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Das Thema

Landkreuzer

P 1000 - "Ratte"



Der Landkreuzer P-1000 „Ratte“ sollte als nächster Schritt der Waffentechnologie an der Front ein neues Kapitel des Krieges aufschlagen. Der P 1000 gilt als Weiterentwicklung des Maus Panzers bzw. als nächste Entwicklungsstufe der superschweren Panzer zu den Landkreuzern. Das Projekt ist Teil der Landkreuzer Serie, die den noch größeren Entwurf des P-1500 "Monster " beinhaltet und damit wohl nur als Zwischenschritt gedacht war. Das Konzept des Landkreuzers entsprang der Vision Hitlers und Teilen der Wehrmachtsführung, die den Panzerkrieg in einer neuen Dimension sahen. Vor allem Hitler zeigte sich von den überdimensionale Maße aus, die in den Panzerplanungen der deutschen Wehrmacht des Öfteren vorkam, begeistert.

Daten

 
Technische Daten
Länge: 35m
Breite: 14m
Höhe: 11m
 
Bewaffnung
Frontbewaffnung : 280mm Kanone
Heckbewaffnung : Zwei Kanonen (Kaliber unbekannt)
Flugabwehr : 20mm Flak (8 insgesamt)
Nahbereichsabwehr : Maschinengewehre (4 insgesamt)
 
Munition : Panzersprenggranate (330 kg / 1.260 mm)
Reichweite : 42,5 km
Panzerung : 150 mm bis 360 mm
Fortbewegung : Kettenantrieb (2x 3,6 m breit)
Gewicht : 1000 Tonnen
Leistung : 13.000 kw / 16.000 PS (Aus 8 Motoren Daimler Schnellbootmotoren)


Entwicklung

Der überschwere Panzer hatte dabei kein Entwicklungsmonopol bei den deutschen Entwicklern, auch die Sowjets und Alliierten sahen ähnliche Typen in ihrer langfristigen Planung vor. Auf dem Höhepunkt des Blitzkrieges, den enormen Panzerbewegung und der Divise, dass Panzerung und Kaliber über den Ausgang von Schlachten entscheiden, nahm man sich den überschweren Panzern an. Der Maus Panzer sollte dabei ein neuer Panzer für die Fließbandproduktion werden, allen Panzertypen der Gegner durch Panzerung und Kaliber überlegen. Das Kernstück der neuen und visionären Panzerverbände, sollten aber die Großgeräte übernehmen. Diese sogenannten Landkreuzer, welche ihren Namen den enormen Kanonen verdankten, die sonst nur auf Kriegsschiffen zu finden waren, sollten mit massiver Panzerung und Reichweite das Schlachtfeld für die anderen gepanzerten Fahrzeuge bereiten. Das Konzept sah vor, die gegnerische Linie zu überrollen. Somit sollte eine neue Art des Bewegungskrieges geboren werden, in dessen Wirken diese Stahlkolosse niemals anhalten sollten.
 

 

 

Adolf Hitler, von überdimensionalen Projekten angetan, stimmte der Entwicklung dieses überschweren Panzers zu und beauftrage die Firma Krupp daraufhin mit den Entwürfen. Die Entwickler sahen sich einer Mammutaufgabe gegenüber, welche sich parallel zu den steigenden Rüstungsanstrengungen wohl nur über Jahre hinweg realisierbar gewesen wäre.
Im Jahre 1942 sollte die Entwicklungsarbeit für den neuen Panzer starten. Man ging bei den Vorgaben von einem 1000 t schweren Panzerfahrzeug aus, wobei die Firma Krupp im Dezember selben Jahres die ersten Entwürfe an höhere Stelle vorlegte. vorgelegt. Das Projekt erhielt den Namen „Ratte“, warum man gerade diesen Namen genommen hat bleibt ein Rätsel, wobei es bei anderen überschweren Panzerprojekten bereits solche unpassenden Namen gefunden worden. Als Vorläufer kann man hier den Maus Panzer nennen. Dabei sollten die Maße des Maus Panzers noch bei weitem übertroffen werden. Geplant waren eine 35 m lange Fahrgestellwanne und als Geschütz ein Drehturm, der sonst nur bei der Kriegsmarine zum Einsatz kam. Dieser sollte mit zwei 28-cm Kanonen als Hauptbewaffnung ausgestattet sein und jeden Feind auf über 40 Kilometer das Fürchten lehren.

