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Das Thema

Panzerkampfwagen II (Sd.Kfz. 121)


Allgemeines

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Dieser Beitrag wird sich mit dem leichten Panzerkampfwagen "PzKpfw II" und seinen Varianten beschäftigen. Wie auch der PzKpfw. I. war der PzKpfw. II nur eine Zwischenlösung. Durch die Firmen Krupp, Henschel und MAN sollte ein 10-Tonnen Panzer entwickelt werden der unter dem Tarnnamen "Landwirtschaftlicher Schlepper 100" (LaS 100) laufen sollte. Man entschied sich nach Erprobungen und Beratungen in der Heeresleitung für das Fahrzeug der Firma MAN. 1935 kamen von diesen Panzern die ersten Vorserienmodelle der Ausführungen "a/1", "a/2" und "a/3" zur Auslieferung. Insgesamt wurden 75 Panzer dieser Variante gebaut.
 

 



Trotz mehrerer Varianten die von diesem Panzer gebaut wurden, siehe im weiteren Text, war schnell erkennbar, dass die Panzerung und Bewaffnung zu gering ausfiel. Sein größter Vorteil lag eindeutig in seiner Zuverlässigkeit. Aus diesem Grund wurden die Panzer II bei den Feldzügen in Polen, Frankreich, Russlands und im Wüstensand Nordafrikas eingesetzt. So entschied man im Laufe des Krieges, dass der Panzer II nicht mehr als Kampfpanzer eingesetzt werden sollte. Somit wandelte sich seine Funktion zum gepanzerten Aufklärer und auf der Grundlage des Fahrwerks der Panzer II wurden weitere Umbauten entwickelt und produziert. So entstanden auf dieser Basis zum Beispiel auch 52 schwimmfähige Fahrzeuge für die geplante Invasion in England, aber auch die PaK- und Artillerieselbstfahrlafetten Marder-II (Sd.Kfz. 131 und 132), Sturmpanzer II bzw. Bison II ( Sd.Kfz. 121/122) und Wespe ( Sd.Kfz. 124 ). Eine weitere Verwendung war die Aufgabe eines Munitionsschleppers oder eines Pionierpanzers ohne Turm.
 

 

Ausführung B - F

Die Ausführungen des PzKpfw. II mit Serienreife


 

Ausführung "B"

 

technische Daten
 
 
Hersteller MAN, Daimler Benz
Gefechtsgewicht 7,9 Tonnen
Länge 4760mm
Breite 2140mm
Höhe 1960mm
Motor Maybach HL 62 TRM, 6-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 6191ccm
Leistung kw/PS 103/140
Leistungsgewicht 17,7 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 40 km/h (Straße),20 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 170 Liter
Fahrbereich 200km (Straße),125km (Gelände)
Besatzung 3 Soldaten
Bewaffnung 1x 2cm KwK 30, 1x 7,92mm MG-34
Panzerung 5-13mm, die Blende bis 15mm
Wattiefe 0,92m

 

In der "Ausführung a" kam der Maybach-Motor HL 57 TR mit 130 PS zum Einsatz. Im Februar und März des Jahres 1937 wurden dann von MAN und Daimler Benz 25 Stück der Ausführung "b" gebaut. Der Unterschied von Ausf. "a" und der Ausf. "b" waren der stärkere Motor sowie das verbesserte Abgas-, Kühl- und Getriebesystem. Obwohl es sich bei diesen beiden Ausführungen des Panzerkampfwagens II nur um Vorserienmodelle handelte kamen diese in den Anfangsmonaten des 2. Weltkrieges zum Einsatz. Um Verwirrungen zu vermeiden noch eine Anmerkung. Wenn bei den einzelnen Ausführungen von a,b, oder c gesprochen wird handelt es sich um die Vorserienmodelle ( kleine Buchstaben ). Bei der Verwendung von z.B. A, B oder C handelt es sich um die Modelle der Serienproduktion ( große Buchstaben ).

