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Das Thema

12,8-cm-PaK 44

 

 

 

Die 12,8-cm-PaK 44 der Wehrmacht war das schwerste Panzerabwehrgeschütz, das während des 2. Weltkrieges eingesetzt wurde. Entwickelt auf Grundlage der Erfahrungen an der Ostfront, konnte selbst aus einer Schussentfernung von 2 Kilometern praktisch jeder damals existierende Panzer frontal durchschlagen werden.


 


Militärische Bezeichnung: 12,8-cm-PaK 44
Typ: schweres Panzerabwehrgeschütz
Kaliber: 128 mm
Rohrlänge: 7023 mm (Kaliberlänge: L/55)
Gewicht: 10.160 kg
Seitenrichtbereich 360°
Höhenrichtbereich: -7,5°/+45°
Höchstschussweite: 24.410 m
wirksame Schussweite: ca. 3.000 m
Feuergeschwindigkeit: 5 Schuss/Minute
Geschützbedienung: 8 Soldaten
Hersteller: F. Krupp AG Bertha-Werke, Breslau
Stückzahl: 51

Entwicklung

Entwicklung

Im Jahre 1943 beauftragte das Heereswaffenamt Krupp und Rheinmetall mit der Konstruktion einer Feldkanone, die den 12,2-cm-Geschützen der Roten Armee vom Typ A-19 überlegen sein sollte. Anfangs war daher die Entwicklung einer Feldkanone der Bezeichnung „Kanone K 44“ mit dem Kaliber 12,8 cm geplant.
Aufgrund des Auftauchens neuer schwerer sowjetischer Panzer verschob sich der Schwerpunkt der Entwicklung jedoch zunehmend in Richtung PaK. Während Krupp die bereits bewährte 12,8-cm-Flak als Grundlage nahm, konstruierte Rheinmetall ein von Grund auf neues Geschütz. Ende 1944 stellten beide Konzerne einander ähnliche Prototypen vor, die beide Kreuzlafetten für 360° Schwenkbarkeit besaßen. Das Geschütz war mit einem Schubkurbelkeilverschluss sowie einem elektrischen Abfeuerungsmechanismus ausgestattet. Während der Krupp-Entwurf nur vier Räder aufwies, war die Transport-Lafette von Rheinmetall mit insgesamt sechs Rädern bestückt.
 


(v.l.n.r. Rheinmetall-Entwurf, Krupp-Prototyp in Transportposition, Krupp-Prototyp in Feuerstellung)



Nach ersten Erprobungen wurde schließlich die Krupp-Kanone für die weitere Entwicklung und Vorserienproduktion ausgewählt. Im Laufe dieser Versuche stellte sich allerdings heraus, dass die über 10 t schwere gezogene PaK unter Kriegsbedingungen kaum sinnvoll einzusetzen war. Zur Serienfertigung kam es daher nicht mehr, nur wenige Exemplare entstanden. Dennoch stellte die PaK 44 eine konstruktive Meisterleistung dar und gehört zu den schlagkräftigsten Panzerabwehrkanonen, die je entwickelt wurden. Neben der Bezeichnung „PaK 44“ firmiert diese Waffe auch als „PaK 80“, „12,8-cm-PaK 43, „Kanone 44“ oder „Panzerjägerkanone 44“.


Munition

Munition

Es konnten 3 Munitionsarten verschossen werden, die Panzergranate 39/43 APC, die Panzergranate 40/43 APBC mit ballistischer Haube gegen besonders schwer gepanzerte Ziele und Sprenggranaten gegen Gebäude, befestigte Stellungen oder Truppenansammlungen.
Die Geschosse mussten aufgrund des hohen Gewichts getrennt (Granate und Kartusche) geladen werden, wodurch die Feuergeschwindigkeit herabgesetzt wurde.
 


Munitionsart: Panzergranate 40/43 APC mit ballistischer Haube Sprenggranate
Geschossgewicht: 28,3 kg 28,0 kg
Sprengladung: 0,55 kg 3,6 kg
Treibladung: 15 kg 12,2 kg
Länge der Granate: 49,65 cm 62,3 cm
Mündungsgeschwindigkeit: 930 m/s 750 m/s

 

 

 

12,8-cm-Granate in einem Museum

 

Zwar war die Durchschlagsleistung im Nahbereich kaum besser als die der PaK 43, auf weite Entfernung zeigte die beinahe dreimal so schwere 12,8-cm-Panzergranate 43 jedoch eine weitaus höhere Wirkung im Ziel.

 

Durchschlagsleistung der 12,8-cm-PaK 44 (bei 30° Auftreffwinkel)
  Panzergranate 39/43 APC Panzergranate 40/43 APC mit ballistischer Haube
aus 500 m Entfernung 166 mm 178 mm
aus 1000 m Entfernung 143 mm 167 mm
aus 2000 m Entfernung 117 mm 148 mm


Einsatz

Einsatz

Abgesehen von den Prototypen wurden nahezu alle Geschütze auf bereits vorhandene Lafetten aufgesetzt, da sich die Fertigung sehr aufwendig gestaltete und die verfügbaren Industriekapazitäten aufgrund steigender Verluste an der Front sowie durch Luftangriffe bereits stark gesunken waren. Ein Großteil der einsatzfähigen Exemplare wurde als Hauptbewaffnung des Jagdtigers verbaut.
Die 12,8-cm-PaK war als Standardbewaffnung für die zukünftigen schweren Panzer, wie der Maus oder dem E-100, vorgesehen. Außerdem sollte sie auf der Selbstfahrlafette L/61 "Sturer Emil" in verlängerter Form Anwendung finden.

Folgende Varianten wurden realisiert:

  • 12,8-cm-PaK 44: auf werkseigener Lafette
  • 12,8-cm-Kanone 81/1: K 44 auf ehemals französischer Lafette 155mm GPF-T
  • 12,8-cm Kanone 81/2: K 44 auf ehemals sowjetischer Lafette 152mm-Haubitze Modell 1937
  • 12,8-cm Kanone 81/2: K 44 auf mittlerem Waffenträger "Gerät 579"
  • 12,8-cm-PaK 80 (Pjk 80): PaK 44 als Hauptgeschütz des Jagdtigers

Quellen


Typenkompass: Deutsche Artillerie-Geschütze 1933-45, Alexander Lüdeke, Motorbuch Verlag, ISBN 978-3-613-03150-0

Wikipedia
Englische Wikipedia
Lexikon der Wehrmacht
ww2photo.se (Bild)
aquaundco.cwsurf.de (Bild)
http://www.deadlybirds.com.br (Bilder)
WoT-Forum (Bild)



Autor: Gross