 

 



Der Drehturm war von Marine ursprünglich als Drillingsturm ausgelegt und wurde auch so auf den großen Kriegsschiffen installiert. Dieselben Geschütze wurden auf Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau als Hauptartillerie (dort in Drillingstürmen) eingesetzt. Zur Verteidigung gegen feindliche Flugzeuge waren acht Flugabwehrgeschütze des Kalibers 2 cm sowie zwei 15,1-mm-MGs 151/15 vorgesehen. Die Ladevorrichtung war dabei aber ein Hindernis für den geplanten Panzer und so wurde in den Planungen das mittlere Rohr weggelassen. Als Munition für die Kanone kamen nur Granaten aus Marinebeständen in Frage. Die 1.260 mm lange Panzersprenggranaten, mit einem Gewicht von 330 kg, sollte bei maximaler Rohrerhöhung eine Schussweite von 42,5 km erreichen. Den Planern war dabei durchaus bewusst, dass das Ungetüm zur Zielscheibe für feindliche Flugzeuge werden würde, ebenso gegenüber beweglichen Bodeneinheiten. So sollten zur Flugabwehr acht 2-cm Flakwaffen und vier Maschinengewehrinstallationen montiert werden. Die Panzerung spielt dabei auch eine wichtige Rolle trug bei im Schnitt 250 mm dicken Panzerstahlplatten enorm zum Gewicht von 1000 Tonnen bei. Die Panzerung entspricht in etwa der Frontpanzerung eines Jagdpanzers Jagdtigers und galt als unüberwindbar, selbst bei direkten frontalen Beschuss.

 

Modell eines P 1000 mit der Idee, spezielle Schienentransporte bis zur Front einzusetzen

 

 

Diese enormen Verteidigungsvorrichtungen und Panzerungen, entworfen für eine 14 m breite und 11 m hohe Wanne, standen auf 3,6 m breiten Ketten. Wobei der Transport zur Front ein völlig ungeklärtes Problem ist, denn Straßen kämen dafür nicht in Frage und für den Schienentransport müssten mindestens zwei parallel verlaufende Schienenstränge benutzt werden, dies gebieten schon die Ausmaße des Vehikels. Auch dürfte sich der Architekt Speer Gedanken gemacht und haben bzw. seine Überlegungen die Einstellung des Projektes leicht gemacht haben. Das Gefährt hätte an der Front schon allein durch die Bewegung eine enorme Schneise hinterlassen, die für nachkommende Fahrzeuge unpassierbar wäre, von feindlichen Flugzeugen schnell gefunden würde und vor allem das Einsatzgebiet enorm beschränkt hätte.

 

 

Bewegt wurde dieses Ungetüm von acht Daimler-Schnellbootmotoren (je 2000 PS), die zusammen 16.000 PS lieferten. Ein anderer Entwurf beinhaltete zwei Schiffsdieselmotoren von MAN mit je 6500 PS Leistung. Bei beiden Planungen dürften nicht mehr als 40 km/h auf jedem Gelände erreicht worden. Wobei sich dieses Ungetüm wohl ein eigenes Gelände durch sein Gewicht und extrem breiten Ketten geschaffen hätte. Man mag sich gar nicht vorstellen, was dieses Ungetüm bei russischen Verhältnissen, besonders Tauwetter, mit dem Gelände passieren würde oder wenn sich das Gefährt in dieses Gefilden fest gemacht hätte.


Konzepte

Der P-1000 sollte als Landkreuzer an das Konzept des Kampfpanzers angelegt sein, war aber eher eine mobile Festung, die sich durch die Gegend pflügte. Für die Rüstungsindustrie wie für die Wehrmacht, war das Projekt eine enorme Herausforderung. Die Idee kam dabei nicht aus den Denkfabriken deutscher Generäle, sondern direkt von Adolf Hitler, der von Feldmarschall Keitelschon mal als „größter Feldherr aller Zeiten“ betitelt wurde. Diese „Größe“ hat wohl auch seine Planung beim Kriegsmaterial neue Dimensionen annehmen lassen. Da Hitler die Anweisungen zum Entwurf und Bau der Landkreuzer auf dem Höhepunkt seines Erfolgs gegeben hat, scheinen die Maßstäbe der neuen überschweren Panzergeneration auch darauf zurückzuführen. Die Idee war so simpel, so einfach und genauso undurchführbar, denn Größe, Panzerung und Kaliber sind nur bis zu einem bestimmt Maßstab ausschlaggebend für einen Sieg. Fakt ist, die Firma Krupp sah ihre Auftragsbücher über Jahrzehnte hinweg gefüllt. Wobei die Schwierigkeiten und Investitionssummen bei immer neuen Eroberungen und Siegen noch überschaubar blieben. Die Planer sahen dieses wahnwitzige Projekt als Herausforderung und machten sich in ersten Machbarkeitsstudien an die Planung.
 