 

 


 

Ausführung "C"

 

technische Daten
 
 
Hersteller MAN, Wegmann, Famo
Gefechtsgewicht 8,9 Tonnen
Länge 4810mm
Breite 2280mm
Höhe 2020mm
Motor Maybach HL 62 TRM, 6-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 6191ccm
Leistung kw/PS 103/140
Leistungsgewicht 15,7 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 40 km/h (Straße),19 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 170 Liter
Fahrbereich 200km (Straße),100km (Gelände)
Besatzung 3 Soldaten
Bewaffnung 1x 2cm KwK 30, 1x 7,92mm MG-34
Panzerung 5-14,5mm, die Blende bis 16mm
Wattiefe 0,92m

 

Im März 1937 kam ein weiteres Vorserienmodel zum Einsatz. Der PzKpfw. II Ausf. "c" hatte gegenüber seiner Vorgänger ein neues Laufwerk. Dieses besaß 5 einzeln gefederte mittelgroße Laufrollen und wurde später auch in den Serienversionen benutzt. Die Ausführung "c" hatte auch noch eine stärkere Panzerung erhalten. Aber schon im Polenfeldzug wurde klar, dass auch diese Verstärkung nicht ausreichend war. Bis April 1940 entstanden von den Ausführungen "c, A, B, C" insgesamt 1113 Panzer. Sie waren somit am Anfang der deutschen Panzertruppe als "Rückgrat" anzusehen. Durch Umbauten von Panzern der Ausführung "B" entstanden etwa 200 Panzerbefehlswagen. Diese hatten einen starren Turm sowie ein zusätzliches Funkgerät.

 

 


 

Ausführungen "D" und "E"

 

technische Daten
 
 
Hersteller MAN, Daimler Benz
Gefechtsgewicht 10 Tonnen
Länge 4650mm
Breite 2300mm
Höhe 2060mm
Motor Maybach HL 62 TRM, 6-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 6191ccm
Leistung kw/PS 103/140
Leistungsgewicht 14 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 55 km/h (Straße),19 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 200 Liter
Fahrbereich 200km (Straße),130km (Gelände)
Besatzung 4 Soldaten
Bewaffnung 1x 2cm KwK 30 L/55, 1x 7,92mm MG-34
Panzerung 5-30mm
Wattiefe 0,92m


 

Die Ausführung D, die ab Mai 1938 produziert wurde, war abgesehen vom Turm und der Bewaffnung praktisch gesehen neu. Anstatt eines 5-rädrigen Laufwerkes waren nun 4 Laufrollen vorhanden. Durch dieses neue Fahrwerk konnte, trotz gleichem Motor wie in den Vorgängerausführungen, eine höhere Geschwindigkeit auf der Straße erreicht werden. Durch das gestiegene Gewicht sank aber die Geländegängigkeit. Außerdem waren in dieser Ausführung 4 Mann Besatzung vorgesehen. Die Ausführung "E" unterschied sich nur in sehr kleinen Details von der Ausführung "D". So waren nur kleine Veränderungen an Gleisketten und Laufwerk durchgeführt worden. Insgesamt wurden 250 Panzer der Ausf. "D" und "E" produziert, die größtenteils in den leichten Divisionen eingesetzt wurden.

 

 


 

Ausführung "F"

 

technische Daten
 
 
Hersteller MAN, Wegmann, Famo, Miag
Gefechtsgewicht 9,5 Tonnen
Länge 4810mm
Breite 2280mm
Höhe 2150mm
Motor Maybach HL 62 TRM, 6-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 6191ccm
Leistung kw/PS 103/140
Leistungsgewicht 14,7 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 40 km/h (Straße),19 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 170 Liter
Fahrbereich 200km (Straße),100km (Gelände)
Besatzung 3 Soldaten
Bewaffnung 1x 2cm KwK 38, 1x 7,92mm MG-34
Panzerung 5-35mm
Wattiefe 0,92m



