltkrieg)
 
Produziert 1939
449
Produziert 1940
1.693
Produziert 1941
2.764
Produziert 1942
2.665
Produziert 1943
6.154
Produziert 1944
13.786
Produziert 1945
2.969
 
Bestand Bf109 am 1.9.1939
1.085
Bestand Bf109 am 20.9.42
1.074
Bestand Bf109 am 21.12.1942
700 (davon 610 Me 109 G)
Bestand Bf109 am 10.1.1945
1.305

 

Sie war ein Jagdflieger, perfekt für den Krieg nach Vorn, der Offensive und den blitzartig geführten Schlägen gegen feindliche Verbände. Es war die Leichtbauweise, die ihr den Legendenstatus verlieh. Wenige Teile, die leicht und somit Verbrauchsarm waren. Dabei war der Schutz des Piloten, durch Brandschotts, ebenso wichtig wie für das Flugzeug. Dazu kamen einfache Wartung der wenigen Teile, Montage kompletter Teile wie des Flügels und ein schmales Fahrwerk. Somit mussten die Stützpunkte keine besonderen Anforderungen erfüllen und eine vorrückende Streitmacht, die vorgefundenen Einrichtungen nutzen.

 

 



Fassen wir die Technik dieses Fliegers kurz zusammen. Der Motor war als Kraftprotz konstruiert und durch die Einspritzung dem Luftkampf optimal angepasst worden. Dazu kamen später Kraftverstärkung, was Leistung in großer Höhe möglich machte, und die entwickelte Methanol/Wasser Einspritzung ließ die Leistung auf 1800 PS bzw. 640 km/h hochschnellen. Das einfahrbare Fahrwerk, fortschrittliche Flügelkonstruktion, ein Rumpf in Schalenbauweise (möglichst kleines Chassis und maximale Motorleistung) und ein einfaches Cockpit mit funktionalem Design machte diesen Flieger zu einem Jäger mit enormem Potential. Die Feuerkraft war zwar ausreichend, aber den Alliieren nie Überlegen. Die Flügel sollten, aufgrund der Konstruktion und Vorteile, waffenfrei bleiben.

Flieger und Feinde

Flieger und Feinde

 

 



Der Flugzeugmuster Bf 109 hat sich als das erfolgreichste des gesamten Luftkrieges erwiesen. Kein anderes Muster hat in der Geschichte des Luftkrieges mehr Abschüsse erzielt und so viele Asse hervorgebracht. Eigentlich jedes Ass der Luftwaffe des Zweiten Weltkrieges ist dieses Flugzeug geflogen und den Luftraum über den vielen Fronten in Europa unsicher gemacht. So verzeichnete z. B. Erich Hartmann 352 bestätigte Luftsiege (ausschließlich auf der Bf 109), ebenso der bekannteste Jagdflieger in Afrika, Hans-Joachim Marseille. Er flog auf einer Bf 109 E bzw. Bf 109 F in Nordafrika und konnte 151 seiner insgesamt 158 Abschüssen gegen Flugzeuge der britischen Royal Air Force während des Feldzuges in Afrika erzielte. Die Maschine und ihre Spezifikationen ließen Manöver zu, die vor allem den wagemutigen Piloten einen nicht zu unterschätzenden Vorteil brachte. Vor allem das Verhalten des Flugzeuges in Extremsituation war zuverlässig und ließ die Abschusszahlen vieler Piloten in Höge schnell. Andere Maschine, vor allem in Anfangsjahren des Krieges, konnten keine ähnlichen Bandbreien an Manövern und Situation abdecken wie dieses Flugzeug. Weitere Piloten der Bf 109, die hohe Abschusszahlen erreichten, waren Gerhard Barkhorn mit 301 Luftsiegen, Günther Rall mit 275 Luftsiegen und Hermann Graf mit 212 Luftsiegen. Die bekanntesten Piloten der Bf 109 waren Werner Mölders (115 Luftsiege) und Adolf Galland (104 Luftsiege), die nacheinander den Posten des Generals der Jagdflieger bekleideten. Die Bf 109 war dabei das Sprungbrett eines jeden Piloten auf neue Muster, denn hatte man sich auf dem Zugpferd der Luftwaffe bewiesen, kam man erst in Frage für Erprobungsflüge bzw. rückte auf der Liste für Zuteilungen moderner Modelle nach vorn.
 