(P 1000 mit dem bis zur Erprobungsphase gebrachten Maus Panzer)

 

Die Planungen erwiesen schnell, das ein derartiges Projekt mehr Fragen als Antworten aufwarf und man zwar viele Vorgaben, vor allem das Geschütz und die grundlegende Technik, doch keinen Ansatz für den Antrieb und Technisierung in der Hand hatte. Eine Totgeburt der Panzertechnik, das von Anfang an auf ein Dasein in der Schublade verdammt war. Das betraf die gesamt „Landschlachtschiffklasse“, denn Hitler plante bei den Landkreuzern bereist im großen Stil und scheinbar auf Jahrzehnte hinaus. Der Entwurf eines Artilleriegeschützes auf Selbstfahrlaffette ungeahnter Größe, sollte den Höhepunkt dieser Entwicklung markieren – das P 1500 „Monster“. Bei diesem Entwurf war der Name mehr als treffend gewählt, wobei hier noch weniger Unterlagen erhalten blieben. Hatten man beim P 1000 eine grobe Vorstellung vom Konzept und Bewaffnung bzw. Aussehen, sind beim P 1500 keine Entwicklungen, Entwürfe oder Idee in Blaupausen bzw. genauen Zeichnungen oder anderem Material dauerhaft festzuhalten worden.

 

 

 

Bevor die Technik und die Umsetzung auf Ingenieurebene den Projekten einen Riegel vorschoben, tat der Krieg sein Übriges um die Landkreuzer als Vision ad acta zu legen. Anfang 1943 wurden beide Projekte von Rüstungsminister Albert Speer eingestellt, da er für solch überdimensionierte Landkreuzer keine Verwendung in einem Angriffskrieg sah. Vor allem waren schlichtweg keine Ressourcen für das Projekt vorhanden. Man hätte der Mengen an Stahl noch die ausreichend Treibstoff für die Ungetüme, selbst der sehr viel kleinere Maus Panzer konnte nur mit Mühe in die Erprobungsphase gebracht werden. Von diesem Panzer existieren schließlich 2 Stück, wobei beide keinen wirklichen Kampfeinsatz mitmachten. So ist heute Außer wagen Aufzeichnungen und der Idee nichts übrig von den Landkreuzern. Alle Bilder oder Konstruktionen, die heute im Umlauf sind, dürfen getrost als Spekulation abgeschrieben werden. Einige dieser möglichen Bauweisen lassen sich bestimmt aus den E-Serien der Wehrmacht ableiten, dennoch widersprechen sich die Entwürfe in der Machbarkeit.

 


Von Autoren der Military SF ersonnen, sollten Landkreuzer auch unter Wasser fahren können. Die Überquerung von Flüssen wäre dann zur Durchquerung geworden. Andere Autoren haben den Landkreuzer in einer eigenen fiktionalen Welt mit atomaren Antrieb wieder aufstehen lassen und durch ein wasserdichte Konstruktion den Ärmelkanal durchqueren lassen.

 

 



