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Das Thema

Die Wehrmachtslokomotive D 311

 


( Die D 311 im Fronteinsatz )

Vorgeschichte

 

Vorgeschichte

Bevor die D 311 gebaut wurde erhielt Krupp Essen vom Heereswaffenamt den Auftrag zum Bau von schwersten Kanonen, mit denen man in der Lage war Befestigungen und Bunkeranlagen wie die Maginotlinie zu zerstören. Krupp begann 1934/35 mit der Entwicklung von mehreren Geschützen deren Kaliber 70, 80 und 100 cm betrug. Adolf Hitler entschied persönlich das neue Geschütz sollte ein Kaliber 80-cm- erhalten und in Haubitzenbauweise hergestellt werden. 1937 begann die Herstellung der beiden Eisenbahngeschütze "Dora" und "Eiserner Gustav" deren Reichweite später ca. 40 bis 47 km betragen sollte. Nach ihrer Fertigstellung 1941 waren diese beiden Geschütze die Größten der Welt, mit einer Rohrlänge von 32,48m. Adolf Hitler nannte diese Schienengeschütze "meine stählerne Faust". Krupp erhielt nicht nur den Auftrag die Geschütze herzustellen, sondern sollte auch die für den Transport nötigen Lokomotiven bauen da die bisher erhältlichen Diesellokomotiven nicht die erforderliche Leistung erbringen konnten. Die neuen Lokomotiven sollten die Schienengeschütze nicht nur bewegen, sondern auch die Aufbaukräne zum Einrichten der Feuerstellung und die Mannschafts- und Maschinenwagen mit der notwendigen Energie versorgen. Am besten für so eine Aufgabe war dafür ein dieselelektrischer Antrieb. Man errechnete, dass 3 Lokomotiven erforderlich waren um eines der riesigen Geschütze die immerhin 1.350 Tonnen wogen in seine Stellung zu bringen. Die Wehrmacht bestellte für insgesamt zwei Geschütze und insgesamt sechs Doppellokomotiven mit dieselelektrischem Antrieb.

Entwicklung

 

Entwicklung und Konstruktion

 

( Die D 311 im Krupp Werk 1941 )

 

