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Das Thema

Zündapp KS 750

 


"Mit 16 PS schaffte es das Gespann an guten Tagen auf 80 km/h"

 


 
Hubraum:
750 ccm
Zylinder:
2
PS /KW:
26 / 19
Hub:
85 mm
Höchstgeschwindigkeit:
95 Km/h
Mindestgeschwindigkeit:
3 Km/h
Verbrauch Straße:
6 Liter/100 km
Steigvermögen am Berg:
45 %
Wasserdurchfahrt:
bis 425 mm
Gänge:
4 Straße- 1 Gelände-
1 Rückwärtsgang
Antrieb:
Hinter- und Seitenwagenrad
Mit zusätzlicher Differentialsperre
Bremse:
Vorn Seilzug hinten ATE-Öldruck
Gewicht:
Leer 420 - Gesamt bis 840 Kg



Aus einer Zusammenarbeit mit den Firmen Krupp und Thiel wurde 1917 die Zünder- und Apparatebaugesellschaft Nürnberg gegründet. Die ersten Maschinen gingen 1920/21 aus der Produktion und durch Fließbandtechnik bzw. neue Innovationen, gehörte das Unternehmen bereits Ende der 1930er-Jahre zu den fünf bedeutendsten Motorradfabriken in Europa.
Mit dem Ersten Weltkrieg und auch danach, wurde die Produktion praktikabler Gebrauchsmotorräder immer wichtiger. Vor dem Zweiten Weltkrieg wollte das Unternehmen auch auf die Personenwagenherstelllung expandieren, doch das Projekt Porsche Typ 12 scheiterte.
Das als Wehrmachtsgespann bekannte Motorrad der Firma Zündapp mit der Typenbezeichnung KS 750 basiert auf den Forschungen zur Automobilproduktion der Firma. Der 1933 gebaute vierrädrige Schnell-Lieferwagen mit einem 400-cm³-Zweizylinder-Boxermotor und Hinterradantrieb, brachte die Vorlage die in einem Winkel von 170° liegenden Zylinder des Boxermotors, der nun auch in diesem Auftrag für die Wehrmacht eingebaut wurde. Vor allem die größere Bodenfreiheit unter den Zylindern machte das Motorrad für Planer der Heerestechnik aufmerksam.

Einleitung

Einleitung

 


Logo der Zünder- und Apparatebaugesellschaft Nürnberg

 

Die Firma Zündapp lieferte in den 1930er Jahren Motorräder an die Reichswehr. Ein entscheidender Nachteil war hier, dass diese nur leicht veränderten Zivilversionen und somit nicht den Militärischen Anforderungen gewachsen waren. Ende 1937 forderte das Heereswaffenamt ein Motorrad mit Beiwagen, dass mindestens 3 Soldaten mit voller Ausrüstung (500kg) tragen konnte, hohe Geländegängigkeit besaß, Schnell auf Straßen sowie als niedrigste Geschwindigkeit 4km/h fahren konnte, um auch in marschierenden Kolonnen mitfahren zu können. So entwickelte Zündapp die Motorräder KS 750 und BMW R 75 wurden speziell als Geländefahrzeuge für die Deutsche Wehrmacht entwickelt (70 % Übereinstimmung bei den Bauteilen). So konnte man eine einfachen Nachschub an Ersatzteilen gewährleisten - bis heute.
1939 wurden die ersten beiden Prototypen dem Oberkommando des Heeres zu Versuchsfahrten überstellt. Bis 1940 wurde die Zündapp KS 750 ständig weiter entwickelt, sodass 1941 die Serienproduktion in Nürnberg gestartet werden konnte.
Besonderes Augenmerk bei der Entwicklung wurde auf das angetriebene Seitenwagenrad und ein sperrbares Differential wie ein speziellen Rückwärtsgang gelegt. Durch diese Entwicklungsschwerpunkte konnte man den Wünschen des Heeres genüge leisten.

 

 

 


 
Produktionsjahr
Anzahl/Stück
1939
2
1940
7
1941
288
1942
7.228
1943
7.131
1944
3.515
1945
115
1946
205
1947
76
1948
68
 
