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Das Thema

Mörser "Karl"
Gerät 040/041

 

 

 

Die Mörser „Karl“ (Gerät 040/041) waren Mörser, die von Deutschland im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden.

 

 

 

(Vorne: Der Mörser "Karl" auf einem Eisenbahngestell / Dahinter: Der Munitionsschlepper mit Greifarm, ebenfalls verladen)

Einleitung

Einleitung

 

Um den Mörser erst einmal vorzustellen, muss man klare Abgrenzungen zu anderen geschützen Machen. Wir sprechen hier von einem Steilfeuergeschütz, bei dem die Rohrlänge sehr viel kürzer ist als bei anderen Geschützen. Zu Anfang waren Mörser mit einem Kaliberdurchmessers bestückt worden, der etwa das Dreifache der eigentlichen Rohrlänge hatte. Spätere Ausführungen hatten Rohrlängen bis zum 12- bis 18-fachen des Kalibers. Damit haben wir es mit einer ganz eigenen Klasse von Geschützen zu tun, die im Zweiten Weltkrieg und auch danach, vor allem von bei Artillerie und Marine verwendung fanden. Das kurze Rohr lässt keine hohe Mündungsgeschwindigkeit zu und rangiert einheitlich unter der von Kanonen. Bis heute werden nach diesen Merkmalen die Vorderlader-Steilfeuergeschütze der Infanterie, die Granatwerfer oder Minenwerfer, als Mörser bezeichnet.

 

 

 

Die maximale Durchschlagsleistung lag bei 2,5 m Stahlbeton bzw. 350 mm Panzerstahl.

Entwicklung

Entwicklung der Überschweren Mörser

 

Bereits 1936 wurden erste Studien für überschwere Mörser entwickelt. Rheinmetall legte hierbei HWA den Entwurf für einen überschweren 60cm Minenwerfer zur Bekämpfung von Betonzielen vor (Vorderlader und Bettungsgeschütz!). Transportiert werden sollte das ganze Gerät entweder auf Raupenfahrgestell, Rollen oder zerlegt in Teilen. Hintergund dieser überdimensionierten Waffen waren die Erfahrung des Festungskampfer im Ersten Weltkrieg. So lautete die Zielsetzung, Festungen wie etwas die Maginotlinie damit sturmreif schießen zu können. Im Oktober 1936 erhält Rheinmetall den Auftrag für konstruktive Untersuchung für das Gerät mit Raupenfahrgestell. Im Januar 1937 sind ersten Untersuchung abgeschlossen, dabei ging man immer noch alvon einem Bettungsgeschütz und Vorderlader aus.

 


 
Kaliber:
60cm
Geschoßgewicht:
2t
Reichweite:
3km
Gewicht:
55t

 

Rheinmetall schlägt eine Selbstfahrlafette vor und legt gleich einen Entwurf vor, der dem späteren Fahrzeug bereits sehr nahe kommt. Gleichzeitig schlägt man Abkehr vom Vorderlader und gleichzeitige Erhöhung der Reichweite auf 4km vor. HWA und Rheimmetall sind dabei auf einer Linie und gehen die Entwicklung in weiten Strecken gemeinsam an. Bereits im August 1937, angefacht durch die hochfahrende Rüstung und hohe Budgets für Waffenentwicklung, konkretisierte sich ein Vorschlag mit Konzeptstudien zu einem Projekt mit 60cm Kaliber. Man nahm sich dabei die Erfahrungen mit ähnlichen Projekten des Ersten Weltkrieg vor und wendete sie auf diese Entwicklung an. So kam der Zusammenbau der Waffe, in einer Feuerstellung nah am Feind, aufgrund von Machbarkeitsstudien und zu hohem zeitlichen Aufwand verworfen. Man hatte darum die Idee aufgegriffen, diese Waffe auf eine Selbstfahrlafette zu setzen.
Am 9.03.1938 stimmt HWA unter Leitung des Ingenieur Becker allen Plänen Rheinmetalls zu. Drei Modellrohre (21cm) und eines 18cm werden in Auftrag gegeben. Dabei stand vor allem die Endbestimmung des Kalibers und die Ballistik im Vordergrund. Kurze Zeit später (März/April 1938) wurden erste Testfahrten mit dem Neubaufahrzeug durchgeführt, wobei der spezifische Bodendruck der Karl-Geräte simuliert und ausgetestet wurde.

