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Vorgeschichte

Operation Irene


 

 




 

Einleitung



Die Schlacht, die sich in Mogadischu, der Hauptstadt von Somalia, am 3. und 4. Oktober 1993 abspielte, war eine Auseinandersetzung zwischen US-Elitesoldaten, sowie Soldaten aus Malaysia und Pakistan, die in einer UNO-Mission für Frieden sorgen sollten. Das Gefecht wurde gegen somalische Milizionären geführt bzw. umgekehrt. Während der Aktion fanden 18 US-Soldaten den Tod und Sie führte in der weiterführend zu einer grundlegenden Änderung der US Politik unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton. Diese Schlacht ist in der westlichen Welt auch unter den Codenamen für den Beginn der Operation bekannt - Operation Irene. Die Operation bzw. die Kampfhandlungen, spielten sich einem Stadtteil in der Mitte von Mogadischus ab. Der damalige Operationsname war Gothic Serpent. Dieser Tag ging in die Geschichte der US Army Ranger ein und wird bis heute als Maalintii Rangers („Tag der Rangers“) in den Analen des Regimentes geehrt.
 

 

 

Vorgeschichte

Anfang April 1992 begann die UNO mit ihrer Mission UNOSOM I, diese hatte die Aufgabe die Nahrungsversorgung der Bevölkerung in Somalia sicherzustellen und den Bürgerkrieg in Somalia zu beenden. Es sollte wieder Ruhe ins Land gebracht werden. Einige Zeit später wurden ca. 500 pakistanische UNO-Soldaten in Mogadischu stationiert.
Während in Sachen Lebensmittelversorgung erste Erfolge sichtbar wurden, und zwar trotz wiederholter Überfälle und Diebstähle von Hilfsgütern und Lebensmitteln, gelang es nicht durch die UNOSOM einen Waffenstillstand zustande zu bringen. Ab Anfang August 1992 beteiligte sich das US-Militär an der Friedensmission. Daraufhin brachten US Militärflugzeuge Hilfsgüter in das Land und in die Flüchtlingslager in Nord-Kenia. Es wurde ein kleines Team mit der Vorbereitung einer Militäroperation betraut, die die Verteilung der Hilfsgüter zu Aufgabe hatte und ein Ende des Bürgerkriegs herbeiführen sollte. Durch die neuen Aufgaben der UNO und der USA wurden im August die UNO-Truppe im Land um 3500 Mann aufgestockt.

 


 
Schlacht von Mogadischu
Datum 3. Oktober – 4. Oktober 1993
Ort Mogadischu, Somalia
Ausgang unerwartet hohe Verluste der US-Truppen
Folgen Abzug der US-Truppen aus Somalia
Konfliktparteien
somalische Milizionäre 75th Ranger Regiment,
1st Special Forces Operational Detachment-Delta (Airborne)
auch nur kurz Delta Force,
24th Special Tactics Squadron (Air Force)
160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne)
auch nur kurz 160th S.O.A.R Night Stalkers
10th Mountain Division
UNO-Truppen aus Malaysia und
den Streitkräften Pakistans
Befehlshaber
Mohammed Farah Aidid
William Garrison
Truppenstärke
ca. 2000
160 US-Soldaten
Verluste
Faktenlage unklar,
schätzungsweise 1000
Gefallene
19 Gefallene während des Einsatzes
(18 US-Soldaten
1 UN-Soldat aus Malaysia)
93 Verwundete




 

Eine Ranger Besatzung eines Black Hawk


Die Operationen

Operation Restore Hope



Trotzdem verbesserte sich die Sicherheitslage in Mogadischu nicht. Die Nahrungslieferungen wurden immer wieder Opfer von Plünderungen. Im November beschossen bewaffnete somalische Milizkämpfer ein Schiff, das mit Hilfsgütern beladen war. Das Schiff musste daraufhin abdrehen und zwar bevor es den Hafen erreichen konnte und somit konnte es auch seine Fracht nicht löschen. Dadurch nahm die Hungersnot immer katastrophalere Züge an. Weil immer mehr Medien im Krisengebiet präsent wurden und der darauf folgenden drastischen Bilder aus Somalia in den Nachrichten, verabschiedete der UNO-Sicherheitsrat im Dezember 1992, eine Resolution über die Aufstellung einer Kampfgruppe der Unified Task Force (UNITAF) unter US-Führung. Dieser Verband sollte in Südsomalia die öffentliche Ordnung wiederherstellen, und die Hilfsgütern Verteilung sichern. Dieser Militäreinsatz erhielt die Bezeichnung Operation Restore Hope das übersetzt heißt (Operation Wiederherstellung der Hoffnung).

