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Das Thema

Flugkörper und Abwurfwaffen
Luftwaffe

 

Flugkörper und Abwurfwaffen der Luftwaffe WW2

 

Die Luftwaffe des Deutschen Reiches, war neben dem Heer und der Kriegsmarine eine der drei Teilstreitkräfte der Wehrmacht in der Zeit des Nationalsozialismus. Ihre Überlegenheit der ersten Kriegsjahre und Einsatz in Polen wie in Frankreich sind beispielhaft für den modernen Krieg des kombinierten Einsatzes von Teilstreitkräften. Der Einsatz und die Belastbarkeit der Luftstreitkräfte wurde im Laufe des Krieges vom Gegner gefürchtet, von den eigenen Oberbefehlshaber (Reichsmarschall Hermann Göring, ab April 1945 dann Generalfeldmarschall Ritter von Greim) oft überschätzt. Die Ausbildung von Piloten, die Entwicklung neuer Flugzeugtypen und die Belastbarkeit der Ressourcen auf dem Schlachtfeld wurden oft überstrapaziert. Der Staatssekretär der Luftfahrt und Generalinspekteur der Luftwaffe Erhard Milch, Generalluftzeugmeister Ernst Udet (Freitod 1941) und der Generalstabschef der Luftwaffe Hans Jeschonnek (später Günther Korten) erwiesen sich als fähige Leute, die aber oft von Göring überstimmt oder gegen ihren Willen die wertvollen Verbände verheizen musste. Dieser nahm sich am 18. August 1943 das Leben, als nach den schweren Luftangriffen auf Hamburg über seine Ablösung diskutiert wurde. Sein Nachfolger wurde General der Flieger. Der erste Generalstabschef Walther Wever (Tod 1936) und dessen Leistungen bei der Neuausrichtung der Luftwaffe, konnte leider nicht ersetzt werden. So hatte Deutschland zwar eine der fortschrittlichsten Luftstreitkräfte der Welt, ließ Sie aber Aufgaben übernehmen, die meist aussichtslos weil schlecht geplant waren. Die Entwicklung ging oftmals in die falsche Richtung, Prioritäten wurden verlagert und so entfernte sich die Führung langsam aber sich von der Praxis. Erst zum Ende des Krieges, mit neuen Führungsgestalten mit Fronterfahrung, wurden neue vielversprechende Ansätze verfolgt und auch die Technik konnte mit dem Strahltriebwerk eine überlegende Flugzeugwaffe hervorbringen. Leider kamen diese Neuerungen zu spät.
 

 

Flugkörper

Flugkörper

 

Luft-Luft bzw Luft-Boden

 

Blohm & Voß L 10 "Friedensengel"

Der Blohm & Voss L 10 war ein unbemannter, deutscher Torpedoträger im Zweiten Weltkrieg. Entwickelt von Richard Vogt, erstmals am 21. Dezember 1943 geflogen und bereits ab Mitte 1942 in einer Stückzahl von 450 Stück produziert. Der "Friedensengel" war ein Torpedoträger welcher zur Erhöhung der Abwurfentfernung des Torpedos LT 950 C entwickelt wurde. Das Fluggerät sollte in einer Höhe von 2500m und einer Entfernung zum Ziel von 8500m abgeworfen werden. Kurz nach dem Abwurf wurde ein kleiner Flugdrache aus der linken Tragfläche ausgestoßen und an einem 25m langen Kabel nachgeschleppt. Sobald dieser Drachen die Wassenoberflächer berührte wurde über eine elektrische Zündung der Torpedo vom L 10 abgesprengt. Dieser fiel ca 10m bis er ins Wasser eintauchte und unter Wasser auf das Ziel zuschwamm. Vom L 10 wurden ungefähr 200 Stück für Versuche verbraucht, und 34 Stück zur Truppenerprobung beim KG 26 geliefert. Zu einem Fronteinsatz kam es jedoch nicht mehr.

 

Weitere Varianten waren der Blohm & Voß L 11 "Schneewittchen", eine Weiterentwicklung das L 10, bei dem sich der LT 950 C in zwei Rumpfschalen befand, aus denen er sich in einem ähnlichen Verfahren wie beim L 10 löste. Wobei das Prinzip auch bei anderen Bombentypen aufgegriffen wurde: Blohm & Voß Bv 143 (Gleittorpedo mit Raketenantrieb) / Blohm & Voß Bv 226/246 "Hagelkorn" (Ferngleitbombe mit Zielsuchkopf). Diese speziellen Ausführungen revolutionieren die Flugkörpertechnik der Luftwaffen und wurden später von den Alliierten zur eigenen Nachbauten aufgegriffen.