 

 

 

Rechts: Konzept Jan. 1937 / Links: Konzept Aug. 1937

 


 
Daten Prototyp
Gewicht:
124 t
Motor:
580-PS-Dieselmotor
Höchstgeschwindigkeit:
etwa 10 km/h
 
Mörser-Kaliber:
60 cm
Länge:
5.068 mm
Gewicht (inkl. Verschluss und Bodenstück):
28 t
Züge:
112
 
Selbstfahrlafette (2 Ausführungen)
I. 8 Lauf- und 8 Stützrollen (Ausführung Nr. I und II )
II. 6 Lauf- und 6 Stützrollen



Am 23.06.1939 wurden mit dem Prototyp der Waffe die ersten Probeschüsse auf solche Lafetten abgefeuert und die Ergebnisse mit großer Zufriedenheit registriert. Schon im Oktober 1939
werden Rheinmetalls Pläne für den Munitionsschlepper IV (2,5-t-Kran - Panzer-IV-Fahrgestell) genehmigt. Im November 1939 wurde eine zweite Anschießlafette, um Montage und Beschuss der fertigen Lafette unabhängig vom Fahrzeug durchführen zu können, von HWA genehmigt. Sie wird dann später in Hillersleben auf die Fundamente der alten gesetzt. Die Entwicklungsphase kommt im Januar 1940 mit der Anweisung an Rheinmetall eine Holzbettung mit Stahlformgußlagern anzufertigen, langsam zu einem Ende. Diese Anweisung bzw. Vorkehrungen sind als eine Notlösung gedacht, die man in der Hinterhand haben will falls Probleme mit den Fahrgestellen auftreten sollten. Im Mai 1940 wurden die ersten Fahrversuche mit dem Fahrgestell in Unterlüß unternommen.

Am 2.Juli 1940 wurde dann das erste "Karl"-Gerät (nach dem General der Artillerie Prof. Dr.-Ing. Karl Becker) werkstattfertig mit Geschütz vorgeführt.
 

 

Karl-Gerät

Das "Karl"-Gerät

 


 
Bezeichnung des Fahrzeugs:
Gerät 040
Typ:
Selbstfahrlafette
Hersteller:
Rheinmetall
Baujahr:
1940 bis 1942



Das Gerät Nr. 1 "Karl" (Gerät 040) wurde auch immer wieder als "Adam" bezeichnet, quasi hat man "Schöpfungsgeschichte" geschrieben. Es hatte bei Indienststellung das 60 cm Rohr, nach seiner Umrüstung auf das 54 cm Kaliber wurde es schließlich "Baldur" benannt. Die Umrüstung auf das geringere Kaliber (54 cm) "Fenrir" ging auf eine Forderung von höchste Stelle zurück. Hitler persönlich verlangte im Jahre 1941 höhere Schussweiten. Die Höchstschussweite betrug bei diesem neuen Kaliber nun bei 10,5 km.
 


 
Motor:
Daimler Benz 507
Zylinderzahl
Anordnung:
12 Zylinder
V-Anordnung
Hubraum:
42.300 ccm
Drehzahl:
2300 U/min
Höchstleistung:
427 kW
(580 PS, gedrosselt, normal 850 PS möglich)
Leistungsgewicht:
4,8 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
10 km/h
Getriebe:
4 Schaltgänge
Bodenfreiheit:
350 mm
Spurweite:
2650 mm
Kettenbreite:
500 mm
Kettenauflagefläche:
7 m²
Gefechtsgewicht:
120 t
Bodendruck:
1,71 kg/cm²
Kraftstoffvorrat:
1200 l
Materialstärke:
bis zu 10 mm
Bewaffnung:
54-cm-Mörser L/13
oder 60-cm-Mörser L/8,45
Munition:
Sprenggranate/Betongranate
Höchstschussweite Sprenggranate:
6,6 km
Höchstschussweite Betongranate:
4,3 km
Produktionszahlen:
7 Stück

 

Das Mörsersystem 040 bestand im Prinzip aus zwei Teilen, nähmlich der bis zu 70 t tragenden Selbstfahrlafette und dem eigentlichen Mörser. Das Getriebe besaß vier Gänge und zum Lenken musste eine der beiden Ketten blockiert werden, während die andere weiter angetrieben wurde.

