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Das Thema

Molotow Cocktail

 

 

Geschichte

Geschichtliches



Der Molotow Cocktail ist eine sehr einfache Waffe, die Vermutung liegt nahe, dass sie schon in frühen Konflikten eingesetzt wurde (in einer anderen Form). Die griechischen Feuertöpfe und Brandkugeln sind frühe Formen eines Wurfbrandsatzes bzw. bilden die ersten Entwicklungsstufen zu Granaten und komplizierten Distanzgeschossen auf den Gegner.
Erstmals wird der Einsatz dieser Waffe im Russischen Bürgerkrieg belegt. Man griff dabei auf einfachste Mittel zurück und möglichst großen Schaden zu verursachen. Eingesetzt wurde der Cocktail um Panzerwagen in Brand zu stecken. Später im spanischen Bürgerkrieg, dann wurde sie erfolgreich von den Nationalisten gegen die T-26 und BT-7 eingesetzt. Dort wurde die Waffe im Guerillakrieg (span. Kleiner Krieg), um mit einfachen Mitteln gegen eine Übermacht zu strotzen.
Doch der heute noch verwendete Name "Molotow Cocktail" kam erst im Winterkrieg, in Anlehnung auf den Sowjetischen Außenminister und Regierungschef Vyacheslav Molotow von den Finnischen Soldaten. Der für die Invasion Finnlands und deren Verharmlosung verantwortlich gemacht wurde. Molotov erklärte im Radio zu den Bombardierungen sowjetischer Flugzeuge, dass keine Bomben sondern lediglich Brot für die Bevölkerung abgeworfen würden. Doch Molotows Brotkörbe waren Bomben und zu diesem Essen erfanden die Finnen ein „passendes Getränk“ - den Molotow Cocktail.
 


Vyacheslav Molotow

 

Erfinder des "Molotow Cocktail", wie er in der Form wie er heute noch vorkommt, ist der Finnische Offizier Eero Kuittinen. Der im Frühling 1937 die verbesserte Benzin-Bombe aus Erfahrungen vom spanischen Bürgerkrieg entwickelte. Der erste Prototyp war eine einfache Flasche mit einem angebrachten Stück Stoff, was sich als ungeeignet erwies:

 

1.)die Flüssigkeit floss schnell herunter
2.)der brennende Stoff war von weitem sichtbar (was den Einsatz gegen Panzer im Nahkampf erschwerte)

 

Zuführung des Teers ca. 10-20ml pro 0.5l Flasche hat das erste Problem beseitigt, zusätzlich hat die Mischung länger und mit größerer Rauch und Temperaturentwicklung gebrannt. Es wurden zwei Methoden zum Zünden entwickelt:

 

1.)Mit am Flaschenhals befestigte Sturmstreichhölzer, die Brenndauer war etwa 60 Sekunden (ca. 80% von Finnen produzierten Molotowcocktails)
2.) Eine Glasampulle mit selbstentflammbaren Flüssigkeit (auf Basis von Schwefelsäure) die in die Flasche gesteckt war.

 


Molotowcocktail aus finnischer Fertigung mit Sturmstreichhölzern als Zünder



Finnland ging dazu über, die Cocktails industriell von der staatseigenen Firma Oy Alkoholiliike Ab (heute Alko) herstellen zu lassen und mit den benötigten Streichhölzern Paketweise an die Front zu schicken. Insgesamt wurden 450.000 Stück produziert.
Im Juli 1941 hatte das Staatliche Komitee der Verteidigung der Sowjetunion die Spezielle Verordnung erlassen über Panzer Abwehrmittel, mit Unterschrift Stalins. In dem unter anderem befohlen wurde, dass man 1Liter Glasflaschen mit einer Brennmischung nach bestimmter Rezeptur zu füllen hatte. Kurz nach dieser Verordnung begann in Bier- und Spirituosenbrauwerken die Produktion (anstatt der Getränke füllte man das Benzingemisch in die Flaschen). Es wurde ständig an der "Rezeptur" gewerkelt, neben dem Benzingemisch hatte man auch mit einer Phosphor-Schwefel Mischung herum experimentiert, was entsprechend eine Gelb-Grüne Farbe hatte. In der Sowjetunion bezeichnete der Volksmund aufgrund der Farbe die Phosphor-Schwefel Mischung (Gelb-Grüne Farbe) als "Sekt" und das Benzingemisch (Dunkelbraune Farbe) als "Bier".
Diese Idee übernahm die deutsche Wehrmacht und ließ Molotowcocktails unter dem Namen „Brandflasche“ herstellen bzw. gab verschiedene Anleitungen zur selbstständigen Produktion heraus. Damit entstand ein gängige Waffe, die vor allem einfach herzustellen und vor allem psychologischen Schaden einrichtete. War und ist Feuer doch bis heute von großer Wirkung auf dem Schlachtfeld.

Herstellung/Anwendung

Herstellung und Anwendung

 

Wichtig war bei der Herstellung das die Flaschen nicht randvoll gefüllt werden müssen, sondern nur zur Hälfte oder zweidrittel, da das Gemisch ohne Luft nicht zündete. Die eigentliche Effektivität von Molotowcocktails gegen die Panzertechnik war gering. Denn um einen Panzer in Brand zu stecken musste man den hinteren Teil treffen (wo der Motor und die Lüftungsschlitze waren), darum entfalteten sie ihre größtmögliche Effizienz im Stadtkampf (oder aber man lässt sich im Schützengraben überrollen und schmeißt den Molotov Cocktail hinterher - aber wer lässt sich von einem Panzer überrollen?). Die Schutzmaßnahmen gegen einen Angriff durch einen Cocktailbewurf im späteren Krieg war, dass man eine Konstruktion aus Draht an den Schlitzen des Panzers anbrachte, dies hatte zur Folge, dass die Flaschen abprallten und einfach herunterfielen.

 

 

 

Die einfache Herstellung macht den Molotowcocktail zur Waffe „der unterlegenden Seite“, denn Sie war billig, ist heute vor allem bei den Straßenkämpfen von (radikalen) Demonstranten gern eingesetzte Waffe und hat sich als oftmals als provisorische Waffe behaupten können. Ob in der Schlacht von Berlin 1945 oder den Modernen Kriegen, in der eine Übermacht in Städte einzieht und sich mit Guerillakampfführung auseinandersetzen muss.

 

 

Quellen

(Letzter Zugriff: 20.01.2009)

Wikipedia.org
Waffen.ucoz.ru (Russisch)



Autor: Steinbarsch_G7ut