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Das Thema

Jagdpanzer 38(t) "Hetzer" Sd.Kfz. 138/2

 

Einer der besten Jagdpanzer des 2. Weltkrieges

Einsatz

Einsatz in der Wehrmacht



Die Entstehung des Jagdpanzer 38(t) war die Weiterentwicklung einer Notlösung. Da die 7,5cm PaK 40 zu schwerfällig und unbeweglich auf dem Schlachtfeld war, wurde nach Lösungen gesucht um diese Nachteile, der ansonsten sehr guten Panzerabwehrwaffe, wett zumachen. So wurden im Jahr 1942 diese PaK auf Panzer II oder Panzer 38(t) Fahrgestelle aufgebaut. Es entstanden die Panzerjäger der Baureihe Marder I bis III. Diese Fahrzeuge bewährten sich super im Fronteinsatz. Aber auch sie besaßen einen Nachteil, die Panzerung der Fahrzeuge war schwach und nach oben bzw. hinten war die Kraftfahrzeuge offen. Die Besatzungen waren dadurch feindlichen Fliegerangriffen und Infanteriefeuer fast schutzlos ausgeliefert. Aus diesem Grund kam vom Beschaffungsamt der Wehrmacht ein Befehl für die Beschaffung eines neuen Jagdpanzers. Man begann sofort mit einer Neukonstruktion und bereits 1943 war diese, mit dem Ergebnis des Jagdpanzer 38(t) "Hetzer", abgeschlossen. Man testete die Prototypen und diese erlangte schnell die Serienreife. Bereits im Juni und Juli 1944 konnten die ersten Hetzer an die Truppe ausgeliefert werden.
 



 


 
Technische Daten
Gewicht:
16 t
Länge (o. Rohr)/Breite/Höhe:
6,27 m (4,87 m) / 2,63 m / 2,17 m
Wendekreis:
5 m
Motor:
Sechszylinder Reihenmotor
Praga PS 1 EPA AC/2 58
mit 160 PS bei 2800 U/min
7,78 l Hubraum
Höchstgeschwindigkeit:
42 km/h auf Straße
bis 16 km/h im Gelände
Tankinhalt:
320 l
Fahrbereich:
260 km auf Straße
170 km im Gelände
Fahrgestellnummern:
BMM 321001-323000
Skoda 323001-unbekannt
und 325001-unbekannt
Bewaffnung:
7,5 cm PaK 39 L/48 (41 Schuss)
1 MG 34 auf dem Dach (fernsteuerbar)
 
Panzerung
Front:
60 mm
Seiten & Heck:
20 mm
Decke:
8 mm
Boden:
10 mm
 
Besatzung:
4
Stückzahl:
2827




Hergestellt wurde der Jagdpanzer "Hetzer" von Škoda und BMM (Böhmisch-Mährische Maschinenfabrik), diese lagen im „Protektorat Böhmen und Mähren“. Aus diesem Grund ist in der Bezeichnung Jagdpanzer 38 auch das "(t)" enthalten. Dies steht für "tschechisch". Wegen der geringen Ausmaße und des fehlenden Turmes, hatte der Hetzer nur ein Gesamtgewicht von etwa 16 Tonnen. Dies und die Tatsache, dass man zwar den Motor der Panzer 38(t) nutzte, aber durch eine Drehzahlerhöhung die Leistung gesteigert hatte, führte zu einem sehr beweglichen Panzer. Auch wurden die Ketten verstärkt und verbreitert um die Motorleistung vernünftig umsetzen zu können. Als Hauptbewaffnung wurde die 7,5 cm PaK 39 L/48 verwendet, mit der gute Ergebnisse in der Panzerbekämpfung erzielt werden konnten. Die gute Feuerkraft kann man mit der eines Panzer IV vergleichen. Aufgrund der niedrigen Silhouette, der Bewaffnung und der Beweglichkeit war der Hetzer ein erfolgreiches Fahrzeug zur Abwehr von gepanzerten und ungepanzerten Fahrzeugen. Der Hetzer war wegen der flachen Konstruktion schwer zu entdecken und durch seine abgeschrägte Panzerung hatte er ein Maximum an Geschossablenkung, wodurch viele Granaten einfach abprallten.

 

Schema der MG-Steuerung

 



Ein MG 34 beziehungsweise ein MG 42 konnte auf dem Dach montiert werden. Dieses Maschinengewehr war für die Nahverteidigung gedacht. Der Kommandant bediente es über ein Periskop und einen verlängerten Abzug. Der Schwenkbereich des MGs betrug 360 Grad, wodurch der "Hetzer" trotz fehlendem drehbaren Turm besser gegen Infanterieangriffe zu verteidigen war als andere Panzerjäger. Der Nachteil dieser Abwehreinrichtung war aber, dass relativ kleine Trommelmagazin für das Maschinengewehr zur Verfügung standen und dadurch musste es öfter nachgeladen werden. Das erhöhte das Risiko für den Schützen verletzt oder getötet zu werden, denn er musste es ohne den Schutz der Panzerung wechseln beziehungsweise aufgetretene Störungen beseitigen. Dieses System wird heutzutage immer noch angewendet. So funktioniert die Waffenanlage auf dem "Allschutz Transportfahrzeug Dingo und Dingo 2" der Bundeswehr ebenfalls nach diesem Prinzip. Aber auch hier ist das Problem noch vorhanden, dass der Schütze bei Störungen oder beim Nachladen den Schutz der Panzerung verlassen muss. Somit besteht auch hier die Gefahr der Verwundung oder Tötung des Schützen.
 



