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Das Thema


Die leichten Panzerspähwagen der deutschen Wehrmacht

 

- Eigenkonstruktionen und Beutefahrzeuge -



Die geschichtliche Entwicklung der Aufklärer

 


Altes Barettabzeichen der früher eigenständigen Panzeraufklärungstruppe der Bundeswehr

 

Nicht erst durch die Entwicklung von kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen kam es zur Entstehung von Aufklärungstruppen. Schon im Jahr 1743 entstand die erste richtige Aufklärungstruppe. König Friedrich der Große legte dort im Reglement für die Preußischen Husarenregimenter fest, dass diese auch Aufklärungsaufgaben zu übernehmen hatten. In der späteren Entwicklung und dann zu Zeiten des "deutsch-französischen Krieg 1870/71" gab es schließlich erstmals Eskadronen, als reine Aufklärungseinheiten, die in den Infanteriedivisionen eingesetzt waren. Dafür wurden hauptsächlich Husaren- und Dragonerregimenter ausgewählt, denn diese hatten Karabiner und konnten so auch infanteristisch eingesetzt werden. Die Hauptaufgabe war aber das Aufklären feindlicher Kräfte und die Erkundung unbekannten Geländes damit sich die obere militärische Führung ein Lagebild machen konnte umso das weitere Vorgehen zu planen.

 


" Eine Husaren-Patrouille während einer Rast in Galizien "



Auch in den Zeiten des Ersten Weltkrieges wurden wieder Kavallerieregimenter als Aufklärungskräfte eingesetzt. Als Spezialform trat dabei "Der Spähtrupp zu Pferde (Offizierspatrouille)" auf, hierbei konnte man den Weg zu kleinen und beweglicheren Aufklärungsformationen erkennen. Durch die Entwicklung und Einführung technischer Hilfsmittel wie Ballons, Flugzeuge und teilweise bereits auch Kraftfahrzeuge, verbesserten sich die Aufklärungsfähigkeiten. Zu den Zeiten der Reichswehr um 1930 stellte diese eigene Aufklärungsabteilungen auf. In diesen Einheiten kamen sowohl Reiter als auch Fahrradfahrer zum Einsatz, auch motorisierte Fahrzeuge, schwere Waffen und Nachrichtenmittel wurden eingegliedert um bessere Arbeit liefern zu können und gleichzeitig auch noch schlagkräftig gegen gegnerische Einheiten zu bleiben. Aus diesen Formationen bildeten sich dann später die Aufklärungsabteilungen der Wehrmacht heraus. Nachdem die deutsche Panzertruppe entwickelt und aufgebaut wurde kamen auch hier die Aufklärer zum Einsatz. Bis zum Jahr 1939 hatte man in der Wehrmacht elf Aufklärungsabteilungen (mot.) - bestehend aus Stab mit Nachrichtenzug, einer Kradschützenkompanie und einer schweren Kompanie - und drei Aufklärungsregimenter neu aufgestellt. Diese kamen dann im Zweiten Weltkrieg für die motorisierten Einheiten zum Einsatz.
 

 



Im folgenden Beitrag sollen nun die wichtigsten leichten Vierrad-Panzerspähwagen vorgestellt werden. Da in den Aufklärungsabteilungen nicht nur deutsche Fahrzeuge zum Einsatz kamen, sondern auch erbeutete Fahrzeuge des Gegners werden diese hier auch betrachtet.

Teil 1

Die Fahrzeuge

 

Maschinengewehr-Kraftwagen "Kfz. 13" und Funk-Kraftwagen "Kfz. 14"

 


 
Technische Daten
Typ:
leichter Panzerspähwagen
Hersteller:
Daimler Benz
Gefechtsgewicht:
2100kg
Länge:
4200mm
Breite:
1700mm
Höhe:
1460mm ( Kfz.13 )
Motor:
Adler Standard,
6-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
2916ccm
Leistung kw/PS:
44/60
Leistungsgewicht:
28,5 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
60km/h (Straße),
25km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat:
70l
Fahrbereich:
320km (Straße)
Besatzung:
2 (Kfz.13), 3 (Kfz.14)
Bewaffnung:
1x 7,92mm MG13 oder MG34
Panzerung:
5-8mm
Furttiefe:
0,5m

 

Diese beiden Fahrzeuge wurden im Jahr 1932 entwickelt. So wollte man der Reichswehr Spähfahrzeuge zur Verfügung stellen. Durch die "Adlerwerke" wurde das Projekt realisiert, sie entwickelten auf Basis eines ihrer zivilen Personenkraftwagen diese beiden Modelle. Man nahm das Chassis des "Standard 6" und setzte darauf einen nach oben offenen Panzeraufbau. Da dieser maximal 8mm stark war, gab es zwar einen Grundschutz gegen Handwaffen aber alle größeren Kaliber konnten dadurch nicht aufgehalten werden. Man hatte so sehr schnell ein einfaches und kostengünstiges Aufklärungsfahrzeug geschaffen. Insgesamt erreichte die Serienproduktion eine Stückzahl von 147 Kfz. 13 und 40 Kfz. 14. Obwohl die beiden Fahrzeuge über einen Vierrad-Antrieb verfügten war ihre Geländegängigkeit sehr beschränkt. Das Kfz.13 besaß als Bewaffnung ein 7,92mm MG13 das einen begrenzten Schwenkbereich besaß, das Kfz.14 war komplett unbewaffnet, dafür besaß es ein Funkgerät mit abklappbarer Rahmenantenne das im Maschinengewehr-Kraftwagen nicht vorhanden war.

