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Das Thema

Panzerkampfwagen VIII

Der "Mauspanzer"

 

 

 

„Geben Sie mir hundert Stück von der Sorte und ich stoppe den Vormarsch der Russen ein für alle Mal."
Heinz Guderian zu Professor Ferdinand Porsche

Einleitung

Einleitung



Dieser legendäre Panzer mit dem Namen Maus spiegelt in seinen Maßen und Eigenschaften so gar nicht das Sinnbild seines Namens wieder. Er gehört zu den letzten Großprojekten des Dritten Reiches, ist eines der von Hitler groß angepriesenen Vergeltungswaffenprojekte und der erste Superschwere Panzer der Welt. Geplant in einer Zeit, als das NS Reich auf dem Höhepunkt ihrer Macht und Ausdehnung angekommen war. Nur so sind die Dimensionen dieses Projektes erklärbar, denn extrem kostspieligen Entwicklungen und die enormen Mittel, welche dafür bereitgestellt worden sind, können nur mit der Aussicht auf ein siegreiches Ende der Kämpfe im Osten geplant werden. Mit seinen 188 Tonnen Gewicht war der Panzerkampfwagen "Maus" der schwerste jemals gebaute Panzer. Der Panzerkampfwagen "Maus" ist wie die V-Raketen ein Beispiel für die arbeitsaufwändigen und extrem kostspieligen Entwicklungen während des Zweiten Weltkriegs, mit denen Hitler doch noch den "Endsieg" erreichen wollte. Oftmals war er es selbst, der zu diesen Projekten anregte, die zwar oft technisches Neuland betraten, aber keinen Einfluss auf den Verlauf des Krieges mehr nahmen, zumal sie meist nur als Skizze oder Prototyp vorhanden waren. Guderian beschrieb den "Maus", dessen offizieller Deckname "Mammut" lautete, als "gigantische Ausgeburt der Phantasie Hitlers und seiner Berater".
 

 



Er gilt dabei als die gedachte Weiterentwicklung des überschweren Panzer "Löwe" Panzers aus dem Hause Krupp und sollte dem Entwickler Alkett eine glorreiche Zukunft sichern, genau wie der Führung der Wehrmacht. Dennoch wurde dieser Schritt auf technisches Neuland nicht aus Forscherdrang oder logischer Weiterentwicklung gemacht, sondern aus Angst vor einem 100 Tonnen-Sowjetpanzer, der nach Angaben der Nachrichtendienste bereits 1941 von der Roten Armee als Entwicklungsvorhaben eingeleitet worden sein soll bzw. als realisierbar eingestuft die Produktion für die folgenden Jahre vorgesehen war. Eine nicht hinzunehmende Situation, vor allem nicht im Hinblick auf die Erfolge der Wehrmacht im Osten, die man natürlich nicht in Gefahr sehen wollte. So sollte ein Panzer unter dem Balkenkreuz dem Gegner entgegenrollen, der unzerstörbar sein und eine 128 mm oder eine 150 mm Kanone als Hauptbewaffnung besitzen sollte. Nichts sollte die Panzerverbände des Blitzkrieg-verwöhnten Deutschen Reiches aufhalten können. Dabei stellte bereits der „Königstiger“ schon eindeutig die Grenze der sinnvollen Panzerwaffentechnik dar. Schon der Tiger I, aber auch der Sherman wie auch der T-34 waren nur sehr schwer zu knacken (Ausnahmen wie z.B. IS II und schwere Panzerjäger bestätigen die Regel). Es gab wohl nur wenige Brücken und Straßen die einem Panzer vom Schlage einer "Maus" standhalten konnten!
 



"Der leichtere und schnellere Panzer muß dem schweren ausweichen!"
Hitlers Linien bei der Panzerentwicklung



Fakt ist, dieser Panzer ging niemals in Serie. Zwei Frage stellt man sich bis heute, hätte dieser Panzer die Wende in den Panzerschlachten im Osten bringen können und hätten die Panzer durch dieses 188 Tonnen Ungetüm eine weitere Entwicklungsrichtung gegeben, die nach Aussage der deutschen Ingenieure erst bei den „Landkreuzern“ und „Monster“ Geschützen auf fahrbaren Lafetten, mit bis zu 1500 Tonnen Gewicht, geendet hätte? Wer weiß, aber die gehört wohl zu den berühmten „was wäre wenn Fragen“, die man überall in der Geschichte antrifft. Eine weitere Frage ist auch, warum hat man dieses Stahlungetüm am Schluss ne Namen „Maus“ gegeben, wo dich der Projektname am Anfang "Mammut" geheißen hat. Alle diese Fragen sollen die folgenden Zeile und Ausführungen zur Genüge beantworten. Viel Spass beim Lesen.