 

Abmessungen

Spannweite 2,802m
Länge 3,894m
Höhe 0,588m
Gewicht 220kg (ohne LT 950 C)


 

Henschel Hs 293

Die Henschel Hs 293 war eine deutsche Gleitbombe im Zweiten Weltkrieg, die vor allem für den Einsatz gegen Schiffe vorgesehen war. Dieser erste Marschflugkörper der Welt, hatte einen eigenen Antrieb und funkgesteuert ins Ziel gelenkt. Die vielseitige Einsetzbarkeit wurde schon bald erkannt und eine große Anzahl von Modifikationen, sowohl den Einsatz als auch Antrieb und Steuerung betreffend, entwickelt. Prof. Wagner entwickelte für Henschel diesen Flugkörper für die Bekämpfung von Schiffszielen. Da sie als Gleitbombe konzepiert war, erhielt die Hs 293 das Aussehen eines Flugzeuges. Durch dieses Konzept ergab sich eine hohe Reichweite, was ein Überfliegen des Zieles vom Trägerflugzeug unnötig machte. Am 25.08.43 begann der Einsatz dieser Flugbombe und damit des erfolgreichsten Boden-Luft-Flugkörpers mit Eigenantrieb: Bis Kriegsende konnten mit der Hs 293 400.000 BRT Schiffsraum versenkt werden, auch wenn die Trefferquote im Einsatz bei "nur" 40 bis 50% lag.

Von der Hs 293 wurden mehrere Versionen entwickelt, wobei jedoch nur Hs 193 A in die Fertigung ging (1700 Stück wurden produziert). Diese Version besaß ein Walter-Triebwerk und wurde über eine Radio-Befehlslenkung gesteuert. Als Sprengkopf besaß sie den Bombenkörper der SC 500-Sprengbombe, wodurch sich ein Einsatzprofil gegen leichtgepanzerte Ziele ergab.
Weitere Typen der Heinkel HS-293: Hs 293 A0 und A1( Grundtypen / Steuerung über Funk / ca. 1200 Stück) Hs 293 B ( Kabelsteuerung / nur Versuchsstadium) HS 293 C ( Vorläufer für Hs 294 / Gleitbombe gegen Überwasserziele) Hs 293 D ( Gleitbombe mit Fernsehkamera / nur Versuchsstadium / modifiziertes Triebwerk) Hs 293 E ( Änderungen am Flächen- und Höhenleitwerk / serienreife Funkfernsteuerung) Hs 293 F ( kein Schwanz / Feststoff Triebwerke / Infrarotsteuerung, Radar, Fernsehsteuerung /nur Entwicklungsphase) Hs 293 G ( Feststoff- Triebwerk / Sturzbombe / keine Serienreife) Hs 293 H (Luft - Luft Einsatz / erweiterte Fernzündung / nur Entwurfstadium)

 

Technische Daten

Antrieb: Walter 109-507
Schub: 590kp
Brenndauer: 10s
Treibstoff: T, Z
Durchmesser: 0,48m
Länge: 3,58m
Breite: 3,14m
Gewicht: 902kg
Geschwindigkeit: 600km/h

 

Kramer X-4

Dr. Kramer nutze seine Erfahrungen aus den Projekten X-1 bis -3 1944 für die Entwicklung einer Luft-Luft-Rakete speziell für die Fw 190. Für die Steuerung der Rakete sah er eine Drahtfernlenkung und für den Antrieb einen Flüssigkeitsraketenmotor von BMW vor. Bereits im Spätsommer fanden die ersten erfolgreichen Bodenstarttests statt, so dass bald darauf der Abschuss von Flugzeugen aus erprobt werden konnte. Bis Kriegsende erreichte die X-4 serienreife, wurde jedoch nicht mehr im Kampf eingesetzt. Es zeigte sich, dass die Drahtsteuerung bis Mach 0,9 ausreichend genau war, bei höheren Geschwindigkeiten jedoch versagte. Daher wurde zur Verbesserung ein Lenkung mittels Radiosignalen erwogen. Ein weiteres Problem resultierte aus der Salpetersäure für das BMW-Triebwerk. Die Lagerung und Handhabung erwies sich als zu kompliziert, so dass kurzfristig auf einen Pulver-Raketentriebsatz von Schmidding zurückgegriffen werden sollte. Dieser Treibsatz 109-603 bestand aus einer gegossenen Diglycol-Pulverladung und lieferte für 8 Sekunden 150 kp Schub.
Nochfolgemodelle waren: X-5 (Gesteuerte Fallbombe mit 2500 kg Gewicht / nur Versuchsstadium) X-6 ( Weiterentwicklung der X-5) X-7 ( Jägerrakete / 2,5 kg schwerer Hohlladung gegen Panzer / Projektname "Rotkäppchen" / Drahntsteuerung / 300 Stück hergestellt / Rest von den Alliierten im Harz sichergestellt.)

