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Das Thema

Flakpanzer IV (3,7 cm) "Ostwind"
( Sd.Kfz. 161/4 )

Entwicklung

Entwicklung



Zu Beginn des 2. Weltkrieges benötigte die Wehrmacht kaum Flakeinheiten die mit den motorisierten Verbänden mit vorstoßen mussten. Der Grund hierfür war die Überlegenheit der deutschen Luftwaffe. Dies war so im Polenfeldzug und auch im Westfeldzug. Mit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Russland änderte sich das sehr schnell. Die "Rote Armee" besaß gute Flugzeuge mit guten Piloten. Die Gefahr der Tieffliegerangriffe von gegnerischen Jagdbombern stieg und die Panzerverbände der Wehrmacht waren gegen diese so gut wie wehrlos. Im weiteren Kriegsverlauf erreichten die alliierten Luftwaffenverbände absolute Luftüberlegenheit. Dadurch war es für die deutschen Verbände tagsüber fast unmöglich Truppenbewegungen durchzuführen. Als Konsequenz daraus forderte Generaloberst Heinz Guderian eine Flugabwehrwaffe gegen Tiefflieger, welche direkt den Panzerverbänden in der Bewegung und im Gefecht folgen sollten.
 


 
Technische Daten
 
Typ:
Flakpanzer
Hersteller:
Deutsche Eisenwerke
Gefechtsgewicht:
25t
Länge:
5920 mm
Breite:
2950 mm
Höhe:
2680 mm
Motor:
Maybach HL 120 TRM,
12-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
11870 ccm
Leistung kw/PS:
221/300
Leistungsgewicht:
12PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
38 km/h ( Straße ),
19 km/h ( Gelände )
Kraftstoffvorrat:
470 Liter
Fahrbereich:
220km ( Straße ),
130km ( Gelände )
Besatzung:
5 Soldaten
Bewaffnung:
1x 3,7cm Flak43,
1x 7,92mm MG-34
Panzerung:
10-80mm ( Wanne ),
25mm ( Turm )
Furttiefe:
0,8m
Stückzahl:
43



Die bisherigen Flak-Selbstfahrlafetten waren nicht ausreichend für diese Aufgabe geeignet. Durch die neuen Flakpanzer sollten die Verbände besser geschützt und auch tagsüber Bewegungen ermöglicht werden. Somit begann die Entwicklung von Flakgeschützen auf Panzerfahrgestellen. Ein Beispiel hierfür ist der Flakpanzer 38(t), der sich aber aufgrund geringer Feuerkraft nicht bewährt. Danach kam die Idee auf Basis des Panzer IV eine Selbstfahrlafette zu entwickeln. So entstand über die Vorgängermodelle "Möbelwagen" mit einer "3,7cm-Flak 43" als Bewaffnung und "Wirbelwind" mit einem 2cm-Flakvierling schließlich der Flakpanzer IV "Ostwind" mit seiner "3,7cm- Flak43". Man versuchte somit die Vorteile der Große und des Aufbaues des "Wirbelwindes" mit der Bewaffnung der "Möbelwagen" zu kombinieren. Im Juli 1944 war der Prototyp einsatzfähig.
 

 

 

v.l.n.r.: "Ostwind", "Möbelwagen" und "Wirbelwind"

Produktion

Produktion



Nach der Prüfung der Einsatzfähigkeit des Prototyps begann ab November 1944 die Serienproduktion. Diese erfolgte im Unternehmen "Deutsche Eisenwerke" in Duisburg. Bis zur Einstellung der Produktion entstanden insgesamt 43 Fahrzeuge. Wie schon beim "Wirbelwind" montierte man auf das Fahrgestell eines Panzer IV, die in der Regel aus laufenden Instandsetzungen gezogen wurden, einen voll drehbaren Turm. Dieser, nach allen Seiten mit 25 mm starken Panzerplatten, geschützte Turm konnte um 360° gedreht werden. Nach oben war der Turm offen jedoch wurde durch eine geschickte Winkelstellung der Panzerplatten die Öffnung, im Gegensatz zu geraden Panzerplatten, gut verringert.
 

 



Somit war eine gute Beobachtung des Luftraumes möglich und gleichzeitig die bestehende Gefahr von Splittern und Geschossen, die so in den Kampfraum eintreten konnten, verkleinert. Im Kampfraum war Platz für die "3,7cm Flak43" sowie den Kommandanten, Richtschützen und Ladeschützen. Im Gegensatz zum "Wirbelwind" gab es nur einen Ladeschützen. Somit war im Turm mehr Platz vorhanden und die Besatzung konnte sich besser bewegen.

Einsatz

Einsatz

 

Wie schon die Flakpanzer IV "Wirbelwind" wurden auch die "Ostwind"-Flakpanzer in den Flakzügen der Panzerregimentern eingesetzt. So waren sie immer in der Nähe der Panzerverbände um diese gegen die alliierten Luftwaffen zu schützen. Obwohl sie stärker gepanzert waren aber nur die einzelne "3,7cm-Flak43" eingebaut war hatte der "Ostwind" nie so großen Erfolg wie der Bruder "Wirbelwind". Er leistete zwar auch gute Arbeit aber mit nur 43 hergestellten Fahrzeugen ist zu erkennen, dass die deutsche Führung nicht komplett überzeugt war. Trotzdem waren die "Ostwind"-Flakpanzer bis zum Ende des Krieges im Einsatz. Im Übrigen kam der Prototyp schon in der "Ardennenoffensive" zum Einsatz. Unbeschadet wurde er zurück ans Werk geliefert.

 

 



Durch die Firma "Ostbau" in Sagan wurde schon im Januar 1945 ein Prototyp des Flakpanzers "Ostwind II" entwickelt und vorgestellt. Dieser besaß einen 3,7cm-Flakzwilling als Hauptbewaffnung. Obwohl es sonst keine größeren Veränderungen gegeben hatte, erreichte man mit diesem Projekt nie die Serienproduktion.


Quellen


"Waffentechnik im Zweiten Weltkrieg" von Alexander Lüdeke ISBN: 1-40548-584-1
"Typenkompass Panzer der Wehrmacht. 1933 - 1945" von Alexander Lüdeke, Motorbuchverlag ISBN: 3-61302-953-7
"Kraftfahrzeuge und Panzer der Reichswehr, Wehrmacht und Bundeswehr" von Werner Oswald, Motorbuchverlag ISBN: 3-61302-370-9
"Der Panzerkampfwagen IV und seine Abarten" von Walter J. Spielberger, Motorbuchverlag, ISBN: 3-87943-402-6



Autor: panzermeyer