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Das Thema

Sturmgewehr - MP 44/43

 

„Urvater aller Sturmgewehre“




 

Einführung

 

Sturmgewehr ist eine Bezeichnung für relativ leichte und kompakte Mehrzweck-Militärgewehre.

 

Es handelt sich dabei in der Regel um halb- und vollautomatisch repetierende Militärgewehre, in kleineren (4,5 mm) bis mittleren (7,62 mm) Kalibern.

 

Diese Art Gewehre sind bei den meisten Streitkräften als Standardbewaffnung des Infanteriesoldaten eingeführt.

 

Der Begriff Sturmgewehr (StGw) entstand aus der suggestiven und propagandistischen Namensgebung des 3. Reichs für eine Waffenart, die ursprünglich aus dem Maschinenkarabiner (MKb) der Jahre 1942 bis 1943 entwickelt wurde, und sich in der Hauptsache auf das Sturmgewehr 44 (StGw 44) bezog.

 

Das StG 44, das ab März 1944 als MP 44 in geringerem Umfang eingeführt wurde, erhielt erst im Dezember 1944 den Namen „Sturmgewehr“ und sollte die besondere Eignung dieser Waffe als Angriffswaffe für Sturmtruppen nahelegen.

Historie

Die Geschichte des Sturmgewehrs



Das erste „Sturmgewehr“ im Sinne militärischer Überlegungen wurde im Jahre 1913 vom Waffenkonstrukteur Wladimir Fedorow in Russland entwickelt.
Er orientierte sich damals an der japanischen 6,5 mm Gewehrpatrone des Arisaka-Karabiners.
In diesem Sinne war seine Konstruktion ein automatisches Gewehr, das Langpatronen verschoss.
Die Kapazitäten der zaristischen Waffenindustrie reichten im Ersten Weltkrieg bei weitem nicht aus, um diese Waffe und dazugehörige Munition in nennenswerter Stückzahl herstellen zu können.
Fehlende Einsicht seitens der Strategen in die Notwendigkeit einer solchen Waffe sowie mangelndes Vertrauen in den einfachen Soldaten, verantwortungsvoll mit dieser „munitionsfressenden“ Waffe umzugehen, bescherten den ersten Selbstladegewehren schnell ein vorzeitiges Ende.

Auch in den 1930er Jahren und zu Beginn des Zweiten Weltkrieges produzierte die Sowjetunion voll- und halbautomatische Maschinenkarabiner (AWS-36, SWT-38 und SWT-40), deren Produktion aber zugunsten der taktisch höher bewerteten Maschinenpistolenproduktion in der zweiten Hälfte des Krieges eingeschränkt und schließlich ganz eingestellt wurde.

Ausschlaggebend für die deutschen Entwicklungen des Maschinenkarabiners (MKb) und später des „Sturmgewehrs“ (StG) war im Vorfeld die Suche nach einer neuen Mittelpatrone. Diese sollte deutlich wirksamer sein als die Pistolenmunition, die aus den Maschinenpistolen MP38/MP40 (9x19 mm Para) verschossen wurde, aber wesentlich rückstoßärmer als die vom Karabiner 98 verschossene Infanteriepatrone (7,92x57 mm / 8x57IS). Das führte zur Entwicklung der Patrone 7,92 x 33 mm, die die genannten Voraussetzungen erfüllte.

Als neuer Typ des Infanteriegewehrs wurden Maschinenkarabiner in der Endphase des Zweiten Weltkrieges in Deutschland konzipiert (Firma Walther und Firma C.G. Haenel, Zella Mehlis und Suhl in Thüringen).

Angesichts der immer deutlicher werdenden zahlenmäßigen Unterlegenheit der deutschen Wehrmacht, des rapiden Rückgangs der Zahl in Friedenszeiten sorgfältig ausgebildeter Soldaten und unter dem Eindruck der Feuerüberlegenheit der amerikanischen und sowjetischen Selbstladegewehre, ersah man die kampftechnische Aufwertung des einzelnen Soldaten durch eine Selbstladewaffe als zwingend notwendig (Entwicklung des G41, forcierte Produktion der MP 40).
 

 

 

Die Vorteile der Mittelpatrone und des StGw.

 

Die ursprünglichen, schon seit 1923 bestehenden Anforderungen an eine Waffe für derartige Mittelpatronen wurden nach Forschungen von 1935 - 1937 überarbeitet. So ist die MP 44 als Ergebnis dieser Forschung zu betrachten. Schon 1938 stand somit ein Konzept für eine leichte automatische Waffe, die den Karabiner, die Maschinenpistole, sowie teilweise das MG ersetzen sollte.

 

1) In Feuergefechten zeigte sich, dass zielgenaues Einzelfeuer bei Kampfentfernungen über 400 m selten effektiv war.

2) Die geringe Feuerrate des K98 wurde außerdem den Anforderungen für den Graben- und Häuserkampf nicht gerecht.

3) In vollautomatischen Handfeuerwaffen (wie z.B. dem in nur geringen Stückzahlen hergestellten Fallschirmjägergewehr FG 42) eingesetzt, erwies sich der harte Rückstoß der Gewehrpatrone insbesondere für ungeübte Schützen als fatal für die Zielgenauigkeit.

4) Die Maschinenpistole (z.B. MP 40) dagegen zeigte sich in Kampfentfernungen oberhalb von 100 m wegen ihrer typischen und relativ schwachen Pistolenmunition in 9 mm Parabellum ineffektiv.

Produktion

Die Produktion



Da eine hohe Produktionsrate zur Umbewaffnung nötig war und zugleich die Rohstofflage sehr knapp war, führte diese Lage zur Entwicklung des überwiegend in günstiger Blechprägetechnik hergestellten Maschinenkarabiners 42 und 43 (MKb 42/MKb 43).