Entwicklung

Historische Entwicklung

 

 

 

Der "Maus" war in herkömmlichen Sinn kein Kampfpanzer sondern eher ein Durchbruchswagen. Die Kampfpanzer jener Zeit mussten beweglich sein und im Bewegungskrieg an der Front bzw. den Spitzen ihren Dienst verrichten. Gegen den Entwurf diesen Panzer sprachen die Höchstgeschwindigkeit von 13 km/h im Gelände, das Gesamtgewicht fast 190 Tonnen, welches das Passieren von Brücken praktisch unmöglich machte, komplizierte Wartung bzw. Nachschubbedarf an der Front. Das Fahrzeug war mehr ein rollender Bunker als ein Panzer, als ein Instrument des Bewegungskrieges, wobei ein manövrierunfähiger Panzer automatisch ein Totalverlust für die Truppe wäre. Die rollenden Festungen mussten auf speziellen 14-achsigen Eisenbahntransportwagen, die weder Tunnel noch Brücken passieren konnten, und somit auch größere Stückzahlen unmöglich machten, zu ihren Einsatzorten gebracht werden. Der Panzer war schlichtweg nicht transportierbar und somit auch nicht sinnvoll einsetzbar an vorderster Front. Die Feuerkraft und Panzerung brachte den größten Vorteil, aber eher einen psychologischen als taktisch verwertbaren. Die gigantischen Treibstoffmengen, die die deutsche Wehrmacht bei Kriegsende nicht hatte, sprechen gegen jede Effektivität auf dem Schlachtfeld. Angesichts dieser Tatsachen war die Maus aus militärstrategischer Sicht eine nutzlose Verschwendung der ohnehin knappen Ressourcen.

 



"Wenn wir ein oder zwei Jahre früher begonnen und die Superpanzer in genügender Anzahl gebaut hätten -- sie wären gewiss von großem Nutzen gewesen, aber nun war es zu spät"
Porsches Sohn und Assistent, Ferdinand ("Ferry") Porsche



Wenn man sich die Quellen genauer anschaut, dann spricht alles gegen einen geplanten Fronteinsatz, denn die Unterlagen der Entwicklung und Produktion lassen auf einen „stationären“ Einsatz der „Mäuse“ schließen. Die rollenden Geschütze in Bunkermontur sollten allem Anschein nach Löcher im Atlantik Küstenschutz der Westfront schützen. Die begrenzte Reichweite und Mobilität hätte hier keinen so großen Stellenwert und die Reichweite der Geschütze würde ganz zum Tragen kommen. Der Generalstabs-Chef Heinz Guderian war im fünften Kriegsjahr ein Verfechter dieses Projektes, denn die Fahrkünste des Panzerungetüms sprachen in den ersten Entwürfen für sich. Das stählerne Monster, im Entwicklungsbüro Porsche unter der Projektnummer 205 katalogisiert, wobei Porsche als Chefs der "Panzerkommission" (seit 1941) noch weitere Prototypen unter seine Rigide. Die Rivalität von Porsche und Speer wurde in dieser Zeit schon zum alltäglichen Kampf. Porsche ging in seinen Entwürfen auf und wollte die Ziele Hitlers natürlich erfüllen. Dem Planer und Rüstungsbeauftragten Speer waren diese Ziele aber mehr als zuwider, sah er doch seine Rohstoffvorräte bei solch einem Riesenpanzer in Gefahr. Hitler war trotz allem vom Entwurf überzeugt und befahl Porsche, bei den Skoda-Werken in Pilsen. zwei Prototypen zu bauen. Als sie fertig waren, bestand der "Maus"-Riese "alle Tests mit fliegenden Fahnen" (Ferry Porsche). Dies stachelte die Missgunst zwischen Speer und Porsche natürlich umso mehr an. Er versuchte die Weiterentwicklung des Projekts "Maus", wo er nur konnte, zu blockieren. Bei einer gemeinsamen Rundreise durch Rüstungsbetriebe, so erinnert sich Ferry Porsche, gerieten Speer und der Professor an einen Steinbruch, in dem Häftlinge des KZ Mauthausen arbeiteten. Dort soll Speer plötzlich stehengeblieben sein und halb im Scherz gesagt haben: "Wenn Sie unseren Weisungen nicht folgen, Professor, könnte da unten auch für Sie Platz Sein." Hitler nutzte diese Rivalität natürlich charmelos aus, wusste er doch um die Motivation bei einem Lob aus seinem Mund und noch größere Antriebskraft, sollte der Führer nicht zufrieden sein. So entstanden die Baumuster "205/1 " und "205/2" (volkstümlich als Panzerkampfwagen "MAUS" bezeichnet).
 