Zur Erfüllung dieses Einsatzes wurde die Tripoli Amphibious Task Unit bestimmt, welche als Speerspitze des Einsatzes dienen sollte. Dieser Verband bat sich gut an, da deren Soldaten sich gerade auf dem Weg zu einem Manöver am Persischen Golf befanden. Am Morgen des 9. Dezember 1992, landete eine schnelle Eingreiftruppe, bestehend aus 44 US Marines und US Navy SEALs an der Küste nahe dem Hafen, sowie dem Flughafen von Mogadischu. Bis März 1993 gelang es den Soldaten und verschiedenen Diplomaten weitgehend ohne den Einsatz von Gewalt, die Kämpfe in Somalia einzudämmen und ein funktionierendes System zur Nahrungsmittelverteilung einzurichten. Gleichzeitig begannen die Truppen mit dem Aufbau einer Versorgungsbasis in Mogadischu, und wiesen die übrigen Teile des internationalen Blauhelmkontingents in ihre Aufgaben ein. Im März 1993 sah die US- Regierung die Mission als beendet an. Aber durch Drängen der UNO wurde jedoch die Operation verlängert.

 

Operation Continue Hope



Die Mission UNOSOM II wurde vom UNO-Sicherheitsrat im März 1993 beschlossen. Die als Operation Continue Hope bezeichnete Aktion sollte die erfolgreichen Aufgaben von UNOSOM I fortsetzen. Die neuen Aufgaben der UNOSOM II Mission hatten den Schwerpunkt der weiteren Unterstützung, humanitären Hilfe, wie auch die politische Struktur in Somalia wieder aufzubauen und das gesamte Land stabiler machen, einschließlich des Nordens Somalias (Somaliland), das sich im Mai 1992 für unabhängig erklärt hatte. Neben den 3000 Soldaten, die eigentlich für die UNO-Mission gestellt worden waren, bildete die USA eigenständig eine schnelle Eingreiftruppe, die als Quick Reaction Force, kurz (QRF) bezeichnet wurde. Sie umfasste 800 Mann und setzte sich aus einem leichten Infanterie-Bataillon und zwei Helikopter-Bataillonen der 10th Mountain Division (10. US-Gebirgsjägerdivision) zusammen. Schon kurz nach dem Start der UNOSOM II Mission zeigten sich erste Probleme:

Das erste Problem war, dass die Truppenstärke zu gering war. Der Grund für eine zusätzliche Aufstockung der Truppen war die Ordnung im gesamten Land auf Dauer aufrecht zu erhalten.
Das zweite Problem war, dass die Koordination zwischen den verschiedenen beteiligten Nationalitäten schlecht funktionierte. Auch bei den Versuchen der UNO, Frieden zwischen den Bürgerkriegsparteien zu verhandeln, war von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Im Mai 1993 trafen sich zum ersten Mal des wichtigsten Clanführers Mohammed Farah Aidid, UNO-Vertreter und Anführer von Bürgerkriegs-Truppen zwecks Vermittlung zur Verhandlungen. Es wurde vor allem über einen Waffenstillstand zwischen allen verfeindeten Clans geredet. Als am Ende der Verhandlungen keine Einigung erzielt werden konnte, trafen sich am 4. Juni 1993 rund 200 Vertreter von Clans, um einen eigenen Waffenstillstand zu schließen. Nach den neuen Verhandlungen zwischen den Clan Vertretern, kündigten die meisten Clan Vertreter die Zusammenarbeit mit der UNO, die daraufhin den vorläufigen Waffenstillstand für ungültig erklärten. Bereits am nächsten Tag kontrollierten pakistanische Blauhelm Soldaten ein Gebäude, das von Aidids Milzkämpfern als Waffenlager und Radiosender genutzt wurde. Daraufhin eröffneten Aidids Truppen den Kampf, bei dem alle 24 eingesetzten Pakistanern ums Leben kamen. Nach einer UNO-Resolution, die das Vorgehen der Milizkämpfer Aidids verurteilte und die Festnahme der Schuldigen verlangte, führte die UNO Führung, Mitte Juni 1993, einen Luftschlag gegen Aidids Hauptquartier durch. Die Auseinandersetzungen und Anspannungen zwischen US-Truppen und Somaliern verschärften sich nachdem ein US Kampfhubschrauber in der Annahme, das Aidid sich unter dem Zielen befand, am 12. Juli 1993 eine Luftschlag auf einen vermeintliche Versammlung von Aidid-Anhängern führte. Bei diesem Angriff wurden vermutlich 50 Menschen getötet.
Eine Untersuchung ging später davon aus, dass es sich bei der Versammlung um eine Friedensverhandlung von Clan-Ältesten gehandelt hatte. Eine Bestätigung gab es nicht, auch weil Journalisten, die vor Ort waren, von somalische Milzkämpfer getötet wurden.