Hitler hatte aber schon früh Vorbehalte gegen die Einführung einer neuen - zusätzlichen - Infanteriemunition, also wurde der MKb in MP 43 umbenannt.

So sollte Hitler annehmen, dass es sich um eine Maschinenpistole für die Verwendung der bereits vorhandenen 9mm Parabellum handelte.
 

 

 

1944 bekam die Waffe nach einigen Änderungen den Namen MP 44. Durch positive Berichte zur neuen Waffe von der Ostfront wurde die Produktion unter besondere Dringlichkeit gestellt und mit dem suggestiven Namen „Sturmgewehr“ versehen.

 

(Spätere Konstruktionen, zum Beispiel das bekannte AK-47 (Automat Kalaschnikow) (Kaliber 7,62 x 39 mm), übernahmen bei eigener Technik das taktische Konzept, welches dem StGw 44 zu Grunde liegt.)

 

 

 

Produktionszahlen

 

MKb. 42 : .............1942 = 116 Stück........1943 = 11.717 Stück

StGw/MP.43/44: .....1943 = 19.502 Stück...1944 = 281.860 Stück.....1945 = 124.616 Stück

 

Produzierte Mittelpatronen

 

In Millionen Schuss......1942 = 9,7 .....1943 = 23,4 .....1944 = 579,4 .....1945 = 209,5

Geplant war ein monatlicher Ausstoß von 400.000.000 Schuss, dafür sollten zusätzlich 86.000 Arbeiter aufgenommen worden - diese gab es jedoch nicht!

Von der Kurz/Mittelpatrone gab es im März 1945 noch einen Nachschubvorrat von 69.600.000 Schuss und bei der kämpfenden Truppe noch 273.900.000 Schuss!!!



 

Die Patronentaschen

Die Waffe

Die Waffe

 

Die in Blechprägetechnik hergestellte Waffe benötigte lediglich 10,9 kg Rohmaterial und wog ohne Magazin 4,5 kg.

Das mit 30 Schuss gefüllte Magazin wog zusätzlich 0,87 Kg.!

Auf das Sturmgewehr konnte übrigens auch außer dem Zielfernrohr ZF4 das ZF1229, ein "Vampir" genanntes Infrarot-Nachtzielgerät verwendet werden.
(Vom "Vampir" wurden von der Firma LEITZ 310 Stück an die Truppe ausgeliefert)!

Der auf das Gewehr aufzubringende Zielaufsatz wog mit dem 1,5/85 mm-Objektiv 2,3 kg, das als Schultertasche zu tragende Versorgungsteil ca. 13 kg!


 

Ein weiteres Zusatzgerät war der KRUMMLAUF



Mit dem Krummlauf konnte man, wahlweise, um 30 Grad, um 45 Grad, ja sogar um 90 Grad um die Ecke schießen. Gezielt wurde dabei mit einem Prismenvorsatz.
Die Lebensdauer eines solchen Zusatzlaufes war natürlich sehr begrenzt. So betrug sie für das 30-Grad-Modell knapp 300 Schuss, bei dem 45-Grad-Zusatz waren es aber nur mehr 160 Schuss.
Dem gegenüber lag die Lebensdauer des "normalen" Laufes bei ca. 10.000 Schuss!
Es wurde nur der 30-Grad-Aufsatz ("J"-Aufsatz) in erwähnenswerten Stückzahlen an die Truppe ausgeliefert. Mit diesem Aufsatz wurde bei Einzelfeuer auf 100 m Trefferablagen von 35 x 35 cm erreicht! Dauerfeuer war damit nicht möglich - der Schütze konnte die Waffe nicht im Ziel halten. Vom "P"-Vorsatz (90 Grad) wurden etwa 200 Stück an die Truppe ausgegeben!

Zum Schluss

Schlussbemerkung / Mythos



Das StG 44 hat sich in seiner kurzen Einsatzzeit mehr als bewährt. So war es auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Einsatz. Die Grenzsoldaten der DDR wurden noch lange mit dieser Waffe ausgestattet (Es gab einfach keine nennenswerten Ersatz), jugoslawische Fallschirmtruppen benutzten es und, neben dem G 1, war dieses Gewehr lange Zeit ein gern gesehene deutsche Waffe in Afrika, Naher Osten und in Teilen Asiens. Das Aussehen und die Eigenschaften stellen es bis heute mit dem AK 47 auf eine Stufe, vor allem, da sich nach gängiger Forschungsmeinung die russischen Entwickler vielfach an dem Design und der Technologie bedient haben (Hugo Schmeisser in einer „Technischen Kommission“ der Roten Armee). Ebenso das Konzept, das in der ganzen Welt Schule gemacht hat.
Was wäre Wenn? Eine oft gestellte Frage im zweiten Weltkrieg und man kann sagen, wäre die Produktion und Entwicklung nicht so spät bzw. ungünstig verlaufen, hätte dieses Gewehr es zur Standardwaffe bringen können. Eine Standardwaffe, die allen anderen weit überlegen gewesen wäre.


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Sturmgewehr_44 (Letzter Aufruf 29.10.2009)
http://galerie.waffeninfo.net/mp44/ (Letzter Aufruf 29.10.2009)
http://waffen-technik-withum.de/mp44-22-1.html (Letzter Aufruf 29.10.2009)
http://bilder.zib-militaria.de/ (Letzter Aufruf 29.10.2009)
http://world.guns.ru/ (Letzter Aufruf 29.10.2009)
http://gewehr43.com/ (Letzter Aufruf 29.10.2009)
http://mp44.nl/ (Letzter Aufruf 29.10.2009)



Autor: Tiwaz / Freiherr von Woye