 



Der superschwere Panzer sollte auch ohne diese Rivalität im Dritten Reich keine Schule machen, denn der Atlantikwall war schnell Geschichte. Dennoch war sein interessantes Design für die Siegermächte einen zweiten Blick wert, so wurde der V2 Turm montiert auf V1 Rumpf, bei Kubinka (Sowjetunion) in den Jahren 1951/52 getestet. Eine Chance für den Entwurf gab es dennoch nicht, eine mobile Festung war im Raketenzeitalter ein leichtes Ziel. Heute kann das gebaute Modell im Museum von Armored Forces in Kubinka (bei Moskau) besichtigt werden.

Daten


 
Technische Daten
 
Hersteller:
Alkett
Baujahr:
1942-1944
Stückzahl:
zwei komplett, drei in Fertigung
Besatzung:
sechs Mann
Gewicht gesamt:
188 t
Gewicht Turm:
50 t
Länge m. Rohr:
10,09 m
Breite:
3,67 m
Höhe:
3,80 m
Bodenfreiheit:
57 cm
Spurbreite:
110 cm
Feuerhöhe:
279 cm
Kletterfähigkeit:
75 cm
überwindet Steigungen
von bis zu 30°
Watfähigkeit:
200 cm
Überschreitet
450 cm
Tauchfähigkeit:
bis zu 800 cm
 
Bewaffnung
128 mm KwK44 L/55 (Prototypen)
oder 150 mm KwK L/44 (für Serie geplant)
Munition:
68 Schuss /
150 mm - 50 Schuss
 
75 mm KwK 44 L/36,5
koaxial im Turm zur 150 mm KwK
Munition:
200 Schuss
 
1x 7,92 mm MG 34
1x 7,92 mm FlaMG
Munition:
1.000 Schuss Munition
 
Antrieb
Benzin-elektrisch
1080 PS Daimler-Benz MB 509 Motor 12 Zylinder-Ottomotor, wassergekühlt
Hubraum:
44,5 l (Maus 205/1)
später durch wassergekühlten 12 Zylinder-Dieselmotor Daimler-Benz MB 517 mit 1200 PS ersetzt (Maus 205/2)
Getriebe:
zwei Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge
Höchstgeschwindigkeit:
Straße: 20 km/h
Gelände: 13 km/h
Tankinhalt:
2.700 l
+ 1.500 l im Reservertank am Heck
Verbrauch:
Straße 1400 l/100 km,
Gelände 3100 l/100 km
Fahrbereich:
190 km auf Straße /
97 km im Gelände
Wendekreis:
wendet auf der Stelle
Kettenlaufwerk
zwei Gleisketten -
Treibrad hinten,
Leitrad vorn,
12 Laufrollenpaare je Seite,
12 Stützrollen
 
Panzerung
Wanne
200 mm Bug / Neigung 55°
200 mm Fahrerfront / 35°
180 mm Wannenseite
unten/oben / 90°
180 mm Heck / 90°
100 mm Decke / 0°
50 mm Boden / 0°
Turm
200-240 mm Turmblende/front
180-200 mm Turmseite / 60°
160-200 mm Heck / 60°
60 mm Decke / 0°
 
Stückzahl:
2 Prototypen


Entwicklung II

Entwicklung

 

"Welchen anderen Nutzen versprechen Sie sich von diesem Riesenpanzer?" (Porsche)