 

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Operation Irene

Das Desaster von Mogadischu



Bei der Fahndung nach Aidid ruhte die Hauptlast zunächst auf einer schnellen Eingreiftruppe der damals stationierten 10th Mountain Division, welche zunächst unter dem Kommando von General Thomas Montgomery standen. Dieser forderte vom US-Verteidigungsministerium gepanzerte Fahrzeuge zur Unterstützung an, die jedoch vom Ministerium verweigert wurde. Dafür schickte die Regierung Ende August eine Einsatzgruppe - die sogenannte Task Force (TF). Ein Solche bestand in diesem Falle aus Mitgliedern der Delta Force, US Army Rangers und der 160th S.O.A.R. Kommandant war General William Garrison, ein erfahrender Kommandeur des amerikanischen Militärs.
Die Gruppe wurde dann nach ihrer Ankunft als Task Force Ranger (TFR) bezeichnet, deren Aufgabe darin bestand, als schnelle Eingreiftruppe bei der Jagd nach Aidid, die 10th Mountain Division zu entlasten. Auch die CIA beteiligte sich mit Agenten an der Suche nach Aidid, wobei sich diese bereits im Land befanden und zur Special Activities Division gehörten. Zwar war die Aufgabe der Einheit Informationen über den Aufenthalt Aidids zu beschaffen, aber es konnten während des gesamten Einsatzes keine brauchbaren Ergebnisse liefern. Dennoch stürmte die Task Force Ranger mehrfach vermeintliche Aufenthaltsorte Aidids und seiner Angehörigen.
Parallel dazu verhandelte das UNO-Kommando mit Aidid, um einen Waffenstillstand nach UNO-Bedingungen zu erreichen. Im gleichen Zeitraum nahmen aber Angriffe auf UNO-Soldaten sowie den Angehörigen der Task Force Ranger zu.
Dies stellte eine Reaktion Aidids auf die Angriffe durch die TFR dar, die zwar ihn nicht persönlich trafen, aber einige seiner sehr wichtigen Verhaftung. Dadurch geriet das UNO-Kontingents ins schwanken da einige Staaten ihre Soldaten zurück zogen oder sich weigerten, an der Jagd nach Aidid die USA zu unterstützen. Durch diese Fakten kam es am 3. Oktober 1993 zu einem katastrophal gescheiterten Überfall der Amerikaner auf einen Stützpunkt Aidids.

 

 

Dieses Bild zeigt das eingesetzte Abseilverfahren in der Operation Irene das sogenannte Fast-Roping

 

Planung von der Operation Irene

 

Es war geplant, dass Soldaten der 1st Special Forces Operational Detachment-Delta kurz Delta Force, am frühen Nachmittag bei einem wichtigen Treffen von Aidids Beratern eingreifen, diese oder sogar in selbst festnehmen und dann wieder verschwinden sollten. Die Gesuchten befanden sich angeblich um 15 Uhr in einem Gebäude nahe dem Hotel Olympic im Bakara-Bezirk in Mogadischu, dort sollten Sie sich nach Informanten Auskunft treffen um Gespräche zu führen.

