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Das Thema

Der Panzer IV (Sd.Kfz. 161)

 


- Vom schweren Unterstützungsfahrzeug zum Rückgrat der Panzertruppe -

Entwicklung

Entwicklung



Am Anfang der Geschichte des "PzKpfw. IV" stand einer Ausschreibung für einen Panzerkampfwagen der 20t - Gewichtsklasse. Die Firmen Krupp, MAN und Rheinmetall - Borsig begannen daraufhin mit der Entwicklung. In den Jahren 1935/36 war die Entwicklung und Produktion der jeweiligen Prototypen abgeschlossen, die Fahrzeuge wurden geprüft und begutachtet und am Ende erhielt das Model der Firma Krupp den Zuschlag. Der neue "PzKpfw. IV", der auch unter dem Tarnnamen "BW" (Bataillionsführungswagen) geführt wurde, war von Anfang an so geplant worden das er taktisch und technisch sehr eng mit dem "PzKpfw. III" zusammen arbeiten konnte. In der neuen deutschen Panzertruppe war die Idee entwickelt worden, mit dem "PzKpfw. III" und dessen panzerbrechender Kanone als Hauptwaffe zu arbeiten und die "PzKpfw. IV" als deren Unterstützungswaffe zu sehen. Durch die kurze Kanone sollten die "Pz IV" die Ziele bekämpfen, welche die "Pz III" nicht vernichten konnten, oder gegen Infanterie und Geschützstellungen eingesetzt werden.
 


(Bundesarchiv - Bild 101l-175-1264-06)



Von Beginn der Entwicklung bis zum Kriegsende wurde bei allen Ausführungen des "PzKpfw.IV" ein und dasselbe Laufwerk verwendet. Es war mit 8 Laufrollen, die paarweise aufgehängt waren und 4 Stützrollen eingebaut. Im Laufe der Weiterentwicklungen des "PzKpfw.IV" wurden zwar kleinere Verbesserungen daran durchgeführt aber grundlegend wurde nichts mehr daran verändert. In diesem Laufwerk war das Triebrad vorn eingebaut und das Leitrad, welches gleichzeitig auch als Spannrad zur Kettenspannung beitrug, war hinten montiert.
Auch die Luftkühlung des Motors änderte sich von Anfang bis Ende nicht mehr. So wurden an der rechten Seite des Heckes 2 Lüfter eingebaut die die Frischluft ansaugten, um dann den Motor zu kühlen und an der linken Seite wieder abgeführt zu werden. So wurde für eine ausreichende Kühlung bis zu einer Temperatur von +30° gesorgt.

Produktion

Produktion

 

Auf Grund der schnellen Erfolge am Anfang des 2. Weltkrieges sah die deutsche Führung nicht die Notwendigkeit die Produktion der Panzer mit Nachdruck voran zu treiben. So besaß die Wehrmacht zu Beginn des Ostfeldzuges gerade einmal 439 "PzKpfw. IV". Erst als festgestellt wurde, dass die Lage im Osten ernster wurde und dringend mehr Panzer benötigt wurden, kam es zur Steigerung der Produktion. So begann die Produktion in Großserien, da neben den Nibelungenwerken auch die Firmen "Vomag" und "Böhmisch-Mährische Maschinenfabriken" den Auftrag zum Nachbau erhielten. Durch diese Maßnahmen kam es endlich zu einer vernünftigen Produktionsleistung und somit auch zur Entlastung der Lage im Osten durch neue Panzer.

 

Produktionszahlen
 
Herstellerjahr
7,5cm L/24
7,5cm L/43/48
1937
13
0
1938
102
0
1939
141
0
1940
278
0
1941
480
0
1942
124
870
1943
0
3014
1944
0
3125
1945
0
375
Gesamt
1138
7384

 

Aufstellung der Produktionszahlen anhand der eingebauten Kanone beim Zeitpunkt der Herstellung

Ausführungen

Die verschiedenen Ausführungen


 

PzKpfw. IV - Sd.Kfz. 161 - Ausf. "A"

 

(Vs.Kfz. 622)

 

Im Jahr 1936/37 begann bei den Krupp-Gruson-Werken in Magdeburg die Produktion der ersten neuen Panzerkampfwagen. Die Ausf. "A", auch als "Bataillionsführungswagen" bezeichnet, hatte rund herum eine Panzerung mit 14,5mm Stärke. Mit der 7,5cm KwK 37 L/24 und zwei MG bewaffnet wurden von dieser Version bis ins Jahr 1938 insgesamt 35 Fahrzeuge hergestellt. Besonders markant waren der stufenförmig vorspringende Fahrererker sowie die tonnenförmige Kommandantenkuppel ohne Sehschlitzschieber. Als Getriebe kam das 5-Gang "ZF-SFG-75"-Allklauengetriebe zum Einsatz. Die Fahrzeuge der Ausf. "A" waren mit dem, auch schon im Panzer III verwendeten, "Maybach HL 108 - 12-Zylinder-Benzinmotor" mit 250 PS ausgestattet. Die Fahrzeuge, die hauptsächlich zu Ausbildungszwecken verwendet wurden, kamen nie zu einem Kampfeinsatz.

 

 


 

PzKpfw. IV - Sd.Kfz. 161 - Ausf. "B"

 

Technische Daten
 
Hersteller Krupp
Gefechtsgewicht 18,5 Tonnen
Länge 5920mm
Breite 2830mm
Höhe 2680mm
Motor Maybach HL 120 TR, 12-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 11870ccm
Leistung kw/PS 221/300
Leistungsgewicht 16,2 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 42 km/h (Straße), 20 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 470 Liter
Fahrbereich 230km (Straße), 160km (Gelände)
Besatzung 5 Soldaten
Bewaffnung 1x 7,5cm KwK 37 L/24, 1x 7,92mm MG-34
Panzerung 8 - 30mm
Wattiefe 1,00m

 