 


"Maschinengewehr-Kraftwagen Kfz.13"

 

Für die Zeiten während der Weimarer Republik, der Reichswehr und vor allem den Friedenszeiten der Wehrmacht waren die Fahrzeuge ausreichend, mit dem Beginn des 2. Weltkrieges aber völlig veraltet. Trotzdem kamen sie bei den Aufklärungsabteilungen der Infanteriedivisionen noch beim Polen- und Westfeldzug zum Einsatz. Selbst beim Angriff auf die Sowjetunion waren noch einige Exemplare eingesetzt worden. Zu diesem Zeitpunkt waren sie schon völlig ungeeignet für ihren Aufklärungseinsatz, aber die katastrophale Ausrüstungslage der Wehrmacht war der Grund, dass sie trotzdem noch in kleineren Stückzahlen eingesetzt wurden. Die größte Zahl dieser beiden Fahrzeuge wurde nach dem Westfeldzug als Schulungsfahrzeuge für Ausbildungseinheiten eingesetzt. Hier wurden sie solange eingesetzt bis sie komplett aufgebraucht waren.

 


"Der Funk-Kraftwagen Kfz.14"

 

Leichter Panzerspähwagen (MG) "Sd.Kfz. 221"

 


 
Technische Daten
Typ:
leichter Panzerspähwagen
Hersteller:
Endmontage bei Weserhütte
Gefechtsgewicht:
4000kg
Länge:
4800mm
Breite:
1950mm
Höhe:
1800mm
Motor:
Horch/Auto-Union,
8-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
3517ccm
Leistung kw/PS:
55/75
Leistungsgewicht:
18,75 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
80km/h (Straße)
Kraftstoffvorrat:
110l
Fahrbereich:
320km (Straße),
200km (Gelände)
Besatzung:
2 Soldaten
Bewaffnung:
1x 7,92mm MG34
Panzerung:
5-14,5mm
Furttiefe:
0,6m



Schon Mitte der 1930iger Jahre hatte man erkannt, dass die bisher eingesetzten Fahrzeuge nicht mehr ausreichend waren und dringend neue Aufklärungsfahrzeuge entwickelt werden müssten. So entwickelte man neue Modelle auf Basis des "Einheitsfahrgestell I für schwere Personenkraftwagen" der Firma "Auto-Union". Diese Kfz besaßen einen Heckantrieb und wurden ausschließlich im Horch-Werk der Auto-Union im sächsischen Zwickau hergestellt. Als Bezeichnung erhielten diese Fahrzeuge die Kennung "Horch 801" beziehungsweise "801/EG I". Als Antrieb benutzte man einen 3,5l V8-Benzinmotor der eine Leistung von 75PS entwickelte. Des Weiteren war ein Allradantrieb vorhanden, es gab Sperrdifferenziale, eine 4-Radlenkung, mechanische Bremsen und Einzelradaufhängung. Mit diesen Leistungsmerkmalen hatte man ein Fahrzeug erschaffen das wesentlich mobiler und geländegängiger war als die beiden Vorgänger "Kfz.13" und "Kfz.14". Es gab aber auch negative Seiten. So war die Produktion zeitaufwendig und kompliziert, außerdem waren die Fahrzeuge störanfällig und die Wartung war zeitintensiv. Im Jahr 1936 kam dann das erste leichte Panzeraufklärungsfahrzeug, das auf dem "801/EG I" basierte, zur Truppe. Dabei montierte man einen winkligen, voll geschweißten und abgeschrägten Aufbau auf das Fahrgestell. Dies geschah bei den "Eisenwerken Weserhütte" in Bad Oeynhausen. Diese Firma hatte den Aufbau entwickelt und war für die Endmontage verantwortlich. Als Bewaffnung war ein 7,92mm MG34 in den per Hand drehbaren und nach oben hin offenen Turm eingebaut worden, eine Funkanlage fehlte aber auch hier. Der siebeneckige Turm besaß außerdem noch ausklappbare Gitter umso als Schutz gegen Handgranaten zu dienen. Die Panzerung des Kfz war vorn 14,5mm stark sonst schwankte sie zwischen 5 und 8mm. Die Besatzung bestand aus zwei Soldaten, dem Fahrer und dem Kommandanten/Schützen im Turm.
 

 

 

Bis 1940 wurden insgesamt 339 "Sd.Kfz. 221" produziert, 18 davon wurden an die nationalchinesische Regierung verkauft. Einige diese Fahrzeuge hatten ab September 1939 zusätzlich zum MG noch eine Panzerbüchse 39 (PzB 39) im Turm erhalten.

 

Leichter Panzerspähwagen (2,8cm) "Sd.Kfz. 221"

 


 
Technische Daten
Typ:
leichter Panzerspähwagen
Hersteller:
Endmontage bei Weserhütte
Gefechtsgewicht:
4100kg
Länge:
4800mm
Breite:
1950mm
Höhe:
1980mm
Motor:
Horch/Auto-Union,
8-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
3517ccm
Leistung kw/PS:
55/75
Leistungsgewicht:
18,75 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
80km/h (Straße)
Kraftstoffvorrat:
110l
Fahrbereich:
300km (Straße),
200km (Gelände)
Besatzung:
2 Soldaten
Bewaffnung:
1x 2,8cm sPzB 41
Panzerung:
5-14,5mm
Furttiefe:
0,6m