Dieses Gebäude sollte dann von Männer der Delta Force, die von MH-6 Little Bird-Helikoptern direkt am und auf dem Gebäudedach abgesetzt werden sollten, um 15:45 Uhr gestürmt. Um 15:46 Uhr sollten sich dann Rangers aus MH-60 Black Hawks abseilen und die vier Eckpunkte des Gebäudes sichern. Dieses Vorgehen hatte den Zweck, feindliche Milizen beim Eindringen oder auch eine mögliche Flucht, der im Gebäude befindlichen Personen zu verhindern. Nach dem ersten Abschnitt der Mission sollte ein aus Humvees und 5-Ton-Trucks bestehender Konvoi alle Soldaten (der Rangers und Delta Force) sowie die Gefangenen aufnehmen und sicher zu US-Basis wieder bringen. Für den gesamten Einsatz wurde eine Operationsdauer von maximal einer Stunde veranschlagt, weswegen auch die Soldaten auf Nachtsichtgeräte und Wasser verzichteten.

 


 
 
Gefallene US Soldaten
Name
Tätigkeit
Medaille
 

1st Special Forces Operational Detachment-Delta

MSG Gary Gordon Getötet, bei der verteidigung der Besatzung von SuperSix-Four (Michael Durant) Medal of Honor, Purple Heart
SFC Randy Shughart Getötet, bei der verteidigung der Besatzung von SuperSix-Four (Michael Durant) Medal of Honor, Purple Heart
SSG Daniel Busch schwer Verwundet bei der Verteidigung nach dem Absturz von SuperSix-One Silver Star, Purple Heart
SFC Graf Fillmore Getötet nach dem ersten Absturz Silver Star, Purple Heart
SFC Matt Rierson Getötet bei Mörserbeschuss Silver Star, Purple Heart
MSG Tim "Griz" Martin An seinen schweren Verletzungen erlegen Silver Star, Purple Heart.
 

3rd Ranger Battalion, 75th Ranger Regiment

CPL Jamie Smith An seinen schweren Verletzungen erlegen Bronze Star with Valor Device and Oak leaf cluster,
Purple Heart
SPC James Cavaco Getötet, beim rückmarsch des Konvois Bronze Star with Valor Device Purple Heart
SGT Casey Joyce Getötet, beim rückmarsch des Konvois Bronze Star with Valor Device Purple Heart
PFC Richard "Alphabet" Kowalewski Getötet, beim rückmarsch des Konvois Bronze Star with Valor Device Purple Heart
SGT Dominick Pilla Getötet, beim rückmarsch des Konvois Bronze Star with Valor Device Purple Heart
SGT Lorenzo Ruiz Getötet, beim rückmarsch des Konvois Bronze Star with Valor Device Purple Heart
 
160th Special Operations Aviation Regiment (160th S.O.A.R)
SSG William Cleveland Crew Chef von Super Six-Four Getötet Silver Star,
Bronze Star,
Air Medal with Valor Device Purple Heart
SSG Thomas Field Crew Chef von Super Six-Four Getötet Silver Star,
Bronze Star,
Air Medal with Valor Device Purple Heart
CW4 Raymond Frank Co-Pilot von Super Six-Four Getötet Silver Star,
Bronze Star,
Air Medal with Valor Device Purple Heart
CW3 Clifton "Elvis" Wolcott Pilot von Super Six-One Gestorben beim Absturz Distinguished Flying Cross,
Bronze Star,
Air Medal with Valor Device Purple Heart
CW2 Donovan "Bull" Briley Co-Pilot von Super Six-One Gestorben beim Absturz Distinguished Flying Cross,
Bronze Star,
Air Medal with Valor Device Purple Heart
 
2nd Battalion 14th Infantry Regiment, 2nd Brigade
10th Mountain Division
SGT Cornell Houston Getötet auf dem Rettungs Konvoi Bronze Star with Valor Device,
de Fleury Medal Purple Heart
PFC James Martin Jr. Getötet auf dem Rettungs Konvoi Purple Heart



 

 

Die beiden mit der Medal of HonorAusgezeichneten Delta Force Scharfschützen von links aus gesehen: Sergeant First Class Randall Shughart und Master Sergeant Gary Gordon