Die Entwicklung der Diesellokomotive begann ebenfalls im Jahre 1937 und erhielt die Bezeichnung D 311. Der Lokrahmen wurde aus Längs- und Querträgern sowie zusätzlichen Versteifungen zusammengeschweißt. Am äußeren Ende war der Pufferträger zur Aufnahme der normalen Zug- und Stoßeinrichtungen angebracht. An der Innenseite waren eine Kurzkupplung und zwei Stoßpuffer vorhanden. Über Blattfedern und Ausgleichshebel stützte sich der Rahmen auf den vier Radsätzen pro Fahrzeughälfte ab. Eine Lokomotive bestand aus zwei Teilen die man als a und b bezeichnete. Jede Fahrzeughälfte erhielt ein starres Fahrgestell mit jeweils vier Achsen. Die beiden mittleren Radsätze waren seitenverschiebbar. Die Fahrzeugaufbauten waren eine Konstruktion aus Profilstählen und Blechen. Jedes Fahrzeug verfügte über einen Endführerstand. Der Zugang zur anderen Lokhälfte wurde durch Übergangsbrücken und Türen ermöglicht. Der dieselelektrische Antrieb erfolgte über einen MAN-Dieselmotor des Typs W6V 30/38 mit 940 PS bei 700 Umdrehungen in der Minute bei einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 75 Km/h. Der Motor trieb einen Generator an, der den benötigten Strom für die vier Fahrmotoren lieferte. Wegen der späteren verwendeten schnelleren Motoren wurde ein Getriebe mit der Untersetzung von 2:1 zwischengeschaltet. Die vier Fahrmotoren, die man je nach Bedarf parallel oder in Reihe schalten konnte für den Transport oder den Verschub. Eine selbsttätige Druckluftbremse mit G-P-Wechsel und Zusatzbremse sorgten für ein sicheres Anhalten der Lok. Die dafür benötigte Druckluft erzeugte ein Luftpresser, der wie auch andere Hilfseinrichtungen, aus dem 220 Volt Bordnetz versorgt wurde. Für Licht, Signaleinrichtungen und Anzeigeninstrumente wurden 24 Volt Spannung verwendet. Die Siemens-Schuckert-Werke (Berlin) lieferten die gesamte elektrische Ausrüstung; Hauptgenerator und Erregergenerator. Die unterschiedlichen Lichtsignale in den besetzen Gebieten Europas führten zum Einbau einer speziellen Spitzen- und Schlusslicht - Signalanlage. Mit dieser Einrichtung konnte man in jedem Einsatzland die dort geltenden Lichtsignale schalten. ( vorne zwei oder drei Lichter etc.) Da die Schienengeschütze "Dora" und "Gustav" nur auf zweigleisigen Strecken parallel befördert werden konnten hatte jede Lok die Möglichkeit nur ein rotes Schlusslicht zu schalten und dadurch entstand ein großes zweigleisiges Schienenfahrzeug mit zwei roten Schlusslichtern. Insgesamt konnte Krupp acht Fahrzeughälften mit den Loktypen D 311.01 a/b bis D 311.04 a/b liefern. Am 22. Oktober 1941 wurden die Lokomotiven mit den Fabriknummern 2198/2199 und 2200/2201 ausgeliefert und am 25. August 1942 folgten die Fabriknummern 2468/2469 und 2470/2471. Zwei weitere Lokomotiven sollten zwar noch gebaut werden aber durch die Bombardierungen der Krupp Werke konnten diese nicht mehr hergestellt werden. Die Lokomotiven waren eigentlich Eigentum der Wehrmacht, doch die Lokomotivschilder gaben zuerst die Deutsche Reichsbahn an, eine Zeile darunter stand "Essen". In der nächsten Zeile darunter sah man Fried. Krupp A.G. und zum Schluss in der letzten Zeile war das Loknummernschild und darunter die Anschrift "Heimatbahnhof Essen".

 

Einsatz

 

Einsatznachweise der einzelnen Dieselloks nach dem LVZ von Krupp

V 2198 1941 V 188 Do'Do'de 1435 22.10.1941   Oberkommando des Heeres, Berlin "D 311.01 A",
für Versuchsschießplatz Rügenwalde
1942 Kampfeinsatz mit Geschütz "Dora" in Simferopo, Krim (Schwarzes Meer)
um 07.1942 Bf Taizy bei Leningrad
1945 Kriegsverlust
lt. Krupp verschrottet bei Krupp in Essen
                 
V 2199 1941 V 188 Do'Do'de 1435 22.10.1941   Oberkommando des Heeres, Berlin "D 311.01 B",
für Versuchsschießplatz Rügenwalde
1942 Kampfeinsatz mit Geschütz "Dora" in Simferopo, Krim (Schwarzes Meer)
um 07.1942 Bf Taizy bei Leningrad
1945 Kriegsverlust
lt. Krupp verschrottet bei Krupp in Essen
                 
V 2200 1941 V 188 Do'Do'de 1435 22.10.1941   Oberkommando des Heeres, Berlin "D 311.02 A"
nach 1945 Krupp, Essen
16.11.1951 DB "V 188 003 a" (Ersatzteilspender)
                 
V 2201 1941 V 188 Do'Do'de 1435 22.10.1941   Oberkommando des Heeres, Berlin "D 311.02 B"
nach 1945 Krupp, Essen
16.11.1951 DB "V 188 003 b" (Ersatzteilspender)
                 
V 2468 1942 V 188 Do'Do'de 1435 25.08.1942   (SSW) Oberkommando des Heeres, Berlin "D 311.03 A" /
23.01.1948 Aufarbeitung bei Krauss-Maffei
30.08.1949 DB "V 188 001 a" "288 001"
03.07.1969 z, Bw Bamberg
25.09.1969 a, Bw Bamberg
1970 ++ bei Layritz, Feldkirchen
                 
