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Das Thema

Junkers Ju 87
„Stuka“

Vorgeschichte

Vorgeschichte:


Da die vorhandenen Zielgeräte für den Horizontalabwurf wenig brauchbar waren, beschäftigte sich das Reichsluftfahrtministerium (RLM) zu Beginn der dreißiger Jahre verstärkt mit der Idee von Sturzflugangriffen. Diese Versuche wurden dann aber auf Anordnung von Wolfram von Richthofen (Chef der Entwicklungsabteilung im RLM) eingestellt, da er fürchtete, dass das zu erwartende Abwehrfeuer Sturzflugangriffe unmöglich mache. Erst als Ernst Udet am 10. Juni 1936 die Leitung des Technischen Amtes übernahm wurde die Idee wieder aufgenommen. Udet hatte zuvor zwei Curtiss-Sturzkampfflugzeuge SB 2 C-3 von den USA erworben und zeigte sich begeistert von der Treffsicherheit. Er konnte seinen alten Freund aus dem Weltkrieg Hermann Göring von dieser Waffe überzeugen und so wurde vom RLM noch 1936 eine Ausschreibung ausgegeben. Zum Vergleichsfliegen in Rechlin traten dann die Ar 81, He 118, Ha 137 und die Ju 87 an. Das Finale gewann die Ju gegen die He.

Die ersten beiden Prototypen waren noch relativ schwach motorisiert und besaßen ein Doppelleitwerk um ein besseres Schußfeld nach hinten zu liefern. Die Ju 87 V-3 bekam ein einfaches Leitwerk und den stärkeren Jumo 210-Motor mit einer VDM-Dreiblatt-Verstellschraube und überzeugte derart, dass sie direkt in die Serienfertigung ging.Charakteristisch für alle Modelle waren die markanten Knickflügel mit ihrem starren Hosenbeinfahrgestell und die eingebaute Motorsirene. Kurios ist, dass ausgerechnet Wolfram von Richthofen später als Führer des VIII. Fliegerkorps höchste Auszeichnungen wegen der Erfolge der „StuKa's“ erhielt.

Daten

 
Von 1939 bis 1944 wurden 4881 Ju 87 hergestellt
1939
143
1940
603
1941
500
1942
960
1943
1672
1944
1012

 


 
Technische Daten Junkers 87 "Stuka"
 
Länge 11,10 m
Höhe 3,90 m
Spannweite 13,80 m; ab D-5: 15,00 m
Tragflügelfläche 31,9 m²; ab D-5: 33,60 m²
Leergewicht ca. 2750 kg
mit Zuladung bis zu 6585 kg
Triebwerk Jumo 211 Da mit 1100 PS; ab der D-Serie Jumo 211 J mit 1300 PS
Höchstgeschwindigkeit 390 km/h (B-1), 408 km/h (D-1), 402 km/h (D-5)
Dienstgipfelhöhe 8000 m (B-1), 7320 m (D-1, D-5)
Reichweite mit maximaler Bombenzuladung 600 km (B-1), 820 km (D-1,D-5)
Bewaffnung -zwei 7,92-mm-MG 17 starr in denTragflächenknicken
-ein 7,92-mm-MG 15, ab D-Serie ein 7,92-mm-MG 81 Z-Zwillings-MG beweglich im Heckstand

 


 
Die unterschiedlichen Versionen der Ju 87 "Stuka"
 
 
Die Junkers Ju A-Reihe
Die A-Reihe entsprach weitestgehend den letzten Versuchsmustern und wurde ab 1937 gefertigt.Diese Baureihe wurde im Spanischen Bürgenkrieg von der „Legion Condor“ eingesetzt.
Ju 87 A-1 Motor: Jumo 210 C mit 640 PS Bewaffnung: 2 x 7,9 mm MG 17 starr im Flügelknick, 1 x 7,9 mm MG 15 im B-Stand
Bombenlast: Eine 550-kg Bombe konnte unter dem Rumpf frei hängend mitgeführt werden.
Beim Sturzangriff fuhr das Gerüst aus, so dass die Bombe aus dem Propellerkreis gebracht wurde.
 
Junkers Ju 87 B-Reihe
Diese Serie war zwischen 1938 und 1940 in der Fertigung.Wesentliche Unterschiede waren die stark verbesserte Motorisierung und die geänderte Verkleidung des Fahrgestells.Die hinzugefügten Sturzflugbremsen verbesserten wesentlich die Flugeigenschaften während des Angriffs, indem sie die Geschwindigkeit auf 500 km/h begrenzten.
Ju 87 B-1 Motor: Jumo 211 Da mit 1210 PS Bewaffnung: wie Ju 87 A-1
Bombenlast: Unter dem Rumpf wurde nun eine 250-kg Bombe vorgesehen.
Außerdem konnten 2 x 25-kg Bomben unter jedem Flügel mitgeführt werden.
Ju 87 B-2 Bis auf geringe Änderungen bei der Ausrüstung ähnlich der B-1.
 