 

Technische Daten

kreuzförmig angeordnete Pfeilflügel
mit einer Länge von je 320mm
Sprengladung: 20kg
Zündung: Aufschlagzünder oder akustischer Zünder
Stabilisierung: durch die Drehung um die eigenen Achse mit 60 1/min, gesteuert durch das vierfach Leitwerk
Antrieb: BMW 109-548-Flüssigkeitsraketentriebwerk mit 140 kp Schub für 22s
Treibstoff: SV, Visol
Durchmesser: 0,22m
Länge: 2,1m
Breite: 0,86m
Gewicht: 60 kg
Geschwindigkeit: 900km/h

 

Flugkörper II

 

Wgr 21 „Werfer-Granate 21“

Diese erstmals 1937 erprobte drallstabilisierte hatte den Projektennamen "RZ = Rauchzylinder" und ist als Luftkampfraketen in die Geschichte eingegangen. Die Wgr 21 war als Flugkörper Waffe ein Provisorium, wenn auch ein relativ erfolgreiches. Diese Waffe ging auf den von Dipl.-Ing. Nebel entwickelten 21-cm-Werfer-42 zurück, welcher Feldraketen mit einer Reichweite von 7800m verschoss. Die Akzent der Forschung aus dem Heer sprang auf die Lufwaffe über, denn schon 1943 zeigte es sich, dass auch mit schweren Bordkanonen die 4-motorigen Bomber der Alliierten nur schwer abzuschießen waren. Auf eigene Initiative einiger Jagdfliegeroffiziere wurde daher eine Verwendung dieses 21-cm-Werfers für Jagdflugzeuge erprobt. Einmotorige Maschinen wie die Me 109 oder Fw 190 konnten pro Tragfläche je eine Werfergranate aufnehmen, die Me 110 je 2.

Die Geschosse wurden bei einer Entfernung von ca. 1200 Meter zum Feind verschossen und es zeigten sich erste Erfolge. Dennoch hatte diese Waffe entscheidende Nachteile: Zum einen erhöhte sich der Luftwiderstand des Flugzeugs durch die Aufhängung erhablich, zum anderen waren Geschosse pro Tagjäger nur sehr wenig.
Vorläufer: Bordrakete RZ 65 ( Verwendung gegen Erdziele / "Trommelgerät (TG)") Bordrakete RZ 73( Weiterentwicklung / erste erfolgreiche Erprobungen) Bordrakete RZ 100 (extrem großer Gefechtskopf / drallstabilisierte Forschung auf dem Höhepunkt / leitwerkstabilisierte Bordraketen.

 

Technische Daten

Treibstoff: Diglykol
Durchmesser: 210mm
Gewicht: 111 kg
Geschwindigkeit: 1200km/h
Sprengladung:

40,8kg Pulverladung

 

R 4/M "Orkan"