 

 

 


 
Im Zeitraum von 1940 bis 1942 wurden
6 Geschütze hergestellt
 
Die ersten sechs Geschütze erhielten die folgenden Namen
I = „Karl / “ (später „Baldur“)

(War in Brest Litowsk stationiert und feuerte 16 Schuss ab.
Einsatz in Sewastopol)

II = „Odin“ (später „Wotan“)

(Wurde ebenfalls nach Sewastopol transportiert.
Zusammen mit dem Schwestergeschütz Karl und Thor verschoss es dort 197 Granaten,
fiel aber später durch einen Rohrkrepierer aus. )

III = "Eva“

(War in Brest Litowsk stationiert.
Er hatte allerdings bereits beim ersten Schuss einen Rohrkrepierer und kam danach zur Reparatur nach Düsseldorf.)

IV = „Thor“

(Einsatz in Sewastopol.
Ist heute im "Tank Museum of the Red Army" in Kubinka (Russland) zu finden.)

V = „Loki“

(Ging in Ungarn verloren, der Verbleib ist unbekannt.)

VI = „Ziu“ und

(Einsatz beim Warschauer Aufstand)

VII = "Fenrir"



Die Auflistung der Möser und ihrer Einsatzdaten fand aus der Zusammensetzung der verschiedenen Daten, mögliche Einsatzorten und historischen Angaben über Aufenthalten bzw. Erwähnung in Quellen statt. (Ohne Gewähr)[/list]

Einige wurden später auf 54-cm-Rohre (Baureihe 041) umgerüstet. Ein siebter Mörser - "Fenrir" - , der bereits ab Werk mit dem 54-cm-Rohr der Baureihe 041 ausgeliefert wurde, kam nie zum Einsatz. Von den insgesammt 7 Mörsern wurden 5 (auch der unfertige) von ihren Besatzungen gesprengt und die zwei restlichen erbeutet!

Technik

Technik und Details

 

Nr. I , II, VI und VII hatten einen Benzinmotor MB 503 A mit einer Reichweite von 42 km bei eine Geschwindigkeit von 6 Km/h bzw. 10 km/h. Nr. III, IV und V hatten einen Dieselmotor MB 507 C mit einer Reichweite von 60 Km. Der Tankinhalt lag bei allen Ausführungen von 1.200 Litern und war der Verbrauch ein massive Problem im Hinblick auf die Mobilität. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Ausführungen resultieren aus den unterschiedlichen Laufwerken. Nr. I und II hatten 8 Laufrollenmit Gummi und konnten 10 km/h erreichen, die anderen Mörser hatten ein Laufwerk mit 11 Stahllaufrollen.

 

 

 

Karl-Mörser / Munitionsschlepper



Der 60 cm Mörser hatte eine Bedienmannschaft von 19 Mann, einen Offizier und 18 kanoniere. Die max. Feuergeschwindigkeit lag bei einen Schuss in 10 Minuten. Die hauptsächlich dabei verwendete Munition waren die schweren Betongranaten. Diese Geschoss hatte eine Länge von 2,511 Meter und ein Gewicht von 2.170 Kg. Gefüllt war sie mit 270 Kg hochexplosiven Sprengstoff. Die Reichweite lag je nach Ladung zwischen 2840 m und 4320 m und die Geschwindigkeit lag bei 220 m/s. Die extreme Druckwirkung und Kräfte, die dabei auftraten, müssen für die Mannschaft nur schwer zu ertragen gewesen sein. Die Wirkung bzw. das Geräusch heran nahender Geschosse aber für den Gegner noch schrecklicher und furchteinflößender.
Ab 1942 kam dann die leichte Betongranate 040 mit einem Gewicht von 1700 Kg, gefüllt mit 220 Kg Sprengstoff. Das Geschoss hatte eine Mündungsgeschwindigkeit von 283 m/s und eine Reichweite je nach Ladung, von 4260 Meter bis 6640 Meter.
Die Betongranaten konnten über 2,5 Meter starken armierten Beton durchschlagen und explodierten dann im inneren. Zu beachten ist dabei, dass die schweren Betongranaten, aufgrund ihrer Beschaffenheit, ohne Kartusche geladen wurden. Die Treibladung war hier in der Granate integriert. Die Granaten waren aus Beton und darin der Sprengstoff, weil es eine billigere und doch effizeinte Alternative zum Stahlgeschoß war.
 