V 2469 1942 V 188 Do'Do'de 1435 25.08.1942   (SSW) Oberkommando des Heeres, Berlin "D 311.03 B" /
23.01.1948 Aufarbeitung beu Krauss-Maffei
30.08.1949 DB "V 188 001 b" "288 001"
03.07.1969 z, Bw Bamberg /25.09.1969 a, Bw Bamberg
1970 ++ bei Layritz, Feldkirchen
                 
V 2470 1942 V 188 Do'Do'de 1435 25.08.1942   (SSW) Oberkommando des Heeres, Berlin "D 311.04 A"
nach 1945 Schrotthändler, Utrecht/Niederlande
01.09.1950 Aufarbeitung bei Krauss-Maffei
24.11.1951 DB "V 188 002 a" "288 002" /22.12.1971 z, Bw Bamberg
16.06.1972 a, Bw Bamberg
1973 Schrotthändler, Feldkirch
angeblich über Bulfone, Italien, an einen Steinbruch (oder 2471)
                 
V 2471 1942 V 188 Do'Do'de 1435 25.08.1942   (SSW) Oberkommando des Heeres, Berlin "D 311.04 B"
nach 1945 Schrotthändler, Utrecht/Niederlande
01.09.1950 Aufarbeitung bei Krauss-Maffei
24.11.1951 DB "V 188 002 b" "288 002"
22.12.1971 z, Bw Bamberg
16.06.1972 a, Bw Bamberg
1973 Schrotthändler, Feldkirch
angeblich über Bulfone, Italien, an einen Steinbruch (oder 2470)

 

Einsatz II

Test und Einsatz

 

( Vögele-Drehbettung )

 

Bevor es an die Front ging, führen die Lokomotiven, zusammen mit dem Schienengeschütz, zum Truppenübungsplatz Rügenwalde in Pommern. Der erste und einzige Fronteinsatz führte zwei D 311 Lokeinheiten ( auch "Walli" genannt ) in den Süden der UdSSR auf die Halbinsel Krim. Das Schienengeschütz und der aus mehreren Teilen zusammengestellte Geschützzug wurde neben der D 311 auch von Dampflokomotiven der BR 50 an die Front gebracht.
Die Baureihen 50 wurden später durch die Baureihe 52 ersetzt da diese vereinfachter hergestellt wurden. Wegen des Gewichtes von 1350 Tonnen fuhr das Geschütz auf zwei parallel laufenden Gleisen. Am Ziel angekommen wurde es in eine Senke eines extra aufgehäuften Erdhügels aufgebaut. Für den Einsatz gegen mehrere Ziele wurde eine "Schießkurve" errichtet und die beiden Diesel D 311 01 a/b und D 311 02 a/b bewegten das Geschütz und versorgten es mit Strom.

Eine Schießkurve ist der gekrümmte Bereich einer Gleisanlage, mit dessen Hilfe das horizontale ausrichten des Geschützes ermöglicht wird. Die Schießkurve kann z.B auch eine Kurve in einer vorhandenen Gleisanlage, oder ein speziell für diesen Zweck aufgebautes Gleis sein. Die Schienengeschütze K 12 oder K 5 sowie die "Dora" und der Schwere Gustav benötigten im Einsatz eine Schießkurve. Die Schießkurven bestanden des Weiteren aus einer in das Zufahrtsgleis eingebauten, kleine Drehscheiben mit beidseitig angesetzten Gleisstummeln mit deren Hilfe man das seitliche Verschieben eines der Drehgestelle des Geschützes ermöglichte. Dies funktionierte aber nur bei Geschützen mit einer ausreichenden Rückstoßdämpfung. Die Vögele-Drehbettung war eine weitere Möglichkeit gewesen die eine 360° Positionierung erlaubte. Die von Krupp hergestellte Vögele-Drehbettung war so konstruiert, dass das Geschütz in seiner ganzen Länge darauf gesetzt werden konnte. Die Krupp Drehbettung hatte zwischen den beiden Fahrgleisen eine dritte Schiene für den Positionierantrieb. Mit hydraulischen Puffern ausgestattet sorgte die Bettung dafür, dass der Rückstoß des Geschützes aufgefangen wurde.