Das Reichsluftfahrtministerium hatte 1944 eine platzsparende Rakete mit Leitwerk zur Bomberbekämpfung gefordert. Die R4/M war mit einem Annäherungszünder versehen und sie wurde aus einer Entfernung von 1500-1800m abgefeuert. Sie hatte ein Kaliber von 5,5 cm und erreichte eine Geschwindigkeit von 900 km/h. Diese Waffe stellt wohl die ausgereifteste und erfolgreichste Luft-Luft-Rakete des 2. Weltkriegs dar, auch wenn sie zu spät für den Einsatz bei der Truppe bereit war, um noch entscheidenden Einfluss zu nehmen. Dabei wurde Sie von Fritz Heber in Zusammenarbeit mit den Deutschen Waffen und- Munitions-Werken entwickelt.
Nach erfolgreichen Versuchen wurden sogleich 20000 Stück in Auftrag gegeben, wovon allerdings nur noch 12000 Stück an die Truppe ausgeliefert wurden. Zusätzlich zu ihrem grundsätzlich einfachen Aufbau erhielt die R 4/M (R = Rakete, 4 = Gewicht 4 kg, M = Minenkopf) faltbare Stabilisierungsflossen und konnte so schon in einer Entfernung von 1500 bis 1800m abgeschossen werden. Die Zündung der 0,5kg Hexogen-Sprengladung erfolgte durch einen Annäherungszünder.
Die Erprobung führte der von Galland befehligte JV 44 durch. Bis März '45 wurden ca. 60 Me 262 mit 24 R 4/M pro Tragfläche ausgerüstet und es zeigten sich ausgezeichnete Erfolge gegen schwere Tagbomber. Allein bei einem Einsatz konnten mit der "Orkan" 25 B-17-Bomber abgeschossen werden. Ingesamt wurden in den wenigen Monaten bis Kriegsende ca 500 Abschüsse mit der R 4/M erzielt.

 

Nachfolger:

"Föhn"(größer / ursprünglich als Flak geplant / Sprengkopf mit Hohlladung / gegen Flugzeuge und schwere Panzerfahrzeuge)

"Bienenwabe" ( 28 Rohre als Abschussvorrichtung in der Flugzeugnase installiert / Projekt nie umgesetzt)

 

Technische Daten

Treibstoff: Diglykol
Durchmesser: 55mm
Gewicht: 4 kg
Geschwindigkeit: 900km/h
Sprengladung: 0,5 kg

 

Abwurfwaffen

Abwurfwaffen

 

Brandbomben „B“

Brandbomben wurden meist in großer Menge abgeworfen und waren fester Bestandteil der Luftwaffendoktrin. Das Ziel war nicht die Treffergenauigkeit, sondern die Sekundärwirkung, welche aus vielen kleinen Einzelbränden bzw. ein resultierender Großbrand bestand. Die Städtelandschaften und Industriegebiete waren das vorangige Ziele, dabei waren die Schäden an den oberirdischen Gebäude meist verheerend für die Infrastrukur und bewegte die Kriegsgegner auf unterirdische Anlagen umzuschwenken - die Deutschen im weit größeren Maße als die Engländer.

Besonders verheerend ist der Aufschlag einer Elektronbrandbombe, welche einen Brandsatz zündet und mit einer Temperatur von 650°C eine Kettenreaktion in der Bombe auslöste. Zuerst wurde der Kern entzündet, dass der Mantel der Bombe, welcher zu 90% aus Magnesium und zu 10% aus Elektron-Aluminium bestand. Daraus entstand des Grundmodell der Brandbombe, welche auch noch heute in den riesigen Lagern der ehemaligen Supermächte auf ihren Einsatz warten. Die in der Regel schwer löschbare Brandmittel innerhalb der Bombe bzw. welche mit ihr verbaut waren, machten einen Abwurf erst effektiv und ließen die Wirkung über eine große Fläche entfalten. Die späteren Modelle waren mehr auf die Zerstörung abgerichtet, welche Sie durch zerplatzen beim Aufschlag noch weiter maximierten. Solche Brandbomben, die kombiniert mit Sprengmitteln zum Einsatz kamen, erhielten das zusätzliche Kürzel C.

 

Sprengbomben

Sprengbomben waren für spezielle Aufgabe entwickelt worden. Sie sollten verschiedenen Einsatzzwecken dienen und dabei die unterschiedlichsten Ziele zerstören.

 

Großladungsbomben „SB“

Diese Bomben mussten sehr dünnwandig sein, da sie zu drei Vierteln aus Sprengstoff bestanden. Im Allgemeinen wurden sie mit einem Aufschlagzünder versehen und gegen Gebäude eingesetzt. Beim Angriff auf Schiffe konnte die Zündung auch verzögert erfolgen.

 

Minenbomben „SC“

Diese Bomben waren weniger dünnhäutig, da sie nur zu ca 50% aus Sprengstoff bestanden. Der Einsatz erfolgte hauptsächlich gegen Gebäude, da die Sprengwirkung gegenüber der Splitterwirkung überwog.