 

 


 
Die Schwere Betongranate
Sie wurde als erste der drei verschiedenen Munitionsarten entwickelt und hatte ein Gewicht von 2.180 kg,
wobei davon 348 kg auf den Sprengstoff entfielen.
Für diese Granate waren verschiedene Ladungen vorgesehen,
die je nach Reichweite und Störfaktoren variiert wurden.
So verwendete man bei großer Kälte ab -10° C nur noch kleine 32 kg Ladungen.
 
Die Sprenggranate
1.250 kg Gewicht,
460 kg Sprengstoff


Da dieser Granatentyp nur mit fünf bis neun Ladungen verschossen wurde,
gibt es auch nur Angaben in diesem Bereich.

(Die Treibladungen waren je nach Granattyp 32 bis 36 kg schwer)
 

 
 
Mit ein bis vier Ladungen wurden folgende Schusswerte erzielt
 
1) Die schwere Betongranate
Eine Ladung:
Anfangsgeschwindigkeit 192 m/s,
Endgeschwindigkeit 179 bis 182 m/s,
Reichweite 2.840 m bis 3.260 m,
Flugdauer 31 s bis 34 s
Zwei Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 202 m/s,
Endgeschwindigkeit 188 bis 189 m/s,
Reichweite 3.120 m bis 3.600 m,
Flugdauer 32 s bis 35 s
Drei Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 212 m/s,
Endgeschwindigkeit 197 bis 198 m/s,
Reichweite 3.440 m bis 3.960 m,
Flugdauer 33 s bis 37 s
Vier Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 222 m/s,
Endgeschwindigkeit 206 bis 208 m/s,
Reichweite 3.760 m bis 3.960 m,
Flugdauer 36 s bis 39 s
 
 
 
2) Die Leichte Betongranate
Fünf Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 240 m/s,
Endgeschwindigkeit 217 bis 219 m/s,
Reichweite 4.260 m bis 4.920 m,
Flugdauer 38 s bis 42 s
Sechs Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 251 m/s,
Endgeschwindigkeit 226 bis 228 m/s,
Reichweite 4.640 m bis 5.340 m,
Flugdauer 40 s bis 44 s
 
 
 
Sieben Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 262 m/s,
Endgeschwindigkeit 234 bis 237 m/s,
Reichweite 5.000 m bis 5.780 m,
Flugdauer 42 s bis 46 s
Acht Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 273 m/s,
Endgeschwindigkeit 243 bis 245 m/s,
Reichweite 5.400 m bis 6.220 m,
Flugdauer 43 s bis 47 s
Neun Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 283 m/s,
Endgeschwindigkeit 250 bis 253 m/s,
Reichweite 5.760 m bis 6.640 m,
Flugdauer 45 s bis 49 s
3) Die Leichte Sprenggranate
Fünf Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 238 m/s,
Endgeschwindigkeit 215 bis 217 m/s,
Reichweite 4.200 m bis 4.920 m,
Flugdauer 38 s bis 42 s
Sechs Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 249 m/s,
Endgeschwindigkeit 224 bis 226 m/s,
Reichweite 4.560 m bis 5.300 m,
Flugdauer 40 s bis 43 s
Sieben Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 260 m/s,
Endgeschwindigkeit 232 bis 235 m/s,
Reichweite 4.920 m bis 5.760 m,
Flugdauer 41 s bis 45 s
Acht Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 270 m/s,
Endgeschwindigkeit 240 bis 242 m/s,
Reichweite 5.280 m bis 6.200 m,
Flugdauer 43 s bis 47 s
Neun Ladungen:
Anfangsgeschwindigkeit 279 m/s,
Endgeschwindigkeit 247 bis 250 m/s,
Reichweite 5.600 m bis 6.580 m,
Flugdauer 44 s bis 48 s

 

Das technische Problem bei Mörsern dieser Größe waren der Abschuss. Hier mussten das hohe Gewicht der Granaten und die lange Flugzeit beachtet werden. Dazu kam die Streuung nach Länge und Breite, Windverhältnisse, Bodenbeschaffenheit und Luftfeuchtigkeit.