Diese Variante des "Sd.Kfz. 221" erhielt eine neue Bewaffnung, denn man hatte in den Anfängen des Krieges gemerkt, dass das MG-34 als Hauptbewaffnung zu schwach war. Man konnte damit zwar gegnerische Infanterie bekämpfen aber schon gegen feindliche Aufklärungskräfte hatte man damit keine Chance mehr. Auch die schon bei wenigen Fahrzeugen eingebaute Panzerbüchse 39 konnte diesen Umstand kaum verändern. So kam ab 1941 vom Heereswaffenamt die Anweisung die schwere Panzerbüchse 41 zu verwenden. Alle noch verfügbaren Fahrzeuge wurden daraufhin umgerüstet. Bei der "schweren Panzerbüchse 41" (sPzB 41) wurden Granaten verschossen die das Kaliber 2,8cm hatten. Dadurch das der Lauf der Panzerbüchse konisch verlief wurde das Geschoss beim Abschuss so zusammen gepresst, das es beim Austritt aus dem Rohr nur noch Kaliber 2cm hatte. Das Geschoss mit Wolframkarbidkern hatte einen Mantel mit Weichmetall damit dies auch funktionieren konnte. Durch diese Besonderheit besaß die schwere Panzerbüchse eine sehr hohe Austrittsgeschwindigkeit von 1400m/sek. Damit konnte das Geschoss selbst noch auf 500m Entfernung eine 66mm starke Panzerplatte bei einem Auftreffwinkel von 90° durchschlagen. Die sehr gute Durchschlagskraft hatte aber einen Haken, da Wolfram selten war wurde kaum Munition hergestellt und somit in nur geringe Anzahl für die Besatzung verfügbar. Auch war der Verschleiß der Rohre sehr hoch.
 


" Das Sd.Kfz. 221 mit der schweren Panzerbüchse 41. "

Teil 2

Leichter Panzerspähwagen (2cm) "Sd.Kfz. 222"

 


 
Technische Daten
Variante:
Ausf. A Ausf. B
Typ:
leichter Panzerspähwagen leichter Panzerspähwagen
Hersteller:
Endmontage bei MNH,
Schichau, Büssing-NAG
Endmontage bei MNH,
Schichau, Büssing-NAG
Gefechtsgewicht:
4800kg 4800kg
Länge:
4800mm 4800mm
Breite:
1950mm 1950mm
Höhe:
2000mm 2000mm
Motor:
Horch/Auto-Union,
8-Zylinder-Benzinmotor
Horch/Auto-Union,
8-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
3517ccm 3823ccm
Leistung kw/PS:
55/75 66/90
Leistungsgewicht:
15,6 PS/t 18,75 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
80km/h (Straße) 90km/h (Straße)
Kraftstoffvorrat:
100l 100l
Fahrbereich:
300km (Straße),
200km (Gelände)
300km (Straße),
200km (Gelände)
Besatzung:
3 Soldaten 3 Soldaten
Bewaffnung:
1x 2cm KwK 30/38 L/55,
1x 7,92mm MG34
1x 2cm KwK 30/38 L/55,
1x 7,92mm MG34
Panzerung:
5-14,5mm 5-14,5mm
(später bis zu 30mm)
Furttiefe:
0,6m 0,6m

 

1938 folgte dann das "Sd.Kfz. 222" als Nachfolger. Dieser Panzerspähwagen basierte ebenfalls auf dem Fahrgestell des "801/EG I" hatte aber eine verstärkte Bewaffnung. Der Aufbau ähnelte dem seines Vorgängers. Anstelle des siebeneckigen Turmes benutzte man nun einen größeren zehneckigen. In diesem war nun Platz für eine "2cm-KwK 30" oder "2cm-KwK 38" sowie ein koaxial angebrachtes MG-34. Für die KwK wurden 180 Schuss in 10-Schuss Magazinen mitgeführt. Mit einem großen Schwenkbereich von bis zu +80° konnte die Bewaffnung auch gut gegen feindliche Flugzeuge eingesetzt werden. Wie schon beim Vorgänger gab es auch hier die abklappbaren Gitter zum Schutz gegen Handgranaten. Die Besatzung hatte sich um einen Mann auf 3 Soldaten erhöht, es gab nun einen Fahrer, Kommandanten und Schützen. Bis 1940 wurden die leichter Panzerspähwagen (2cm) "Sd.Kfz. 222" auf Basis des "801/EG I" hergestellt und erhielten dafür die Zusatzbezeichnung "Ausf. A". Ab Mitte 1941 wurde dann die Produktion auf die "Ausf. B" umgestellt. Dabei benutzte man das verstärkte Fahrgestell des "801/v". Außerdem kam nun ein 3,8l Motor mit 90PS zum Einsatz. Es wurden auch noch andere Verbesserungen durchgeführt wie zum Beispiel die Verstärkung der Frontpanzerung auf 30mm. Neben den schon beschriebenen 18 "Sd.Kfz. 221" wurden auch 12 vom Typ "Sd.Kfz. 222" an China exportiert. In Polen und beim Westfeldzug konnten sich die Fahrzeuge beweisen und erwiesen hier einen guten Dienst. Auf Grund der schmalen Reifen und den damit verbundenen hohen Bodendruck musste man aber erkennen, dass die Fahrzeuge für Einsätze in Russland und Nordafrika weniger geeignet waren. Auch die zu geringe Bodenfreiheit senkte die Geländefähigkeit der Fahrzeuge weiter ab. Durch diese Tatsachen wurde auch der leichte Panzerspähwagen (2cm) "Sd.Kfz. 222" für die Ostfront als "nur bedingt kriegstauglich" eingestuft. Ende 1942 wurde dann die Serienproduktion eingestellt, insgesamt waren 989 Fahrzeuge dieses Typs gebaut worden. Noch bis zum Kriegsende kamen sie zum Einsatz.

