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Das Thema

Landkreuzer
P 1500 - "Monster"

Einleitung

Der Landkreuzer P-1500 „Monster“ gilt als größte geplante Waffenplattform für den Landeinsatz. Der Entwurf ist während des Höhepunkts des Zweiten Weltkriegs von deutschen Ingenieuren umgesetzt worden und sollte eine neue Art des Landkrieges etablieren. Eine sogenannte Reißbrettstudie, die über das Entwurfsstadium nicht hinaus kam bzw. nur in kleinen Maßstabsmodellen umgesetzt wurde. Es ist Teil der Landkreuzer Serie, die den kleineren Entwurf des P-1000 beinhaltet und noch oben hin anscheinend offen bleiben sollte. Das Konzept des Landkreuzers entsprang der Vision Hitlers und Teilen der Wehrmachtsführung, die den Panzerkrieg in einer neuen Dimension sahen. Vor allem Hitler zeigte sich von den überdimensionale Maße aus, die in den Panzerplanungen der deutschen Wehrmacht des Öfteren vorkam, begeistert.
Der überschwere Panzer hatte dabei kein Entwicklungsmonopol bei den deutschen Entwicklern, auch die Sowjets und Alliierten sahen ähnliche Typen in ihrer langfristigen Planung vor. Auf dem Höhepunkt des Blitzkrieges, den enormen Panzerbewegung und der Divise, dass Panzerung und Kaliber über den Ausgang von Schlachten entscheiden, nahm man sich den überschweren Panzern an. Der Maus Panzer sollte dabei ein neuer Panzer für die Fließbandproduktion werden, allen Panzertypen der Gegner durch Panzerung und Kaliber überlegen. Das Kernstück der neuen und visionären Panzerverbände, sollten aber die Großgeräte übernehmen. Diese sogenannten Landkreuzer, welche ihren Namen den enormen Kanonen verdankten, die sonst nur auf Kriegsschiffen zu finden waren, sollten mit massiver Panzerung und Reichweite das Schlachtfeld für die anderen gepanzerten Fahrzeuge bereiten. Das Konzept sah vor, die gegnerische Linie zu überrollen. Somit sollte eine neue Art des Bewegungskrieges geboren werden, in dessen Wirken diese Stahlkolosse niemals anhalten sollten
 


(Hitler, Speer und führende Generäle wie Funktionäre bei der Besichtigung der Dora Kanone)


Hitler

Hitler, von überdimensionalen Projekten angetan, stimmte der Entwicklung dieses überschweren Panzers zu und beauftrage die Firma Krupp daraufhin mit den Entwürfen. Die Entwickler sahen sich einer Mammutaufgabe gegenüber, welche sich parallel zu den steigenden Rüstungsanstrengungen wohl nur über Jahre hinweg realisierbar gewesen wäre. Der P-1500, der später unter dem Decknamen „Monster“ bekannt wurde, sollte den Höhepunkt dieser Entwicklungen darstellen und die Rüstungsindustrie sah ihre Auftragsbücher über Jahrzehnte hinweg gefüllt. Die Investitionen scheinen auch das einstige gewesen zu sein, was die Planer von einem Einspruch gegen diese wahnwitzige Projekt absehen ließ. Dennoch war es eine Totgeburt der Panzertechnik, das von Anfang an auf ein Dasein in der Schublade verdammt war. Der P-1000 wie der P-1500 wurden Anfang 1943 von Rüstungsminister Albert Speer eingestellt, da er für solch überdimensionierte Landkreuzer keine Verwendung in einem Angriffskrieg sah. Es bleib wohl nicht einmal Zeit, die Entwicklungen, Entwürfe und Idee in Blaupausen, genauen Zeichnungen oder anderem Material dauerhaft festzuhalten. Außer wagen Aufzeichnungen und der Idee hat nichts den Krieg überstanden haben. Alle Bilder oder Konstruktionen, die heute im Umlauf sind, dürfen getrost als Spekulation abgeschrieben werden. Einige dieser möglichen Bauweisen lassen sich bestimmt aus den E-Serien der Wehrmacht ableiten, dennoch widersprechen sich die Entwürfe in der Machbarkeit.
 