Während der Belagerung von Sewastopol verschoss das Geschütz 7-t Geschosse deren Sprengkraft in der Lage war einen 30m unter der Erde liegenden sowjetischen Munitionsdepotbunker vollständig zu zerstören. Die beiden D 311 richteten das Geschütz dabei immer wieder neu aus und lieferten den Strom. Während der Feuerpausen rangierten die beiden Loks die Nachschubzüge. Nachdem der Beschuss von Sewastopol ein Erfolg war und beendet wurde sollte das Schienengeschütz die Belagerung von Leningrad unterstützen. Das Vorrücken der Roten Armee in diesem Gebiet ließ einen Einsatz dort nicht mehr zu. In aller Eile wurde das Geschütz wieder abgebaut und kam danach nicht mehr zum Einsatz. Die beiden anderen D 311 wurden zuerst an der rumänischen Schwarzmeerküste eingesetzt und dann während der alliierten Invasion an die Kanalküste verlegt. 1945 wurden die beiden Schienengeschütze "Dora" und "Eiserner Gustav" von der Wehrmacht zerstört. Vier D 311 überstanden den Krieg mehr oder weniger beschädigt.

 

( Führerstand der D 311 )

Betrieb

 

Wehrmacht D311.01 a/b

Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1941
Fabriknummer: 2198/2199
Lok für Panzergeschütz "Dora"
(Einsatz in der Sowjetunion auf der Krim 1942.
Späterer Einsatz beim Beschuss von Leningrad war auf Grund des Vorrückens der sowjetischen Armee nicht mehr möglich)
Verschrottet bei Krupp in Essen bzw. Kriegsverlust in der Sowjetunion. (ist bis heute nicht genau nachzuweisen)
 

Wehrmacht D311.01 a/b später DB V188 003a/b

Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1941
Fabriknummer: 2200/2201
Lok für Panzergeschütz "Dora"
(Einsatz in der Sowjetunion auf der Krim 1942.
Späterer Einsatz beim Beschuss von Leningrad war auf Grund des Vorrückens der sowjetischen Armee nicht mehr möglich)
1945 Krupp
1951 DB (V188 003 a/b) - von Krupp 1951 an DB verkauft
geplante Instandsetzung wurde nicht durchgeführt, die Doppellok diente nur noch als Ersatzteilspender

Wehrmacht D311.03 a/b später DB V188 001a/b

 
Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1942
Fabriknummer: 2468/2469
Lok für Panzergeschütz "Schwerer Gustav 2"
(da Gustav nicht fertig gestellt wurde, kam die Lok nicht mehr mit diesem Geschütz zum Einsatz)
1945 DB V188 001 a/b nach Kriegsende 1945 im Raum Nürnberg aufgefunden
1948-1949 Instandsetzung der Lok (grüner Anstrich)
1949-1958 im Bw Aschaffenburg. Dort 04.1954 abgestellt wegen technischer Mängel
1958 Umrüstung auf 12-Zylinder Maybach Motoren MD650, roter Anstrich mit schwarz lackiertem Rahmen
1958-1968 Bw Gemünden, U2 Untersuchung 1965
1968-1969 Bw Bamberg Die Lok wurde nicht mehr auf die Computer-Betriebsnummer umbeschriftet
11.09.1968 abgestellt wegen Schaden am Hauptgenerator
03.07.1969 "z"- gestellt im Bw Bamberg
25.09.1969 ausgemustert durch DB-Verfügung vom 22.09.1969. Geplanter Ersatzteilspender für 288 002-9.
11.1969 abgestellt gesichtet bei der Schrottfirma Fa. Layritz in Feldkirchen bei München
01.1970 verschrottet durch Fa. Layritz.
 