 

 

 

Leichter Panzerspähwagen (Fu) "Sd.Kfz. 223"

 


 
Technische Daten
Variante:
Ausf. A Ausf. B
Typ:
leichter Panzerspähwagen (Funk) leichter Panzerspähwagen (Funk)
Hersteller:
Endmontage bei MNH Endmontage bei MNH
Gefechtsgewicht:
4400kg 4475kg
Länge:
4800mm 4800mm
Breite:
1950mm 1950mm
Höhe:
1750mm 1750mm
Motor:
Horch/Auto-Union,
8-Zylinder-Benzinmotor
Horch/Auto-Union,
8-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
3517ccm 3823ccm
Leistung kw/PS:
55/75 66/90
Leistungsgewicht:
17 PS/t 20,1 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
80km/h (Straße) 90km/h (Straße)
Kraftstoffvorrat:
100l 100l
Fahrbereich:
300km (Straße),
200km (Gelände)
300km (Straße),
200km (Gelände)
Besatzung:
3 Soldaten 3 Soldaten
Bewaffnung:
1x 7,92mm MG34 1x 7,92mm MG34
Panzerung:
5-14,5mm 5-14,5mm
(später bis zu 30mm)
Furttiefe:
0,6m 0,6m

 

Da auch für das "Kfz.14" dringend ein geeigneter Nachfolger benötigt wurde kam ab 1938 das "Sd.Kfz. 223" zum Einsatz. Dabei handelte es sich im ein "Sd.Kfz. 221 Ausf. A" das mit einer Funkanlage ausgestattet wurde und anstelle der KwK ein normales MG-34 erhalten hatte. Außerdem besaß das Fahrzeug nun einen neuneckigen Turm statt des normalen siebeneckigen. Ab 1940 diente dann auch die "Ausf. B" des "Sd.Kfz. 222" als Grundlage für die Herstellung der "Sd.Kfz. 223". Durch den Einbau der Funkanlage "FuG 10 SE 30", den dazu benötigten Funker und die Verwendung des "Ausf. B" stieg das Gesamtgewicht um fast 5 Tonnen an. Auch erhielt das Fahrzeug nun eine abklappbare Rahmenantenne. Durch ihre Konstruktion erwies sie sich aber als sehr auffällig und hinderlich bzw. wurde darum später durch eine Stabantenne ersetzt. Auch kam es zu einem späteren Zeitpunkt des Krieges noch zu einem Wechsel der Funkanlage. Die alte wurde ausgebaut und von der "FuG 12 SE 80" ersetzt. Bis zum Ende der Serienproduktion im Jahr 1943 wurden insgesamt 550 Exemplare hergestellt.

 

 

 

Leichter Panzerfunkwagen "Sd.Kfz. 260" und "Sd.Kfz. 261"

 


 
Technische Daten
Variante:
Sd.Kfz. 260 Sd.Kfz. 261
Typ:
leichter Panzerfunkwagen leichter Panzerfunkwagen
Hersteller:
Endmontage bei MNH Endmontage bei Weserhütte
Gefechtsgewicht:
4260kg 4300kg
Länge:
4830mm 4830mm
Breite:
1990mm 1990mm
Höhe:
1780mm 1780mm
Motor:
Horch/Auto-Union,
8-Zylinder-Benzinmotor
Horch/Auto-Union,
8-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
3517ccm 3823ccm
Leistung kw/PS:
55/75 66/90
Leistungsgewicht:
17,6 PS/t 20,9 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
80km/h (Straße) 90km/h (Straße)
Kraftstoffvorrat:
110l 100l
Fahrbereich:
320km (Straße),
200km (Gelände)
300km (Straße),
200km (Gelände)
Besatzung:
4 Soldaten 4 Soldaten
Bewaffnung:
keine keine
Panzerung:
5-14,5mm 5-30mm
Furttiefe:
0,6m 0,6m

 

Diese Fahrzeuge dienten in erster Linie als gepanzerte Funkstellen und sollten die Kommunikation zwischen Verbandsführern und Regiments- oder Divisionshauptquartier sicherstellen. Da sie aber ebenfalls auf den Fahrgestellen basieren wie die Sd.Kfz. 221, 222 und 223, werde ich hier kurz auf diese Baureihe eingehen. Das "Sd.Kfz. 260" hat ebenfalls das "801/EG I" als Grundlage und das "Sd.Kfz. 261" die verbesserte Variante "801/v". Das "Sd.Kfz. 260" kam für die mittleren Funkreichweiten zum Einsatz und hatte dafür eine Stabantenne, wenn es über weitere Strecken ging kam das "Sd.Kfz. 261" mit einer anfänglichen Rahmenantenne zum Einsatz, die dann später auch durch eine Stabantenne ersetzt wurde. Wie auch schon beim Vorgängen "Kfz.14" waren diese beiden Fahrzeugvarianten unbewaffnet. Diese Fahrzeuge kamen bis zum Kriegsende zum Einsatz und insgesamt wurden sie in einer Stückzahl von 493 Fahrzeugen produziert.

 


" Ein Sd.Kfz. 260 mit eingeklappter Rahmenantenne. "

Teil 3

Leichter Panzerspähwagen "Tp 4"(Prototyp)

 


 
Technische Daten
Typ:
leichter Panzerspähwagen
Hersteller:
Büssing-NAG
Gefechtsgewicht:
ca. 7000kg
Länge:
5330mm
Breite:
k.A.
Höhe:
2150mm
Motor:
TATRA,luftgekühlter
6-Zylinder-Dieselmotor
Hubraum:
k.A.
Leistung kw/PS:
78/125
Leistungsgewicht:
17,6 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
85km/h (Straße)
Besatzung:
4 Soldaten
Bewaffnung:
1x 2cm KwK 38,
1x 7,92mm MG42
Panzerung:
max 30mm

 

 



