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Das Thema

Stielgranate M 24

 

"Kartoffelstampfer"

 

 

 

Die meist verwendete Granate der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg

 

 

Entstehung

Enstehung

 

Das Modell 24 war wie oben beschrieben aufgebaut. Im März 1944 kam das vereinfachte Modell 43 zur Truppe. Diese Stielhandgranate entsprach in Größe und Wirkung der älteren Granate; allerdings befand sich der Zünder nun an der Spitze. Dadurch wurde die Produktion einfacher, da der Griff nicht mehr ausgehöhlt werden musste; außerdem konnte die Granate nun auch ohne Stiel geworfen werden. Allerdings war der Zünder nicht mehr so gut gegen äußere Einwirkungen geschützt.

Für beide Modelle gab es aufsteckbare Splittermäntel aus Metall (Verstärkungsmantel aus Gusseisen), um die Splitterwirkung zu erhöhen.

 

 

 

Vornehmlich im Einsatz gegen Bunker und andere Befestigungsanlagen wurde die Sprengwirkung durch die sog. „Geballte Ladung“ verstärkt. Hierbei wurden mittels Draht sechs weitere Sprengköpfe ohne Sprengkapseln um den Sprengkopf der Granate befestigt (dieses, im Feld hergestellte Provisorium, ist nicht zu verwechseln mit der schweizerischen, seriengefertigten Variante).

Bis in die 1990er Jahre wurde die Stielhandgranate unter der Bezeichnung HG-43 in der Schweizer Armee verwendet. Sie war aufgebaut wie oben beschrieben. Auch auf diese Granate konnte, bei Verwendung zu Defensivzwecken, ein Splitterkörper, auch Splittermantel genannt, aufgeschraubt werden. Ohne diesen zusätzlichen Splitterkörper setzte die Stielhandgranate im Vergleich zu anderen Granatentypen verhältnismäßig wenige Splitter frei. Als zusätzliches Element enthielt der Kopf der HG-43 ein weiteres Gewinde, auf das ein zusätzlicher Granatenkopf aufgeschraubt werden konnte. Eine solche sogenannte Geballte Ladung hatte eine verstärkte Wirkung. Geballte Ladungen mit bis zu drei Granatköpfen können noch von Hand geworfen werden. Längere Versionen werden in der Regel fest montiert und aus der Ferne mittels verlängerter Schnur gezündet.

 

Die Handgranaten wurden von den Soldaten der ,,Mörser des armen Mannes" genannt.



Eine weitere schnell im Feld zusammengebaute Waffe war die gestreckte Ladung. Sie bestand aus mehreren in einem Abstand von ca. 15 cm voneinander angebrachten Sprengladungen der Stielhandgranate, die z.B. auf einem Brett mit Draht befestigt wurden. Dieses wurde dann vornehmlich unter einen Stacheldrahtverhau geschoben und dann aus sicherer Entfernung gezündet. Durch die Explosion und die erhebliche Splitterwirkung wurde der Stacheldraht meistens durchtrennt, sodass Infanterie das Gebiet durchqueren konnte.

Technik

Technik

 

Die Stielhandgranate besteht aus einem Stiel mit einem daran angeschraubten Sprengkopf. Der Stiel verlängert den Hebel des Wurfarms und ermöglicht so größere Wurfweiten. In der Regel ist der Zeitzünder im Stiel untergebracht. Am unteren Ende des Stiels befindet sich, normalerweise durch eine abschraubbare Kappe geschützt, die Abreißschnur für den Reibungszünder mit der daran befestigten Perle.

In ihrer bekanntesten Form wurde sie erstmals im Ersten Weltkrieg eingesetzt, hatte aber damals noch einen am Sprengkopf befestigten Henkel, was ein einfaches und relativ sicheres Befestigen an der Koppel erlaubte.

 

 



Auch im Zweiten Weltkrieg wurden von deutscher Seite hauptsächlich Stielhandgranaten verwendet. Diese Handgranaten besaßen den Henkel nicht mehr und so mussten die Soldaten die Granate oft lose hinter ihren Gürtel klemmen oder in den Stiefelschaft stecken.

Eine Stielhandgranate hat typischerweise eine Verzögerung von ca. drei bis fünf Sekunden. Sie wird sofort nach dem Abziehen geworfen, verbunden mit dem typischen Warnruf „Achtung Handgranate“. Das „abkochen“ genannte kurze Warten vor dem Werfen wird aber weder trainiert, noch sollte es angewendet werden, da die Risiken für den Werfer zu hoch sind. Zurückwerfen ist praktisch unmöglich, dazu ist die Zeit zu kurz.

Weitere Entwicklung

Weitere Entwicklung

 

 

 

Im Zweiten Weltkrieg wurden schätzungsweise 75 Millionen Stück durch die Deutsche Industrie hergestellt, im Ersten Weltkrieg waren es ca. 300 Millionen Stück.

 

 

 

Dabei fungierte das Modell M 24 auch als Vorlage für andere Produktionen bzw. Handgranaten-Modellen. So entwickelten die Japaner, aus in China erbeuteten deutschen Stielgranaten (1938) eine eigene sehr ähnliche Stielgranate und eine Kampfmittelgranate (füllbar mit Nebelmittel, Brandmittel oder chemischen Kampfstoffen). Bekannt wurde diese "Kopie" unter dem Namen Typ 98 Handgranate bzw. Typ 98 Nebelhandgranate.

 


Typ 98 Nebelhandgranate mit Nebelstoff-Füllung (Japan)

 

 
Daten Typ 98 Stielgranate (Japan)
Durchmesser:
47,5 mm
Höhe ohne Zünder:
204 mm
Gewicht mit Zünder:
Gewicht mit Zünder:
Gewicht Sprengladung:
85 g
Sprengladungsart:
später Pikrinsäure
Zünder:
Abreißzünder mit Verzögerung
Zündverzögerung:
4,5 s

Quellen

Buch: US-Army Technical Manual TM 9-1985-4 "Japanese Explosive Ordnance (Bombs, Bomb Fuzes, Land Mine, Grenades, Firing Devices and Sabotage Devices) von März 1953
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waf ... aten-R.htm (Letzter Zugriff 26.11.2009)
http://en.wikipedia.org/wiki/Model_24_grenade (Letzter Zugriff 26.11.2009)
http://www.inert-ord.net/ger03a/gerhgr/stck/ (Letzter Zugriff 26.11.2009)
http://efour4ever.com/grenade_german.htm (Letzter Zugriff 26.11.2009)



Autor: Oliver / Freiherr von Woye / tom!