Auf Grundlage der Ausf. "A" wurde schon an einer verbesserten Ausführung gearbeitet die bereits 1937 Truppentauglichkeit erreichte. So entschied man sich bei der Firma Krupp die Panzerung auf 30mm im Frontbereich zu verstärken. Des Weiteren wurde der stärkere "Maybach HL 120 TR" Motor eingebaut. Somit konnte man den Schutz der Besatzung erhöhen und gleichzeitig auch noch die Geschwindigkeit steigern. Man vergrößerte auch das Tankvolumen und die Kommandantenluke wurde verbessert. Das Bug-MG des Ausf. "A" entfiel, dafür gab es für den Funker nur eine Klappe für seine Maschinenpistole. Die Kommandantenkuppel dieser Ausführung war die gleiche die auch in den Ausf. "C" und "D" benutzt wurden. Dabei handelte es sich um einen zylindrischen Mantel der oben eine zweiteilige Luke hatte und unten sowie im oberen Teil je 5 Sehschieber besaß. In dieser Ausführung kam auch erstmalig das 6-Gang "ZF-SSG-76" Getriebe zum Einsatz. Die von diesem Kampfwert gesteigerte Ausführung entstanden bis Oktober 1938 insgesamt 42 Panzer.

 

 


 

PzKpfw. IV - Sd.Kfz. 161 - Ausf. "C"

 

Die Ausführung "C" war eine verbesserte Variante des "PzKpfw. IV" die bereits im September 1938 in die Serienproduktion ging. In die 134 Fahrzeuge, die bis Ende August 1939 hergestellt wurden, kam als große Neuerung ein Notausstieg. Dieser wurde im Wannenboden eingebaut. Außerdem wurde ein neuer Motor, der "Maybach HL 120 TRM", verwendet. Die Panzerung des Turmes wurde verstärkt und das Koaxial-MG erhielt ebenfalls eine Panzerung. Damit war auch ein Anstieg des Gesamtgewichtes zu verzeichnen.


 

PzKpfw. IV - Sd.Kfz. 161 - Ausf. "D" und "E"

 

technische Daten
 
Hersteller Krupp
Gefechtsgewicht 20 Tonnen
Länge 5920mm
Breite 2840mm
Höhe 2680mm
Motor Maybach HL 120 TRM, 12-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 11870ccm
Leistung kw/PS 221/300
Leistungsgewicht 15 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 42 km/h (Straße), 20 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 470 Liter
Fahrbereich 200km (Straße), 140km (Gelände)
Besatzung 5 Soldaten
Bewaffnung 1x 7,5cm KwK 37 L/24, 2x 7,92mm MG-34
Panzerung 10 - 30mm
Wattiefe 1,00m

 

Im September 1939 wurde bei der Firma Krupp mit der Produktion der neuen Ausführung "D" begonnen. Wiederum wurde die Panzerung verstärkt. Dies geschah am Heck sowie an der Wannenseite. Außerdem verlegte man die verstärkte Kugelblende der KwK außerhalb des Turmes. Die Panzerung des koaxialen MG wurde verstärkt. Durch den Einbau einer " Kugelblende 30 ", in die Panzerplatte vor den Funker, konnte ein zweites MG eingebaut werden. Von der Ausf. "D" entstanden bis zum August 1940 insgesamt 250 Fahrzeuge. Bei den Ausführungen "D" und "E" gab es noch eine Besonderheit. Bei diesen Varianten wurden die Zahnhöhen in der Kette erhöht. So durften die Panzerketten für die Ausf. "D" und "E" nicht für die Ausf. "A", "B" und "C" genutzt werden aber anders herum war dies möglich.

Wenn die Fahrzeuge der Ausf. "D" eine Zusatzpanzerung im Frontbereich des Fahrers und an den Seiten der Wanne erhielten änderte sich die Bezeichnung auf Ausf. "E". Das war einer der größeren Unterschiede zwischen diesen beiden Varianten. Auch erhielten die Fahrer nun die "Fahrersehklappe 30" anstatt der bisher verwendeten zwei übereinander greifenden Schieber. Somit war der Sehschlitz des Fahrers besser geschützt. Es wurde auch ein neues elektrisches Aggregat für das Turmschwenkwerk eingebaut. Man verwendete zum Beispiel auch die Ausf. "C" und "D" als Basis um in geringer Zahl auch noch andere Module dieses Fahrzeuges herzustellen. So entstanden Munitionsschlepper für den 60mm Mörser "Karl", Tauchpanzer und Brückenlegepanzer.

 

 


 

PzKpfw. IV - Sd.Kfz. 161/1 - Ausf. "F" und "G"

 

technische Daten
 
Hersteller Krupp, Vomag, Niebelungenwerke
Gefechtsgewicht 23,6 Tonnen
Länge 6630mm ( mit Rohr )
Breite 2880mm ( 3350mm mit Schürzen )
Höhe 2680mm
Motor Maybach HL 120 TRM, 12-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 11870ccm
Leistung kw/PS 221/300
Leistungsgewicht 12,7 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 38 km/h (Straße), 16 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 320 Liter
Fahrbereich 190km (Straße), 130km (Gelände)
Besatzung 5 Soldaten
Bewaffnung 1x 7,5cm KwK 40 L/43, 2x 7,92mm MG-34
Panzerung 10 - 50mm ( +30mm mit Schürzen )
Wattiefe 1,00m