Da die Fahrzeuge der Varianten "Sd.Kfz. 221/222/223" viele Vorteile aber auch Nachteile hatten wurde schon früh an ein Nachfolgemodell gedacht. Hierbei war der Wunsch des Heereswaffenamtes auf möglichst viele Komponenten des sich in der Entwicklung befindlichen neuen 8-Rad-Spähwagens "Tp" zurückzugreifen. Dadurch sollte die Entwicklungszeit verkürzt werden sowie die späteren Produktionen beschleunigen, vereinfachen und kostengünstiger zu machen. Mit diesen Vorgaben erhielt die Firma "Büssing-NAG" im Juli des Jahres 1941 den Auftrag zur Entwicklung und den Bau eines Prototyps. "Büssing-NAG" griff bei den Planungen auf die Komponenten des schweren Fahrzeugs "Sd.Kfz. 234" zurück. Nur beim Motor, Federung und der Kraftübertragung gab es Veränderungen. Bis zum Frühjahr baute "Büssing-NAG" dann zwei Prototypen die sich nur in der Bewaffnung unterschieden. Der eine Prototyp besaß einen sechseckigen Turm mit eingebauter 2cm-KwK 38 und koaxialem MG42, der andere hatte im Turm eine 5cm KwK 39/1 und ebenfalls ein MG42 das koaxial eingebaut war. Die Entwicklungsarbeit und die Produktion der Prototypen endete mit der Auftragserteilung über die Produktion von 1000 Fahrzeugen. Aber obwohl die Genehmigung erteilt war und ab Herbst 1943 die Produktion beginnen sollte kann es nie zur Aufnahme der Serienproduktion.

 

Panzerspähwagen "PA-II"(t)

 


 
Technische Daten
Typ:
Panzerspähwagen
Hersteller:
Skoda
Gefechtsgewicht:
7360kg
Länge:
6000mm
Breite:
2160mm
Höhe:
2440mm
Motor:
Skoda,
4-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
9730ccm
Leistung kw/PS:
51/70
Leistungsgewicht:
9,5 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
70km/h (Straße)
Kraftstoffvorrat:
175l
Fahrbereich:
250km (Straße)
Besatzung:
4 - 5
Bewaffnung:
4x 7,92mm MG Maxim 08
Panzerung:
3 - 5,5mm
Furttiefe:
0,4m

 


"Aufgrund der abgerundeten Panzerung auch "Zelva" (Schildkröte) genannt"

 

Der Panzerspähwagen "PA-II"(t) war wie man am (t) erkennen kann eine tschechoslowakische Produktion. Bei Skoda, dem wohl bekanntesten Fahrzeughersteller, wurden die Fahrzeuge in den Jahren 1924 und 1925 hergestellt. Bei diesen Kfz handelte es sich um Fahrzeuge mit 4-Radantrieb und einem symmetrisch abgerundeten Aufbau. Dieser war zwar leicht gepanzert, besaß aber keinen drehbaren Turm. Des Weiteren war in den Fahrzeugen eine Vor- und Rückwärtslenkung eingebaut. Die Bewaffnung des Spähwagens bestand aus 4x MG Maxim mit dem Kaliber 7,92mm. Durch Kugelblenden waren diese Waffen im Aufbau eingefügt. Auf den Straßen verfügte das Fahrzeug über gute Fahreigenschaften, im Gelände war es schwerfällig und im Allgemeinen sehr stark eingeschränkt. Dieses erkannte man in der tschechoslowakischen Armee bei den Erprobungsfahrten, daraufhin wurde keine Serienproduktion angeregt. Stattdessen übergab man die 12 existierenden Exemplare an die Staatspolizei ab. Im Rahmen der Auslandspolitik des deutschen Reiches besetzte dieses schließlich im Jahr 1939 auch die Tschechoslowakei. Daraus resultierte auch, dass die Fahrzeuge der tschechoslowakischen Armee an die Wehrmacht übergingen. So kamen 9 der Panzerspähwagen "PA-II"(t) in die Gewalt der Wehrmacht. Eine genaue Beschreibung ihres Einsatzes im Rahmen der deutschen Armee ist nicht möglich, man kann nur anhand von Fotos erkennen, dass sie auch im Russlandfeldzug zum Einsatz kamen. Sie waren dort wohl als Funk-Panzerwagen zum Einsatz, denn auf manchen Fotos sind sie ohne Bewaffnung aber mit Rahmenantenne zu erkennen.

 


"Für das Deutsche Reich als Funkträger an der Ostfront im Einsatz"



Im Jahr 1927 hatte man schon die anderen 3 Fahrzeuge, die nicht im Besitz der Tschechoslowakei geblieben waren, an den Nachbar Österreich verkauft. Auch hier wurden sie im Rahmen der Polizeiarbeit eingesetzt. In den Zeiten des Krieges sollen sie schließlich bis 1945 noch im Einsatz gewesen sein. Angeblich waren sie bis zur Kapitulation in der Verteidigung der österreichischen Hauptstadt Wien eingebunden.

Teil 4

Panzerspähwagen "27"(t)

 


 
Technische Daten
Typ:
Panzerspähwagen
Hersteller:
Skoda
Gefechtsgewicht:
6600kg
Länge:
5350mm
Breite:
1950mm
Höhe:
2660mm
Motor:
Skoda,
4-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
5700ccm
Leistung kw/PS:
51/70
Leistungsgewicht:
10,6 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
35km/h (Straße),
20km/h (Gelände)
Fahrbereich:
250km (Straße)
Besatzung:
5 Soldaten
Bewaffnung:
2x 7,92mm MG vz. 7/24,
1x 7,92mm MG vz.26
Panzerung:
3 - 5,5mm

 

 

 

Als Nachfolger für die nicht militärisch nutzbaren Panzerspähwagen "PA-II" entwickelte Skoda ein neues Fahrzeug. Mit der Entwicklung begann man im Jahr 1927 und zwei Jahre später wurde es eingeführt. Die ursprünglich von Skoda genutzte Bezeichnung "PA-III" wurde dabei in "OA vs. 27" geändert. Im Aufbau ähnelte dieses Fahrzeug seinem Vorgänger, es war nur nicht ganz so stark abgerundet. Es fand auch wieder die Vor- und Rückwärtslenkung eine Verwendung im Fahrzeug. Ebenfalls war ein Vierradantrieb eingebaut und es wurden schusssichere Reifen verwendet. Auch kam als weitere Neuerung nun ein drehbares Turm mit einem 7,92mm MG vz. 7/24 zum Einsatz. Ein weiteres MG dieser Baureihe hatte Platz zwischen Fahrer und Beifahrer gefunden. Es war dort mit einer Kugelblende eingebaut wurden. Ein drittes MG vom Typ 7,92mm MG vz. 26 wurde im Kampfraum mitgeführt und war nicht starr im Fahrzeug eingebaut. Auch gab es nun am Heck des Turmes einen Suchscheinwerfer. Dieser war gepanzert um feindlichem Beschuss nicht direkt ausgesetzt zu werden.