Wehrmacht D311.04 a/b später DB V188 002a/b / 288 002-9

Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1942
Fabriknummer: 2470/2471
Lok für Panzergeschütz "Schwerer Gustav 2" (da Gustav nicht fertig gestellt wurde, kam die Lok nicht mehr mit diesem Geschütz zum Einsatz)
dafür gab es Einsatz für Militärzüge an der französischen Kanalküste 1943.
1945 als Kriegsbeute bei der NS L5 (Holland) verblieben
12.1949 die DB kaufte die Lok von einem niederländischen Schrotthändler in Haarlem an.
1950-1951 Instandsetzung der Lok, (roter Anstrich mit rot lackiertem Rahmen, Unter- scheidungsmerkmal zu V188 001)
11.1951 Ausstellung "Schiene und Straße" in Essen
1951-1958 Bw Aschaffenburg
04.1954 abgestellt im Bw Aschaffenburg wegen technischer Mängel
1955-1957 Umrüstung auf 12-Zylinder Maybach Motoren MD650
1958-1968 Bw Gemünden, U2 und Indusi Einbau (1964-1968)
1968 Umbeschriftung der Lok in 288 002-9 a/b
1968-1971 Bw Bamberg
11.1971 Lok wurde wegen einem Riss im Tank abgestellt. (aufwändige und teuere Reparatur)
22.12.1971 "z" gestellt im Bw Bamberg
23.12.1971 Überführung in das Aw Nürnberg (blieb dort bis 09.03.1973)
15.06.1972 ausgemustert via DB-Verfügung vom 09.06.1972
1972/1973 Verkauf der Doppellokomotiven nach Italien oder Jugoslawien kam nicht zustande
09.1973 verschrottet durch Fa. Layritz in Feldkirchen bei München.
 

Wehrmacht D311.05 a/b

Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1943
Fabriknummer: 2904/2905
durch Kriegseinwirkung während der Fertigung bei Krupp zerstört.
Die Fabriknummer wurde später anderweitig vergeben.
Wehrmacht D311.06 a/b
Hersteller: Lokomotivfabrik Krupp, Essen
Baujahr: 1943
Fabriknummer: 2906/2907
durch Kriegseinwirkung während der Fertigung bei Krupp zerstört.
Die Fabriknummer wurde später anderweitig vergeben.


Nachkriegszeit

Die Nachkriegszeit und der Einsatz bei der Deutschen Bundesbahn

 

( Die V188 001a im AW Nürnberg )

 

Nach Kriegsende befand sich eine stark beschädigte Lokeinheit in den Westzonen im fränkischen Raum, die den "Allied Forces D" unterstellt war. Eine weitere Einheit entdeckte man bei einem Schrotthändler im Amsterdam. Insgesamt hatten die "Allied Forces" noch vier weiteren Einheiten in einem noch sehr gut erhaltenen Zustand in ihrem Lokomotiv-Inventar. Nach Kriegsende befanden sich also im Bereich der späteren DB noch sechs Einzellokomotiven. Da die neue Deutsche Bundesbahn damals noch nicht über sehr viele Fahrzeuge verfügte wurden zwei Einheiten bei Krauss-Maffei überholt und wieder Fahrtüchtig gemacht. Die Lichtanlagen wurden für den Regelbetrieb auf den Strecken im Bereich der DB umgerüstet. Diese zwei betriebsfähige Einheiten erhielten 1950 die Nummern V 188 001 a+b und V 188 002 a+b. Anfangs wurden sie im Schiebedienst auf der Rampe Laufach - Heigenbrücken eingesetzt. Die dritte noch erhaltene Einheit wurde nicht mehr überholt und diente nur noch als Ersatzteilspender. 1953 zogen die V 188 Güterzüge nach Schweinfurt, Bamberg und Dillenburg. Nach einem 1957 abgeschlossenen Umbau wurde ihre Höchstgeschwindigkeit auf 75 Km/h angehoben, die neuen Zwölf-Zylinder-Maybach-Motoren von 1100 PS, sowie extra Reduktionsgetriebe für die Generatoren ermöglichten dies. Stationiert waren die beiden als "Bullen" bezeichneten Loks in den Bw Aschaffenburg, Gemünden und zuletzt Bamberg. Die neue Nummer als BR 288 bekam nur noch die V 188 002 da ihre Schwestermaschine bereits Anfang 1968 wegen der hohen Betriebskosten ausgemustert wurde. Im Dezember 1971 schied auch die 288 002 aus dem Bestand der DB aus und verblieb vorerst beim Bw Nürnberg. 1973 wurden beide Maschinen von der Fa. Layritz in Penzberg verschrottet.

