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Das Thema

Der schwere russische Panzer "KW-1"

 

 

Entwicklung

 

Anfang 1939 wurde mit der Entwicklung des schweren Panzer "KW-1" begonnen. Federführend war dabei das "Kirow-Werk" in Leningrad. Der nach dem damaligen russischen Verteidigungsminister, Klimenti Woroshilow, benannte Panzer sollte die damaligen Panzer vom Typ "T-28" und "T-35" ersetzen. Einen Schwerpunkt setzte man bei der Entwicklung dabei auf die Panzerung. So waren die Frontpanzerung mit 110mm und die Seitenpanzerung von 75mm zu diesem Zeitpunkt der Panzerentwicklung einzigartig. Als Bewaffnung erhielt der "KW-1" eine 76,2mm Kanone F-34 L/41 die auch im "T-34" zum Einsatz kam. Zur Nahverteidigung erhielt der Panzer insgesamt 3 MG.
 


 
"KW-1" Model 1941
Hersteller:
Kirow-Werk
Gefechtsgewicht:
47,5t
Besatzung:
5 Mann
Länge:
6250mm
Breite:
3300mm
Höhe:
2710mm
Motor:
"W-2-K" V-12 Dieselmotor
Hubraum:
38900ccm
Leistung kW/PS:
441/600
Leistungsgewicht:
12,6 PS/t
Geschwindigkeit:
30 km/h (Straße),
19 km/h (Gelände)
Fahrbereich:
250 km
Panzerung:
30 - 110mm
Bewaffnung:
7,62cm Kanone F-34 L/41,
1x koaxial MG 7,62mm,
1x 7,62mm MG im Turmheck,
1x 7,62mm MG in der Wanne
Furttiefe:
1,5m

 

 



Die ersten "KW-1" wurden dann ab Februar 1940 in Serienproduktion hergestellt obwohl die Entwicklung noch nicht komplett ausgereift war. Das zeigte sich, als einige dieser Fahrzeuge in den "Winterkrieg" gegen Finnland eingesetzt wurden. Es traten dort sehr viele mechanische Mängel auf, die eigentlich durch die Überarbeitung der Entwürfe behoben werden sollten. Aber durch den Verlauf des Krieges wurde dieses Vorhaben verhindert. So wurden, ohne Überarbeitung des Konzeptes, bis zum Herbst 1943 insgesamt 3000 Panzer des Typ "KW-1" produziert.

Einsatz

Einsatz

 


"Abgeschossener KW-1. Markant sind hier die Vielen Einschläge am Turm"



Wie bei der Entwicklung und Produktion schon angesprochen war der russisch-finnische "Winterkrieg" der erste Kampfeinsatz für den neuen schweren Panzer. Sie wurden im Schwerpunkt eingesetzt als die "Rote Armee" die "Mannerheim-Linie" angriffen. Durch ihre starke Panzerung waren sie dafür prädestiniert und konnten gute Erfolge dabei aufweisen. Beim Durchbruch durch die "Mannerheim-Linie" wurde kein einziger "KW-1" abgeschossen. Es zeigten sich aber die viele Mängel, die aber durch den Verlauf des Krieges in Europa nicht mehr alle abgestellt werden konnten.
 

 



Die zweite große Zeit für die Panzer des Typ "KW-1" war der Überfall der deutschen Wehrmacht. Als diese in Russland einfiel waren bereits 635 Panzer hergestellt und an die Truppe ausgeliefert wurden. Und als sie in den Kampf eingriffen waren die deutschen Truppen fast hilflos. Durch die starke Front- und Seitenpanzerung waren die deutschen Panzer- und PaK-Besatzungen kaum in der Lage diese Kolosse abzuschießen. Auch die 8,8cm Flak hatte manchmal Schwierigkeiten den "KW-1" schnell auszuschalten. So versuchte man, durch Haftladungen oder Schüsse auf die Ketten, die Panzer bewegungsunfähig zu machen um sie dann von der Seite oder Hinten zu bekämpfen. Erst mit dem Erscheinen der deutschen Panzerkampfwagen V "Panther" und VI "Tiger I" verlor der "KW-1" seine Vormachtstellung als bestgeschützter und schlagkräftigster Panzer. Seine Kanone war nun nicht mehr durchschlagkräftig genug um die deutschen Panzerungen dieser beiden Typen zu durchschlagen.

KW-2

Der "KW-2"

 

 



Um, ähnlich der deutschen Artillerie-Selbstfahrlafetten, Kampfunterstützung in die Panzerverbände zu bekommen entwickelte man den "KW-2". Dabei setzte man auf das Fahrwerk des "KW-1" einen großen sehr plump wirkenden Turm und baute in diesen eine 152mm Haubitze ein. Durch diese Bewaffnung war er sehr kampfstark und konnte eine gute Unterstützungsleistung bieten, aber der Turm barg auch große Risiken. Auf Grund seiner Größe bot er den deutschen Richtschützen ein gutes und leicht zu treffendes Ziel und das erhöhte Gesamtgewicht senkte die Mobilität der "KW-2". Als dann im Verlauf des Krieges die Fertigungshallen der "KW-2" Produktion von den deutschen Truppen eingenommen wurden stellte man die Produktion ein und nahm sie auch nicht wieder auf. So entstanden nur 336 Panzer dieses Typs bis Herbst 1943.

KW-85

Der "KW-85"

 

 



Da mit dem Auftauchen der "Tiger" und "Panther" die Kanone des "KW-1" nicht mehr durchschlagkräftig genug war, wurde ein neues Konzept entwickelt. So war es ab Mitte 1943 gelungen in einen neuen Turm aus Gussstahl eine 8,5cm Flak zu integrieren. Damit waren die "KW-85" Panzer, so wurde diese Variante genannt, wieder in der Lage auch die neuen und schwerer gepanzerten Fahrzeuge der Wehrmacht effektiv zu bekämpfen. Als dann aber die "T-34/85" auftauchten, die die gleiche Bewaffnung wie die "KW-85" besaßen, war die Produktion der KW-Panzer überflüssig geworden. So stellte man die Produktion ein und widmete sich neuen Projekten aus denen dann die späteren Entwicklungen "IS-1" und "IS-2" hervortraten. Man stellte bis Herbst 1943 insgesamt 130 Panzer vom Typ "KW-85" her.

 


Quellen

"Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg" von Alexander Lüdeke, Parragon-Verlag, ISBN: 978-1-4054-8584-5

http://de.wikipedia.org/wiki/KW-1
http://www.panzertaktik.de/kw-1-kv-1/



Autor: panzermeyer