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DMP Logo Interview

Seit einiger Zeit sorgt ein Modder names Magic für viel Furore in der Panzer Corps Modding Welt. Seine individuellen Mods rund um den Rundenstrategie Klassiker, ergänzen das Gaming Outfit und vervollständigen das Setup. Nach seinen Mods kann man die Uhr stellen, denn Sie kommen regelmäßigen und treffen immer den Zeitgeist der Community bzw. die Belange der Gamer. Wir haben ihn gefragt, was ihm im Modden antreibt und ihn als Modder ausmacht.

Design Mod Project: Hallo Magic, du bist als Allrounder in Sachen Panzer Corps Mods bekannt. Die erste Frage ergibt sich damit bereits von selbst: Warum gerade das Spiel Panzer Corps?

Magic: Ich habe früher sehr gerne die „Panzer General“ Reihe gespielt, bin also neben der U-Boot Simulation „Silent Hunter 3“ ein Fan von rundenbasierten Strategiespielen, die den WWII zum Thema haben. Echtzeitstrategie liegt mir dagegen nicht so sehr. Und als „Panzer Corps“ als quasi Remake, man könnte auch sagen als Nachfolger der Panzer General Reihe, veröffentlicht wurde, war es klar, dass ich mir dieses Spiel zulegen werde. Daraus wurde dann eine „Liebe zu diesem Spiel“. Auch hat es einen großen Vorteil, der vom Hersteller so gewollt ist: Der Aufbau und die Dateistruktur ist sehr gut moddbar!

 

Design Mod Project:  Hinter vielen Mods steckt ein enormer Zeitaufwand, den viele Gamer gar nicht sehen. Der Mod wird heruntergeladen, installiert und gespielt. Meinst du die Modder werden für ihre Arbeit genügend gewürdigt?

Magic: Nun, in erster Linie moddet und probiert man erstmal für sich selbst.

Das bedeutet, an irgendeinem Spiel gefällt einem was nicht, man hat eine Idee, und/oder man möchte ein neues Feature unbedingt im Spiel haben. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Man wartet, ob das jemand für einen macht und umsetzt. Oder man probiert es selber!  Wenn das eigene Umgestalten des Spiels dann funktioniert hat, lässt man die Allgemeinheit daran teilhaben, bedeutet: Man veröffentlicht eine Modifikationen = einen MOD.  Dann hat man also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, nämlich die gewünschte Modifikation im eigenen Spiel, und hat vielleicht auch den einen- oder anderen User damit Freude bereitet.

So arbeiten i.d.R. die Modder. Daraus können sich dann ganze Modder-Gruppen entwickeln, die auch sog. Groß-MODS extra für die User entwickeln. 

Meine persönliche Meinung ist: Habe ich durch irgendeinen MOD von mir auch nur einen User glücklich gemacht und Freude bereitet, hat es sich schon gelohnt!

Und Würdigung erfährt man schon durch konstruktives Feedback der User in den entsprechenden Threads, aber auch durch ein sog. „Dekosystem“ des Forums, wo einem vielleicht der eine- oder andere Orden symbolisch für Leistungen verliehen wird!

 

Design Mod Project: Man muss eine Menge Zeit investieren um einen qualitativ hochwertigen Mod fertigzustellen. Ist Modding mehr als nur ein Hobby bei diesem Aufwand?

Magic: Zumindest bei mir ist und bleibt Modding ein Hobby. Wenn es in „Stress“ ausartet macht es für alle Beteiligten keinen Sinn. Nur wenn man während des Moddens auch Spaß hat, kommt am Ende ein gutes und qualitativ hochwertiges Produkt raus. Daher kann die Fertigstellung auch schon mal dauern, denn manchmal muss man sich auch eine „schöpferische Pause“ gönnen um dann wieder mit vollem Antrieb durchstarten zu können. Daher bitte ich an dieser Stelle stellvertretend für alle Modder auch die User um Geduld, wenn ein MOD nicht „über Nacht“ fertig gestellt werden kann. Denn wie schon gesagt, die Modder machen das alles „ehrenamtlich“ in ihrer Freizeit. Und die Familie darf dabei auf keinen Fall zu kurz kommen!

 

Design Mod Project: Hast du einen speziellen Mod oder Modder, der dich besonders inspiriert hat ?

Magic: Meine ersten MOD-Versuche, diese allerdings nur für mich privat und meistens ohne Veröffentlichung, habe ich an dem Spiel „Silent Hunter 3“ vorgenommen. Daher kommt meine eigentliche Begeisterung, ein Spiel zu modden. Einer der besten Modder für dieses Spiel ist „rowi58“, der „Vater“ des SH3 Groß-MODS „LivingSilentHunter3“. Dieser hat mich als erstes inspiriert und begeistert. Bzgl. Panzer Corps sind es dann die DMP-Groß MODS wie „Afrika Korps“ oder „Ostfront“ gewesen. Als Modder für Panzer Korps möchte ich an dieser Stelle auch noch den Kollegen „Soldberg“ erwähnen, der ja auch hier in diesem Forum aktiv ist.

 

Design Mod Project: Kommst du eigentlich noch zum „einfachen“ Spielen von Panzer Corps oder ist dein Blick immer auf mögliche Modding Potenziale gerichtet?