(P-1500 im fahrbereiten Zustand)


Gigant auf Ketten

Geht man von den Ideen aus, so hätte sich das P-1500 als mobiles Geschütz auf Ketten vor allem als Variante der Dora- und Gustav-Geschütze auf Schienen angelehnt. Diese riesigen Artilleriegeschütze gelten als die größten Kanonen der Militärgeschichte und wären doch vom „Monster“ Geschütz der P-1500 noch überboten worden. Genau Plangrößen für das Kaliber sind bekannt und bedenkt man die 56 Stunden für die reine Montage bzw. Einsatzbarkeit der Dora und Gustav Geschütze, ist eine mobile Einsatzbarkeit für das P-1500 wohl nur mit einem Fragezeichen zu versehen. Dazu kommt die Versorgung mit Munition, was bei den bisher größten Geschützen schon mit fünf bis sechs Wochen bemessen war. Allein der Versorgungstross und die Fahrzeuge der Bedienungsmannschaften durfte weit über Kompaniestärke gelegen haben. Dazu werden natürlich Unterkünfte, Flakstellungen und Befestigungen gebraucht, was allgemein gegen eine Verwendung in der mobilen Kriegsführung spricht. Das Gewicht der wahrscheinlich geplanten zwei Kanonen des Kalibers 300 mm am Heck, um gegen Angriffe geschützt zu sein, hätte jede schnellere Bewegung unmöglich gemacht. Wenn man die gesamte Verarbeitung an benötigten Materien berücksichtig, würde das P-1500 selbst moderne Tagebau Fördergeräte in den Schatten stellen.
Allein seine Hauptbewaffnung hätte fast 500 Tonnen gewogen, wobei ein genauso Kaliber nicht bekannt ist bzw. allein die Entwicklung taugliche Munition Jahre gekostet hätte. Das Gesamtkonzept hätte sich auf Ketten metertief in den Boden gegraben, Schienen hätten das Gewicht nicht ausgehalten und ein Bau von speziellen Schienenwegen widerspricht jeder Kriegslogik. Dabei ist es fast unmöglich das Material der laufenden Kriegsproduktion abzuzweigen, mehrere Hundert Panzer würden der Wehrmacht im Gegenzug fehlen. Auch bräuchte man Treibstoffe, der eine ganze Panzerarmee am Laufen gehalten hätte. Aus den Aufzeichnungen von Ingenieuren bzw. aus Gesprächen geht hervor, dass es keinen Motor dieser Dimension gegeben hat. Man spekulierte wahrscheinlich mit Schiffsaggregaten aus Kriegsschiffen, welche aber die Größe gesprengt hätte und acht Daimler-Benz Motoren hätten gerade einmal für die Bewegung der Kanone genug Kraft geliefert. So stand man am Schluss bei vier MAN Schiffs-Dieselmotoren (je 6500 PS) für das Monster, welche aber nicht mehr als 20 km/h auf ebener Strecke gebracht hätten. Wollte man das Gerät während des Fahrens bedienen und am Laufen halten, wäre eine Besatzung von 100 Mann notwendig gewesen. In Vorbereitung eines Abschuss und der Wartung, hätten noch mindestens 300 Personen mehr das Gerät begleiten müssen und dabei ist der Versorgungstross bzw. die nötige Wachmannschaft noch gar nicht mit eingerechnet.

Nachbetrachtung

Abschließend kann man mit Fug und Recht behaupten, dass dieser Panzer reines Wunschdenken war und niemals der Praxis eines laufenden Krieges entsprochen hat. An der Front wäre der Koloss nur ein Hindernis gewesen, weil man einiges an Kräften für seinen Schutz abstellen müsste. Im taktischen Angriffskrieg hätte er mit seiner immensen Feuerkraft und der dicken Panzerung durchaus Eindruck geschindet, wäre aber auf Dauer von den Gegnern einfach umgangen worden. So wäre ein annehmbares Einsatzszenario wohl nur der Artillerieeinsatz im Hinterland denkbar gewesen. Das wahrscheinlich verbaute Geschütz, welches wohl dem Dora-Geschütz sehr ähnlich gewesen wäre, hätte eine Reichweite von 50 Kilometern gehabt und somit war somit perfekt zur Vernichtung starker Abwehranlagen geeignet. Doch der mobile Angriffskrieg sah keine dauerhaften Befestigungen vor und der Trend der letzten Kriegsmonate deutet eher auf unterirdische Anlagen hin, die auch von einem Dora Geschütz nur mit Mühe geknackt werden würde. Als quasi ein eingeschränkt mobile Festung, die wohl eher an der Küste hätte Verwendung finden können.
Wie sollte nun das Monster fahren? Wie sollte es anderweitig transportiert werden? Wie hätte es Brücken, Ortschaften oder Tunnel passieren können? Oder hätte der Feind einfach nur beim Anblick des Ungetüms den Kopf geschüttelt, es umfahren, es mit minimalem Aufwand unschädlich gemacht … Irrsinn einer Bürokratie des Krieges!