Insgesamt
ca.18.695 Stück



Rahmen, Motor, Getriebe, Vordergabel und viele andere Bauteile sollten für den Gefechtseinsatz verstärkt werden und ergaben beim ersten Entwurf ein völlig neues homogenes Gespann, welches das OKH (Oberkommando des Heeres) in die engere Wahl nahm. Vorrausetzung war, dass 500 kg Nutzlast (ca. drei Soldaten mit Waffen, Munition und voller Feldausrüstung) transportiert werden müsse, das Krad eine Dauergeschwindigkeit von 80 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit 95 km/h erreicht, wobei auch eine Minimalgeschwindigkeit für das Fahren in Kolonnen mit 4 km/h angelegt wurde. Weitere wichtige Auflage für die Firma waren 4,5 × 16″ große Geländereifen, eine Mindestbodenfreiheit von 150 mm, ein Freiraum in den Schutzblechen, der es möglich machen sollte auch Gleitschutzketten aufzulegen. Beim Bau und der Entwicklung setzen sich die die Zündapp-Werke und das BMW-Werk durch, wobei ihre Ausführungen Zündapp KS 750 und BMW R 75 im Kriegsjahr 1942 vereinheitlicht wurden, um den Nachschub zu gewährleisten.
Die angestrebten Produktionszahlen wurden wie so oft nicht erreicht und Bombenangriffe in den letzten 3 Kriegsjahren legten die Produktion gänzlich lahm.
Das OKH und auch die Nachwelt traf eine einhellige Entscheidung, denn die Zündapp KS 750 war der BMW R 75 weit überlegen. Die Hauptgründe dafür lagen beim Hinterradantrieb, der hydraulischen Bremsanlage und die Robustheit der gesamten Konstruktion, die dennoch auf dem neusten Stand der Technik war.

Technik

Die Technik

 

 



Das Fahrgestell besteht aus einem mit bis zu 5mm starken, Ovalrohrrahmen aus Stahl, die Vordergabel ist eine gekapselte Parallelogrammgabel. Der Motor ist ein Zweizylinder-Boxermotor mit 750cm³ und 26Ps. Um die Kühlung selbst bei Marschgeschwindigkeit sicherzustellen, wurde ein Aluminiumzylinderkopf mit gerippter Oberfläche verbaut, der selbst bei großer Hitze gekühlt wurde. Die sonstigen Bauteile wurden zum Teil auf die Bedürfnisse des Militärs abgestimmt, so wurde unter anderem der Motor nicht auf Spitzenleistung (Geschwindigkeit) sondern auf Dauerleistung eingestellt, was den hohen Anforderungen im Felde gerecht wurde.
Der Tank hat ein Fassungsvermögen von 24 Litern, wovon 3 Liter Reserve sind. Auf dem Tank befindet sich ein Fach, wo der Fahrer Papiere und andere Unterlagen verstauen konnte.
Erstmals an diesem schweren Gespann kam eine hydraulische Bremse zum Einsatz, jedoch nur am Hinterrad und am Seitenrad. Das Vorderrad besitzt eine normale Innenbackenbremse die über einen Seilzug am Lenker betätigt wird.
Das Getriebe besitzt vier Straßen-, einen Gelände- sowie einen Rückwärtsgang. Besonders erwähnenswert zu nennen ist hier, dass das Differenzial im Hinterradantrieb 70% an das Hinterrad und 30% an das Seitenrad verteilt, sodass es möglich wurde ohne Gegenlenken geradeaus zu fahren, wie es sonst bei anderen Beiwagenmodellen üblich war.

Einsatz

(Wehrmachstsoldat in üblicher Kradfahrerkluft)

 

Einsatz an der Front



Sowohl in der Kälte Russlands, auf den Feldern der Normandie und auch in der Wüste Afrika's - nahezu überall wurde die Zündapp KS 750 in den verschiedensten Aufgabengebieten eingesetzt.

Gegenwart

Die Zündapp KS 750 heute

 

Heutzutage ist die KS 750 bei Sammlern und Oldtimer-Fans ein beliebtes Objekt. Auch in diversen Museen gibt es Ausstellungsstücke zu bewundern. Um eine voll restaurierte Maschine sein Eigen nennen zu können, muss man erstens Glück haben um überhaupt eine zu finden und zweitens einen fünfstelligen Eurobetrag zahlen. Ein guter Markt an Ersatzteilen und ein große Sammlergemeinde sichern das Fortgestehen dieser Fahrzeuge. Bis heute faszinieren diese Wehrmachtsgespanne wegen ihrer aufwendigen und robusten Technik.

 


(Emblem auf Motorräder der Firma Zündapp)


Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCndapp_KS_750 (Letzter Zugriff 12.06.2011)
http://www.wehrmachtsgespann.de/zuendap ... /index.htm (Letzter Zugriff 12.06.2011)
http://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%BCndapp (Letzter Zugriff 12.06.2011)
http://www.zuendapp-club.de/ (Letzter Zugriff 12.06.2011)
http://books.google.de/books?id=SfQUhe8 ... 50&f=false (Letzter Zugriff 12.06.2011)
http://books.google.de/books?id=JbeYqc5 ... 50&f=false (Letzter Zugriff 12.06.2011)
http://www.fahrzeugbilder.de (Letzter Zugriff 12.06.2011)
http://fahrzeuge-der-wehrmacht.de/Artik ... Ks750.html (Letzter Zugriff 12.06.2011)



Autor: von Schmidt / Freiherr von Woye