 

Daten

Betriebsnummern : DRG : D311.01a/b-D311.04a/b
DB : V 188 001 a/b, V 188 002 a/b, 288 002-9
Radsatzfolge : Do+Do
Spurweite : 1435 mm
Länge über Puffer : 22510 mm
Radsatzstand einer Do Einheit : 6000 mm
Gesamt Radsatzstand : 16350 mm
Größte Höhe am Dachscheitel : 4445 mm
Größte Breite : 2910 mm
Triebraddurchmesser : 1250 mm
Kleinster befahrbarer Gleisbogen : 150 m
Fahrzeugmasse mit vollen Vorräten : 150 t
Achsfahrmasse bei vollen Vorräten : 18,75 t
zulässige Höchstgeschwindigkeit : 75 km/h
Dieselmotor : Maybach MD 650 (je Do Einheit)
Leistung : 1000 PS
Drehzahl U/min : 1500
Zylinderzahl : 12
Hubvolumen (Liter) : 64,5
Elektrische Stromversorgung
(je Do Einheit) :
Hauptgenerator Siemens 710V aGV 350/32 / 640 kW
Erregergenerator Siemens 200V aGV 241/6 / 5 kW
Hilfsgenerator Siemens 22V aGV 300/13 / 45 kW
Lichtgenerator Siemens 24V Dp1f / 2,5 kW
Zwei Starterbatterien DIN 72311,
Spannung : 12 V
Leistungsübertragung (je Do Einheit) : Anzahl der Tatzlagerfahrmotoren : 4
Leistung je Fahrmotor Siemens D 2432a : 178 kW
Konstruktions- und Lieferfirma : Friedrich Krupp, Essen

Quellen

Bücher

Das große Handbuch der Diesellokomotiven
ISBN 3-86517-027-7
Bruckmann Verlag
Innsbrucker Ring 12
81673 München

1000 Lokomotiven Geschichte-Klassiker-Technik
ISBN 3-625-10541-1
Naumann & Göbel Verlagsgesellschaft mbH
http://www.naumann-goebel.de

 

Internet

Zugriff ‎19. ‎April ‎2012
http://www.e94114.de/V188.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Wehrmachtslokomotive_D_311
http://www.wer-kennt-wen.de/gruppen/ber ... -23vusocs/
http://www.lokodex.de/or/o_tdaus.php?tdnr=277
http://www.drehscheibe-foren.de/foren/r ... 5,page=all
http://www.maerklin.de/de/service/suche ... perpage=40
http://de.inforapid.org/index.php?searc ... %20%28E%29
Zugriff ‎01. ‎Mai ‎2012
http://de.wikipedia.org/wiki/80-cm-Kanone_%28E%29
http://fooblog.mexxoft.com/wp-content/u ... ber_41.jpg
Zugriff ‎02. ‎Mai ‎2012
http://de.wikipedia.org/wiki/Schie%C3%9Fkurve

 

Autor: Hasso von Manteuffel