 

Splitterbomben „SD“

Um genügend Splitter freizusetzten, war dieser Typ dickwandiger und enthielt dafür nur 30% Sprengstoff. Der Einsatz erfolgte gegen „weiche“ Ziele, also Soldaten, un- bzw. leichtgepanzerte Fahrzeuge oder am Boden befindliche Flugzeuge.

 

Panzerbomben „PC“

Diese Bomben bestanden aus dickem, hochfesten Stahl und enthielten nur ca 20% Sprengstoff. Durch ihre hohe Steifigkeit konnten sie gegen gepanzerte Ziele wie zB Schiffe eingesetzt werden.

 

Panzerdurchschlagsbomben „PD“

Diese Bomben konnten gegen noch stärkere Panzerungen eingesetzt werden, da sie nochmals dickwandiger als PC-Bomben waren. Der Sprengstoffanteil lag unter einem Zehntel, was allerdings durch die Verwendung von Hochleistungsexplosivmitteln ausgeglichen wurde.

 

Die koordinierten Bombenangriffe der Luftwaffe auf die britischen Inseln, waren geprägt von schwere Sprengbomben zu Anfang und später abgeworfenen Luftminen. Letztere hatten die Aufgabe, durch ihre Druckwelle die Dächer der Häuser abdecken und Fenster zerstören, sodass sich das Feuer weiter ausbreiten konnte. Diese Einsatzmöglichkeiten wurden dann von den Briten aufgenommen und perfektioniert. Die resultierenden Großbrände ließen Feuerstürme zu (hoher Sauerstoffbedarfs des Feuers saugt die gesamte Luft aus umliegenden Straßen und Kellern), wodurch viele Menschen durch Austrocknung und Ersticken starben. Dieser Einsatz von Bomben ist heute als Verbrechen ad acta gelegt, denn gerade die Nachkriegsentwicklungen, welche die Phosphorkanister als Brandbeschleuniger des Zweiten Weltkriegs wieder aufgriffen bzw. daraus Phosphor und Napalmbomben entwickelten. Der heutige Bombenkrieg aus der Luft geführt, schließt sich einer Doktrin der chirurgischen Eingriffe an.

 

Lufttorpedos

Lufttorpedos

 

LT F5

Die Entwicklung eines deutschen Lufttorpedos begann Mitte der dreißiger Jahre auf Grundlage des norwegischen Horten LT. Dieser besaß mit einem Gewicht von 650 kg eine Reichweite von 4.000 Metern bei 30 Knoten. Die Serienfertigung des LT F5 erfolgt bei der Firma Schwarzkopf in Kiel. Die deutschen Torpedos waren jedoch bei Leistung und Zuverlässigkeit dem norwegischen Torpedounterlegen. Verbesserungen am Horten LT durch die Torpedoversuchsanstalt (TVA) führten zur Entwicklung des LT F5a. Darauf folgte der LT F5b der nur eine Reichweite von 2.500 Metern besaß aber eine Geschwindigkeit von 36 Knoten erreichte. Die Abwurfhöhe sollte 40 Meter bei einer Geschwindigkeit von 200 bis 250 km/h und einer Mindestwassertiefe von 15 Metern betragen. Die Erprobung erfolgte mit einer Heinkel He 111. Bei Kriegsbeginn standen allerdings keine Frontreifen Torpedos zur Verfügung, sodass auf die Vorhanden Erprobungsbestände zurückgegriffen werden mußte. Nach anfänglichen Erfolgen mit
diesen Mustern wurde eine schnellstmögliche Serienfertigung gefordert.

 

LT F5w

Um den Luftwaffen Bedarf schnell abzudecken wurden 5.000 LT F5w in Italien bestellt. Die geringen Liefermengen und Probleme mit den Zündern verhinderten jedoch einen Nennenswerten Einsatz. Daraufhin wurde die Produktion des LT F5b wieder aufgenommen, jedoch hatte die U-Boot Torpedo Produktion Vorrang, sodass der Luftwaffen Bedarf nicht gedeckt werden konnte. Der LT F5w besaß eine Magnetpistole Pi Sic, entwickelt von Professor Carlosi, bei der Luftwaffe unter der Bezeichnung Pi 50 geführt.

 

LT 350

Der Einsatz der italienischen Fallschirm-Motorbombe LT 350 gegen die alliierte Landungsflotte vor Sizilien führte zu keinem Erfolg, sodass von weiteren Einsätzen abgesehen wurde. Nach dem Abwurf lief der Torpedo in unregelmäßigen Schleifen, anfangs mit einer Geschwindigkeit von 13,5 sm/h die bis zum Ende der Laufzeit auf 7 sm/h abfiel, dabei eine Laufstrecke von 15.000 Metern erreichte.

