1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Rating 4.40 (15 Votes)

DMP Logo Interview

Alles fing im März 2005 an, als Riko Jensen vor dem TV saß und in der Zeitschrift Gamestar blätterte und ihm die Werbung für das Spiel Hearts of Iron 2 ins Auge fiel. Bereits zuvor war das Spielkonzept durch Hearts of Iron I bekannt geworden und erfreute sich bis dahin großer Beliebtheit. Er teste also die Demoversion, so wie damals üblich, und kaufte das Spiel. Was darauf folgte waren viele Stunden Gaming und der Spass komplexer Inhalte verbringen. Man hatte das Gefühl die ganze Welt liege einem zu Füßen, im wahrsten Sinne im Spiel. Die Planungsoptionen waren damals atemberaubend.

Das Strategiespiel riss mit und die Motivation ebbte auch nach Wochen noch nicht ab. Dennoch kamen erste Fragen auf, besser Strategie, mögliche Angriffswege und die übliche Frage nach dem schnellen Sieg. Die in einem bereits bestehenden deutschsprachigen Forum gestellten Fragen wurden aber nur recht mager beantwortet. Die ganze Situation im Forum war recht enttäuschend, dennoch fielen Riko ein paar Grafikdownloads zum Spiel auf. Darunter Sets von Fahrzeugen und neugestaltete Maps.  Leider sahen die schnell zusammengebastelten Grafiken nicht sonderlich berauschend aus und die Idee keimte, es doch mal selber zu versuchen. Die Dateien von Hearts of Iron war nicht nur sehr zugänglich, sondern boten einem Anfänger genug Ansatzmöglichkeiten das bestehende grafisch aufzuarbeiten. Das Netz selber bot zu dieser Zeit nur wenige Seiten an, welche sich dem Modding des Spiels ernsthaftbeschäftigten. So eröffnete Riko Threads in den Foren bestehender Modding Seiten, und stellte seine Modifikationen aus. Nach recht positiver Resonanz wuchs das Interesse daraus mehr zu machen und eine eigene Seite auf die Beine zu stellen. Zu dem Zeitpunkt war noch nicht klar, was  es bedeutetedas eine solche Seite aufzubauen und zu verwalten. Dennoch wurde eine eigene Seite am 11. Dezember 2005 um 0 Uhr eingerichtet. Seitdem gild Riko Jensen (Username Riko) als Modder der ersten Stunde und Garant für modifizierten Spielspass. Wir haben ihn gefragt, was Modding nach zehen Jahren für ihn bedeutet und wie seine Zukunft aussehen wird.

 

Design Mod Project: Hallo Riko, vor 10 Jahren hast du das Design Mod Project gegründet. Was denkst du, wenn du dich auf der aktuellen Website umschaust?

Riko Jensen: Die jetzige Website ist von sehr fähigen Technikern und Redakteuren eingerichtet worden und das sieht man. Ein stilistisch zeitgemäßer Look, der nicht nur optisch dem Social Network ähnelt, sondern ebenso deren DMP Links beinhaltet. Die Seite besteht so gesehen auch aus diesem externen Angebot, welches intensiv betreut wird. Der gesamte Umfang des DMP erschließt sich dem Besucher mit der Zeit. Wir sind jedoch noch nicht am Ziel, angefangen mit einer Serverumstellung, die den Gästen es noch bequemer machen soll, DMP zu bedienen.

 

Design Mod Project: Das Stichwort ist Modding in Games. Warum gerade Modding und nicht einfach nur spielen?