Verlauf

Verlauf der Operation Irene



Um etwa 15:40 Uhr begann die TFR mit dem Anflug auf das Zielgebäude. Bis dahin verlief die Operation wie nach Plan. Doch schon bald musste man feststellen, dass sich die Miliz dieses Mal deutlich schneller in Bewegung setzte als bei vorherigen Überfällen der Task Force. Kurz nach Beginn der Mission gab es schon die ersten Verwundeten auf der Seite der Rangers. Trotzdem gelang es der Task Force die Gefangenen zu verladen und einen Teil der TFR (Teile des 4. Zuges, „Chalk 4“) in den Fahrzeugkonvoi aufzunehmen. Auf dem Rückweg zu Basis nahm der Widerstand der Miliz ungeahnte Ausmaße an. Zwei Fahrzeuge des Konvois wurden von RPGs zerstört - RPG ist eine militärische Abkürzung für raketengetriebenen Granaten .

Kurze Zeit darauf wurde auch schon ein MH-60 „Black Hawk“ (mit dem Rufnamen: Super Six-One), der sich über dem Kampfgebiet befand, von einer RPG getroffen. Dadurch stürzte der Hubschrauber mit sieben Mann Besatzung, knapp 300 Meter vom Zielgebäude entfernt, ab. Die Reaktion auf den Absturz war, dass sofort ein Helikopter mit einen Rettungsteam und die noch nicht eingesammelten Rangers dorthin geschickt wurden. Kurze Zeit später landete die Besatzung eines Hughes MH-6-'Little-Bird'-Kampfhubschraubers (mit dem Rufnamen: Star Four-One), bei der Absturzstelle, und barg zwei Leichtverletzte. Ein weiterer Black Hawk setzte ein Combat Search and Rescue Team (kurz CSAR- Team) aus der TFR ab, wurde aber nach dem Absetzen der beiden Sanitäter selbst beschossen und musste beschädigt zum Stützpunkt zurückkehren. Dadurch saß das Rettungsteam am Hubschrauberwrack fest und wurde gleich darauf hin von einer schnell größer werdenden Menge aus Milizionären und bewaffneten Zivilisten angegriffen. Unter den Angreifern befanden sich auch Frauen und Kinder. Während sich das Rettungsteam gegen die angreifende Miliz zu wehren versuchte, musste auch der Konvoi versuchen zur Absturzstelle durchzubrechen.
Durch Orientierungsprobleme und durch ungenaue Anweisungen aus der Luft, gelang es den Konvoi nicht die Straßensperren in den Straßen Mogadischus zu durchbrechen. Als auch die Sinnlosigkeit dieser Versuche deutlich wurden, entschied der kommandierende Offizier Colonel Daniel McKnight, mit dem Konvoi zur Basis zurückzukehren um sich neu zu formieren und seine Waffen mit Munition zu versorgen. Durch diese Versuche zu Absturzstelle zu gelangen, hatte der Konvoi mittlerweile so viele Verletzte und Tote, dass der Aufenthalt an der Absturzstelle nach eigener Einschätzung McKnights mehr geschadet als genutzt hätte.