(Messerschmitt Bf 109 F-2, Stab/JG 51, geflogen von Geschwaderkommodore Oberstleutnant Werner Mölders, Juni 1941)

 


 
Spitznamen
Kropftaube / Buchón (HA 1112)
Esel (Avia S-199)
Anton (A-Modell)
Bertha (B-Modell)
Clara oder Ceasar (C-Modell)
Dora (D-Modell)
Emil (E-Modell)
Frot oder Friedrich (F-Modell)
Gustav oder die Beuel (G-Modell)
Kurfürst (K-Modell)
Zoni oder Träger (T-Modell)
Die Dünne (russischer Spitzname)

 

Man muss sich nur die nackten Zahlen vor Augen halten um die strategische Tragweite bzw. den Einfluss dieser Maschinenmusters auf den gesamten Kriegsverlauf zu erkennen. Die außergewöhnlich hohen Abschusszahlen, die mit der Bf 109 im Zweiten Weltkrieg erreicht wurden (allein das JG 52 erreichte überwiegend an der Ostfront über 11.000 Luftsiege), gehen auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurück. Für diese Fakten stand ein gut durchkonstruiertes Flugzeug, das zu Beginn und in der mittleren Phase seiner Einsatzlaufzeit zu den leistungsfähigsten Jagdflugzeugen gerechnet werden musste, die international zum Einsatz kamen. Ähnlich wie bei der britischen Spitfire zeigte sich die Zelle der Bf 109 in der Lage, zunehmend leistungsfähigere Motoren und schwerere Waffen aufnehmen zu können. Somit also den sich verändernden Lagen und Ansprüchen auf den Schlachtfeldern mitzuhalten bzw. sich diesen anzupassen. Dies kam dem allgemeinen Trend nach immer höheren Geschwindigkeiten und größeren Höhen in den Luftkämpfen (insbesondere über den westeuropäischen Einsatzgebieten) entgegen, da die meisten Luftsiege nicht im engen Kurvenkampf, sondern durch überraschende Angriffe aus überhöhten Positionen erzielt wurden. Bis etwa Ende 1942 konnten die Planer auf ein probates Mittel zur Erringung der Lufthoheit zurückgreifen bzw. mussten die Gegner immer das Potential dieser Maschine einkalkulieren. Insbesondere in den ersten beiden Jahren des Krieges gegen die Sowjetunion stießen die deutschen Jagdflieger auf sehr große Zahlen technisch veralteter Feindflugzeuge, was die Abschusszahlen der Luftwaffe stark in die Höhe trieb. Die Maschinen mit dem Roten Stern fielen wie Steine vom Himmel und nur die stärksten Flieger in den Reihen der Roten Armee konnten sich am Himmel erfolgreich wehren.

 


(Messerschmitt Bf 109 F-4/trop, W.Nr. 8673, geflogen von Oberleutnant/Hauptmann Hans Joachim Marseille im September 1942.)

 


 
Wichtigste Eckpunkte der Geschichte
 
1933
Messerschmitt die Bf108, einen Tiefdecker mit einem Mann Besatzung,
welcher der Vorläuferentwurf für die Bf109 sein wird.
1935
Der Jungfernflug des Prototypen Bf109 V1,
wobei der stärkste Motor seiner Zeit und eine revolutionäre Technik zum Einsatz kam.
(Pilot Hans D. "Bubi" Knutsch)
1936
Die Bf 109 geht als Luftwaffenflugzeug der Legion Condor nach Spanien.
Die russischen Maschinen sind hoffnungslos unterlegen.
1938
Die Schweiz erhält die ersten zehn von 115 Bf 109 Flugzeugen.
1939
Die Bf 109 kommt beim kombinierten Luft-Boden Einsatz der Wehrmacht zur vollen Geltung.
Die sofortige Luftherrschaft ist dabei das Ergebnis über Polen.
1940
An der Westfront fliegen Piloten weit ins Feindesland und kämpfen über England gegen die Spitfires und Hurricanes.
1942
Die Luftüberlegenheit der Bf 109 über den Schlachtfeldern in Europa,
jeder Angriff gegen deutsche Bomber oder Stukas wird durch die Bf 109 effizient zurückgeschlagen.
1943
Die Bf 109 wird an Alliierten des Deutschen Reiches ausgeliefert.
Die ersten Abschüsse markieren eine Wende in der Überlegenheit der Bf 109.
1945
Die Bf 109 ist überaltert und ein gefundenes Fressen für die alliierten Flieger.
Zu einem unrühmlichen Ende des Fliegers trugen die Einsätze während des
"Rammkommando Elbe" bei.
Die Mustangs der Alliierten haben den Luftraum gänzlich erobert.
Nach dem Krieg wird nach 33.000 produzierten Fliegern die Produktion aller Modelle der Bf 109 eingestellt.

 


(Bf 109 E-4/N, Stab/JG 26, W.Nr. 5819, geflogen von Kommodore Major Adolf Galland, Audembert/Frankreich, September 1940.)