Dies war nicht der einzige Grund, waraum der Jagdpanzer 38(t) "Hetzer" bei den Besatzungen nicht immer besonders beliebt war. Denn auf Grund seiner flachen Silhouette war es in ihm ziemlich eng und die Besatzung saß sehr gequetscht im Fahrzeug. Außerdem lag der Schwenkbereich der Kanone bei nur 16 Grad. Wegen des asymmetrischen Sitzes der Hauptwaffe (38cm nach rechts versetzt) betrug der Schwenkbereich 11 Grad nach rechts und nur 5 Grad nach links. Somit musste als Ausgleich das komplette Fahrzeug gedreht werden wenn der Schwenkbereich der Waffe nicht ausreichte um den Gegner ins Visier zu bekommen. Dadurch konnte es leicht passieren das ein bis dahin noch nicht aufgeklärter "Hetzer" in den Blick der gegnerischen Truppen geriet. So wurde er vorzugsweise von der Seite abgeschossen, da die Seitenpanzerung nur 20mm betrug. Trotz alledem war der "Hetzer" einer der besten deutschen Panzerjäger des 2.Weltkrieges. Aus diesem Grund wurde er immer weiter entwickelt und auch nach dem Krieg von anderen Nationen noch lange eingesetzt.
 



Es gab aber auch kleinere Serien anderer Verwendungen für den Hetzer. So wurde eigens für die Ardennen-Offensive im Dezember des Jahres 1944, anstelle der PaK, ein Flammenwerfer eingebaut. Insgesamt wurden 20 Fahrzeuge mit diesem ausgerüstet. Der Flammpanzer 38(t) hatte ein Fassungsvermögen von 700 Litern für den Flammenwerfer und die Reichweite betrug etwa 60m. Somit war der Hetzer als Flammenwerferpanzer eine gute Nahkampfunterstützung für die Infanterie. Eine andere Variante, in der der Hetzer eingesetzt wurde, war der Bergepanzer 38(t). So war das Fahrzeug nach oben offen und bot so dem 2-t Hilfskran Platz. Im Normalfall war dieser Kran zwar zerlegt im Fahrzeug verstaut, könnte aber schnell zusammengebaut und zum Einsatz gebracht werden. Außerdem wurde ein 3,5 m langer Kletterbalken an der linken Fahrzeugseite mitgeführt und es war eine 5-t-Seilwinde im Fahrzeug eingebaut. Eine weitere verbreitete Variante war der Befehlspanzer 38(t). Er hatte ein zweites Fu 8 Gerät an Bord sowie eine Sternantenne.
 



Der Hetzer wurde eigentlich als Nachfolger für die Marder-Panzerjäger geschaffen, aufgrund der hohen Verluste an der Front und der Verzögerung bei der Produktion aber, konnte er nie diese Rolle voll ausfüllen. Trotzdem waren zum Ende des Krieges immer noch 627 Hetzer einsatzbereit und diese waren neben den StuG III somit das wichtigste gepanzerte Fahrzeug der Wehrmacht an diesem Zeitpunkt.

Produktionszahlen

 
Produktionszahlen des Panzerjäger 38 (t) Hetzer
 
Auflistung aller hergestellten Hetzervarianten
 
1944
Monat
Produktionsziel
von BMM produziert
von Škoda produziert
März
0
3
0
April
20
20
0
Mai
50
50
0
Juni
100
100
0
Juli
175
100
10
August
175
150
20
September
250
190
30
Oktober
330
133
57
November
350
298
89
Dezember
380
223
104
 
Gesamtproduktion 1944
1.830
1.267
310
 
 
1945
Monat
Produktionsziel
von BMM produziert
von Škoda produziert
Januar
430
289
145
Februar
350
273
125
März
350
148
153
April und Mai
250
70
47
 
Gesamtproduktion 1945
1.380
780
470
 
 
Gesamtproduktion
3.210
2.047
780


Verwendung

Verwendung nach dem 2. Weltkrieg

 

Ein schweizer Hetzer G-13



Wie schon angesprochen wurde der Jagdpanzer 38(t) auch nach dem 2. Weltkrieg produziert und eingesetzt. So stellten die Škoda-Werke auf der Basis des Jagdpanzer 38(t) weitere Modelle für das tschechoslowakische Heer her. 158 Fahrzeuge wurden an die Schweizer Armee ausgeliefert, wo sie unter der Bezeichnung G-13 bis 1970 im Dienst blieben. Es gab für die Verwendung in der schweizer Armee aber ein paar Veränderungen. So war die Bewaffnung die 7,5cm L/48 Sturmkanone 40 der Sturmgeschütze III Ausf.F/8 und G statt der 7,5cm L/48 Pak 39 des Jagdpanzers 38. Alle Schweizer Hetzer waren daher mit Mündungsbremsen ausgerüstet. Auch waren die Positionen der Besatzung waren gegenüber den deutschen Fahrzeugen getauscht, Richt- und Ladeschütze saßen links im Fahrzeug, der Kommandant rechts. Das fernbediente MG auf dem Aufbaudach entfiel und wurde durch ein Beobachtungsperiskop mit Panzerhaube ersetzt. Durch den Mangel an Ersatzteilen mit der Produktionseinstellung 1950, wurden schon zwischen 1952 und 1954 von den 158 Hetzer G 13 insgesamt 86 auf den Schweizer Saurer-Arbon 8-Zylinder-Dieselmotor mit Allison-Getriebe umgebaut.