Der LT 350 besaß drei Zünder, eine See-, Land- und Zerstörpistole. Die Seepistole ist ein Kontaktzünder der sich erst nach dem auftreffen auf dem Wasser aktiviert. Die Landpistole ist ein Aufschlagzünder der beim Auftreffen auf Land oder einem Schiff sofort zündet, jedoch nicht beim auftreffen auf der Wasseroberfläche.
Die Zerstörpistole löst eine Selbstzerstörung nach etwa 70 Minuten aus, indem sich nach Kontakt mit Wasser ein Salzstück auflöst das den Schlagbolzen der Pistole sichert.

 

LT 850

Im Herbst 1942 kamen 70 japanischen Lufttorpedos vom Typ 91 im Rahmen eines Technologie Austausches zur Luftwaffe, wurden aber nicht Operativ eingesetzt.

 

LT 950

1940 begann die Entwicklung eigener Gleittorpedos (GT-1+2), einem LT F5 mit angebauten Tragflächen, aus dem später der LT 950 entwickelt wurde. In Serie wurde der LT 950 D produziert und unter der Bezeichnung L10 „Friedensengel“ eingesetzt.

 

Ingolin Torpedos

Obwohl Hellmuth Walter bereits 1938 mit der Entwicklung des Walter-Antriebs begann, erreichte er im Einsatz als Torpedo Antrieb bis Kriegsende keine Serienreife.

 

LT F 5u

Lufttorpedo der Ingolin in Zweistoffverfahren als Treibstoff verwendet. Der vier Kolbenmotor des F5 erreichte damit eine Leistung von 160 PS. Eine Version mit Raketen Antrieb erhielt die Bezeichnung F 5ur. Die Entwicklung wurde bis Kriegsende nicht abgeschlossen.

 

LT 1000

Ingolin Torpedo mit 500 PS Walter-Turbine. Bei 40 kn erreichte dieser Torpedo eine Laufstrecke von 5000 Metern.

 

LT 1200 / 1500

Ingolin Torpedo mit Strahlantrieb mit dem eine Geschwindigkeit von 45 kn erreicht wurde. Die Versionen unterschieden sich Hauptsächlich in der Laufstrecke von 1500 bzw. 2000 Metern.

 

 

Bezeichnung

 

Gewicht

(kg)

 

Durchmesser

(mm)

 

Länge

(mm)

 

Sprengstoff

(kg)

 

Geschwindigkeit

(kn)

 

Reichweite

(m)

LT 350   350   500   2600   120   16,5 - 7   15000
LT F 5   685   450   4960   200   30   2000
LT F 5b   750   450   5150   200   40   2000
LT F 5w   905   450   5460   200   24   6000
LT F 5u   752   450   5160   200   40   3000
LT 850  

784 bzw.
935

  450   5275 bzw.
5486
  150 bzw.
205
  40   2000
LT 950   970   450   5150   200        
LT 1000                   40   5000
LT 1200   1295   533   5567   300   45   1500
LT 1500   1502   533   6430   300   45   2000

 

Für den LT Einsatz vorgesehene/verwendete Flugzeugmuster:

  • Heinkel He 59 (keine Einsätze)
  • Heinkel He 111
  • Heinkel He 115
  • Heinkel He 177 (nur Erprobung)
  • Junkers Ju 87 (nur Erprobung)
  • Junkers Ju 88
  • Junkers Ju 188
  • Junkers Ju 388 (ein Versuchsmuster)
  • Dornier Do 217 (nur Erprobung)
  • Focke-Wulf Fw 190 (nur Versuchsmuster)
  • Arado Ar 234 (nicht mehr Umgesetzt)

 

 

DMP Empfehlung

Webseite

luftarchiv.de
luftwaffen-projekte.de

 

 

Bombentorpedo

Bombentorpedos (BT)

waren eine Abwurfwaffe ohne eigenen Antrieb. Sie sollten dicht vor dem
Ziel abgeworfen werden und durch ihre Restenergie unter Wasser das Ziel erreichen. Sie waren
einfacher Herzustellen als Torpedos. Es wurden Bombentorpedos in Verschiedenen Größen getestet,
jedoch keine Einsatzreife erreicht.