 

So musste die Richtentfernung bei folgenden Einflüssen vergrößert werden:

Gegenwind
Luftdichte höher als 1,22 kg/ccm
schwereres Geschossgewicht als von der Schusstafel
kleinere Vo als von der Schusstafel
Pulvertemperatur unter 10 Grad

(Verhielten sich die Faktoren entgegengesetzt, herrschte beispielsweise Rückenwind oder lag die Pulvertemperatur höher als 10° C, so musste die Entfernung entsprechend verkleinert werden.)

 

Der Mörser wurde mit einem Flachkeilverschluss verriegelt und zum Laden musste man das Rohr waagrecht stellen. Die Erhöhungsgrenze des Geschütztes betrug 70 Grad und der Schwenkbereich 2,5 Grad nach links und rechts. Die Abfeuerung erfolgte elektrisch, wobei eine maximale Schussfolge von 6 bis 12 Schuss pro Stunde erreicht werden konnte.

Das komplette Mörsersystem wurde mittels zweier Ausleger zwischen zwei speziellen Eisenbahndrehgestellen gelagert, nur so konnten die große Entfernung überwunden werden ohne von Unmengen Treibstoff und deren zusätzlichen Transport abhängig zu sein.
Die Eisenbahn war also optimal. Das spezielle Eisenbahngestell konnte dabei einen schnelle Aufbau gewährleisten. Doch konnte das Gerät auch in drei Lasten zerlegt werden und dann mit normalen Eisenbahnwaggons transportiert werden.

 

 



Dazu kam noch der Munitionsnachschub. Dieser konnte auf den Eisenbahnen auch sehr gut mitgeführt werden. Am Einsatzort musste man auf ein Unterstützungsfahrzeug, die Lafette konnte nur wenige 60 cm Granaten aufnehmen, verlassen. Dieser spezielle Munitionstransporter, man benötigte zwei Munitionsschlepper (Panzer-IV-Fahrgestell) mit einem 2,5-t-Kran. Der Kran hatte einen speziellen Greifer mit dem die Granaten geladen und umgeladen werden konnte (Auf das Gerät 040 und 041).
In Feuerstellung wurden die Laufräder der Lafette angehoben, so dass sich die Wanne absenkte und auf dem Boden aufsaß, so konnte der Bodendruck gemindert werden, was das Schießen erst ermöglichte. Dabei musste auf den Untergrund geachtet werden, denn von ihm hing der Einsatz letztendlich ab. Nach Einsatzberichten hatte sich dabei die 11 m lange Wanne, welche auf den Boden abgesetzt wurde, um mehrere Zentimeter in den Boden gerammt.
 

 

Einsatz

Einsatz und Verwendung

 

Ihr Einsatz hatte zwar eine recht geringe direkte militärische Auswirkung, doch der moralische Effekt einer solchen Waffe darf nicht unterschätzt werden, denn vermeintlich sichere Bunker konnten so geknackt werden. Wie alle Waffen dieses Typs mit schweren und langsam fliegenden Geschossen (192-179 m/s, Flugzeit bis zu 49 Sekunden) besitzt der Mörser jedoch eine hohe Streuung. Seine Wirkung auf die beschossenen Festungsanlagen, bestand mehr in einer Demoralisierung der beschossenen Festungsbesatzungen.
Die Munition für den Mörser war verschieden und dazu noch geteilt. Es gab eine schwere Betongranate, eine leichte Betongranate und eine Sprenggranate und dazu die entsprechende Treibladung in etwa eines “halbierten Ölfasses“ als Kartusche. Die Kartusche für den 60 cm hatte eine Treibladung von 350 Kg. Dafür gab es den Munitionsschlepper auf Fahrgestell Panzer IV; Ausführungen D, E und F mit elektirschen Wippkran, gebaut ebenfalls von Rheinmetall-Borsig. Für den Transport konnte ein Mörser in drei Lasten zerlegt werden und mit Hilfe der Culemeyer-Straßenroller transportiert werden. Für den Transport per Eisenbahn gab es einen speziellen Tragschnabelwagen. Zu jedem Mörser gehörten zwei Munitionsschlepper

 

 

 

Fernschreiben
H.Qu., den 14.11.44
Fernspr.: Z 2641


Mit Anschriftenübermittlung

An

1. Chef H Rüst u BdE/AHA/Stab Ia
2. Ob.West nachr.:
3. Chef Heeresstab b Chef OKW
4. OKW/WFSt/Op (H)
5. Chef H Rüst BdE/AHA/Stab II
6. Chef H Rüst BdE/AHA/Stab Ib
7. Chef H Rüst BdE/AHA/Stab Ib(5)
8. Chef H Rüst BdE/AHA/Stab Ic
9. Chef H Rüst BdE/AHA/Stab Jn 4
10.OkH/PA, Berlin.
-------------------------------------------------