Die Kampferfahrungen die die deutsche Panzertruppe im Polenfeldzug gesammelt hatten fanden auch bei der Konstruktion des neuen "PzKpfw.IV "Ausf. "F" Beachtung. So wurde zum einen die gesamte Grundpanzerung verstärkt. Anstelle der bisherigen 30mm war sie auf 50mm angehoben wurden. Auch die Kugelblenden und Fahrersehklappen wurden auf diese Panzerstärke angepasst. Durch die daraus resultierende Vergrößerung des Gesamtgewichtes mussten auch die Ketten verbreitert werden. Es kamen nun die Ketten des Typs "Kgs 61/400/120" zum Einsatz. Sie waren damit 400mm breit, also insgesamt 40 mm breiter als bei den Vorgängermodellen. Auch konstruierte Krupp den Turm um, so dass die lange 7,5cm KwK eingebaut werden konnte. Zum besseren Ausstieg wurden die seitlichen Turmeinstiegsluken mit einer Doppeltür versehen. Da die ersten 20 Fahrzeuge noch mit der kurzen 7,5cm KwK L/24 ausgestattet waren erhielten diese später die Bezeichnung Ausf. "F1".
Im Laufe des Russlandfeldzuges wurde schnell klar, dass die bisher verwendete 7,5cm KwK 37 L/24 nicht mehr ausreichend war. Beim Auftreten von Panzern des Typs T-34 oder KW-1 zeigte sich die zu geringe Wirkung der Kanone. So wurde beschlossen die Produktion der Ausf. "F" zu verändern und die neue 7,5cm KwK 40 L/43 zu benutzen. Die "PzKpfw. IV" mit dieser KwK, sie wurde ab März 1942 in diesem Panzertyp verwendet, erhielten die Bezeichnung Ausf. "F2". Die bisher produzierten Fahrzeuge der Ausf. "F" wurden fast alle noch umgerüstet zur Ausf. "F2".
Wie auch schon zuvor wurde schon während der Serienproduktion der einen Ausführung an der nächsten Variante gearbeitet. So kam es das im Mai 1942 mit der Ausführung "G" eine neue Serienreife erreicht wurde. Die Fahrzeuge dieser Variante wurden durch 30mm starke Panzerplatten zusätzlich an der Frontpanzerung verstärkt. Außerdem wurde auch wieder der Wannenschutz noch einmal weiter verbessert. Im Laufe der Produktion kamen noch weitere Neuerungen dazu. So erhielten die Panzer Nebelwurfbecher, Seiten- und Turmschürzen sowie die Möglichkeit mit den sogenannten "Ostketten" bestückt zu werden. Bei diesen Ketten handelte es sich um verbreiterte Ketten um besser mit dem Schlamm und dem Schnee in den Kampfgebieten im Osten klar zu kommen. Auch wurde der sogenannte "Kühlwasser-Austauscher" eingebaut. Bei diesem System konnte das heiße Kühlwasser eines Fahrzeuges in ein anderes umgepumpt werden. So konnte der "kalte" Motor vorgewärmt werden und hatte nicht mehr solche Kaltstartschwierigkeiten. Es entstanden von den PzKpfw. IV Ausf. "G" insgesamt 1700 Fahrzeuge wobei in den letzten produzierten Panzern sogar noch die verbesserte KwK 40 L/48 eingebaut wurde.
 

 


 

PzKpfw. IV - Sd.Kfz. 161/2 - Ausf. "H" und "J"

 

technische Daten
 
Hersteller Krupp, Vomag, Niebelungenwerke
Gefechtsgewicht 25 Tonnen
Länge 7030mm ( mit Rohr )
Breite 3350mm mit Schürzen
Höhe 2680mm
Motor Maybach HL 120 TRM, 12-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 11870ccm
Leistung kw/PS 221/300
Leistungsgewicht 12 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 38 km/h (Straße), 19 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 470 Liter
Fahrbereich 180km (Straße), 120km (Gelände)
Besatzung 5 Soldaten
Bewaffnung 1x 7,5cm KwK 40 L/48, 2x 7,92mm MG-34
Panzerung 10 - 80mm ( +30mm mit Schürzen )
Wattiefe 1,00m

 

Die Ausführung "H", die ab Mai 1943 produziert wurde, hatte eine Frontpanzerung von 80mm. Die Option für die "Ostketten" war vorhanden sowie die Schürzen die schon in der Vorgängerausführung zum Einsatz kamen. Zusätzlich erhielten die Panzer dieser Variante ein verstärktes Turmdach von 25mm Stärke. Ab September des gleichen Jahres bekamen die "PzKpfw. IV" eine Zimmerit-Schicht sowie ein Fla-MG auf der Kommandantenkuppel. Ab dieser Ausführung kam auch das neue Getriebe zum Einsatz. Man baute das 6-Gang "ZF-SSG-77" Getriebe mit Handschaltung ein. Auch fielen die Turmsehschlitze für den Ladeschützen und den Richtschützen weg. Da der Turm eine zusätzliche 8mm-Schürzenpanzerung erhalten hatte, waren diese Sehschlitze überflüssig geworden. Auch entfiel im Turm die Doppelklappe des Kommandanten, diese wurde durch eine einfache und einteilige runde Klappe ersetzt. Von dieser Ausführung entstanden mehr als 3700 Fahrzeuge.
Die letzte Ausführung und somit die Abschlussausführung die vom "PzKpfw. IV" produziert wurde war die Ausf. "J". Diese ab April 1944 produzierte Variante hatte einen zusätzlichen Treibstofftank im Motorraum von 200Liter Fassungsvermögen erhalten. So konnte die Reichweite dieser Fahrzeuge auf 260km erhöht werden. Es kamen auch Drahtschürzen anstatt der normalen Panzerschürzen zum Einsatz. Mit diesen "Thoma-Schürzen" konnte das Gesamtgewicht reduziert werden. Aus Mangel an Rohstoffen sowie einer kostengünstigeren Produktion wurde bei der Ausf. "J" auch das elektrische Turmschwenkwerk weg gelassen. Der Turm musste somit manuell gedreht werden. Damit auch bei Schräglage des Panzers trotzdem der Turm gedreht werden konnte wurde die Seitenrichtmaschine mit einer zweiten Untersetzung versehen. Die Produktionszahl dieser Variante lag bei mehr als 1700 Exemplaren. Da vom "PzKpfw. IV" (Sd.Kfz. 161 , 161/1 und 161/2 ) über 8500 Fahrzeuge produziert wurden war dies der meistgebaute Panzer der Wehrmacht.

 

 

Einsatz

Einsätze der PzKpfw. IV

 

Einsatz im Polenfeldzug

Von Anfang an nahmen die PzKpfw. IV, die bereits an die Panzertruppe ausgeliefert waren, am Feldzug gegen Polen teil. Insgesamt kamen 198 Fahrzeuge zum Einsatz. Im Vergleich zu den Einsatzzahlen der anderen Panzermodelle zwar eine geringe Anzahl, aber so konnten die Panzer im Ernstfall erprobt werden. Mängel oder Schwachstellen konnten so erkannt und behoben werden. Da die deutschen Panzer in Anzahl und Qualität sehr überlegen waren kam es zu keinen hohen Verlusten von diesen Fahrzeugen. Trotzdem waren nach dem Polenfeldzug von den 198 eingesetzten PzKpfw. IV insgesamt 19 Fahrzeuge komplett ausgefallen.

