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Das Thema

Panzerhaubitze Hummel Sd.Kfz. 165

 

 

Entwicklung

Entwicklung

 

Die "Hummel" entstand nachdem die Forderung nach schwerer mobiler Panzer-Artillerie in der Wehrmacht laut wurde. Durch das schnelle Vorrücken der gepanzerten Verbände war nicht immer eine Unterstützung durch schwere Artillerie gegeben. Das "Heranbleiben" und das "Nachschwingen" der Artillerie sollten so gelöst werden. Man hatte den Wunsch die Zwischenräume zwischen den vorrückenden Panzern und der nachfolgenden Artillerie möglichst klein zu halten und durch das schnellere Wechseln zwischen "Stellungswechsel" und "Feuerbereitschaft" eine verbesserte Unterstützung zu erhalten. Ein weiterer wichtiger Punkt war, dass die Panzer-Artillerie in den Feuerräumen meist auf sich gestellt war und das Gebiet vorher nur durch die eigenen Panzer durchquert wurde. So musste die Artillerie auch schnell in der Lage sein wieder aufflammenden Widerstand eigenständig zu bekämpfen.

 

technische Daten
 
 
Hersteller Deutsche Eisenwerke
( Mülheim/Ruhr)
Gefechtsgewicht 23,5 Tonnen
Länge 7170mm
Breite 3260mm
( mit Ostketten )
Höhe 2810mm
Motor Maybach HL 120 TRM,
12-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum 11870ccm
Leistung kw/PS 221/300
Leistungsgewicht 13,1 PS/t
Höchstgeschwindigkeit 42 km/h (Straße),
20 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat 470 Liter
Fahrbereich 215km (Straße),
130km (Gelände)
Besatzung 6-7 Soldaten
Bewaffnung 1x 15cm sFH 18 (M),
1x MG 42 (600 Schuss)
Reichweite Waffe 14km
Panzerung 20mm(Wanne)
10mm (Aufbau)
Wattiefe 1,00m

 

Auch wurde bei der Entwicklung der Selbstfahrlafetten-Artillerie darauf geachtet, dass die artilleristischen Aufgaben weiterhin erfüllt werden konnten und nicht der Einsatz als Sturmgeschütz oder Panzer angedacht war. So wurde der Aufbau nur so stark gepanzert, dass er gegen Splitter und Infanteriebeschuss wirksam war und diese Gewichtseinsparung zu Gunsten der Beweglichkeit gehen konnte. Während der Entwicklung ab 1942 wurde darauf geachtet Konstruktionen zu schaffen, die möglichst auf Konstruktionsgruppen anderer Fahrzeuge basierten um eine schnelle und kostengünstige Produktion zu ermöglichen. Was vorgeschrieben war und dringend eingehalten werden musste/sollte war ein Höhenrichtfeld von -8° bis +40° und ein Seitenrichtfeld von 35° zu beiden Seiten. So sollte ein möglichst großer Wirkberiech entstehen ohne ständig das Fahrzeug bewegen zu müssen. Bei der Firma "Alkett" wurde eine Entwicklung erforscht bei der auf das Fahrgestell "Gw III/IV" die schwere Panzerhaubitze 18/1 montiert wurde. Die "Hummel" und damit das Sd.Kfz. 165 war geboren.

 


Die "Hummel" mit der Rohrstütze. Diese musste bei Fahrzeugbewegungen immer benutzt werden um Schäden am Rohr zu verhindern.

Produktion

Produktion



Die Montage der Fahrzeuge erfolgte bei den "Deutschen Eisenwerken". In das Fahrgestell eines "Panzer IV" wurde der Antriebsstrang des "Panzer III"eingebaut. Der Motor wurde nach vorne verlegt und dadurch ein großzügigerer Kampfraum im Heck geschaffen. Der rundum gepanzerte Aufbau mit einer Stärke von 10mm, der von den "Deutschen Rohrenwerken" in Mülheim hergestellt wurde, kam auf das Fahrgestell und ebenso die 150-mm-Haubitze "sFH 18". Nach dem Einbau besaß die Haubitze ein Seitenrichtfeld von 15° nach beiden Seiten. Somit war die eigentliche Forderung nach einer Panzerhaubitze mit 35° Seitenrichtfeld nach beiden Seiten nicht erfüllt. Dies ist auch ein Grund warum die "Hummel" nur als Zwischenlösung angesehen wurde. Im Gegensatz zu den Prototypen besaßen die Fahrzeuge der Serienproduktion keine Mündungsbremse mehr. Aus diesem Grund durfte mit diesen Fahrzeugen auch nicht mehr die sogenannte "8.Ladung" verschossen werden. Dies bedeutet das nur 7 Treibladungen beim Verschuss der Granaten benutzt werden dürfen. So verringert sich zwar die Reichweite der Haubitze aber der Verschleiß am Gerät war nicht so stark und die Produktion des Rohres einfacher und billiger. Trotzdem konnten die 43 kg schweren Geschosse über eine Entfernung von 13 km verschossen werden.