Obwohl die leichte Panzerung und Bewaffnung als Mangel erkannt wurde gab es ab März 1941 eine weitere Ausführung des PzKpfw. II die in die Wehrmacht eingeführt wurde. Diese Variante hatte eine bessere und modernere KwK und einige Details am Fahrzeug wurden verändert. Trotzdem war der Panzer II Ausf. "F" zu schwach gepanzert um gut gegen andere Kampfpanzer bestehen zu können. Diese Tatsache führte dazu das die Ausf. "F" nicht mehr als Kampfpanzer eingesetzt wurde sondern eher als gepanzertes Aufklärungsfahrzeug. Von dieser Ausführung entstanden insgesamt 524 PzKpfw. die jedoch ab 1943 beginnend aus den Frontverbänden herausgezogen wurden.

Flamingo/Luchs

Ausführung "Flamingo"

 

technische Daten
 
 
Hersteller Umbau durch Wegmann
Gefechtsgewicht 10,5 Tonnen
Länge 4650mm
Breite 2300mm
Höhe 1850mm
Motor Maybach HL 62 TRM, 6-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 6191ccm
Leistung kw/PS 103/140
Leistungsgewicht 13,3 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 55 km/h (Straße),19 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 200 Liter
Fahrbereich 200km (Straße),130km (Gelände)
Besatzung 3 Soldaten
Bewaffnung 2x Flammenwerfer, 1x 7,92mm MG-34
Panzerung 5-30mm
Wattiefe 0,92m

 

Diese Ausführung des PzKpfw. II. wurde als Flammenwerfer-Panzer eingesetzt. Ab Mai 1940 entstanden bei der Firma Wegmann in Kassel 90 dieser Panzer. Als Basis für den Umbau diente das Fahrgestell der Ausf. " D" und "E." Auf dieses Fahrzeug wurde vorn auf der Kettenabdeckung je ein kleiner Turm mit Flammenwerfer angebaut. Mit je 160 Liter Flammöl pro Turm konnten bis zu 80 Feuerstöße von zwei bis drei Sekunden ausgeführt werden. Die Ausführung "Flamingo" kam nur an der Ostfront zum Einsatz, bewährte sich aber nicht und wurde Ende 1942 wieder aus der Front gezogen. Die Fahrgestelle wurden darauf meist dafür genutzt um sie zu "Marder II" umzubauen.


 

Ausführung "L" "Luchs"

 

technische Daten
 
 
Hersteller MAN
Gefechtsgewicht 11,5 Tonnen
Länge 4630mm
Breite 2480mm
Höhe 2210mm
Motor Maybach HL 66 P, 6-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 6754ccm
Leistung kw/PS 132/180
Leistungsgewicht 15,6 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 60 km/h (Straße),42 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 236 Liter
Fahrbereich 290km (Straße),175km (Gelände)
Besatzung 3 Soldaten
Bewaffnung 1x 2cm KwK 38, 1x 7,92mm MG-34
Panzerung 10-30mm
Wattiefe 1,40m



Schon seit 1939 war man daran beschäftigt den PzKpfw. II. grundlegend zu verändern. Durch die Firma MAN wurde versucht ein mobiles, gut gepanzertes Aufklärungsfahrzeug zu entwickeln. Es gab viele Versuchsmodelle eines Panzer II "Neuer Art (n/A)", das waren die Ausf. "G", "H" und "J", die schließlich zur Serienreife des Panzers VK 1303 führten. Diese Ausführung, die später als "Luchs" bekannt wurde, hatte eine verstärkte Panzerung und ein verschachteltes Laufwerk. Der "Luchs" sollte in einer Stückzahl von 3600 Panzern entstehen. 100 Fahrzeuge mit einer KwK 38 wurden gebaut und an die Truppe ausgeliefert. Die restlichen Fahrzeuge, die eine 5cm KwK 39/L 60 erhalten sollten und einen nach oben offenen Turm besaßen, wurden nie produziert.