 


"Ein Panzer IV ( Vordergrund ) und ein Panzer III beim Überqueren einer Kriegsbrücke während des Polenfeldzuges"



Einsatz im Westfeldzug

Auch am Westfeldzug war der PzKpfw. IV von Anfang an beteiligt. So kamen neben den "PzKpfw. I. und II.", den "PzKpfw. 35(t) und 38(t)" auch insgesamt 278 "PzKpfw. IV" zum Einsatz. Anders als im Polenfeldzug besaßen die Franzosen gute Panzer wie zum Beispiel den Standard-Panzer "R 35" oder auch den "H 39" beziehungsweise den "Char B1". Hier zeigte sich sehr deutlich, dass die Panzergranaten der kurzen 7,5cm KwK 37 L/24 eine zu geringe Durchschlagskraft hatten. So mussten die deutschen "PzKpfw. IV", in teils verlustreichen Manövern, versuchen die feindlichen Panzer auszukurven und sie dann von den Seiten oder von hinten außer Gefecht zu setzen. Aber nicht nur die zu geringe Waffenwirkung war ein Problem, denn die moderne französische 47-mm-PaK konnte noch aus 1500 m die Frontpanzerung des Panzer IV durchschlagen. So zeigten sich auch in der geringen Panzerung große Gefahren. Auch wurde klar das der "PzKpfw. IV" bei den schnellen Vorstößen der "Blitzkriegtaktik" oft als Kampfpanzer eingesetzt wurde, obwohl er ja eigentlich als Unterstützungsfahrzeug konstruiert wurde. Dies alles führte im Westfeldzug zu großen Ausfällen unter den "PzKpfw. IV". So verlor die Wehrmacht 97 Fahrzeuge, was in etwa 35% der eingesetzten Panzer IV entspricht. Diese Verlustzahlen führten zur Konstruktion weiterer verbesserter Ausführungen.


Vorbereitungen für die Operation "Seelöwe"

Für das geplante Unternehmen "Seelöwe" wurden "PzKpfw. IV", ebenso wie "Panzer III" zu sogenannten "Tauchpanzern" umgebaut. Dabei wurden alle Öffnungen, Klappen, etc. abgedichtet. Des Weiteren wurden die Einstiegslucken von innen verriegelt und die Lufteinlassöffnungen des Motor komplett verschlossen. Die Kommandantenkuppel, das MG des Funkers und die KwK erhielten einen Gummiüberzug. In diesem Gummiüberzug waren Sprengschnüre eingebaut wurden die nach dem Verlassen das Wassers gezündet werden konnten umso den Panzer kampfbereit zu machen. Durch Aufpumpen eines Schlauches der zwischen Wanne und Turm lag wurde dort ein Eindringen des Wassers verhindert und nach Ablassen der Luft konnte der Turm wieder gedreht werden. Durch einen drahtumflochtenen 20 cm breiten und 18m langen Schlauch, an dessen oberen Ende eine Boje mit Funkantenne war, wurde die Frischluft angesaugt. Die Motorkühlung konnte bei Unterwasserfahrt auf Meerwasser umgeschaltet werden und die Auspuffrohre hatten Überdruckventile.
 


"Der Panzer IV (T), die sogenannten "Tauchpanzer" beim Vorrücken während des Russland-Feldzuges"



Die "Tauchpanzer" konnten so in einer Tiefe von bis zu 15m operieren, 3m der Schlauchlänge wurden als Reserve angesehen. Die "Tauchpanzer" sollten von Lastkränen, an denen Eisenbahnschienen montiert waren, in das Wasser rutschen. Der Kommandant des Lastenkranes sollte dann per Funk die Orientierung des Panzers durchführen und mit Hilfe der Kurs-Kreisel in den Panzern sollten sie so sicher das Ufer erreichen. Die insgesamt 210 "PzKpfw. III. und IV." sowie die 52 schwimmfähigen "PzKpfw. II" waren in den Panzerabteilungen "A", "B", "C" und "D" zusammengefasst. Nachdem die Operation "Seelöwe" nicht stattfand, kamen diese Panzer später beim Russlandfeldzug zum Einsatz. Als Teile der 18. Panzerdivision durchquerten die Panzer am 22.Juni 1941 den Fluss "Bug".


Einsatz in Afrika

Auch in Afrika wurden die "PzKpfw. IV" von der Wehrmacht eingesetzt. Bis auf den schweren britischen Panzer "Matilda", hatte er dabei auch nicht wirklich etwas zu befürchten. Die anderen, von den Briten eingesetzten Panzer, waren dem Panzer IV maximal ebenbürtig, meist aber unterlegen. Damit die "Matilda" Panzer auch bekämpft werden konnten, wurden "PzKpfw.IV" Ausf. "F2" nach Afrika verschifft. Mit ihrer langen Kanone "7,5cm KwK 40 L/43" konnten sie auch die "Matilda" Panzer bekämpfen. Der Vorteil der großen Reichweite der "7,5cm KwK 40 L/43" kam auch bei den Gefechten im größtenteils offenen Gelände der Wüste gut zum Tragen. Die deutschen Panzer waren so lange im Vorteil gegenüber ihrem Gegner, dies änderte sich erst mit dem Auftauchen der "Sechs-Pfünder-57mm-PaK" der Briten und der "M3 Grant" Panzer der Amerikaner. Diese beiden Waffensysteme führten wieder zu einem Ausgleich der Kräfteverhältnisse.
 