Riko Jensen: Es ist das i-Tüpfelchen, sich mit Spielen dieser Art zu beschäftigen. Es gehört heut zu Tage zum Spielen dazu. Die Masse der Spiele, insbesondere Browser Games und Spiele für Konsolen sind oft nur schwer zu modifizieren und gerade geeignet, sich damit ein paar wenige Wochen zu beschäftigen. Es ist der schnelle Konsum. Wurden früher 100erte von Spielen für Konsolen entwickelt, sind es für die neuen Generationen wie Playstation 4 heute sehr wenige, die überhaupt auch nur über den Kauf einer Spiele Konsole zu haben sind. Gewaltige Kosten für die Produktion eines einzigen Games, um qualitativ konkurrenzfähig zu bleiben. Auf der Strecke bleibt der Spieler, der sich damit abfinden muss. Getragen von Werbung zu Spielen in Fußball WM Halbzeitpausen, glaubt er, es sei das Non Plus Ultra. Nur wenige finden den Weg zu Spielen, die eher ein vermeintliches Rand–Dasein fristen. Findet man den Weg zu ebenso reizvollen Spielen, wie wir sie bei DMP noch hauptsächlich behandeln und versucht sich mal am Modifizieren eines Spiels, tun sich ihm gewaltige Welten auf. Es kann zu einem regelrechten Hobby werden, was zudem sehr kosten günstig ist. Wer kauft sich eine X-Box, nur um deren hauseigenen TV Sender sehen zu können? Diese Strategie sagt einiges aus.

 

Design Mod Project: Wie sieht für dich die Zukunft des Moddings in der Spielewelt aus?

Riko Jensen: Es wird eine Zukunft geben. Nicht jeder geht mit der allgemeinen Entwicklung mit. Es wird immer Nostalgiker geben, die auch den Wert von z.b. rundenbasierten Spielen kennen. Am Ende ist es auch eine Generationen Frage.

 

Design Mod Project: Du hast bisher vor allem Hearts of Iron und Panzer Corps gemoddet. Welche anderen Spiele würdest du gerne einmal modden bzw. deinen persönlichen Anstrich verpassen?

Riko Jensen: Das stimmt, neben anderen Spielen wie etwa War in the East, War in the Pacific Admiral‘s Edition, Victoria2, Europa Universales 3 oder kleine Modifikationen zu Rome Total War, der Silent Hunter Reihe und ähnlichen Titeln, gucke ich mir alles an, was auf dem Markt erscheint.

 

Design Mod Project: Das Design Mod Project stellt als Plattform so viele Mods wie noch zuvor bereit. Wann können wir mit deinem nächsten Mod rechnen?

Riko Jensen: Bald, ich nenne da Pazifik Korps, das große Finale auf japanischer Seite.

 

Design Mod Project: Als Modder der ersten Stunden wollen wir dir natürlich auch ein paar Geheimnisse entlocken. Auf welches Modding Tool schwörst du bzw. ist für deine Arbeit unabdingbar geworden?

Riko Jensen: Ein Abonnement bei der Adobe Systems GmbH ermöglicht mir die Nutzung derer Programme, welche ich in großem Umfang nutze. Knapp 62 € monatlich für Programme, die einen Wert von über 20 000 € und mehr haben, stimmt das Verhältnis sehr. Natürlich dauert es Jahre diese zu beherrschen, aber Anfangserfolge stellen sich relativ schnell ein. Man muss Zeit mitbringen.

 

Design Mod Project: Hast du eine bestimmte Vorgehensweise beim Modden?

Riko Jensen: Ich kann jedem, der auch nur andeutungsweise Lust zum Modifizieren hat nur raten, einfach mal einzusteigen und sich an dem zu versuchen, wonach ihm gerade ist. Der Rest ergibt sich, so mache ich das.

 

Design Mod Project: Eine Frage die wahrscheinlich nicht nur die Modder interessieren wird. Was meinst du. kann man aus seinem Hobby Modden auch einen Beruf machen?

Riko Jensen: Selbstverständlich, unweigerlich bildet man sich mit Programmen jeglicher Art weiter, lernt Dateien kennen und den Umgang mit denen. Es gibt auch reale Beispiele, wo Modder in Einvernehmen mit den Unternehmen Add-Ons rausbrachten. Durch meine Modifikationen habe ich auch Angebote von Spielefirmen erhalten. Das zeigt, dass Modding eine Einstiegsmöglichkeit in diesen Bereich sein kann.

 

Design Mod Project: Was willst du den Moddern da draußen und auf unsere Plattform gern mit auf den Weg geben?

Riko Jensen: Modding ist die effektivste Art, Spiele in vollem Umfang zu genießen.