Magic: Ja, die Zeit zum „normalen“ Spielen nehme ich mir! Zum Beispiel habe ich DMP´s Afrika Korps komplett durchgespielt, und auch die offiziellen „DLC´s“ zum Hauptspiel. Denn auch hier gilt wieder der alte Spruch mit den zwei Fliegen und der einen Klappe: Gerade durch das „normale“ Spielen fallen mir Dinge auf und ein, die man besser und/oder anders machen könnte, oder die einfach als Feature fehlen. Als nächstes die Überlegung, ob man das modden könnte ... und so geht alles seinen Gang. Daher finde ich das „normale“ Spielen sogar wichtig, um neue Ideen für das modden zu bekommen. Denn gerade durch das „normale“ Spielen lernt man ein Spiel erst richtig kennen.

 

Design Mod Project: Viele beschwören die NextGen Konsolen wie XBoxOne oder Playstation 4 und ihre Spiele. Wird diese HD Generation der Videogames einmal Spiele wie Hearts of Iron, Panzer Corps oder andere typischen Modding Games  verschwinden lassen?

Magic: Ich denke eher nicht, denn jedes Genre hat seine Fangemeinde. In diesem Zusammenhang muss ich noch einmal auf Silent Hunter 3 zurückkommen. Das Spiel ist mittlerweile knapp 10 Jahre alt, und daran wird immer noch durch Modder gearbeitet und (Groß-) MODS released. Weil es immer noch eine große Fangemeinde hat, die sich auch in diversen maritimen Foren darüber austauscht. Dieses hätte man vor 7 - 8 Jahren auch nicht für möglich gehalten!

 

Design Mod Project: Viele Modder haben die Vision eines idealen bzw. perfekten PC Games. Wie sieht deine Vision aus?

Magic: Eine direkte „Vision“ habe ich da gar nicht. Als erstes muss mir das Grundspiel, so wie es der Hersteller veröffentlicht hat, gefallen. Dann muss man schauen, inwieweit es moddbar ist. Denn viele Sachen, die einem als Modder noch vorschweben, sind aufgrund von Limitierungen des Herstellers nicht möglich, weil man dazu den „Quellcode“, auch als „SDK“ (Software Development Kit) bezeichnet, kennen müsste. Und dieses rückt der Hersteller i.d.R. natürlich nicht raus. Oder man müsste sich die jeweilige .exe Datei des Spiels vornehmen, was aber zu lizenzrechtlichen Problemen führt.

 

Design Mod Project: Was sind deine Hilfsmittel beim Modden (Programme, Hardware oder dergleichen)?

Magic: Bis jetzt komme ich weitestgehend mit Windows Bordeigenen Programmen aus. Zwei Tools möchte ich aber unbedingt erwähnen, dass eine nennt sich „WinMerge“. Damit kann man in einem Splitscreen Textdateien vergleichen und somit sehen, wo die Unterschiede bei zwei Dokumenten liegen. Und zum packen benutze ich das ebenfalls als Freeware erhältliche „7-Zip“.

 

Design Mod Project: Kommt man mit anderen Moddern ins Gespräch, dann landet zwangsläufig irgendwann beim Nachwuchs. Die gängige Meinung dazu ist, dass sich nur die „ältere“ Generation (Jahrgang 1965-85) damit befasst und zu wenige junge Talente nachkommen. Was sagst du dazu?

Magic: Ich denke, dass sich immer jemand für Modding interessiert. Wie gesagt, vor ca. 8 Jahren konnte man sich auch nicht vorstellen, dass heute noch immer an Silent Hunter 3 gemoddet wird. Und das ist zum Teil auch schon eine neue Generation. Daher bin ich wirklich guter Dinge, dass immer jemand nachkommt und sich im Modding die ersten Sporen „verdient“, bei welchem Spiel auch immer.

Aber natürlich ist das auch immer vom Hersteller eines Spiels abhängig. Ist er Modding gegenüber aufgeschlossen, wird er das Spiel – wie Panzer Corps - moddingfreundlich gestalten. Ist der Hersteller jedoch zum großen Teil dagegen, dass sein Spiel von der Community gemoddet wird, so wird er im Vorfeld Maßnahmen dagegen ergreifen, wie z.B. wichtige Dateien des Spiels in sog. „Container“ packen, die von keinem der gängigen Programme geöffnet werden kann. Sollte das natürlich zukünftig in großem Stil die Regel werden, so wäre das auch langfristig das Ende des Moddings.

 

Design Mod Project: Inwiefern helfen Spiele wie Minecraft oder auch der neuen Hype um Rundenstrategie wie Panzer Corps, junge Gamer fürs Modden zu begeistern?

Magic: Ich denke sehr! Denn wenn sie sehen, wie man aus einem „Rohdiamanten“ durch den richtigen Schliff (Modding) etwas wirklich Herausragendes machen kann, könnte das schon eine gewisse Begeisterung hervorrufen, es mit dem Modding auch mal selber zu probieren.

 

Design Mod Project: Last but not least – Welche neuen Projekte in Sachen Modding sind bei dir geplant bzw. laufen geraden?

Magic: „Schau´n mer mal…“ würde ein gewisser „Fußball-Kaiser“ sagen…! Konkretes habe ich nicht geplant, viele Ideen kommen bei mir spontan. Aber eine ganz grobe Idee geht dahin, dass ich mir vielleicht mal „Allied Korps“ von Slitherine näher ansehe…! Ist aber erstmal nur eine sehr vage Idee!

 

Design Mod Project: VIELEN DANK FÜR DAS INTERVIEW und wir freuen uns auf viele weitere Mods von Magic!