"Panzer IV des Panzer-Regiment 5 in Afrika"




Einsatz im Ostfeldzug

Als am 22. Juni 1941 die Operation "Barbarossa", also der Russlandfeldzug, begann waren auch die "PzKpfw. IV" wieder im Einsatz. Etwa 440 Panzer IV unterstützten die deutschen Panzerverbände beim Vorstoß gen Osten. Die leichten russischen Panzer, die sich anfangs in den Weg stellten waren für die "PzKpfw. IV" kein Problem. Die deutschen Panzer waren in Panzerung und Bewaffnung klar überlegen und so konnten die Russen die Panzervorstöße kaum stoppen. Dies änderte sich aber mit dem Eintreffen der russischen Panzermodelle "T-34" und "KW-1" auf dem Schlachtfeld. Der Grund hierfür war relativ simpel. Die meisten der "PzKpfw. IV" waren noch mit der kurzen "7,5cm KwK 37 L/24" bestückt. Diese Waffe war gegen die beiden russischen Modelle ungeeignet, denn selbst auf kürzeste Entfernung konnte kaum Schaden damit angerichtet werden. Im Gegenzug war es aber möglich selbst auf 1000m Entfernung die Frontpanzerung der Panzer IV zu durchschlagen. So versuchten die deutschen Panzersoldaten, wie auch schon im Westfeldzug, die russischen Panzer bewegungsunfähig zu schießen um dann von der Seite oder hinter den gegnerischen Panzer zu zerstören. Auch die Einführung einer verbesserten Panzergranate war nicht so erfolgreich wie gehofft. Zwar war es jetzt möglich die Panzerung der russischen T-34 und KW-1 zu durchschlagen, aber durch die sehr geringe Anfangsgeschwindigkeit der Granaten kam es zu einer stark gekrümmten Flugbahn und das zielen ab 500m aufwärts war deshalb sehr schwierig.
Durch die verlustreichen Kämpfe und das Zurücklegen von großen Entfernungen in teilweise unwegsamem Gelände, führte zu großen Ausfällen unter den "PzKpfw. IV".
 


"Ein Panzer IV mit aufgesessener Infanterie beim Vorstoß in der russischen Steppe"



Mit der Einführung der langen Kanone "7,5-cm-Kwk L/43" konnte die Kampfkraft der "PzKpfw. IV" an der Ostfront wieder gesteigert werden. Mit dieser, im Jahr 1942 eingeführten, Waffe war es nun wieder möglich alle auftretenden feindlichen Panzer wirksam und auf größere Entfernungen zu bekämpfen, das verlustreiche Umkurven gehörte nun wieder der Vergangenheit an. Auch die Einführung der Kanone "7,5-cm-Kwk L/48" steigerte die Kampfkraft noch weiter. So waren die deutschen "PzKpfw. IV" den russischen Panzern zwar in der Bewaffnung überlegen, aber durch die stetig steigende Zahl der feindlichen Fahrzeuge die die russische Front erreichten war auch dieser Vorteil bald aufgebraucht.
Dennoch war der Panzer IV das Rückgrat der Panzertruppe im Osten. So waren es nicht die Panther oder der Tiger die bei der letzten deutschen Großoffensive im Kursker Bogen den mit T-34 ausgerüsteten sowjetischen Panzerformationen teils schwerste Verluste zufügten sondern die "PzKpfw.IV" mit verbesserter Panzerung und der Kanone "7,5-cm-Kwk L/48"zu. Mit dem vermehrten Auftreten des neuen T-34/85 im Laufe des Jahres 1944 verlor der Panzer IV jedoch zum größten Teil seine Vorteile gegenüber den an der Front eingesetzten mittleren sowjetischen Panzertypen.


Von der Invasionsfront bis zum Ende des Krieges

Nachdem die Alliierten 1944 in der Normandie gelandet waren stießen die deutschen Panzer IV - Verbände wieder auf die "M4 Sherman" der Amerikaner. Auf Grund der Überlegenheit der KwK in den "PzKpfw. IV" und dem Einsatz aus gut ausgebauten und getarnten Stellungen war am Anfang der Kämpfe in der Normandie die Überlegenheit über die Sherman weiterhin gegeben. Die Sherman konnten den Panzer IV kaum etwas anhaben. Gefahr bestand nur durch die "Sherman Firefly" da dieser eine stärkere Kanone besaß. Und obwohl die deutschen "PzKpfw. IV" bis zum Ende des Krieges dem Standard-Sherman immer überlegen war das Ende schon besiegelt. Chancenlos durch die absolute Luftüberlegenheit und die quantitative Überlegenheit der alliierten Panzerverbände, war von einem Einsatz der deutschen Panzer am Tage kaum noch zu reden. Bei der kleinsten Bewegung musste damit gerechnet werden, dass ein Orkan über den Panzer herein brechen würde und dieser vernichtet wird.

Der Panzerkampfwagen IV war somit von Anfang bis Ende immer im Einsatz gewesen. Er wurde an allen wichtigen Kriegsschauplätzen eingesetzt und konnte immer durch gute Leistungen überzeugen. Auch wenn die Überlegenheit des Gegners am Ende des Krieges auf den westlichen Schlachtfeldern erdrückend war, hatten die "PzKpfw. IV" im Osten ihre größten Verluste zu beklagen. Und obwohl er nur als Unterstützungsfahrzeug konzipiert wurde, konnte er durch seine Robustheit und Zuverlässigkeit überzeugen. Er war somit eines der wichtigsten Kampffahrzeuge der Panzertruppe der deutschen Wehrmacht. Aus diesem Grund heißt es auch, dass aus einem Unterstützungsfahrzeug das Rückgrat der deutschen Panzerwaffe wurde.

Umbauten

Umbauten und Abarten des "PzKpfw. IV"

 

  • Sturmpanzer IV "Brummbär" ( SdKfz. 166 )

    Dieses Panzerfahrzeug wurde entwickelt, nachdem Forderungen der Infanterie nach einem gepanzerten, direkt schießenden und mit einer großkalibrigen Waffe ausgestatteten Unterstützungsfahrzeug laut wurden. So wurde das schwere Infanteriegeschütz 33 (L/12) auf ein "PzKpfw.IV" Fahrgestell aufgebaut. Dieses stark gepanzerte Fahrzeug, Front 100mm und Seiten 50mm, bot Platz für eine 5-köpfige Besatzung. Das Gefechtsgewicht lag bei 28,2t. Es wurden etwa 40 bis 60 dieser Fahrzeuge gebaut und ab April 1943 in den Sturmpanzerkompanien verwendet. Sie bewährten sich gut an der Front und leisteten gute Arbeit bei der Infanterieunterstützung.