Die ersten Serienfahrzeuge kamen im Mai 1943 zu den Fronttruppenteilen, bis Ende des Jahres 1943 waren 368 Stück produziert und 227 davon ausgeliefert worden. Die Serienproduktion endete Anfang 1945. Es wurden insgesamt 724 Panzerhaubitzen "Hummel" produziert.

Einsatz

Einsatz



Die ausgelieferten "Hummel" kamen alles zu den Panzerartillerie-Regimentern der Panzerdivisionen. Hier sollten sie im Zusammenspiel mit den Panzerhaubitzen vom Typ "Wespe" die deutschen Panzer beim Vorstoß unterstützen. Die "Wespen" waren dabei als leichte Artillerie anzusehen und die "Hummel" als die Schwere. Die Fahrzeuge bewährten sich gut an der Front. Meist an der Ostfront eingesetzt, konnten sie durch ihr Feuer die eigenen Panzerangriffe unterstützen, gegnerische Angriffe mit eigenem Feuer stören und auch selber im direkten Feuern den Feind vernichten. Das direkte Feuern war aber immer nur als Ausnahme anzusehen, da durch die geringe Panzerung immer eine große Gefahr des Ausfalls der Haubitze bestand. Die fehlende Möglichkeit des Rundumfeuerns und der hohe Aufbau wirkten sich nicht negativ auf den Einsatz der Haubitzen aus.
 


Eine "Hummel" der Waffen-SS. Man kann hier ein aufklappbares Gittergerüst über dem Kampfraum erkennen.

 

Es kamen aber nicht nur die Panzerhaubitze "Hummel" zum Einsatz, sondern auch insgesamt 157 Fahrzeuge des Typs Munitionsträger "Hummel". Bei diesen Fahrzeugen handelt es sich um baugleiche Fahrzeuge wie die Haubitze, nur wurde hier das Geschütz nicht eingebaut. Die so entstandene Lücke in der Frontpanzerung wurde dann mit einer Zusatzplatte geschlossen. Der Grund für die Herstellung dieser Fahrzeuge ist recht einfach. Auf Grund von Gewicht und Platz, konnten bei der Panzerhaubitze nur 18 Schuss für die Haubitze mitgeführt werden. Mit dieser Anzahl von Geschossen pro Fahrzeug konnte aber keine nachhaltige Feuerunterstützung geleistet werden. So wurden dann die Munitionsträger mit jeweils 90 Granaten und Kartuschen bestückt und unterstützten so den Feuerkampf. Es gab auch noch andere Vorteile für die Nutzung der Munitionsträger. Wo die Panzerhaubitzen hinfahren konnten auch die Munitionsträger folgen. Die Ersatzteile waren die gleichen und somit gab es eine Vereinfachung im Bereich der Logistik. Außerdem konnte man, durch das Entfernen der zusätzlichen Panzerplatte in der Front und dem Aufbau einer Haubitze, sehr schnell und ohne großen Aufwand aus einem Munitionsträger eine Panzerhaubitze machen. So war der Ausfall einer Haubitze relativ schnell wieder ausgleichbar.

 


Links: Der Blick von hinten in den Kampfraum. Rechts: Eine "Hummel" Batterie im Einsatz.


Quellen

"Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg" von Alexander Lüdeke, Parragon Books Ltd, ISBN: 1-40548-584-1
"Typenkompass Panzer der Wehrmacht. 1933 - 1945" von Alexander Lüdeke, Motorbuch Verlag, ISBN: 3-61302-953-7
"Der Panzerkampfwagen IV und seine Abarten" von Walter J. Spielberger, Motorbuch Verlag, ISBN: 4-87943-402-6
"Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr" von Werner Oswald, Motorbuch Verlag, ISBN: 3-61302-370-9



Autor: Panzermeyer