Fast zum gleichen Zeitpunkt, etwa so gegen 17 Uhr, wurde der zweite Black Hawk (Rufname: Super Six-Four) abgeschossen. Dieser stürzte etwa einen Kilometer vom ursprünglichen Einsatzort der Task Force entfernt ab. Gegenwärtig stellte Garrison unterdessen einen vorläufigen Trupp aus Stabspersonal und leichten Infanteristen zusammen, die mit nur leicht gepanzerten Fahrzeugen in die Stadt geschickt wurde. Dieser Versuch zu den Absturzstellen zu gelangen scheiterte, denn sämtliche Straßen in und um die Stadt waren mit Sperren verriegelt. Die Soldaten gelang es somit nicht, zu den Absturzstellen zu gelangen. Bei diesem Versuch gerieten die Soldaten ständig unter massiven Beschuss der Milz bzw. Zivilisten und fanden keinen Weg um die Blockaden herum.
Gleich kurz nach dem Absturz von Super Six- Four, wurde ein neuer Luftrettungsversuch über der Absturzstelle gestartet. Dieser Selbstmordeinsatz wurde von zwei Mitgliedern der Delta Force durchgeführt, die sich freiwillig für diesen Einsatz gemeldet. Dem Black Hawk, der die beiden Soldaten transportierte, gelang es die Beiden ziemlich genau abzusetzen. Doch auch er wurde angegriffen und in der Luft von einer raketengetriebenen Granate getroffen. Doch bei diesem dritten Black Hawk gelang es dem Piloten mit viel Mühe in der Nähe des Flughafens eine Bruchlandung zu machen bzw. sich so zu retten. Die beiden abgesetzten Soldaten, es handelte sich um den Master Sergeant Gary Gordon und den Sergeant First Class Randall Shughart, versuchten das Wrack zu verteidigen. Leider gelang ihnen es nicht und sie wurden wie fast die gesamte Besatzung von Super Six-Four, von einer Übermacht Somalier überrannt und getötet.
Nach dem Einsatz erhielten beide Scharfschützen posthum die Medal of Honor, bei dieser Auszeichnung handelt es sich um die höchste Tapferkeitsauszeichnung der US Streitkräfte. Schockierend war dabei, dass die Leichen der beiden Soldaten durch die Straßen von Mogadischu geschleift wurden. Diese schrecklichen Bilder gingen um die Welt. Von den Piloten dieses Einsatzes überlebte nur Michael J. Durant. Er wurde von der Milz aufgegriffen und war ganze elf Tage in somalischer Gefangenschaft, bevor er wieder freigelassen wurde.

Als es schon dunkel wurde, befanden sich noch 99 Task Force Ranger in Mogadischu. Sie verschanzten sich nahe der ersten Helikopter-Absturzstelle von Super Six One. Dort verteidigten Sie sich gegen die Angriffe der somalischen Milz. Erst als schon viele seiner Soldaten gefallen und schwer verwundet waren, wandte sich General Garrison an die Kommandeure der pakistanischen und malaysischen Blauhelm-Truppen und bat diese um Hilfe. Doch nach der Zusage von Hilfe, gelang es erst um 23:30 Uhr einen Konvoi aus vier pakistanischen Panzern, 24 malaysischen gepanzerten Mannschaftstransportern, zwei leichten US-Infanterie-Kompanien der 10. US-Gebirgsdivision und rund 50 TFR-Mitgliedern aufzustellen und in Bewegung zu setzen. Nach zweieinhalb Stunden gelang es den Verband, unter heftigen Kämpfen und unter ständigen Beschuss der Milz, die erste Absturzstelle zu erreichen. Dies dauerte deshalb so lange, weil der Konvoi durch die Dunkelheit und der Milz aufgehalten wurde. Dazu kam noch, dass der genaue Standort der Rangers unbekannt war. Aus diesem Grund entschied sich der Rettungskonvoi dafür, sich in zwei Teile zu spalten, die sich jeweils zu einer der beiden Helikopter-Absturzstellen durchkämpften sollte - was im Endeffekt auch gelang. Später schloss sich der Verband bei der Absturzstelle von Super Six-One wieder zusammen. Die verschanzten Rangers bildeten nun einen Verband, doch war dies bei dem anderen Konvoi nicht vom selben Erfolg beschienen. Bei der versuchten Rettungsaktion des zweiten Konvois nämlich, fanden die Soldaten bei dieser zweiten Absturzstelle (Super Six-Four) keine Überlebenden mehr.
Leider gelang es nicht, die beiden Teile des Panzerkontingents zu vereinigen, jedoch konnten sich alle Fahrzeuge und die Geretteten zum pakistanischen Stützpunkt zurückziehen.

Verbände/Gerät

Eingesetztes Fluggerät

 

 

MH-60 „Black Hawk“-Hubschrauber



 

Hughes MH-6-'Little-Bird'-Kampfhubschrauber

 

Eingesetzte Verbände:

 

Unterstellte Einheiten der Task Force Ranger:

- 1st Special Forces Operational Detachment-Delta (1st SFOD-D) — Kurz "Delta Force" C Squadron,
- 75th Ranger Regiment Bravo Company, 3rd Ranger Battalion,
- 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne) (The Night Stalkers) 1st Battalion,
mit MH-6J und AH-6 "Little Birds" und MH-60 A/L Black Hawks
- 24th USAF Special Tactics Squadron
- SEAL Team Six (Fünf Mann Navy SEAL Operators Team)
- Luftunterstützung durch den Flugzeugträger CVN-72 USS Abraham Lincoln