     

     
  • Sturmgeschütz IV bzw. Jagdpanzer IV ( Sd.Kfz 163 )

    Dieses Panzerfahrzeug entstand bei der Firma Krupp-Gruson in Magdeburg, nachdem dort die Produktion der "PzKpfw.IV" beendet worden war. Das Sturmgeschütz IV ähnelte dem Sturmgeschütz III. Der Grund hierfür war, das man auf das Fahrgestell eines "PzKpfw.IV" den leicht veränderten Aufbau des Sturmgeschützes III Ausf. "G" aufsetzte. Man baute in das "StuG IV" ebenfalls die KwK "75-mm-StuK 40 L/48" ein. Zusätzlich wurde noch ein MG42 am Fahrzeug angebracht um Infanterie im Nahbereich besser bekämpfen zu können. Dieses MG42 hatte am Anfang der Produktion ein Schutzschild um den Schützen vor feindlichem Feuer zu schützen, im späteren Zeitraum der Produktion wurde es aber so verändert das man es, wie beim "Hetzer" voll funktionsfähig von innerhalb des Fahrzeuges, bedienen konnte. Auch hier musste man nur zum Nachladen oder zum Beseitigen von Störungen die schützende Panzerung verlassen. Obwohl das Sturmgeschütz IV eigentlich speziell für die Panzerabwehr geschaffen wurde, bewährte es sich auch gut als Unterstützungsfahrzeug gegen Infanterie. Vom StuG IV wurde von Ende 1943 bis zum Kriegsende etwa 1500 Stück hergestellt.

     

     
  • Jagdpanzer IV Ausf. "F" bzw. Panzerjäger 39 ( Sd.Kfz 162 )

    Anfang 1944 wurden die "StuG IV" von den "Panzerjäger IV" in den Sturmgeschützabteilungen abgelöst. Diese Fahrzeuge wurden schon Anfang 1943 vorgestellt und die Serienproduktion, unter der Bezeichnung " Jagdpanzer IV, Ausf.“F" (Sd.Kfz 162), begann im Oktober des gleichen Jahres. Die von der Firma Vomag hergestellten Fahrzeuge besaßen als Hauptbewaffnung die 7,5cm PaK 39 L/48. Am Fahrgestell des Panzer IV wurden einige Änderungen, wie zum Beispiel an der Notausstiegsluke, dem Wannenbug oder dem Kraftstoffeinfüllöffnungen, durchgeführt. Mit 4 Mann Besatzung und einer Kampfbeladung von 79 Schuss für die PaK hatte das Fahrzeug ein Gefechtsgewicht von 24t. Bei den normalen Jagdpanzer IV Ausf. "F" war die Öffnung für das Bug-MG durch eine Panzerblende verschlossen. Nur bei den Fahrzeugen die als Führungsfahrzeuge dienten, deswegen 5 Mann Besatzung hatten ( ein Funker kam zur Besatzung hinzu ), war ein MG mit Kugelblende im Bug eingebaut.

     

     
  • Jagdpanzer IV/70, "Panzer IV lang" oder "Guderian-Ente" ( Sd.Kfz 162/1 )

    Während die Firma Vomag die Jagdpanzer IV Ausf. "F" in Serie produzierten entwickelten sie das Fahrzeug schon weiter. So bauten Vomag in einen Prototyp eine lange 7,5cm StuK 42 L/70 ein. Diese Kanone, die in etwa der Leistung der "Panther"-Kanone entsprach wurde hierbei ohne Mündungsbremse eingebaut. Nach mehreren Tests und einigen Änderungen und Umbauten begann eine begrenzte Serienproduktion des 25,8t schweren Fahrzeuges. Auf Grund der starken Frontpanzerung von 80mm und der starken Feuerkraft war der Jagdpanzer IV/70 jedem Feindpanzer gewachsen, den meisten sogar etwas überlegen. Aber das Gewicht der Frontpanzerung und die lange Kanone hatten auch einen großen Nachteil. Das Fahrzeug war durch das hohe Frontgewicht sehr kopflastig und dadurch im Gelände schwer zu steuern.


    "Obwohl das Aussehen zum Panzerjäger 39 fast gleich ist kann man hier die längere "7,5cm StuK 42 L/70" Kanone, das wohl beste Unterscheidungsmerkmal, erkennen."


    Den Beinamen "Guderian-Ente" erhielt das Fahrzeug in der Landsersprache dadurch, dass Generaloberst Guderian von diesen Variante des Jagdpanzer IV nicht überzeugt war. Er war der Meinung das die Jagdpanzer IV Ausf. "F" und die Sturmgeschütze IV völlig ausreichend waren und die Produktion der normalen Panzerkampfwagen IV lieber erhöht werden sollten als die Jagdpanzer IV/70 zu produzieren.
     
  • Panzerbefehlswagen IV

    Diese Fahrzeuge waren im Grunde "PzKpfw. IV Ausf. H". Jedoch wurde beim Befehlspanzerwagen der Ladeschütze noch als zweiter Funker eingesetzt und die Fahrzeuge erhielten mehr Funkgeräte und Antennen. Da bereits bei der Produktion der Panzerfahrzeuge die Anschlüsse für weitere Funkgeräte und Antennen eingebaut wurden, konnte sogar die Truppe in Eigenregie und an Ort und Stelle, die Kampfpanzer zu Führungsfahrzeugen umrüsten.
     
  • Panzerbeobachtungswagen

    Diese Panzerfahrzeuge glichen im Wesentlichen den Panzerbefehlswagen. Nur ihr Einsatz unterschied sich von diesen. Während aus den Befehlswagen das Gefecht geführt wurde kamen die Beobachtungspanzer eher als Vorgeschobene Beobachter für die Artillerie zum Einsatz oder am nutzte sie für die gepanzerte Aufklärung.
     
  • Tauchpanzer IV

    Wie im Teil "Vorbereitung für die Operation "Seelöwe" beschrieben wurden hier Fahrzeuge so hergerichtet, das sie Tauchfahrten bis zu einer Tiefe von 15m durchführen konnten. So konnte man schnell Gewässer überwinden und den Angriffsschwung der gepanzerten Fahrzeuge beibehalten auch wenn keine Brücken vorhanden oder diese zerstört waren.
     