"Mir scheint, wir könnten einige von ihnen als mobile Bunker verwenden, um den an vielen Stellen noch unvollständigen Atlantikwall zu stärken. Falls bei einem Landungsversuch ein Betonbunker ausfällt, könnte unser Stahlriese rasch die Lücke füllen, den Feind niederhalten, bis die Reparatur beendet ist, und das gleiche an anderen Stellen wieder und wieder vollbringen." (Hitler)

 

Unterhaltung von Hitler und Porsche bei den ersten Planungen zum Maus Panzer



Hitler persönlich erteilte Ferdinand Porsche den Auftrag einen überschweren Panzer der 100t Gewichtsklasse zu entwickeln. So stellte er am 1. Mai 1943 Hitler ein Holzmodell der Maus vor. Aufgrund der sich immer wieder ändernden Anforderungen an die Panzerung stieg das Gewicht ständig an. Schließlich erreichte es die Marke von 188t. Die führte zu Problemen bei der Motorisierung der "Maus" die aber gelöst werden konnte. Nachdem Hitler höchstpersönlich das Holzmodel betrachtet hatte, erteilte er den Auftrag zum Bau von Prototypen. Die Firma ALKETT erhielt den Auftrag Wanne, Laufwerk etc. zu schaffen, für den bewaffneten Turm war die Firma "KRUPP" zuständig. Ende Dezember 1943 war der Prototyp größtenteils einsatzbereit, nur der Turm ließ noch auf sich warten. Die erste Probefahrt, die trotz Verbot bei der Firma ALKETT durchgeführt wurde, zeigt dann ein Problem auf. So hatte die Maus einen Wendekreis von 8m obwohl eigentlich ein Drehen auf der Stelle angestrebt war. Man kontaktierte darauf hin Ferdinand Porsche, der den Dipl.Ing.Zadnik, der für den elektrischen Antrieb verantwortlich war, zu Rate zog. Nach einigem Suchen fand man den Fehler und konnte ihn beheben. Somit war das Drehen auf der eigenen Achse endlich möglich geworden. Schließlich wurde der Prototyp ohne Turm zum Heeresversuchsgelände Kummersdorf geschickt. Mit dem Einsatz von Gewichten wurde dann das fehlende Gewicht des Turmes ausgeglichen und die ersten offiziellen Probefahrten unternommen. Nachdem man schließlich den Turm komplettiert hatte wurde dieser im April 1944 in den Panzerkampfwagen VIII "Maus" eingesetzt. Allein der Turm hatte ein Gesamtgewicht von über 50t. Nach einem ersten erfolgreichen Fahrversuch bei Alkett wurde die Maus in der Heeresversuchsanstalt Kummersdorf bei Berlin ersten Tests weiter getestet. Die Tests waren dabei aber nur mit einer entsprechenden Attrappe durchführbar, das schwere Gefährt, vor allem der 55 t schwere Turm. Auch der zweite Maus Panzer traf dann in Kummersdorf ein, dabei waren vor allem Geländegängigkeit und die Kanone im Mittelpunkt der Tests. Im Bau waren Ende 1944 noch 5 weitere Exemplare (160 insgesamt geplant), wobei eine dritte fertige Wanne in Essen gefunden wurde. Die zwei fertigen Exemplare verblieben in Kummersdorf und sollten Gerüchten nach die Heeresversuchsanstalt vor den Russen verteidigt haben. Die 'Kampfgruppe Käther' (Panzerkompanie Kummersdorf) war wohl der erste und einzige Kampfverband, der sich mit einem Maus Panzer in seinen Reihen rühmen durfte.
Andere Quellen sprechen von einer ca. 8 km langen Fahrt der Maus II, die aufgrund eines technischen Defekts ihr Ende fand. Bei Kriegsende wurde "Maus II" in Kummersdorf gesprengt. Maus I wurde von der Roten Armee erbeutet und steht heute im Museum von Kubinka. Die „Kubinka-Maus“ erhielt nachträglich den Tarnanstrich des Prototyps 205/1.