Unterstellte Einheiten der Task Force-10th Mountain Division:

- 14th Infantry Regiment, 2nd Battalion,
- 87th Infantry Regiment, 1st platoon, C Company, 1st Battalion,
- 15th FF Bataillon, von dem Grenzregiment, der Pakistanischen Armee
- 19 Soldtaten aus der Pakistanischen Armee

 

United Nations Forces:

- Royal Malay Regiment, 19th Battalion, aus der Malaysischen Armee
- 11th Regiment, Grup Gerak Khas
- Baloch Regiment, 10th Battalion von der Pakistanischen Armee

Die Folgen

Folgen der Operation Irene

 

Es starben in dem ca. zwölfstündigen Feuergefecht insgesamt 18 US Soldaten und ein malaysischer Blauhelmsoldat. Bis heute ist die genaue Zahl der getöteten Somalier nicht bekannt, aus gewissen Quellen ist von ca. 1000 Toten die Rede. Es wurden 84 US-Amerikaner, dies waren rund zwei Drittel der eingesetzten Truppe, sieben Malaysier und zwei pakistanische Blauhelmsoldaten verwundet. Zwei Tage später wurde ein weiterer US-Soldat durch einen Anschlag so schwer verwundet, dass er wenige Tage später an den Verletzungen erlag. Dieser letzte Tote ist ein Grund, dass viele Quellen von 19 gefallenen US Soldaten reden. Vor allem die Fernsehbilder der getöteter Delta Force Scharfschützen, die durch die Straßen von Mogadischus geschleift wurden, führte in den USA zu einem Wandel der öffentlichen Meinung über das Engagement der US Army in Somalia. Leider erst nach dem Ausgang dieser Schlacht, beschloss die US-Regierung, gepanzerte Truppentransporter sowie Panzer und AC-130H-Gunship-Flugzeuge nach Somalia zu verlegen. Eine weitere Reaktion auf den Ausgang der Aktion von Seiten der US-Regierung war, dass der damalige Präsident Bill Clinton am 6. Oktober beschloss, alle weiteren Militäroperationen gegen Aidid - außer zur Selbstverteidigung der Truppen in Somalia - einzustellen zu lassen. Außerdem kündigte er an, dass bis Ende März 1994 alle Soldaten der Task Forces Ranger aus dem Land abgezogen werden. Gleichzeitig zu den Entscheidungen der US-Regierung wurde der ehemalige Botschafter Robert B. Oakley als Sondergesandter nach Somalia geschickt. Er sollte auf politischem Weg ein Ende des Bürgerkrieges erreichen.
Am 15. Dezember 1993 trat der damalige Verteidigungsminister Les Aspin aus persönlichen Gründen zurück und gab alle seine Ämter ab. Man vermutet, dass die Ereignisse in Mogadischu ausschlaggebend gewesen sein könnten. Der Rücktritt wurde am 4. Februar 1994 ämtlich.

Am 25. März 1994 waren fast alle US-Soldaten aus Somalia abgezogen. Es blieben nur einige Soldaten auf Schiffen vor der Küste zurück, um falls nötig die ca. 1000 US-amerikanischen Zivilisten, die sich noch im Land befanden, im Notfall zu evakuieren. Die Operation UNOSOM II endete am 31. März 1995 ohne einen Erfolg erzielt zu haben, nachdem die verbleibenden UNO-Truppen vollkommen die Kontrolle über die Stadt Mogadischu verloren hatten. Zu diesem Termin wurden auch die letzten verbleibenden US-Truppen vollständig abgezogen.
Dieses Desaster von Mogadischu sollte ein bleibenden Eindruck auf die US-Politik habe, der dazu führte, dass sich die USA in den Folgenjahren nur an sehr wenige Blauhelm-Einsätze beteiligte. Als General Garrison am 2. Januar 1996 von Aidids Tod, infolge einer Schussverletzung, erfuhr, gab er darauf öffentlich seinen Rücktritt aus dem aktiven Dienst bekannt.