Bez: 1) OKW/WFSt/Op (H) West Nr. 0013231/44 g.K.v. 9.11.44.
2) Gen d Art b Chef StdH (Ia) Nr. 9698/44 geh.v. 13.11.44.
Betr.:Verstärkungs-Artillerie für Ob.West

Chef H Rüst u BdE wird um Durchführung folgender Maßnahmen gebeten:

1.) Karl-Battr. 428 (im Abtransport von H.Gr. Mitte):
a) gibt in Jüterbog Gerät 1 und 5 an Restkommando ab,
b) übernimmt in Jüterbog Gerät 2 und 6 (040) mit sämtlichem Zubehör und Munition,
c) ist beschleunigt für beweglichen Einsatz marschbereit zu machen.

2.) Karl-Battr. 638 (z. Zt. in Jüterbog):
a) übernimmt dort Gerät 4 (041) mit Zubehör und Munition,
b) ist beschleunigt für beweglichen Einsatz marschbereit zu machen.

 

Einsätze:

Juni 1941
1./schwere Artillerie-Abteilung (mot.) 833 bei Lemberg (Pol) und Debring mit Geschützen I und II
2./schwere Artillerie-Abteilung (mot.) 833 bei Terespol (Pol) mit III und IV

Mai/Juni 1942
Karl-Batterie/schwere Artillerie-Abteilung (mot.) 833 auf der Krim (Ukr) mit IV, V und ? (III?)

September/November 1942
schwere Artillerie-Batterie 628/schwere Artillerie-Abteilung (mot.) 833 bei Leningrad (Rus) mit 3x Geschützen

Juli 1943
schwere Artillerie-Abteilung 628 (Karl) bei Leningrad (Rus) mit 1-5 Geschützen

August/September 1944
Heeres-Artillerie-Batterie (bo.) 428 bei Warschau (Pol) mit I und IV
Heeres-Artillerie-Batterie (bo.) 638 bei Warschau (Pol) mit VI und ?

Oktober 1944
Heeres-Artillerie-Batterie (bo.) 428 in Budapest (Ung) mit I und IV
Heeres-Artillerie-Batterie (bo.) 638 in Budapest (Ung) mit V

März 1945
Heeres-Artillerie-Batterie (bo.) 638 in Remagen mit V(?)

Zum Schluß

Schlussbemerkung



Der Karl-Mörser war das Maximum, dessen was bei Geschützen machbar war. Machbar, weil er ebenso brauchbar wie bei der Effizienz akzeptabel. Sein Einsatz hatte Erfolg, wenn er auch nicht allzu oft in einem Bewegungskrieg zum Einsatz kam.
Die DORA (Eisenbahngeschütz 80 cm) war hingegen wieder so eine Hypertrophie der "alten Garde" und von ideologischen Vorstellungen. Dieses Geschütz war einfach zu groß, zu unhandlich, zu teuer, zu aufwendig und hatte dazu keine gute Trefferlage. Eine reine Propaganda Maschine, die dem Feind wie den eigenen Truppen Furcht bzw. Ehrfurcht einflössen sollte.

Quellen


Waffen Revue Nr.3

http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6rser_Karl (Letzter Zugriff 08.02.2010)
http://www.waffenhq.de/panzer/moerser-thor.html (Letzter Zugriff 08.02.2010)
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waf ... Morser.htm (Letzter Zugriff 08.02.2010)
http://www.hpwt.de/2Weltkrieg/Karl.htm (Letzter Zugriff 08.02.2010)
http://www.panzer-modell.de/berichte/karl-4/karl.htm (Letzter Zugriff 08.02.2010)
http://forum.panzer-archiv.de/viewtopic.php?t=379 (Letzter Zugriff 08.02.2010)
http://en.wikipedia.org/wiki/Karl-Ger%C3%A4t (Letzter Zugriff 08.02.2010)
http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6rse ... C3%BCtz%29 (Letzter Zugriff 08.02.2010)

 

Weitere Videos:

 

Autor: Freiherr von Woye