  • Brückenlegepanzer IV

    Im Jahr 1939 wurde der Ruf laut nach Brückenlegefahrzeugen, damit diese gemeinsam mit der Panzertruppe vorstoßen konnten und beim Übergang über Flüsse und Gräben benutzt zu werden. Dies hatte den Vorteil, dass schnell eine Brücke gelegt werden konnte und nach einer kurzen Unterbrechung der Angriff weiter geführt werden konnte. Wenn die Pioniere hingegen Brücken bauen mussten dauerte dies im Vergleich viel länger und der Angriffsschwung war meist verloren. Aus diesem Grund entwickelten die Firmen Krupp und Magirus je eine eigene Variante. So entstanden zwei Modelle mit unterschiedlichem Einsatz. Die Krupp-Brücke war dazu gedacht Geländeeinschnitte bis zu einer Breite von 9m zu überbrücken. Die Variante von Magirus war eher gedacht um Hindernisse, wie zum Beispiel Panzersperren, zu überwinden. Nachdem insgesamt 20 Brückenlegepanzer gebaut wurden, kam der Befehl noch weitere 60 Stück zu bauen. Dieser Auftrag wurde aber kurz Zeit später storniert. Da nun geeignetes Brückengerät fehlte wurden auch die schon existierenden Brückenlegezüge der Panzerpionierkompanien wieder aufgelöst. Der Grund für die Stornierung war im Übrigen sehr simpel, man wollte die Fahrgestelle für die Produktion von ursprünglichen Panzerkampfwagen IV benutzen.


    "Der Brückenlegepanzer von Krupp im Einsatz"


    Die Firma Magirus machte auch Versuche sogenannte "Infanterie-Sturmstege" auf dem Fahrgestell von "PzKpfw. IV" aufzubauen. Dabei wurden schwenkbare Drehleitern auf den Fahrgestellen aufgebaut die dann zur Überwindung von großen Hindernissen durch die Infanterie genutzt werden sollten. Diese Entwicklung wurde nach dem Bau von zwei Fahrzeugen wieder eingestellt, jedoch kamen diese beiden Fahrzeuge im West- und Ostfeldzug zum Einsatz.


    "Modell des Infanterie-Sturm-Stegs"

     
  • Bergepanzer IV

    Diese Fahrzeugvariante, die meist aus Fahrzeugen der älteren Ausführungen umgebaut wurde, diente der Instantsetzung zum Bergen von abgeschossenen oder ausgefallenen Fahrzeugen.
     
  • Flakpanzer IV

    Da am Anfang des 2. Weltkrieges die Luftüberlegenheit meist auf Seiten der deutschen Luftwaffe war, gab es kaum eine richtige Fliegerabwehr der Panzertruppe. Es waren eigentlich nur 2cm und 3,7cm Flak-Selbstfahrlafetten auf ungepanzerten bzw. nur schwach gepanzerten Fahrzeugen vorhanden. Aber mit dem Fortschreiten des Krieges sank die Luftüberlegenheit der Luftwaffe und Generaloberst Guderian forderte immer vehementer eine eigene gepanzerte Flaktruppe für die Panzerverbände.
    Auf Grund dieser Forderung entstanden mit der Zeit verschiedene Modelle auf Basis eines "PzKpfw.IV" Fahrgestells. Zum einen gab es eine Ausführung die mit 10mm starken Panzerwänden zu allen Seiten, zumindest beim Transport, Schutz bot. Im Feuerkampf mussten diese Wände aber abgeklappt werden und der Schutz der Besatzung war somit nicht mehr gegeben. Die Bewaffnung war entweder ein 2cm Flak 38 Vierling oder eine 3,7cm Flak 43. Durch die Panzerung und den daraus resultierenden hohen Aufbau wurde dieser Flakpanzer auch "Möbelwagen" genannt. Der Schwenkbereich der Waffe lag bei 360°. 150 Fahrzeuge entstanden von dieser Ausführung, die an die Panzerregimenter ausgeliefert wurden und dort in den Flakzügen zum Einsatz kamen.

     



    Ab Dezember 1943 erschien eine weitere Ausführung eines Flakpanzers auf dem Fahrgestell eines Panzer IV. Der "Wirbelwind" hatte einen rundum gepanzerter, etwa 16mm starken, aber oben offener Turm mit der Bewaffnung von einem 2-cm-Flak-Vierling 38. Die Besatzung bestand aus 5 Mann und hatte insgesamt 3200 Schuss für den Flakvierling zur Verfügung. Der Schwenkbereich der Waffe lag bei 360°.Es wurden insgesamt 150 Fahrzeuge produziert und in den Panzerregimentern eingesetzt.

     



    Ein weiterer Flakpanzer war dann der "Ostwind". Dieses Fahrzeug hatte einen ähnlichen Turm wie der "Wirbelwind" aber die Bewaffnung bestand aus einer einzelnen 3,7-cm-Flak. Die Stärke der Turmpanzerung war hier 25mm. Auch hier lag der Schwenkbereich bei 360°. Die 7-köpfige Besatzung hatte insgesamt 417 Schuss für die 3,7cm Flak zur Verfügung. Vom "Ostwind" wurden insgesamt 40 Fahrzeuge produziert die ebenfalls in den Flakzügen der Panzerregimenter zum Einsatz kamen.
    Der "Wirbelwind" und der "Ostwind" waren schon ein guter Schritt nach vorn. Trotzdem wurde weiter entwickelt und es entstand der leichte Flakpanzer IV ( 3cm) "Kugelblitz". Im Gegensatz zu seinen Vorgängern war der Turm dieser Flakpanzer-Variante nicht mehr nach oben offen und der Aufzug des Panzers war niedriger gehalten. Der 20mm stark gepanzerte Drehturm bot genug Schutz für die Waffenbedienung und die beiden 3cm Mk 103/38 boten eine gute Feuerstärke. Die Besatzung konnte 360° wirken und die Waffe konnte bis zu 15 Schuss/Sek abfeuern. Die 5 Mann Besatzung hatten 1200 Schuss für die beiden 3cm Mk zur Verfügung. Diese Ausführung kam aber nie zum Einsatz, geschweige denn zur Serienproduktion. Nach 5 Exemplaren in der Vorserie wurde eine weitere Produktion durch die fortschreitenden Kriegsereignisse aufgehalten. Mit dem "Kugelblitz" wurde auch die Belastungsgrenze des Fahrgestells erreicht. Durch den Drehturm, dem umlaufenden Schutzschild und einem "Tiger" E-Drehkranz war die äußerste Belastungsgrenze erreicht worden.