Junkers Ju 87 C-Reihe
Die Ju 87 C-1 wurde speziell für den Einsatz auf der „Graf Zeppelin“ entwickelt. Die C-1 entsprach weitestgehend der B-1, besaß jedoch einen Landehaken am Heck und ein abwerfbares Fahrgestell für Notwasserungen. Die Zelle wurde für den Start mit einem Katapult verstärkt.
 
Junkers Ju 87 D-Reihe
Ab 1940 ging die D-Reihe in die Fertigung. Diese unterschied sich zum Teil deutlich von der B-Reihe:
Mit dem Jumo 211 J wurde die Motorleistung weiter erhöht, was auch zu einem geänderten Äußeren führte: Der große Bauchkühler konnte nun weggelassen werden. Stattdessen wurden 2 kleinere Kühler am Flügelmittelstück angebracht. Weiterhin wurde die Haube völlig neu gestaltet. Statt der ursprünglich eckigen Form bekam die Ju nun eine tropfenförmige Kanzel.
Insgesamt wurde die Panzerung verstärkt und eine höhere Bombenlast von 1800 kg ermöglicht.
Ju 87 D-1 Motor: Jumo 211 J mit 1300 PS Startleistung
Bewaffnung: 2 x 7,9 mm MG 17 starr im Flügelknick, 1 x MG 81 (2 x 7,9 mm) im B-Stand
Bombenlast: Bis zu 1800 kg unter dem Rumpf. Unter den Flügeln 2 x 500 kg oder 2 x 250 kg, bzw. 4x 50 kg
Ju 87 D-2 Wie die D-1, besaß jedoch eine Schleppvorrichtung für Lastensegler
Ju 87 D-3 Wie die D-1, jedoch mit nochmals verstärkter Panzerung
Ju 87 D-4 Weitestgehend wie die D-3. Es konnten jedoch abwerfbare Waffenbehälter WB 81 "Gießkanne" an den Flügeln angebracht werden.
Jeder dieser Behälter beinhaltete 6 x 7,9 mm MG 81.
Diese Bewaffnung entstand notgedrungen für den Einsatz an der Ostfront. Letztlich behielt von Richthofen recht, und das Abwehrfeuer wurde zu stark für Sturzangriffe, so dass nun verstärkt Einsätze als Schlachtflugzeuge geflogen wurden.
Ju 87 D-5 Eine Weiterentwicklung der D-3 mit auf 15,00 m vergrößerter Spannweite und größerer Sturzfluggeschwindigkeit.
Ju 87 D-7 Dieses Muster stellte eine Variante der D-1 dar, jedoch mit der vergrößerten Spannweite der D-5 und geänderter Bewaffnung in den Flügeln: Statt den MG 17 wurden nun 20mm MG 151/20 verbaut.
Ju 87 D-8 Abwandlung der D-3 mit den vergrößerten Flügeln der D-5 und der Bewaffnung der D-7
 
Junkers Ju 87 G-Reihe
Mittlerweile waren Sturzangriffe nur noch selten möglich. Die D-Reihe wurde daher für die Bekämpfung von Panzern im Direktbeschuss modifiziert. Die Sturzflugbremsen fielen weg und man stattete das Flugzeug stattdessen mit je einer 37 mm FlaK unter jedem Flügel aus.Die Fronterprobung führte Oberst Rudel durch.
 
Junkers Ju 87 H-Reihe
Diese Reihe stellte einen Umbau einiger Maschinen der D-Reihe dar. Zu Schulungszwecken wurde lediglich ein Doppelsteuer installiert.
 
Junkers Ju 87 R-Reihe
Eine Entwicklung aus der B-Reihe: Statt den Bombenhalterungen unter den Flügeln wurden Zusatztanks angebracht. Einsatzort dieser Maschinen war hauptsächlich der Mittelmeerraum.


Einsatz

Einsätze:


Ihre ersten Einsätze absolvierte die Ju 87 im Spanischen Bürgerkrieg auf der Seite der Nationalisten unter „Franco“ in der Legion Condor. Auch die wenigen eingesetzten Maschinen zeigten gleich, welche Wirkung sie beim Gegner hinterlassen konnten. Piloten, die mit aufkommender Erfahrung eine „Stuka“ ihr eigen nennen konnten, erreichten recht schnell große Erfolge. Die Republikaner hatten der Ju 87 wenig entgegenzusetzen. Allerdings offenbarten sich auch Probleme, denn die Piloten konnten beim Hochziehen der Maschine ohnmächtig werden und verloren somit die Kontrolle und schmierten ab. Es gibt Berichte, wonach eine ganze Formation zu spät hochgezogen haben soll und viele der Maschinen am Boden zerschellten. Mit der eingebauten Abfangautomatik war ein sicheres Hochziehen gewährleistet und die „Stuka“ sollte ihre Gefährlichkeit in den kommenden Feldzügen unter Beweis stellen. Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges und dem damit verbundenen Überfall auf Polen, standen die Ju 87 in größeren Stückzahlen zur Verfügung und wurden beim Einmarsch in Polen eingesetzt. Gerade bei der Unterstützung der gepanzerten Truppen und deren Vormarsch konnte die „Stuka“ ihre Kampfkraft voll zur Entfaltung bringen. Vorteil dabei war natürlich auch die Lufthoheit der Luftwaffe über Polen. Polens Luftstreitkräfte stellten praktisch keine wirkliche Gefahr dar. Große Teile ihrer Maschinen wurden schon zu Beginn von der deutschen Luftwaffe ausgeschaltet und bereits am Boden zerstört. Somit war ein Sieg über Polen schnell zu erringen. Die Ju 87 wurde dann schnell mit der neuen „Blitzkrieg“-Taktik in Verbindung gebracht. Ihre Einsätze, bei gleichzeitig vorausgesetzter Lufthoheit, hatte für die Gegner meist schwerwiegende Folgen. Unterstützt wurde diese Wirkung noch durch die an den Fahrgestellverkleidungen angebrachten Sirenen, später „Jericho-Trompeten“ getauft. Deren Luftschrauben wurden durch den Flugwind angetrieben und erzeugten einen unverwechselbaren „Heulton“ wenn sich die „Stuka“ auf ihr Opfer stürzte. Diese Sirenen hatten einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt auf den Gegner.