Antrieb/Bewaffnung

Antrieb

 

 

 

"Gewicht. Wir müssen das Gewicht pro Quadratzentimeter Laufkette auf ein erträgliches Maß bringen." (Porsche)

"Indem wir die Kette breiter machen?" (Hitler)

"Ja, und auch länger, viel länger." (Porsche)


Unterhaltung von Hitler und Porsche bei den ersten Planungen zum Maus Panzer

 

Durch ein kraftstoff-elektrisches Prinzip, das Porsche auch schon in anderen Projekten wie zum Beispiel dem Ferdinand verwendet hatte, sollten die Gleisketten angetrieben werden. So diente der 12-Zylinder Daimler-Benz 509 Reihenmotor dazu mit seinen 1080PS die Energie zu liefern, die dann über ein Zwischengetriebe mit Zahnkupplung an einem elektrischen Generator weitergeleitet wurde. Dieser Generator erzeugte dann den Strom, der dazu benötigt wurde die beiden Elektromotoren, die mit Hilfe eines Planetengetriebes, das Fahrzeug in Bewegung bringen sollten. Die beiden Elektromotoren befanden sich im Heck des Fahrzeuges, der Verbrennungsmotor im vorderen Bereich des Panzerkampfwagens. Auf Grund des hohen Gewichtes war der Kraftstoffverbrauch riesig und die Höchstgeschwindigkeit von 20km/h auf der Straße und 11km/h im Gelände eher langsam. Durch den hohen Kraftstoffverbrauch kamen Überlegungen auf, einen anderen Motor zu benutzen. So wurde im zweiten Prototyp der Daimler-Benz MB 517 Dieselmotor mit 1200PS eingebaut. Man konnte so den Verbrauch etwas verringern, aber an der Geschwindigkeit änderte sich nichts. Als Breite für die Gleisketten hatte man sich für 1100mm breite Ketten entschieden. So konnte man den Bodendruck des Fahrzeuges, das 188 Tonnen wiegen sollte, mit 1,45 kg/ cm² einigermaßen in Grenzen zu halten. Die Ketten wurden von der "Altmärkischen Kettenfabrik" produziert und geliefert. Das Laufwerk selbst bestand aus einem Rollenwagen, der an Kegelstumpffedern befestigt war, die jeweils von 4 Laufrollen getragen wurden. Durch eine versetzte Anordnung der insgesamt 24 Laufrollen pro Seite, entstand der für deutsche Panzerfahrzeuge übliche „Schachteleffekt“. Die Maus besaß insgesamt nur 4 Gänge mit der die Fortbewegung ermöglicht wurde. So konnte der Fahrer auf je zwei Vorwärts- und Rückwärtsgänge zurückgreifen. Die komplette elektrische Einrichtung steuerte die Firma "Siemens - Schuckert" bei.


 

Bewaffnung

 

"Nichts könnte ein Land-Schlachtschiff dieser Größe und Kraft aufhalten."
Kommentar Hitlers zu den Entwürfen des Superschweren Panzers in der frühesten Planungsphase

 

 



Bei der Bewaffnung der Maus wurde lange herum diskutiert und schließlich einigte man sich auf eine 150-mm-KwK L/44 als Hauptbewaffnung. Des Weiteren sollte neben der Hauptkanone noch eine 75-mm-KwK 44 L/36,5 koaxial eingebaut werden. Auch kam ein MG 34 zum Einsatz um die Nahverteidigungswaffe abzubilden. Da sich die 150-mm-KwK noch in der Entwicklung war, wurde beschlossen, dass in den Prototypen eine 128-mm-KwK44 L/55 eingebaut werden sollte. So konnte sichergestellt werden, dass bei der Erprobung eine Waffe vorhanden war. Trotzdem wurde weiter an der 150mm KwK entwickelt, da diese auf jeden Fall in die Serienfahrzeuge eingebaut werden sollte. Mit den 68 Granaten für die 128mm KwK und die 200Granaten, für die 75mm KwK, war die Maus gut ausgestattet und hätte längere Zeit in Gefechten standhalten können. Mit dieser Feuerkraft wäre sie wohl auch allen anderen Panzern weit überlegen gewesen. So kann man sagen, dass die Hauptkanone in der Lage war die Front-, Seiten- und Heckpanzerung der gängigen Panzer wie Sherman, Cromwell, Churchill, T-34/85 und IS-2 auf einer Entfernung von mehr als 3500m zu durchschlagen. Im Turm befanden sich auch die Vorrichtungen für die Entfernungsmesser der Firma "Zeiss".
So hätte dieser Panzer schon auf große Entfernungen den Gegner vernichten können ohne, dass dieser selber in Kampfreichweite gekommen war. Es war im Übrigen möglich den Turm innerhalb von 16 Sekunden um 360° zu drehen, dafür sorgte ein elektrischer Antrieb. Außerdem hatte die Kanone der Maus einen Richtbereich von -7° bis +23° nach oben und unten.