 

 

 

Da man merkte das die Bewaffnung nicht ausreichend war wurden einige der Fahrzeuge umgerüstet. Sie erhielten eine 2cm Kanone als Ersatz für das Turm-MG. Insgesamt wurden von diesem Fahrzeugtyp 16 Exemplare hergestellt. Nachdem das Deutsche Reich die Tschechoslowakei eingenommen hatte, und es zur Auflösung dieser kam, gingen 3 Fahrzeuge zu den Verbündeten nach Rumänien. 3 weitere Kfz übernahm die Slowakei. Die restlichen Panzerspähwagen kamen zur Wehrmacht. Über den Einsatz und die Verwendung kam ich hier leider keine Angaben geben. Ich konnte nirgends brauchbare Informationen einholen.

 

Panzerspähwagen "P 204"(f)

 


 
Technische Daten
Typ:
Panzerspähwagen
Hersteller:
Panhard
Gefechtsgewicht:
8300kg
Länge:
5140mm
Breite:
2010mm
Höhe:
2330mm
Motor:
Panhard SS,
4-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
6330ccm
Leistung kw/PS:
78/105
Leistungsgewicht:
15,1 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
72km/h (Straße)
Kraftstoffvorrat:
125l
Fahrbereich:
350km (Straße),
130km (Gelände)
Besatzung:
4 Soldaten
Bewaffnung:
1x 2,5cm KwK,
1x 7,5mm MG
Panzerung:
7 - 20mm
Furttiefe:
0,6m

 

Der bei der Wehrmacht eingesetzte Panzerspähwagen "P 204" (f) war der Mitte der 1930ziger Jahre entwickelte und gebaute Panhard "AMD-178". Von diesen Fahrzeugen wurden für die französische Armee, bis zum Beginn des Westfeldzuges 1940, insgesamt etwa 480 Exemplare gebaut. Eine genaue Angabe wie viele Fahrzeuge nach der Niederlage Frankreichs übernommen wurden ist nicht möglich, man kann aber von mehr als 200 Kfz ausgehen. Man kann nur dazu sagen, dass diese Fahrzeuge dann im Panhard-Werk generalüberholt und umgerüstet wurden.

 

 

 

Von diesem Panzerspähwagen wurden 2 Varianten gebaut. Die schwerer bewaffnete Ausführung besaß eine 2,5cm Kanone mit koaxialen7,5 mm MG im drehbaren Turm. Die andere Variante hatte nur eine 7,5mm Zwillings-MG Bewaffnung. Beide Ausführungen besaßen die genietete Panzerung, die schwach und gefährlich für die Besatzung war. Bei Treffern konnte es passieren, dass die Nieten abrissen und so die Mannschaft verletzen oder töten konnten. Außerdem war bei beiden gleich, das ein zweiter Fahrer vorhanden war der rückwärts im Kfz saß. So konnte sehr schnell von Vorwärts- auf Rückwärtsfahrt umgeschaltet werden wenn feindliche Kräfte auftauchten und den Spähwagen beschossen. Die Panzerung wurde nach der Übernahme durch die Deutschen verbessert, so wurde an der Bugpanzerung ein Zusatz montiert um einen besseren Schutz für die Besatzung zu schaffen. Anfangs wurden die Panzerspähwagen "P 204" in den Panzeraufklärungsabteilungen eingesetzt, im späteren Verlauf des Krieges würden sie dann eher zu Sicherungsaufgaben genutzt. Dazu kamen sie zu den rückwärtigen Sicherungs- und Polizeieinheiten. Auch zur Sicherung des Bahnnetzes wurden sie verwendet, so baute man im Jahr 1942 insgesamt 43 Fahrzeuge so um das sie auf Eisenbahnschienen fahren konnten. Zu den Sicherungsaufgaben des Schienennetzes waren vor allem die Gebiete in Russland und auf dem Balkan angedacht umso den Angriffen der Partisanen entgegenwirken zu können. Im Jahr 1942 fielen der Wehrmacht auch noch etwa 40-50 Fahrzeuge in die Hände die zuvor von Vichy-Frankreich eingesetzt wurden. Teile dieser Fahrzeuge wurden umgebaut, man entfernte den Turm und setzte dort einen starren Aufbau mit einer 5cm KwK L/42 ein.

 


" Ein P204 (f) der für den Schieneneinsatz umgerüstet ist wurde von Soldaten der Roten Armee erbeutet. "



Die französischen Streitkräfte besaßen ebenfalls eine Funkwagenvariante des Panhard. Nach der Niederlage der Franzosen im Westfeldzug fielen auch diese, mit einem festen Aufbau und zwei Stabantennen ausgestatteten Fahrzeuge, an die Wehrmacht. Nach dem Umrüsten auf die deutschen Funkgeräte "FuG 11", mit einer Leistung von 100Watt, kamen diese größtenteils als Panzerfunkstellen zum Einsatz. Aber auch ein Einsatz in den Propaganda-Kompanien war möglich. Dazu wurden diese dann mit Tonbandaufnahmegeräten, Kameras und einem MG34 im festen Aufbau ausgestattet. Der Panhard AMD-178 war ein sehr guter und beliebter Spähpanzerwagen. Vor allem im Westen war er eine gute Ergänzung in den Aufklärungsabteilungen.