Mit Beginn des Jahres 1943 begann die Bf 109 technisch zunehmend ins Hintertreffen zu geraten. Mit der Einführung der G-Version stieg zwar die Geschwindigkeit der Maschine weiter an, die guten Flugeigenschaften der Vorgängervarianten gingen weitgehend verloren. Ab diesem Zeitpunkt begann zudem die Ausbildung der deutschen Flugzeugführer zu erodieren. Immer kürzere Ausbildungszeiten, viel zu frühe Fronteinsätze der Piloten und keine Einsätze mit dem Hintergrund der Lufthoheit, ließen die Zahl der Flugausfälle steigen bzw. die Lebenserwartung der unerfahrenen Piloten sinken. Das Fortschreiten des Krieges nagte an der Luftwaffe, ihren Piloten und ließ den Ruf dieser Maschine der Asse weiter schwinden.

Zum Schluss

Schlussbemerkung

 

 



Die Bf 109 wurde in den letzten Kriegsmonaten noch bei den Jagdgeschwadern JG1, JG3, JG4 und JG77 eingesetzt. Die Reichsverteidigung war nun das Gebot der Stunde und die ständigen Bombenangriffe bzw. fliegenden Festungen der Alliierten das Ziele der Jäger. Zwar waren die defensiven Aufgaben im Vordergrund, doch die Wehrmachtsführung sah auch andere Einsatzgebiete in Betracht. So waren diese Jagdflieger Teil des letzten Aufgebotes der Wehrmacht für eine Offensive im Westen. Man wollte die Alliierten vor den Grenzen des Reiches stoppen und der Winter sollte ein Vorwand sein. Man überraschte die Alliierte in Ardennen und die Offensive (16. – 24. Dezember 1944) wurde von bis zu 1.492 Jagdflugzeuge, vor allem auch der Bf 109 Reihe, unterstützt. Die fürchterliche Bilanz für die Luftwaffe waren 1.088 verlorene deutsche Flugzeuge, davon etwa 70 Prozent Jäger, verloren. Tragisch dabei der Versuch im Januar 1945 die alliierte Lufthoheit durch Ausschaltung ihrer Flugplätze zu stören. „Unternehmen Bodenplatte“ scheitere nicht so sehr am Einsatz gegen die Luftstützpunkte, sondern erlitt die größten Verluste auf dem Rückflug, der genau in eigene Flakfeuer der V1 und V2 Abschussbatterien führte. Der Verlust von über 400 Flugzeugen war ein nicht mehr auszugleichender Verlust für die Luftflotten des Reiches. Nicht nur Maschinen, vor allem auch Jäger, waren verloren, sondern auch deren Piloten, die weiterhin so dringend gebraucht wurden und nicht zu ersetzen waren. Faktisch war damit die Luftwaffe im Westen geschlagen, konnte nur sporadische Abwehrversuche gegen die feindlichen Bomberflotten fliegen. Viele Staffeln wurden vom Westen abzogen und in den Osten verlegt. Man sah die Aussichtslosigkeit es Kampfes im Westen und sah den weit schlimmeren Feind im Osten mit mehreren Armeen gleichzeitig heranziehen. Die Reichshauptstadt Berlin geriet dabei ins Visier der Roten Armee, und die letzten Jagdflugzeuge und Jagdbomber kämpften bis zur Kapitulation verzweifelt gegen den Ansturm aus dem Osten. Die Verluste waren verheerend und die nur spärlich auf munitionierten, betankten und gewarteten Maschinen mussten gegen ganze Luftflotten einen verzweifelten Abwehrkampf führen. Die wenigen verbliebenden Jagdflieger sollten in den letzten Wochen des Reiches noch Kamikaze Angriffe nach Muster der japanischen Luftwaffe fliegen. So wurde ein letzter Mal Material und Mensch den feindlichen Bombern entgegen geworden.
 

 

Fliegerasse


 
Asse auf der Bf 109
Name
Rang
Luftsiege
Erich Hartmann
Oberst (Bw)
352
Gerhard Barkhorn
Gen. Lt
301
Günther Rall
Gen. Lt (Bw)
275
Otto Kittel
Oblt.
267
Walter Nowotny
Major
258
Wilhelm Batz
Oberst (Bw)
237
Erich Rudorffer
Major
222
Heinz Bär
Oberstlt.
221
Hermann Graf
Oberst
212
Anton Hafner
Oblt.
204
Johannes Steinhoff
Gen. (Bw)
176
Wolf-Dietrich Wilcke
Oberst
162
Hans-Joachim Marseille
Hptm.
158
Gordon M. Gollob
Oberst
150
Joachim Müncheberg
Major
135
Johannes Wiese
Oberstlt. (Bw)
133
Alfred Grislawski
Hauptmann
132
Dietrich Hrabak
Gen. Maj. (Bw)
125
Werner Mölders
Oberst
115
Günther Lützow
Oberst
108
Adolf Galland
Gen. Lt.
104
Georg-Peter Eder
Eder Major
78
Hans-Arnold Stahlschmidt
Oblt.
59
Hannes Trautloft
Gen. Lt. (Bw)
57
Helmut Wick
Major
56
Wilhelm Balthasar
Major
47
Gyorgy Debrody
Hptm.
26
Franz von Werra
Hptm.
21

 

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