Panzerung

Panzerung

 

 

 

Die Panzerung der Maus war in allem gigantisch. So war die Turmfront 200-240mm stark gepanzert, die Seiten des Turmes hatten eine Neigung von 60° und eine Stärke von 180-200mm und die Heckseite hatte ebenfalls eine Neigung von 60° sowie eine Wandstärke von 160-200mm. Auch das Turmdach war relativ stark gepanzert. Dort wurde durch die Konstrukteure 60mm Panzerstahl vorgesehen. Auch die Wanne hatte diese gewaltigen Wandstärken. Dies trug einerseits zum Schutz des Panzers und seiner Besatzung bei, andererseits stieg dadurch aber das Gewicht immens und kaum eine Brücke konnte diesem standhalten. Der Bug der Wanne war auf 55° geneigt und 200mm stark. Die Fahrerfront hatte ebenfalls eine Wandstärke von 200mm, war aber nur auf 35° geneigt. Die Wannenseiten sowie das Heck waren auf 180mm Breite gepanzert wurden. Ihre Neigung lag bei 90° zum Boden. Mit 50mm hatte der Wannenboden ebenfalls eine beachtliche Starke und sorgte so für Stabilität und Schutz gegen Minen. Mit einer Wandstärke von 100mm war auch die Decke der Wanne, im Vergleich zu anderen Panzern dieser Zeit, extrem stark ausgefallen. So kann man sagen, dass es wohl kaum einen Panzer gegeben hat der der Maus in Feuerkraft und Panzerung auch nur annähernd etwas hätte anhaben können. Trotzdem muss man sagen das diese extreme Panzerung wichtig war, denn allein auf Grund seiner Größe bot der Panzerkampfwagen VIII "Maus" ein gutes Ziel für Artillerie und Flugzeuge.

 


Obwohl der Panzer nie offiziell im Kampfeinsatz war, existiert ein Foto mit Beschussschäden



Da auch Porsche wusste, dass die "Maus" nie über eine Brücke fahren konnte, da dies das Gewicht einfach nicht zuließe, gestaltete er seinen Entwurf um. So konstruierte er schließlich die "Maus" so, dass sie Flüsse mit einer Tiefe von 8m durchtauchen konnte. Ein logischer Entwicklung, die den Maus Panzer zu einem universellen Einsatzgerät macht, welches von der Infrastruktur unabhängig agieren kann. Dennoch haben die Entwickler das Einsatzgebiet des urbanen Schlachtfeldes unbeachtet gelassen. In den Häuserschluchten lässt sich dieses Gefährt unmöglich einsetzen. Zu groß, zu sperrig und ohne Einsatzmöglichkeiten gegen flexibel agierende Infanterie, der es ein leichtes wäre solche Kolosse aus dem Hinterhalt anzugreifen.
Die Gesichtswissenschaft ist sich einig, ein Panzer solcher Größe wäre nur bedingt erfolgreich gewesen! Schon die Panzer der IVF2 Reihe waren mit der langen 7,5 cm KwK 40 L/42, Ziel nahezu des gesamten Feuers der feindlichen Artillerie, PAK´s und Jagdbomber. Es dürfte logisch sein, wie sich dies im Falle des E-100 noch zugespitzt hätte - beachte man die alliierte Lufthoheit. Dabei spielt die Entwicklung der Raketengeschosse bzw. schweren Bomben auf dem Schlachtfeld eine noch weit wichtigere Rolle, denn in diesem Falle hätte eine 240cm-Panzerung Abhilfe schaffen können, aber wohl nur kurzfristig.

Sicher wäre der Panzer als "Landschlachtschiff" gut geeignet gewesen, um schwer verteidigte Gebiete (Bunker, Stützpunkte...) anzugreifen, aber wenn man bedenkt was man anstatt eines E-100 z.B. an Tigern oder Panthern hätte bauen können

 


Zerstörter Maus Panzer in Kummersdorf