Teil 5

leichter Panzerspähwagen "BA-20 200"(r)

 


 
Technische Daten
Typ:
leichter Panzerspähwagen
Hersteller:
sowjetische Staatsbetriebe
Gefechtsgewicht:
2500kg
Länge:
4300mm
Breite:
1750mm
Höhe:
2310mm
Motor:
GAZ M1,
4-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
3300ccm
Leistung kw/PS:
37/50
Leistungsgewicht:
20 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
85km/h (Straße),
28km/h (Gelände)
Fahrbereich:
350km (Straße),
200km (Gelände)
Besatzung:
2 - 3 Soldaten
Bewaffnung:
1x 7,62mm MG Typ DT
Panzerung:
max. 10mm

 


" Ein BA-20 in der Benutzung durch die deutsche Feldgendarmerie "

 

Schon in den Anfängen des Russlandfeldzuges erbeuteten die Truppen der Wehrmacht viele Waffen und Fahrzeuge der Roten Armee. So kam auch die leichten Panzerspähwagen "BA-20 200"(r) in die Reihen der deutschen Armee. Für dieses Fahrzeug griff man auf die zivile Industrie zurück. Auf Basis des "GAZ-M1" entwickelte man diesen Panzerspähwagen und konnte ab 1936 mit der Serienproduktion beginnen. Da die Fahrzeuge nur einen Hinterrad-Antrieb hatten war ihre Beweglichkeit im Gelände eingeschränkt, so dass sie nicht für die Aufklärung im schweren Gelände eingesetzt wurden. Neben der Variante als Aufklärer gab es noch eine Funkwagen-Variante ("BA-20V") sowie die Version ("BA-20 ZhD") für eine Fahrt auf den Eisenbahngleisen. Ab 1938 kam dann eine verbesserte Version zum Einsatz. Man hatte dabei die Reichweite durch einen größeren Tank erhöht, die Turm verändert und es wurde eine Funkanlage eingebaut. Wie auch schon bei der Roten Armee setzte die Wehrmacht die erbeuteten Fahrzeuge vornehmlich für Sicherungsaufgaben ein, aber auch im Aufklärungseinsatz konnten sie ihren Beitrag erbringen.

 


" An der Ostfront in Reihen der Roten Armee "

 

Panzerspähwagen "AB 40 / 41 201"(i) und "AB 41 203" (i)

 


 
Technische Daten
Typ:
Panzerspähwagen (AB 41)
Hersteller:
SPA-Ansaldo
Gefechtsgewicht:
7500kg
Länge:
5200mm
Breite:
1920mm
Höhe:
2480mm
Motor:
SPA Abm 1,
6-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
4995ccm
Leistung kw/PS:
65/88
Leistungsgewicht:
11,7 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
78km/h (Straße),
38 km/h (Gelände)
Kraftstoffvorrat:
118l
Fahrbereich:
300km (Straße)
Besatzung:
4 Soldaten
Bewaffnung:
1x 2cm Kanone M35,
1x 8mm MG Breda M 38
Panzerung:
max. 9mm
Furttiefe:
0,7m

 


" Fertig zum Bahntransport an die Front "



Der Panzerspähwagen AB 40 war ein Fahrzeug das seit Mitte des Jahres 1940 für die italienische Armee als Aufklärer zum Einsatz kamen. Von einer Tochterfirma von Fiat, nämlich SPA, wurden diese Fahrzeuge mit Allradantrieb sowie Allradlenkung hergestellt. Auch besaßen sie jeweils ein Lenkrad vorn und hinten im Spähwagen, umso möglichst schnell aus brenzligen Situationen entkommen zu können. Durch eine sehr gute Geländegängigkeit ausgezeichnet kamen diese Fahrzeuge sowohl in Europa als auch auf dem afrikanischen Kriegsschauplatz zum Einsatz. Als Bewaffnung war im AB 40 ein Zwillings-MG mit Kaliber 8mm eingebaut, ebenfalls befand sich noch ein normales Maschinengewehr mit einem Kaliber von 8mm im Drehturm. Dieses MG wurde durch den Rückwärtsfahrer bedient. Nach kurzer Einsatzzeit wurde aber schon klar, dass diese Bewaffnung nicht ausreichend war. Somit stellte man schon nach wenigen Exemplaren die Produktion um.
 


"Eine Aufklärungsabteilung in Nordafrika auf einem Kfz-Marsch"

 

Anstelle dieser leichten Bewaffnung kam nun eine 2cm Kanone mit koaxialem MG. Mit den neuen Waffen wurde auch gleich ein neuer Turm eingebaut. Hierbei handelte es sich um den Drehturm des leichten italienischen Panzers L6/40. Durch die Verwendung des neuen Turmes stieg aber auch das Gesamtgewicht, somit verstärkte man auch die Motorisierung. Diese verbesserte Version nannte man nun AB 41. Nicht nur die Serienproduktion wurde auf diese Variante umgestellt, auch die schon produzierten Spähwagen kamen zur Umrüstung ins Werk zurück. Auf Grund der guten Geländefähigkeit und der brauchbaren Motorisierung nutzte man sehr gern diese Fahrzeuge zur Aufklärung, es gab kaum Gelände wo es nicht eingesetzt werden konnte. Trotzdem gab es aber auch Probleme. Die Lenkung der Fahrzeuge war störungsanfällig, man versuchte schon früh daran zu arbeiten, konnte aber diese Probleme nie wirklich aus der Welt schaffen. Um die Einsatzfähigkeiten der Fahrzeuge zu erweitern gab es auch noch die Möglichkeit mit Hilfe eines speziellen Umrüstsatzes das Fahrzeug für das Fahren auf Schienen umzubauen. Dies wurde meist auf den Kriegsschauplätzen des Balkans eingesetzt um das Schienennetz so vor Anschlägen der Partisanen zu sichern.