 

 

Diese Bild zeigt die Rettung der Besatzung von Super Six-One auf dem Bild sieht man außerdem Mitglieder der Delta Force

 

Dieses Bild stammt aus dem Film Black Hawk Down

Ursachenforschung

Ursachen Forschung nach der Operation Irene

 

Bei der späteren Ursachen-Forschung der Operation Irene und dessen Verlauf, haben US-Militärkreise eine Reihe von Punkten herausgearbeitet, die Schuld sein könnten am gescheiterten Einsatz der Task Force Ranger. Dem erste Punkt nach, existierten im Jahr 1993 noch keinerlei Richtlinien für das Vorgehen von US Einheiten in einer Operation bzw. Aktion, die sowohl das Ziel einer friedenserhaltende als auch einer militärischen Operation zusammen besaß. Außerdem war das Einsatzziel der Operation Irene nicht klar genug definiert, wodurch sich die Einsatzziele im Verlauf der Mission mehrfach wandelten. Als nächsten Grund wurde genannt, dass die US- Militärführung behauptete, General Garrison hätte sich zu einer persönlichen Jagd nach Aidid hinreißen lassen, obwohl keine verlässlichen Quellen vorlagen bzw. Aidids Aufenthaltsort nicht gesichert war. Ein weiterer Grund war neben der schlechten Informationsbeschaffung die Vorgehensweise. Der Militärapparat der Amerikaner war sehr vorausberechenbar und somit ein Hauptgrund für das Scheitern jedwedes Vorgehens. Die Grundlage dieser Behauptung, die US-Truppen hatten schon mehrere Überfälle dieser Art nach dem gleichen Muster durchgeführt. Bei diesen Angriffen bzw. Eingreifen war die einigste Variante, dass die Kampfzone über den Luftweg (Hubschrauber), über einen Konvoi und/oder im Zusammenspiel beider Varianten verlassen wurden. Durch diese vorhersehbaren Taktik war die Miliz in der Lage, sich auf das Gefecht mit den Amerikaner einzustellen und die überlegenen US-Truppen zu schlagen. Dieses Problem wurde dadurch noch verstärkt, dass sich der gesamte Einsatz im Herzen der von der Miliz kontrollierten Stadtmitte abspielte. Außerdem behinderte sich die Befehlskette gegenseitig bei der Planung des Einsatzes.

Die Planung und die Koordination zwischen den verschiedenen Verbänden funktionierte zu langsam. Ein Beispiel dafür war, dass der Beobachtungshubschrauber keine Informationen direkt vom Aufklärungsflugzeug anfordern konnte, sondern man musste erst den Stab um Erlaubnis fragen. Der Grund dafür war, dass der Stab dachte, nur so nicht die Geheimhaltung von Daten gewährleisten zu können. Durch diesen Umweg ist sehr wichtige Zeit verloren gegangen. Außerdem wurden viele operative Fehler begangen, so wie der Fakt, dass erst kurz vor der Operation die schwer bewaffneten Flugzeuge vom Typ AC-130H Gunship auf Anordnung von General Montgomery abgezogen wurden. Das sollte die Verhandlungen mit Aidid verbessern. Ähnlich wie die Entscheidung, dass der Verteidigungsminister Les Aspin die Anforderung von General Montgomery ablehnte, zusätzliche gepanzerte Fahrzeuge zum Einsatz zu bringen. Der nächste Punkt wäre, dass die Soldaten kaum über schwere Waffen verfügten. So waren beispielsweise Granatwerfer, die gegen die angreifenden Miliz hätten sinnvoll eingesetzt werden können, nicht vorhanden . Ein sehr schwerer Fehler war, dass die Militärführung zugelassen hat, die Rangers nur einen Teil ihrer Keramik-Panzerung mit sich führen, was zwar ihre Beweglichkeit im Häuserkampf erhöhte, aber eine Handvoll Soldaten das Leben gekostet hatte. Der letzte begangene Fehler war es, die Operation Irene ohne Unterstützung der übrigen UNO-Truppen durchzuführen, diese Verbände hätten zudem schwere Waffen besessen und verfügten auch über ausreichende Panzerfahrzeuge, die als Deckung eingesetzt werden konnten.

 

 

Diese Karte zeigt die offizielle Einsatz Einteilung der Operation Irene 1993