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Der Gründer Ronald Wendt hat sich mit Strategie- und Wirtschaftsspielen einen Namen gemacht. Durch sein Mitwirken an Spielen wie "Die Gilde", "Thandor", "Der Klomanager" und "Operation Barbarossa" ist Wendt kein Unbekannter in der Gaming Branche. Er bringt mehr als 15 Jahre Erfahrung mit und hat mit seinen eigenen Projekten bereits Akzente setzen können. Seit einiger Zeit ist er fester Bestandteil in unserer Community und wir freuen uns sehr, dass er uns im Interview einen Einblick in die Entwicklerwelt gibt:

Design Mod Project: Hallo Herr Wendt, erst einmal unsere großes Lob an dieser Stelle für „Germany at War“! Wie fühlt man sich, wenn man den eigenen Spieletitel im Regal sieht und die tollen Bewertungen dazu liest?

Ronald Wendt: Danke für das Lob. Man ist schon stolz, sein Werk nach einer langen Entwicklung endlich im Regal zu haben. Wenn es dann Kritiker gut befinden und die Spieler sich regelmäßig positiv dazu äußern, ist das ein unbeschreiblich gutes Gefühl.

Design Mod Project:  Wie heißt das Sprichwort so schön: eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Wie hoch ist der Druck nun an diesen Erfolg anzuknüpfen zu müssen?

Ronald Wendt: Der Spielemarkt treibt jeden Entwickler ständig voran. Man muss stets neue Ideen und bessere Optik als vorher bieten oder besonders originell in einem Punkt sein. Den Druck hat man immer, wenn man an den Markt herantritt.

 

Design Mod Project: Die eigene Entwicklerfirma und den eigenen Spieletitel, klingt eigentlich nach einem wahr gewordenen Gamertraum. Wie muss man sich die Arbeit als Entwickler vorstellen?

Ronald Wendt: Es ist ein Traum, ich habe persönlich im beruflichen Sektor viele Sachen ausprobiert und das Entwickeln von Spielen ist für mich die schönste Tätigkeit. Aber sie hat ihren Preis, besonders in einem kleinen Betrieb, der alles in einen Titel investiert, muss man auch persönlich alles geben. In Hochphasen leiden dann Familie und private Kontakte, da z.B. vor einer Veröffentlichung nur noch das Spiel zählt. Man sollte gerne dazulernen und anpassungsfähig sein, denn kein Spiel ist wie das andere, keine Marktsituation gleich. Und es gibt auch viele unspektakuläre Arbeiten, um die man für einen gelungenen Release nicht herumkommt.

Design Mod Project: Die Gaming Industrie ist in Zeiten von ‚Free to Play‘ Games mehr als je zuvor dem Gamer verpflichtet. Wie wichtig ist für Sie der Kontakt zum Spieler?

Ronald Wendt: Der Spieler ist extrem wichtig, seine Rückmeldungen essentiell für ein marktgerechtes Produkt. Das Spiel im Kern wird zwar von uns entworfen, aber da der Mensch sehr vielfältig vorkommt, gibt es entsprechend viele Vorlieben und Sichtweisen. Somit ist es so gut wie ausgeschlossen, dass man mit einem kleinem Team ohne Eingaben von Spielern, alles auf den Punkt abgestimmt hat. Wir suchen daher auch stets den Kontakt über das Internet, das ist zugleich Kundenservice und Anstoß zur Verbesserung der Spiele.

Design Mod Project: Als Modding Plattform konnten wir den neuen Hype um das altbekannte Genre der Rundenstrategie hautnah mitverfolgen. Wie stehen Sie diesem Hype gegenüber?

Ronald Wendt: Als Spieler finde ich diese Entwicklung grandios, so viele und auch teils so gute Spiele gab es lange nicht mehr in diesem Bereich. Als Entwickler hat natürlich der Konkurrenzdruck erheblich zugenommen, es ist schwerer sich am Markt zu behaupten.

Design Mod Project: Panzer Corps gilt als Genreprimus und Reinkarnation des Klassikers Panzer General. Inwiefern eifern Sie solchen Spieleidealen wie Panzer General nach?

Ronald Wendt: Panzer General war damals etwas besonderes, einfache Spielbarkeit trotz relativ komplexer Regeln. Mit dem Spiel wurden viele Grundlagen geschaffen, ohne die das Genre "operatives Strategiespiel" völlig anders, vermutlich etwas ärmer aussehen würde. Einen solchen Wurf zu landen, also ähnliches für einen ganzen Zweig im Spielebereich zu schaffen, ist natürlich für einen Entwickler Traum und Utopie in einem.

Design Mod Project: Welches Ideal treibt Sie als Entwickler an?

Ronald Wendt: Man möchte neue, bessere, andere Spiele machen. Am besten alles zugleich in einem Produkt. Dem Spieler neue Erlebnisse vermitteln, eigene Visionen umsetzen, immer die eigenen Grenzen überschreiten, Neuland betreten.

Design Mod Project: Wie stehen Sie dem Modding gegenüber?

Ronald Wendt: Sehr positiv. Modding erweitert den Umgang mit einem Spiel. Der Spieler wird selbst Teil des Spieles durch seine eigenen Karten, Sprites etc., die Grenze zwischen Spieler und Entwickler verschwimmt hier. Modding kann zudem ein Produkt länger interessant machen, weil Dinge damit gemacht werden, für die das Spiel nicht gedacht war und somit eine neue Partie damit wieder spannend ist.

Design Mod Project: Die Vernetzung von Spielen und Spielern hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht. Wie  sieht für sie die Zukunft der PC Games aus?

Ronald Wendt: Generell wird das Spieleangebot immer vielvältiger werden, es gibt ja heute schon Experimente und Entwicklungen wie sie früher aufgrund der fehlenden Vermarktungsmöglichkeiten nicht denkbar waren. Schon Steam zeigt, was wir zu erwarten haben. Es wird bunter, aber auch unübersichtlicher werden.

Die Entwicklerwerkzeuge sind heute einfacher denn je, das wird wohl auch eine Weile in diese Richtung weitegehen wodurch der Spieler zunehmen auch ganze Entwicklungen, nicht nur Modding betreiben kann. Einfach weil man sich im Baukastensystem heraussucht, was man braucht. Heute muss der Entwickler da noch viel anpassen, in ein paar Jahren könnte das aber so ausgreift sein, dass man bestimmte Genres mit durchklicken, wie in einem Editor entwerfen kann.

Design Mod Project: Natürlich sind wir alle gespannt auf ihre neuen Projekte. Wie sieht es aus, dürfen wir demnächst einen neuen Phobetor Titel erwarten?

Ronald Wendt: Derzeit arbeiten wir mit Hochdruck an etwas neuem. Mehr kann ich leider an dieser Stelle nicht sagen. Sobald es in diesem Punkt Neuigkeiten gibt, werden diese auch auf DMP verbreitet werden.