 


"Der Autoblinda AB 41 203 (i)"



Als im September des Jahres 1943 der ehemalige deutsche Verbündete Italien einen separaten Frieden mit den Alliierten aushandelte, entschloss sich die Wehrmacht möglichst das komplette Material der Italiener in ihrem Einflussbereich zu übernehmen. So kamen etwa 200 Exemplare des "AB 41" in die Hände der Deutschen. Etwa 90 Fahrzeuge blieben bei der Wehrmacht, der Rest wurde an die kroatischen Verbündeten für Sicherungsaufgaben abgegeben. Da sich auch die Produktionswerke in den Händen der Deutschen befanden wurde in ihrem Auftrag der Produktion weiter fortgeführt. So entstanden weitere 23 Fahrzeuge, die von der Wehrmacht übernommen wurden. Gleichzeitig setzte man aber auch die Entwicklung des neuen Modells "AB 43" weiter fort. Diese neue Variante sollte neben der 2cm Kanone auch wahlweise mit der 4,7cm KwK L/32 oder L/40 ausgestattet werden können. Um dies sicherstellen zu können wurde auch ein neuer, flacherer aber geräumigerer Turm verwendet. Der neue Panzerspähwagen war auch breiter und hatte ein verändertes Heck. Nach der Erprobung erging noch im Oktober 1943 der Auftrag an den Hersteller für die deutsche Armee 310 Exemplare der neuen "AB 43" herzustellen. Es wurden aber nur bis Ende 1944 insgesamt 60 Fahrzeuge gebaut, die Anzahl des Jahres 1945 ist unbekannt.

Teil 6

leichter Panzerspähwagen "Lince 202"(i)

 


 
Technische Daten
Typ:
leichter Panzerspähwagen
Hersteller:
Lancia
Gefechtsgewicht:
3140kg
Länge:
3200mm
Breite:
1600mm
Höhe:
1760mm
Motor:
Lancia Astura,
8-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
2617ccm
Leistung kw/PS:
44/60
Leistungsgewicht:
19,1 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
86km/h (Straße)
Fahrbereich:
300km (Straße)
Besatzung:
2 Soldaten
Bewaffnung:
1x 8mm Breda-MG
Panzerung:
max. 14mm
Furttiefe:
1m

 

Dieser Panzerspähwagen war ein fast identischer Nachbau des "Daimler Scout Car" der britischen Armee. Im Afrikafeldzug fielen den Italienern einige dieser Fahrzeuge in die Hände, da sie sehr davon beeindruckt waren sollte Lancia die italienische Produktion durchführen. Eigentlich sollte diese dann im September 1943 beginnen, sie startete aber erst 1944 nachdem die deutsche Armee die Führung des Projektes übernommen hatte. Die obere militärische Führung der Wehrmacht erteilte Lancia den Auftrag 300 Fahrzeuge zu produzieren, bis Ende 1944 erreichten aber nur etwa 100 Fahrzeuge die Reihen der Wehrmacht und konnten von dieser übernommen werden.

 

 

 

Der "leichte Panzerspähwagen "Lince 202"(i)" kam als Verbindungsfahrzeug sowie als Panzerwagen in den Panzerspähzügen zum Einsatz. Als Bewaffnung war von der italienischen Firma "Breda" ein 8mm MG eingebaut worden. Somit konnte der Spähwagen nur gegen Infanterie vernünftig eingesetzt werden, da die Bewaffnung gegen gepanzerten Feind wirkungslos war.

 

leichter Panzerspähwagen "Mk I 202"(e)

 


 
Technische Daten
Typ:
leichter Panzerspähwagen
Hersteller:
Daimler, Humber
Gefechtsgewicht:
3000kg
Länge:
3180mm
Breite:
1710mm
Höhe:
1500mm
Motor:
Daimler,
6-Zylinder-Benzinmotor
Hubraum:
2510ccm
Leistung kw/PS:
41/55
Leistungsgewicht:
18,4 PS/t
Höchstgeschwindigkeit:
88km/h (Straße)
Fahrbereich:
320km (Straße)
Besatzung:
2 Soldaten
Bewaffnung:
1x 7,92mm MG oder
1x 7,7mm MG
Panzerung:
max. 30mm
Furttiefe:
0,6m

 

 

 

Dieses englische Aufklärungsfahrzeug wurde 1938 bei "BSA" entwickelt und ab 1939 bei Daimler produziert. Es wurde als "Daimler Scout Car" beziehungsweise "Dingo" bezeichnet und bis zum Kriegsende hatte man über 6600 Fahrzeuge produziert. Auch in Kanada baute man dieses Fahrzeug, dort entstanden unter der Bezeichnung "Lynx" weitere 3255 Fahrzeuge. Beide Modelle hatten Allradantrieb sowie Allradlenkung, außerdem waren die Reifen schusssicher und es gab Einzelradaufhängung. Sie waren mit Funk ausgestattet und besaßen als Bewaffnung entweder ein 7,7mm MG oder eine 14mm Panzerbüchse. Auf den Kriegsschauplätzen in Afrika, Griechenland und Frankreich konnte die Wehrmacht eine große Anzahl dieser Fahrzeuge erbeuten. So kamen sie auch auf Seiten der deutschen Armee zum Einsatz. Dabei wurden sie größtenteils ohne Umbau eingesetzt, nur Teile erhielten ein deutsches Funkgerät sowie Bewaffnung. Wie schon die anderen Beutespähwagen wurden auch diese, die unter der Bezeichnung "leichter Panzerspähwagen "Mk I 202"(e)" in den Reihen der deutschen Truppen geführt wurden, als Späh-, Funk- und Sicherungsfahrzeuge eingesetzt. Neben dem Heer besaß auch die Marine Fahrzeuge dieser Baureihe und setzte sie zur Sicherung der eigenen Liegenschaften ein.

 


" In der Sonne Afrikas "