     

     
  • Munitionsträger für den 60cm - Mörser "Karl"

    Auf Grund der übergroßen Geschosse für das "Gerät 040/041" ( Karlgerät ), einem überschweren Mörser mit Kaliber 60cm, war die Entwicklung eines Munitionsträgers nötig geworden. So entstanden 1941 die sogenannten "Panzerkampfwagen IV, Ausf. "F" - Munitionsträger für Karlgerät". Diese Fahrzeuge führten je drei der 60cm breiten und 2200kg schweren Geschosse mit. Zum Auf- und Abladen war ein elektrischer 3-t Kran am Fahrzeug angebracht worden.
     
  • Panzerjäger "Nashorn"

    Beim Panzerjäger "Nashorn" handelt es sich um eine Selbstfahrlafette mit einer 8,8cm PaK 43. Ursprünglich war der Name "Hornisse" für das Fahrzeug angedacht worden, aber Adolf Hitler fand das dieser Name nicht passte und somit wurde die Umbenennung durchgeführt. Der Panzerjäger "Nashorn" wurde entwickelt, da in der zweiten Hälfte des Krieges die Panzerabwehr immer wichtiger wurde und mit dem Aufbau einer PaK auf ein Gw III/IV sollte die Beweglichkeit extrem gesteigert werden. Beim "Gw III/IV" handelt es sich um einen Geschützwagen der auf dem Fahrgestell eines Panzer IV beruhte, aber mit dem Antriebsstrang des Panzer III angetrieben wurde. Des Weiteren wurde der Motor nach vorn, direkt hinter das Getriebe verlegt. So entstand im Heck des Fahrzeuges ein großzügiger Kampfraum in dem die Geschützbewaffnung genug Platz zum Arbeiten hatte und die Waffe sowie die 40 Schuss 8,8cm Munition gut untergebracht werden konnten. Aufgrund der Tragfähigkeit des Fahrgestells war leider nur eine Panzerung des Aufbaus von 30mm in der Front, 20mm an den Seiten und 10mm im Heck möglich. Trotz der hervorragenden Waffenwirkung aber wegen dieser schwachen Panzerung und des hohen Aufbaus von 2,65m Höhe war der Panzerjäger "Nashorn" nur als Zwischenlösung zu sehen. Ab November 1943 erfolgte die Auslieferung der insgesamt 473 produzierten Fahrzeuge an die schweren Heeres-Panzerjäger-Abteilungen bis schließlich 1944 der "Jagdpanther" als Ablösung kam.

     

     
  • Panzerhaubitze "Hummel"

    Ebenfalls auf dem Geschützwagen III/IV basierend wurde eine Panzerhaubitze mit einer 150mm Haubitze entwickelt. Wie auch schon beim "Nashorn" befand sich der Aufbau mit der Bewaffnung hinten im Fahrzeug. Der Aufbau war wieder leicht gepanzert, diesmal aber rund herum mit 10mm starken Panzerplatten. Die Verwendung dieser Panzerhaubitze in der Truppe fand ab Herbst 1943 bei den Selbstfahrlafettenabteilungen der Panzerartillerie statt. Die 666 hergestellten Fahrzeuge wurden alle bei den Deutschen Eisenwerken in Mülheim/Ruhr produziert und konnten 18 Schuss für die Haubitze mitnehmen.

     


    Da die Transportkapazität von 18 Schuss pro Fahrzeug sehr gering war wurden auch "Munitionsträger Hummel" bzw. "Gw III/IV (Mun)" entwickelt. Dabei handelte es sich um baugleiche Fahrzeuge wie die Haubitzen. So konnte mehr Munition mitgeführt werden und die Unterstützungsleistung der Haubitzen stieg rapide an. Ein weiterer Vorteil war das man die Munitionstransporter auch leicht zu Haubitzen umbauen konnte. Dazu musste nur eine Abdeckplatte abgeschraubt werden und an deren Stelle das Geschütz mit der Oberlafette installiert werden. Somit konnten Fahrzeugausfälle der Haubitzen schnell ausgeglichen werden. Insgesamt wurden 150 Fahrzeuge dieses Typs hergestellt.
     
  • Panzerfähre

 

1941 wurde diese dieses Fahrzeug in der Art einer Fähre als Nachfolger für den "Land-Wasser-Schlepper" entwickelt. Es sollte dazu genutzt werden um Fahrzeuge, bis zu einer Größe und einem Gewicht vergleichbar mit dem Panzerkampfwagen IV, über Gewässer überzusetzen. Dazu erhielten zwei leicht veränderte "Panzer IV" Fahrgestelle einen von C.D. Magirus in Ulm entwickelten Wasserantrieb. Dieser erhielt seinen Abtrieb vom Hauptmotor. Der gepanzerte Aufbau war bootsmäßig ausgelegt und hatte die Abmaße 8250x2800x2500mm. Das Gesamtgewicht lag bei 17t. Zwei Fahrzeuge bildeten eine komplette Panzerfähre, diese wurden mit Hilfe einer selbsttragenden Fährendecke verbunden. Da die Gewichte der neu entwickelten Panzer immer weiter anstiegen, ließ man schnell von einer weiteren Entwicklung der Panzerfähre ab. Sie wären sonst zu groß und zu unbeweglich geworden um beim Gewicht der Kampfpanzer mithalten zu können.

 

 


Quellen

Walter J. Spielberger: Der Panzerkampfwagen IV und seine Abarten. Motorbuchverlag, ISBN: 3-87943-402-6

http://www.wehrmachtphotos.com/wehrmach ... fz-1611-2/
Bundesbildarchiv

Autor: panzermeyer