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Das Thema

Japanischer 50 mm Granatwerfer - Modell 89



Der Typ 89 Granatwerfer entstand ab Mitte der zwanziger Jahre als konsequente Weiterentwicklung des Typ Taisho 10, 50 mm Granatwerfers.

Allgemeines

Dieses Vorgängermodell konnte aus seinem glatten Lauf nur folgende Handgranaten verschießen:
 


 
 
Typ 10 Spreng
Typ 11 Kampfstoff
(auch für Nebel- und Brandgranaten mit anderem Füllstoff verwendet)
und zusätzlich
Typ 11 Signalgranaten
(Spezialanfertigung für diese Waffe)





Dieses Waffensystem war eine sehr durchdachte und sehr einfache Waffe, leicht zu transportieren, leicht in der Handhabung, billig in der Produktion und eine wertvolle Nahunterstützungswaffe der Infanterie. Eine wahrlich gelungene Konstruktion!
 


 
 
Kaliber:
50 mm
Rohrlänge:
254 mm
Gewicht:
4,54 kg
Gewicht der Standart-Granate:
0,793 kg
Maximale Schussweite:
640 m

 

Die Werfergranate Tap 97:



Zum Verschuß wurden normale Handgranaten mit einem gesondert gelieferten Treibsatz versehen (einfach im Boden einschrauben). Als Zünder kam auch der normale Handgranatenzünder (Aufschlagzünder mit 7 Sekunden Verzögerung). Vor Abschuss wurde die Granate ins Rohr eingelegt. Dann wurde die Abschusslasche gezogen, die über einen Drehmechanismus den Schlagbolzen erst spannte und dann vorschnellen ließ, Ähnlich wie bei einem Double-Action Revolver. Die Seiten- und Höhenrichtung erfolgte durch Drehen der ganzen Waffe. Die Reichweite wurde durch Anheben und Absenken der Schlagbolzenposition im Rohr. Dazu war unten am Rohr ein Drehring eingebaut, mit dem der Schlagbolzenträger an einer Gewindestange befestigt war.
 

 



Diese Waffe entstand aus dem Wunsch heraus die Kluft zwischen den Wurf- und Schussweiten, der herkömmlichen Handgranate und den schweren Mörsern zu überbrücken. Eingeführt wurde der 50 mm Granatwerfer bereits 1929. Er wurde zunächst nur an die Spezialeinheiten ausgegeben. Dies sollte sich jedoch bald ändern. Er war so leicht und klein, das es selbst möglich war, den kaiserlich japanischen Fallschirmjägern jeweils ein Exemplar und 5 Granaten; zusätzlich zu seiner normalen Ausrüstung beim Absprung mitzugeben. Mit dem Typ 89 5 cm Granatwerfer war eine echte Multifunktionswaffe mit gezogenem Lauf. Neben der Munition des Vorgängermodells konnten auch noch die Typ 91 Multifunktionsgranaten (mit eingeschraubtem Treibsatz), Typ 95 Nebengranaten und spezielle Typ 89 5 cm Werfergranaten verschossen werden. Die Typ 89 Granaten bestanden aus einem Treibsatzbehälter, einem Kampfmittelbehälter und dem Zünder. Als Zünder wurde weiterhin ein Aufschlagszünder mit Verzögerung verwendet. Die Zündung der Verzögerungsladung erfolgte beim Abschuss aus dem Granatwerfer. Im Kampfmittelbehälter konnte Sprengstoff, Brand- oder Nebelmittel oder ein Kampfstoff eingefüllt werden. Der Treibsatzbehälter konnte abgeschraubt und die Größe des Treibsatzes und so die mögliche Höchstreichweite dann verändert werden. Der Abschussmechanismus wurde schließlich etwas vereinfacht, arbeitete aber immer noch nach dem Double-Action-Prinzip. Die Höhe des Schlagbolzens im nun längeren Rohr mit seinen 2 Zügen konnte nun über einen separaten Drehknopf unten rechts an der Waffe beeinflusst werden.
 

 



Wie dieses Foto zeigt, hatte der Werfer KEIN ZWEIBEIN - Das Rohr musste beim Abfeuern vom Schützen festgehalten werden. Da der Schütze bei diesem Vorgang zumeist hinter dem Rohr kniete, bekam diese Waffe bald von den GIs den Spitznahmen "KNIEMÖRSER"! Ein fataler Name, mit fatalen Folgen für jene US-Marines, die dies zu wörtlich nahmen und den Werfer am Knie abgestützt abfeuerten!!!! Trotz seiner geringen Abmessungen verfügte der Werfer Typ 89 über einen massiven Rückstoß - schwere Knochenbrüche waren die Folge solch leichtsinniger Unterfangen.
 

Ein Australier hat kapiert wie man eine solche Waffe bedienen muss....
 



Der Einsatz dieser Waffe erfolgte bei der Infanterie und Marineinfanterie. Hier war in jeder Gruppe zu 10-12 Mann ein 5 cm Granatwerfer vorgesehen. Dies sind dann 4 Waffen je Zug, 12-16 Waffen je Kompanie. Jede Granatwerfermannschaft bestand aus Schütze und Munitionsschütze. Die Waffe wurde in einer Tasche am Gürtel oder Oberschenkel oder aber in ein einer Umhängetasche auf dem Rücken mitgeführt. Die Gefechtsausstattung an Munition umfasste pro Person zwei Stofftaschen mit je vier Schuss. Weitere Munition wurde von der Gruppe oder dem Versorgungszug der Kompanie mitgeführt und bei Bedarf zugeteilt. An Stelle der Waffe trug der Munitionsschütze den Werkzeugkasten und bei Bedarf zusätzliche Munition. Zusammenfassend kann über den Grantwerfer Modell 89 gesagt werden, das er ein sehr erfolgreiches Waffensystem darstellte.


Quellen

Bilder, Daten und Fakten aus dem Internet:
De.wikipedia.org
http://www.diggerhistory.info
http://www.bayonetstrength.150m.com

Letzter Zugriff am 03.08.2009.

Sowie den Büchern:

"Waffentechnik im 2 Weltkrieg"


"Lexikon des 2 Weltkrieges"



Autor: Tiwaz