Wie passen solche Konzepte in den Zweiten Weltkrieg? Selbst die Generäle und erfahrenden Panzerkommandanten ließen in ihren Äußerungen nichts von ähnlich gearteten Konzepten verlauten. Auch an der Front setzte man eher auf erprobte und vor allem schnelle Panzereinheiten. So sollten die Landkreuzer eigentlich nur reines Wunschdenken sein und niemals wirklich in Erwägung gezogen worden sein. An der Front wäre der Koloss nur ein Hindernis gewesen, weil man einiges an Kräften für seinen Schutz abstellen müsste. Im taktischen Angriffskrieg hätte er mit seiner immensen Feuerkraft und der dicken Panzerung durchaus Eindruck geschindet, wäre aber auf Dauer von den Gegnern einfach umgangen worden. So wäre ein annehmbares Einsatzszenario wohl nur der Artillerieeinsatz im Hinterland denkbar gewesen. Die Geschütze waren zwar perfekt zur Vernichtung starker Abwehranlagen geeignet, wurden an der Ostfront von Manstein und anderen als solche eingesetzt, doch waren dies Ausnahmen im mobilen Angriffskrieg und kamen nur bei wichtigen geografischen Ankerpunkten auf der Karte zur Anwendung. Die Generäle, vor allem solche die aus dem Ersten Weltkrieg gelernt hatten, wollten in jedem Fall ein ähnliche Situation wie an der Westfront 1918, mit dem zerbombten Niemandsland und den unendlichen Gräben dazwischen, vermeiden. Auf der einen Seite sah man im mobilen Angriffskrieg keine dauerhaften Befestigungen vor, könnte aber argumentieren, dass die Grenzen des Deutschen Reiches von solchen Kolossen nach dem Krieg hätten beschützt werden müssen. Dennoch hätte jeder halbwegs intelligente Offizier der letzten zwei Kriegsjahre die Bedeutung der Luftwaffe nur schlecht übersehen können, denn der Krieg wurde aus der Luft gewonnen. Man setzte in den letzten Kriegsmonaten zwar vermehrt auf unterirdische Anlagen, aber nur als Reaktion auf die Lufthoheit der Alliierten. Diese Luftüberlegenheit wäre den Giganten aus Stahl zum Verhängnis geworden und selbst Panzerstahl auf dem hohen Niveau und einer Stärke, die den modernsten Jagdpanzern gerecht werden konnte, hätten massives Bombardement nur kurzfristig überstanden. Ähnliches lässt sich auch über die Marine sagen, die späteren Entwürfe der H-Klasse sprechen eine ähnliche Sprachen, so hätten diese Schiffe und ihre Ausmaße wohl in keinem deutschen Hafen ankern können.
 

 



Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass es ähnliche Bestrebungen, wenn auch nicht in den exakt gleichen Dimensionen, aber mit ähnlicher Zielsetzung, auch bei den Sowjets zu beobachten waren. Auch dort kann man Entwürfe für massive Waffenplattformen finden, die auch enormen Panzerwannen angebracht werden sollten. Einiges von diesen Projekten erreichte sogar die Erprobungsphase und wurde erst durch die nukleare Bedrohung ad acta gelegt. Eine Entwicklung, die bei den Alliierten nirgends zu finden ist bzw. eher in die andere Richtung läuft.
Man vermutet, dass bei den Alliierten man definitiv den Krieg in die Hände der Militärs, deren Sachverstand und strategischen Ideen legte. Die Generäle der Amerikaner und Briten nahmen sich die Panzerverbände der Wehrmacht, hier vor allem Rommel und Guderian, als Vorbild und erweiterten die Konzepte. Bei den Deutschen und den Sowjets lag dagegen das letzte Wort bei jedem militärischen Entschluss, vor allem bei strategischen Planungen dieser Reichweite, ausschließlich im Bereich der Person an der Spitze. Beide Systeme sind diktatorisch angelegt, wurden von militärischen Laien angeführt und übergingen nur zu oft die Warnungen, Vorschläge und Weisungen der Militärs. Bei Hitler war es der Wahn zur Gigantomie, der ihn zum Bau Germanias verleitete und auch jedes Detail des Kriegswesens auf seine Weise regeln ließ. Er dachte eher in Bahnen seines nationalsozialistischen Systems, der Sprache von Symbolen und Außenwirkung, nicht so sehr der Effektivität. Bei Stalin war es die Paranoia und ein Kontrollwahn, der nur selten wirklich fähige Militärs frei agieren ließ. War dies der Beweggrund diese Landschlachtschiffe im größten Krieg seit Menschengedenken auf die Schlachtfelder loszulassen? Ein Kampf der Ideologien, der durch den größten Panzer, die schwerste Panzerrung und brutalsten Geschützen entschieden werden sollte? Diese Konzepte passten so gar nicht in das Blitzkrieg System der Wehrmacht, ins Prinzip eines Ressourcen- Krieges oder der Technologie des 20. Jahrhunderts. Ehr schon in den totalen Krieg, der aber nicht durch einen Riesenpanzer, sondern dem kleinsten Bestandteil der Materie entschieden wurden – dem Atom. Die Atombombe klingt zwar nach Riesengeschütz, ist aber nur ein grundlegendes physikalisches Prinzip mit der Wirkung von tausenden solcher Landkreuzer!