Auch im Feldzug im Westen gegen die neutralen Beneluxländer und die West-Alliierten, Frankreich und England, war die „Stuka“ weiterhin erfolgreich. Die Vorstöße von deutschen Panzerdivisionen, unterstützt von Ju 87, waren sehr erfolgreich und zwangen die Franzosen zur Aufgabe. Bei der Luftschlacht um England allerdings wurde die Ju 87 und deren Verbände schwer dezimiert. Dies ist auf den falschen Umgang der Luftwaffenleitung und der falschen Ziele zu sehen. Die „Stuka“ konnte nur im Schutz von Jagdflugzeugen ihre Kampfkraft entfalten. Alleingelassen über Südengland war sie eine leichte Beute für die Royal Air Force und wurde zahlreich abgeschossen. Die Luftwaffe war nicht in der Lage, den nötigen Geleitschutz zu gewährleisten. Dazu kamen die schwache Abwehrbewaffnung und niedrige Geschwindigkeit, die z.B. für eine Spitfire im Ergebnis ein sehr leichtes Ziel in der Ju 87 darstellte. Durch diese hohen Verluste über England verlor die „Stuka“ wieder etwas von ihrem Glanz und die Schwächen waren nur all zu offensichtlich. Trotzdem wurde sie weiterhin in großen Stückzahlen hergestellt und an allen Kriegsschauplätzen des 2. Weltkrieges eingesetzt. So auch im Balkan, Griechenland, Nordafrika, gegen die Royal Navy im Mittelmeer und in verstärktem Maße an der Ostfront. Auch gerade dort erzielte die „Stuka“ große Erfolge zu Beginn des „Unternehmens Barbarossa“. Wie die Polen, so verloren auch die Sowjets große Teile ihrer Luftflotte gleich zu Beginn des Feldzuges und damit konnte die Ju 87 ungestört Unterstützung für die kämpfenden Verbände der Wehrmacht leisten. Im weiteren Verlauf des Krieges kamen die Schwächen der Ju 87 aber immer stärker zum Tragen und eine immer schwächer werdende Luftwaffe konnte nicht mehr im ausreichenden Umfang Geleitschutz leisten. Sicherlich eine besonders erwähnenswerte Version der „Stuka“ war die Ju 87G. Ausgerüstet mit zwei 37-mm-Kanonen, wurde diese zum gefürchtesten Panzerjäger der Lüfte. Hans-Ulrich Rudel knackte insgesamt 519 alliierte Panzer und war der höchstdekorierte Soldat der Wehrmacht. Viele seiner Erfolge verzeichnete er gerade mit dieser Version, der Ju 87G. Eingesetzt wurde die Maschine auch von Verbündeten wie z.B. Rumänien. Abschließend kann man sagen, dass die „Stuka“ zu Anfang des Krieges eine große Stütze der deutschen Luftwaffe war, aber mit fortlaufendem Kriegsgeschehen und dem Niedergang der Luftwaffe, war sie für die meisten Alliierten Jäger eine leichte Beute und wurden in großen Mengen abgeschossen.
 

 



Hier ein paar Videos um die Wirkung dieser "Waffe" deutlicher zu machen, man beachte die bereits erwähnte Sirene: Stuka-Angriff / welch Zerstörungskraft

Es gibt heute nur noch zwei vollständig erhaltene „Stuka“. Eine befindet sich im Museum of Science and Industry in Chicago und das andere Exemplar im Royal Air Force Museum Hendon, England. Selber hatte ich das Vergnügen die Überreste einer Ju87 im Technikmuseum in Sinsheim bewundern zu dürfen. Leider war es zu lange dem Meer und seinem Salzgehalt ausgeliefert, um es wirklich noch als schönes Objekt bezeichnen zu dürfen.


Quellen

„Die Deutsche Luftrüstung 1933-1945“ Heiz J. Nowarra, Band 3 (Zugriff 12.09.09)

weltkrieg2.de (Zugriff 12.09.09)
Bilder von Wikipedia] (Zugriff 12.09.09)



Autor: pogotorte